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Ölpreis-Antieg

Deutschland wieder Spitzenreiter: Warum Tanken hier deutlich teurer ist als bei den Nachbarn

Der Ölpreisanstieg trifft ganz Europa – doch deutsche Autofahrer zahlen besonders viel. Während Benzin in Polen oder Luxemburg deutlich günstiger bleibt, treiben hier vor allem hohe Energiesteuern und Abgaben die Preise nach oben.

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Mehr als zwei Euro pro Liter: Deutschland gehört derzeit zu den teuersten Tankländern Europas. (IMAGO/Cord)

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In den vergangenen Tagen hat sich Deutschland einmal mehr als europäischer Spitzenreiter hervorgetan – bei den Spritpreisen. Zwar sind die Kraftstoffpreise infolge des Iran-Krieges in ganz Europa deutlich gestiegen, in Deutschland jedoch stärker als bei seinen europäischen Partnern.

Während Autofahrer hierzulande für einen Liter Super E10 und Diesel 2,11 Euro zahlen, zeigt bereits ein Blick auf die Nachbarstaaten deutliche Unterschiede. In Luxemburg lag der Preis für Diesel zuletzt bei etwa 1,69 Euro, Super E10 kostete rund 1,52 Euro pro Liter. Auch in Frankreich fällt der Preis deutlich niedriger aus: Dort kostet ein Liter Diesel derzeit durchschnittlich 1,98 Euro, für E10 werden etwa 1,82 Euro verlangt.

Noch größer ist der Abstand in Mittelosteuropa. Bewohner der deutsch-polnischen Grenzregion können sich jenseits der Grenze über Preise von etwa 1,35 Euro für E10 und 1,42 Euro für Diesel freuen. Ähnliche Werte finden sich in Tschechien, wo Benzin etwa 1,43 Euro und Diesel rund 1,42 Euro pro Liter kosten.

Unterschiede gibt es dabei sowohl im absoluten Preisniveau als auch bei dessen jüngster Entwicklung: In Deutschland sind die Preise höher – und sie steigen stärker. Der wichtigste Grund liegt in der Besteuerung von Kraftstoffen. Diese fällt hierzulande vergleichsweise hoch aus. Allein die Energiesteuer beträgt bei Benzin 65,45 Cent pro Liter; hinzu kommen der nationale CO₂-Preis sowie 19 Prozent Mehrwertsteuer. Insgesamt machen staatliche Abgaben damit deutlich mehr als die Hälfte des Literpreises aus.

In anderen europäischen Ländern fällt die steuerliche Belastung teilweise deutlich geringer aus. In Österreich liegt die Mineralölsteuer auf Benzin beispielsweise bei rund 48 Cent pro Liter, in Polen sogar nur bei etwa 35 bis 40 Cent. Entsprechend wirken sich steigende Rohölpreise dort weniger stark auf den Endpreis und die Verbraucher aus.

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Hinzu kommt, dass einige Staaten stärker regulierend eingreifen. Laut Berichten des Focus versucht Frankreich beispielsweise, Preisspitzen regelmäßig durch zeitlich begrenzte Rabatte oder steuerliche Entlastungen abzufedern. Zudem werden die Gewinnmargen von Mineralölkonzernen und Tankstellen stärker überwacht, wodurch zusätzliche Preisaufschläge in Krisenzeiten begrenzt werden sollen.

Der Krieg im Iran treibt die Rohölpreise weltweit nach oben. Wie stark sich dieser Anstieg an der Zapfsäule bemerkbar macht, hängt jedoch maßgeblich von Steuern und staatlichen Eingriffen ab. Der Vergleich mit den Nachbarländern zeigt: In Deutschland wirken sich steigende Ölpreise besonders stark auf den Endpreis für Autofahrer aus.

mk

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18 Kommentare

  • Bei Steuern, Spritpreisen, Strompreisen ist Deutschland immer Spitzenreiter. Gefördert werden damit bspw. Komposthaufen in Afrika. Kühlschränke für Kolumbien oder leerstehende Hühnerställe in China. Das ist so „genial“, dass die Wähler immer wieder CDU/SPD/Grüne oder die SED-Linken wählen.

    • Ins Schwarze getroffen!

    • Solange wie wir in Deutschland keine echten Politier haben wird sich auch nichts ändern.

      • Hannes, in der Tag, im Moment gibt es in Deutschland nur weichgespülte… 🙂

    • Juerge, das stimmt. Man kann sich mit Geld auch vermeintlich sein Gewissen rein waschen – vermeintlich selbstverständlich.

