Der Letzte seines Namens
Eine prophetische Warnung von Wolfgang Schäuble schlug Merz in den Wind, weil er keine Romane liest. Jetzt ist er dazu verdonnert, als Karikatur einer Figur der Weltliteratur zu leben.
Über Friedrich Merz erzählte die FAZ einmal diese Geschichte: Der späte Wolfgang Schäuble, der wichtigste Mentor von Merz, soll dem frisch gebackenen CDU-Vorsitzenden 2022 den Roman „Der Leopard“ geschenkt haben. Merz aber gab das Buch eine Woche später zurück, etwas irritiert, mit den Worten: „Das ist ja ein Roman, was soll ich damit anfangen?“
Interessant ist das nicht nur, weil das für einen Bundeskanzler eine vielleicht etwas eindimensionale Geisteswelt ist, sondern auch, weil es die ihm eigene Ignoranz gegenüber gut gemeinten Ratschlägen zeigt. Politische Berater berufen sich gerne auf den Roman, um für einen „modernen Konservatismus“ zu werben und wiederholen gebetsmühlenartig das berühmte Zitat: „Wenn wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, muss sich alles ändern.“ Aus heutiger Sicht muss man allerdings vermuten, dass Schäuble Friedrich Merz vor allem vor sich selbst warnen wollte.
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Die Hauptfigur des Klassikers der italienischen Literatur ist ein hochgewachsener, steifer Mann deutscher Abstammung, der mit seiner Umwelt nicht mehr zurechtkommt, sich ihr aber dennoch intellektuell überlegen fühlt – der letzte wahre Fürst von Salina. Den Zeichen des Niedergangs für seinen Stand tritt der sizilianische Adlige mit einer Mischung aus Apathie, Beschönigung und Realitätsflucht entgegen. Und er flüchtet sich am liebsten in seine große Leidenschaft: die Astronomie. Die Sterne reizen ihn, weil sie dem Chaos um ihn herum entzogen sind, berechenbar und verlässlich – bis er schließlich beginnt zu glauben, die Sterne würden seinen Berechnungen gehorchen.
Der Roman handelt von einer sich im Niedergang befindenden Adelsfamilie auf Sizilien während der italienischen Einigung in den 1860er Jahren. Damals überrollte der radikal-republikanische Revolutionär Garibaldi das noch gespaltene Land – um sich zu retten, stellte sich das liberale Königreich Sardinien-Piemont daraufhin an die Spitze der Nationalbewegung, um Italien schließlich unter bürgerlichen Vorzeichen und unter Teilrettung der alten Ordnung zu vereinen.
Konfrontiert mit den düsteren Umständen des Umbruchs, wiederholt der Fürst von Salina immer wieder den Satz, alles würde gleich bleiben, weil sich alles ändern würde – eine Hoffnung, die sich für sein Haus aber kaum bewahrheitet. Es ist die Geschichte eines langen, milden Sterbens, so weit narkotisiert von der brennenden Sonne Siziliens und den vielen Annehmlichkeiten des alten Lebens, dass der Fürst seinen eigenen Tod erlebt wie ein unbeteiligter Beobachter, erlöst von seinen Umständen und glücklich, den Sternen näherzukommen.
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Die Brandmauer, Dreh- und Angelpunkt aller politischen Fragen in dieser Zeit, ist längst weniger ein Machtinstrument – Merz & Co. haben sich so lange an ihr festnageln lassen, dass sie nun glauben, sie könnten an ihr immerhin zu Märtyrern werden. Ein Verlierer kann seine Niederlage ja immerhin noch dadurch rechtfertigen, dass er seinen Prinzipien treu geblieben wäre. Der Leopard lehrt uns aber, dass es denjenigen, die an der Welt vorbeileben, nicht einmal vergönnt ist, ehrenvoll an ihr zugrunde zu gehen.
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Das Geschlecht von Salina endet mit drei alten Jungfern, die sich aus ihrer Unfähigkeit im Umgang mit dieser Welt (und den Männern) in die Enthaltsamkeit der Religion gerettet zu haben glaubten. Im hohen Alter schließt die heilige katholische Kirche aber ihre Privatkapelle – das über Jahrzehnte bewunderte Bild einer betont liebreizenden jungen Frau zeigte nicht, wie geglaubt, Maria, es war einfach nur ein erotisches Gemälde. Es ist die finale Demütigung für ein Haus, in dem man sich an Reliquien festklammerte, die auch noch falsch waren.