    • Ja, Kühlschränke in Kolumbien für 4,6 Millionen Euro! Kolumbien importiert dafür aber Waren im Wert von 2 Milliarden Euro, Deutschland importiert Waren im Wert von 0,7 Milliarden Euro aus Kolumbien. Eure Kenntnisse über Wirtschaftsbeziehungen sind eben ziemlich marginal…

      • Ok, aber jetzt erklären Sie mal, was das eine mit dem anderen zu tun hat?

        Wären ohne Kühlschrankgeschenke die deutschen Exporte nach Kolumbien zusammengebrochen?

        Wohl kaum. Aber da verstehen sie ja nicht….

      • Und was für eine „Wirtschaftsbeziehung“ ist es , wenn EU-Gelder, welche ja auch unsere sind, für den Bau von Wrestling-Arenen(!) in Gambia verwendet werden, um nur ein (weiteres) Beispiel zu nennen? Klären Sie uns auf!

  • Unser Staat und unsere gewählte Regierung sind unersättlich. Trotzdem häufen sie neue Schulden an. Solange keine Alternative gewählt wird, wird das so bleiben..

  • Die Argumentation, warum der Kraftstoff in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern teuerer ist, mag allgemein zutreffen. Der drastische Anstieg von z.B. normalem Diesel von 1,599 auf bis 2,199€/Liter (Aral) innerhalb von wenigen Tagen an deutschen Tankstellen lässt sich damit aber nicht erklären. Die Mineralölsteuer ist, ebenso wie die CO2 Abgabe, ein fixer Block (in Cent pro Liter/ pro Tonne CO2), der unabhängig vom schwankenden Rohölpreis am Weltmarkt und damit am Preis an der Tankstelle ist. Im Vergleich mit Benzin wird Dieselkraftstoff übrigens mit rund 18 Cent/ Liter weniger besteuert. Einzig und alleine die MwSt ist mit 19% variabel. Je höher der Preis an der Tankstelle, desto höher wirkt sich diese Steuer in Cent pro Liter aus.
    Die Ölkontrakte, die heute an der Tankstelle verkauft werden, wurden vor etwa drei Monaten am Weltmarkt gekauft. Deutlich höhere Rohölpreise von heute wirken sich also erst in in drei Monaten real aus.
    Das Ganze ist doch nur noch mies!

  • Warum hier alles teurer ist?
    Weil wir eine gierige Kaste füttern und füttern und füttern.
    Auch das wird mal ein Ende haben!

  • Die frage ist doch nicht warum es so teuer ist sondern warum nur in deutschland der preis so ansteigt. Zum Vergleich ist hier bei uns
    Im Ort der preis nur um 3 rappen gestiegen

  • Was verdient man eigentlich so im Schnitt in Polen oder Tschechien? Die müssen ja ganz reich sein mit diesen Spritpreisen, oder?

  • Und? Was passiert? Der Deutsche jammert und zahlt…

  • „In anderen europäischen Ländern fällt die steuerliche Belastung teilweise deutlich geringer aus.“

    Andere Ländern haben auch nicht als TOP 1 / Prio 1: sinnloses Verschleudern von soviel wie möglichem Volksvermögen ins Ausland!

  • Die ‚Zitrone‘ (O-Ton Kanzlerdarsteller Merz über uns Steuerzahler) lässt sich eben doch noch weiter auspressen. Schön zu wissen, dass wenigstens unsere Nachbarn nicht ganz so sehr leiden müssen. Tja, das kommt davon, wenn man zwei Weltkriege angezettelt hat…

  • Und immer wieder, sicherlich auch in den anstehenden Wahlen, werden die Schlaf- und Wahlschafe in „ Unserer Demokratie“ kognitiv einheitlich und geschlossen dissonant, den größten Kriegsgewinnler, also das Finanzmysterium mit ihren Demokratiekreuzchen versehen; und zahlen ….

  • Deutschland ist beim abzocken der Bürger immer ganz vorne dabei. Läuft es in vielen Bereichen im Ausland besser und es würde dem Bürger nützen, heisst es, das kann man nicht mit Deutschland vergleichen. Gibts aber was zum abkassieren, wird das möglichst noch rückwirkend umgesetzt.
    Unser Geld muss ja auch in die Ukraine und nach Israel, damit die dort Krieg führen können.

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