Über diese CDU senkt sich bereits der Daumen, weil sie an der Welt vorbei auf Prinzipien beharrt, die aber gar nicht ihre und gar nicht ehrenwert und letztendlich gar nicht echt sind. Und auch wenn die Hänge vor der Stadt schon in Flammen stehen, tanzt man noch einen Walzer, eng umschlungen, für einen letzten Hauch der alten Welt. Eine Welt wie ein längst erloschener Stern, der uns durch die Trägheit des Lichts noch am Firmament erscheint.
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Die Ironie: Schäuble hätte die CDU und Deutschland vielleicht retten können, aber seine Nibelungentreue zu Merkel hat den Untergang der Partei endgültig besiegelt. Eine Meuterei kam für ihn nicht in Frage. So wie die preussischen Offiziere nicht gegen Hitler im großen und ganzen rebellierten, als es offensichtlich war, das der Krieg verloren war. Es waren einige wenige.
Als nunmehr strammer Konservativer ist diese Partei für mich überflüssig geworden. Selbst wenn sie die AfD nun mit voller Wucht, was für mich höchst unrealistisch ist, von rechts überholen wollte, wählt die kein Enttäuschter (wie mich) mehr. Sie hatten genügend Chancen. Die Torys im Vereinten Königreich merken das gerade ganz besonders. Die Cristiana Democrazia ruft aus dem Grab und erwartet die Ankunft der CDU.
Allein in Ihrem Kommentar finde ich mehr politische Vernunft als in allen Leitartikel der ehemals konservativen Tagespresse.
Maaßen drängte 2015/16 Schäuble Merkel zu stürzen. Schäuble lehnte ab mit der Begründung, das würde die CDU zerstören. Offensichtlich war Schäuble seine Partei wichtiger als sein Land. Und so sieht es aus. Deutschland ist zur Beute geworden wie Timmy für die Aasfresser, nur dass sich diese Vögel nicht „unsere Demokratie“ nennen.
Chapeau Unterfranke und Einwurf (!) (!)
Im Stammland Schäubles, in Baden, Nähe Offenburg, sagte vor vielen Jahren bereits ein ehemaliger Stammwähler der CDU: „Die CDU hat uns ja fallen lassen.“ Die CDU kann weg, so wie die FDP bereits weg ist. Und SPD und Grüne kann man sowieso nicht brauchen. Was bleibt?
@Zur CDU und Schäuble: Was bleibt? – ganz einfach: Wir müssen uns unser Land zurückholen! Natürlich nur friedlich.
Nur friedlich?? Das ist die Quadratur des Kreises und typisch deutsch gedacht.
Und wenn man bedenkt dass es nur an einigen hunderttausend Stimmen gelegen hat und Steuber wäre Bundeskanzler geworden
Stoiber, Edmund Stoiber 😏
Und er hat nur verloren, weil er den Wahlkampf nicht mehr von der Hanns-Seidel-Stiftung machen ließ, sondern sich der Konrad-Adenauer-Stiftung unterworfen hatte!
Diesen Bruch konnte man im Wahlkampf genau verfolgen und als aktiver Wahlkämpfer, leider, auch so erleben!
Die konservativen, welche der CSU, heute XSU (x steht für Beliebigkeit) näher standen hatten ihre Hoffnung auf diese Partei aus Bayern und auf Dr. Stoiber gesetzt.
Aber die XDU hat alles dafür getan, nicht irgendwie auf den Kurs der CSU gezogen zu werden. Darunter hat dann letztendlich die „Kanzlerschaft“ von Dr. Stoiber gelitten!
Und wer hat davon in der XDU profitiert? IM Erika!!!
Danke, so ist es. Man kann bei dieser CDU nicht mal sagen: „Lernen durch Schmerz“, nein sie lernen icht mal durch Schmerz (Abstieg in der Wählergunst). Bei jeden vernünftigen Mensch hätten schon längst die Alarmglocken geleutet und hätten diesen Merz zur Rechenschaft gezogen, was er aus der einstmals starken und stolzen Partei gemacht hat. Schon bei seiner damalige Ankündiegung (halbieren der AfD), wo ja bekanntermaßen nichts draus geworden ist, hätten sie ihm vom Thron stürzen müssen. Von den anderen Lügen will ich jetzt gar nicht reden. Aus – vorbei!
Gerade Schäuble, nicht so sehr Kohl, hat Merkel doch überhaupt hochgebracht!
Er war einer der schlimmsten überhaupt, nach dem Attentat.
Chapeau, Herr Mannhart!
Chapeau, Unterfranken, für diese Zusammenfassung.
Es ist in der Tat so, dass Schäuble (den ich in seinen jungen Jahren gerne im Kanzleramt gesehen hätte) der wahre Totengräber der heutigen (C)DU (Deppen Union) ist. Aber es war nicht preußische Nibelungentreue zu Merkel, sondern Feigkeit um seine politische Karriere.
Er hatte die Autoritäre Merkel zu stoppen und zu verhindern, doch sie hatte, dank Stasi, die Information zu Schäubles Leichen im Keller (Geldkoffer).
Sie hatte ihn an den Eie…n.
Ihm fehlte der Mut und die Cojones, seine Karriere zu opfern, um das Land vor der toxischen IM Mutti zu retten.
Später wurde er zu einem wahren Ekel und heute würde ich auf sein Grab …..
Merzel ist nur noch die Messlatte dieser Deppen Union, an dem sich die intellektuelle „Wasserstandhöhe“ messen lässt.
Zu mehr als einem Dorfsparkassenvize hat es bei ihm nie gereicht.
Schäuble hat zweimal historisch versagt, und war deswegen auch kein großer Politiker: 1. Als er sich in den CDU – Spenden Skandal verstricken ließ und
2. als er Merkel nicht absetzte, als sie anfing, Deutschland zu zerstören.
Dass er den zweiten Fehler zuließ, hängt mit Schäuble Kompromittierung durch den ersten Fehler zusammen.
Dieser Kommentar zeigt geradezu exemplarisch das ganze Elend des deutschen Konservatismus. Allein die Idee Schäuble hätte da was „retten“ können oder auch nur wollen ist so Irre das einem da die Spucke weg bleibt.
Kann nicht mal auch ein Journalist solche Dinge schreiben? Sowas las man in den 80’ern jeden Tag, weil niemand in der Medienbranche Nibelungentreue zur Regierung empfand.
Aber heute ist es Einschüchterung, Drohung, Repressionen jeglicher Art, Schmiergeld (gutes Mediengesetz) und Arschkriecherei
hätte hätte Fahrradkette.
Blackrock ist ein US Konzern. Merz arbeitet gegen die Interessen des deutschen Volkes und htte auch nie etwas anderes vor.
@Unterfranke: Mir als Sachse und temporären Unterfranke geht es ganz ähnlich mit einer sich selbst vorgegaukelten Lebenslüge. Mit dem kleinen Unterschied, dass ich Schäuble von Anfang an für einen der schlimmsten Verräter hielt. Das alles hängt sicher mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen zusammen, die in meinem Fall eine lebenslange Dankbarkeit gegenüber Helmut Kohl bedeuten. Das mögen Viele nicht verstehen, die die Motive dahinter nicht kennen. Diese persönlichen Erfahrungen begründeten auch mein früheres Engagemet in der CDU, das mit der Verbrecherin Merkel natürlich enden musste. Dass diese Unperson es schaffte, die Partei Adenauers und Kohls in eine kommunistische Kaderpartei zu transformieren und, vor allem, ein Großteil ihrer Mitglieder diesen Weg mitging, wird für mich DAS Rätsel bis zum Schluss bleiben. (Dass diese Antwort an Sie „auf Freigabe“ warten muss, ist mir allerdings kein Rätsel. Das Erbe lebt)
Schäuble war ein verschlagener Täuscher, Trickser, machtgeiler Opportunist, und ein Lügner. Man hat der feigen und verlogenen Euro-Politik von Merkel noch so einigermaßen getraut, weil Schäuble (als FinanzM) sein konservatives Image pflegte. Tatsächlich hat er Merkel ganz gezielt den Rücken frei gehalten und deutsche Interessen skrupellos verraten und verkauft – wie Merkel. Auch Schäuble hat so die AfD aus der Taufe gehoben. Merz mit seinem Wahlbetrug und seinen Lügen ist „ein Schüler“ von Schäuble. Schäuble war sein großer Lehrmeister.
Gut geschrieben, Herr Mannhart. Fast schon literarisch.
Ja, der Leopard ist Literatur und Mannhart hat es sehr schön beschrieben. Leider leben wir aber in der Realität und dort kostet uns jeden Tag das Dauerversagen der CDU mehr von unserer Zukunft und der unserer Kinder.
Hier muss sich wirklich vieles ändern, damit es überhaupt noch weitergehen kann.
Vor allem brauchen wir echte politische Schritte – keine angetäuschten Schrittchen.
Die Union kann sich in NICHTS wirklich durchsetzen, vorausgesetzt sie wollte es überhaupt, aber das kann man mittlerweile getrost verneinen.
Migrations- und Energiepolitisch sehen wir ein „weiter so“.
Echte politische Schritte sehen wir nur bei der Ausbeutung der eigenen Bevölkerung und zwar allein zugunsten der EU.
Es sind schlechte Nachrichten für alle Studierenden: Eigentlich hätte es bereits zum kommenden Wintersemester 2026/27 eine großangelegte Reform der Ausbildungsförderung BAföG geben sollen…
aus https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/bafoeg-reform-forschungsministerin-baer-rechnet-nicht-mehr-damit,VLARlFt#comments
– immer mehr Bürger blicken durch
Studierende in Deutschland müssen sich darauf einstellen, dass sie auf absehbare Zeit kein höheres Bafög erhalten.
Forschungsministerin Bär sagte der Funke-Mediengruppe, die Reform werde wohl von den Regierungsfraktionen nicht mehr unterstützt.
Noch Ende April hatte es aus dem Ministerium der CSU-Politikerin geheißen, man gehe bei der Modernisierung des Bafög nun regulär in das Gesetzgebungsverfahren.
Im Koalitionsvertrag hatten sich Union und SPD darauf verständigt, in einem ersten Schritt die Wohnkostenpauschale im Bafög auf 440 Euro anzuheben.
Forschungsministerin Bär verwies nun auf die anstehenden Einsparungen bei Pflegebedürftigen und beim Elterngeld.
Da könne man nicht an anderer Stelle große zusätzliche Leistungen versprechen.
„Studierende in Deutschland müssen sich darauf einstellen, dass sie auf absehbare Zeit kein höheres Bafög erhalten.“
Man sollte da zwischen unnützen und nutzvollen Studienfächern unterscheiden. Wir haben einen Überhang an Studierenden in den Sozialwissenschaften, solche Studiengänge sollten mit dem Instrument der Geringförderung geregelt zurückgefahren werden.
Nun, eine Realität ohne Literatur gibt es nicht; dies anzunehmen wäre ganz unrealistisch.
Volle Zustimmung!
Welch offensichtliche Parallelen!
Welch Ignoranz des betroffenen!
Aber auch:
Welch Waschlappigkeit des weitsichtigen Mahners. Schäuble hat oft „im Stillen“ das richtige gesagt (z. B. bei Corona), im Kabinett und BT dann aber IMMER Muttis Abwasch gemacht.
Ich hasse diese Parteisoldaten. Eben die haben D abgeräumt.
Schäuble mag zwar ein begnadeter Politiker und Taktiker gewesen sein. Aber er hat vor allem Merkel vor den Kritikern in der Partei gedeckt und so auch alle ihre politischen Einzelgänge ermöglicht hat. Wenn die CDU/CSU mal einen Markenkern hatte, so hat Merkel ihn endgültig verramscht. Merz ist jetzt nur noch Insolvenzverwalter.
Schäuble war auch mehr Europäer als Deutscher, genau wie Merkel und Merz.
Unsere „europäische Integration“ bis zur vollständigen Selbstaufgabe auf allen Ebenen, haben wir diesen „deutschen Größen“ zu verdanken.
Der nächste Coup steht auch schon an: die Europäisierung der National-Banken.
Das mag sein, aber wird den strukturellen Untergang der herrschenden Klasse nur beschleunigen. Wer hätte vor zehn Jahren gedacht, daß Deutschland, ähnlich wie die DDR aus wirtschaftlichen Gründen zu Grunde geht.
Es sind keine wirtschaftlichen Gründe.
Es sind hausgemachte Gründe.
Nach der Ukrainisierung Deutschlands und ggf. Europas werden Nationalbanken ohnehin überflüssig…
Europa wird nicht „ukrainisiert“.
Die Ukraine wird europäisiert.
Schäuble war mir immer ein völliges Rätsel.
Mit ihm fing die Demontage Deutschlands durch AM an
Man kann auch sagen dass die genannten Unpersonen schlimme Vaterlandsverräter waren bzw. sind
Genauso ist es wir sollen nach Brüssel verarmscht werden, diese Elite ist und war noch nie eine. Elende Schwätzer und unfähig das beste für Deutschland zu wollen und zu machen. Das kranke Feindbild Deutschland, der eigenen „Elite“ in deren Hirnen ist der Grund für alle Probleme die sich hier heute auftun!
Zuallererst war Schäuble Hochgrad-Freimaurer und als solcher weder dem Land noch dem Konservativen verpflichtet.
Belege? Verhalten hat er sich entsprechend, ja. Es fehlten 2 cm …
Schäuble? Was steht auf Hochverrat?
Schäuble kommt mir mehr und mehr vor wie der Mephisto der deutschen Politik seit 1990.
„Schäuble mag zwar ein begnadeter Politiker und Taktiker gewesen sein“. Er war ein verlogener alter Mann, der sich nicht an 100 Tausend Euro erinnern wollte, die man ihm übergab. Und ausgerechnet so einer wurde Finanzminister…
@Angelique66
Auch Olaf Scholz wurde Finanzminister und hat die Erinnerungslücken von Schäuble damals wohl übernommen. Scheint wohl Einstellungs-Kriterium zu sein. „Finanzminister“ Klingbeil braucht nicht mal mehr Zahlen als Minister, Aber auch er, wird bald Erinnerungslücken haben.
Die Regierenden sind ein einziger Sauhaufen, wohin man auch schaut. Wird Zeit für die AfD.
Von Klingbeil wird nicht mal ’ne Erinnerungslücke bleiben.
„Die CDU-Spendenaffäre um das Jahr 2000 zwang ihn zum Rücktritt vom Partei- und Fraktionsvorsitz und führte zu einem tiefen Bruch mit seinem Mentor Helmut Kohl.“
Dennoch trugen ihn dunkle Mächte über alle Unwegbarkeiten hinweg und ermöglichten sein Wirken zum längsten der deutschen Politik.
„Schäuble mag zwar ein begnadeter Politiker und Taktiker gewesen sein“.
Er war ein verlogener verbitterter alter Mann, der sich nicht an 100 Tausend Euro erinnern wollte, die man ihm als Schmiergeld übergab. Und ausgerechnet so einer wurde Finanzminister…
Ein brillantes Editorial, überzeugt durch Stil, Tiefe und Weitsicht. Chapeau!
Großartiger Text.
So etwas stand früher im FAZ Feuilleton.
Ein sehr schöner Kommentar Herr Mannhart und ein passender Vergleich !
Nicht nur das Buch ist lesenswert ,sondern auch der Film (1963) der Leopard , mit Burt Lancaster ,Claudia Cardinale und Alain Delon ist sehenswert.
Beste Grüße von der Donau
Ja, früher gab es auch viel mehr interessante und intelligente Filme.
Höchste Zeit, die staatliche Filmförderung abzuschaffen, die nur noch ideologischen Mist fördert, der keinen normalen Kinobesucher interessiert.
Der Artikel ist so facettenreich, dass er mir schon wie ein kleiner Roman erscheint. BRAVO Herr Mannhart (!) Eine Freude ihn zu lesen, obwohl es sich eigentlich um eine TRAGÖDIE handelt, die exzellent die komplexe Tragik des Helden beschreibt. Danke!
Grandiose Untergangsbeschreibung. Es ist genau so!
Sehr geehrter Herr Mannhart, ein wunderbarer Artikel, in vielerlei Hinsicht. Schäuble ist und bleibt eine geheimnisvolle, ja tragische Figur. Den Vergleich von Merz mit dem Gattopardo finde ich sehr interessant – allerdings liegen ästhetische Welten zwischen dem Haus von Salina und der CDU 😉 Hochachtungsvoll Karl Krumhardt
Merz hat keinerlei Stil, nicht einmal einen Hauch von Sinn für Ästhetik, keinerlei natürliche Autorität, nicht einmal einen Anflug von intelligenter Selbstwahrnehmung/Selbstkritik oder Melancholie.
Er ist ein aufgeblasenes, eitles, charakterloses, verlogenes Nichts.
Den Vergleich zum Fuersten Salina finde ich daher völlig daneben. Thema verfehlt…
Rainer Meyer wird seine helle Freude an dem Artikel haben genauso wie ich. Auf den Punkt gebracht
Ein wunderbarer Artikel…super 👍. Mich habt ihr voll in eure Gedankenwelt abgeholt.
Danke, Herr Mannhart, das ist Journalismus vom Feinsten.
Danke für diesen tollen Artikel, eine sehr schön geschriebene und leider sehr wahre literarische Analogie.
Toll geschrieben, lieber Max Mannhart
Toll beschrieben, liest sich richtig gut.
Wenn Hr. Merz keine Romane liest, hätte er sich evtl. über einen Filmabend gefreut:
Martin Scorsese: GoodFellas und dazu sizilianische Pizza
der Leopard wurde auch verfilmt. Von Visconti mit Burt Lancaster. Wenn schon, denn schon….
„Der späte Wolfgang Schäuble, der wichtigste Mentor von Merz…“
Der wird mir postum immer suspekter. Hat er doch schon eine herausragende Rolle bei Merkels Inthronisierung gespielt.
Na, da sollten Sie mal die ungeschwärzten Passagen der „Kohl Protokolle“ lesen, falls nicht bekannt. Beide kommen dort ausführlich vor. Meine grundlose immer währende Abneigung gegen beide hat das final betoniert.
Bald hat sich’s (hoffentlich)ausgetanzt!
Mir kommt es eher so vor wie auf der Titanic, die 2015 den Eisberg gerammt hat.
Der Maschinenraum liegt längst unter der Wasserlinie.
Und in der zeitlichen Abfolge sind wir nun an der Stelle, wo die Rettungsboote zu Wasser gelassen werden.
Aber was weiß ich schon von Literatur. Oder von großen Schiffen.
…und ich bin mir nicht sicher ob sich ein Schiff zur Rettung auf den Weg macht.
@ Daniel
Es muss ja nicht jedes mal ein Happy End geben.
Jedenfalls wissen Sie mehr von großen Schiffen als der Kapitän.
Ob beim Leopard oder bei der Titanic auch eine Merkel im Hintergrund saß, die sich die Hände reibt, weil sich ihr großer Plan Merz und mit ihm die konservative CDU zu vernichten der Erfüllung nähert?
Nun, literarische Parallelen sind oft verführerisch. Sicherlich gibt es solche zwischen dem Principe di Salina und Friedrich Merz. Doch sind in der „analogia entis“ die Ungleichheiten meist größer als die Überinstimmungen.
Der „Leopard“ (Il Gattopardo) von Giuseppe Tomasi di Lampedusa ist ein autobiographischer Roman, in dem der Autor, selbst Angehöriger des sizilischen Hochadels, den Niedergang seiner eigenen Familie literarisch reflektiert. Und gerade in dem Umstand der posthumen Veröffentlichung des Romans fallen gewissermaßen die Schicksale des literarischen Protagonisten, Principe di Salina, und des Autors, Principe di Lampedusa, zusammen.
Lampedusas Roman ist eine lange, einfühlsame und tiefgehende Selbstreflexion der beiden Fürsten über die Endlichkeit und das Ende der Zeit, in der sie lebten.
Dem Kanzler zu unterstellen – oder auch nur anzudeuten, er sei zu einer solchen (Selbst-) Reflexion imstande, hieße wohl seine Fähigkeiten maßlos zu überschätzen. Denn in Verkennung der Umstände – und im Unterschie zu den „beiden Fürsten“ – will Merz ja standhaft glauben, er stünde am „Anfang von etwas Großem“, wiewohl er nur das „Ende von etwas Kleinem“ ist.
Aber das ist doch gerade die faszinierende Parallelität! Der untergehende Fürst glaubt doch am Ende AUCH (!), die Sterne würden IHM gehorchen und blendet so sein eigenes Ende aus.
Am besten finde ich, dass sich danach das Fresko auch noch als eine profane Fehldeutung herausstellt. Wunderbar!
Lieber unterstellt man hier, dass Merz ‚keine Romane‘ liest.
Möchte mal wissen, woher Apollo diese Gewissheit nimmt.
@Cornelius Cinna: So ist es. „Der Leopard und das Würstchen“ hätte zum Artikel als Überschrift auch gut gepasst. Aber vielleicht ist sich der Autor nicht ganz sicher, ob die Qualifizierungen Würstchen und Lackaffe von des Würstchens Staatsanwaltschaften „gleichbehandelt“ werden und hat sich für eine unverfängliche Wortwahl entschieden.
Die CDU/CSU geht an ihrem Koalitionspartner zugrunde. Sie weiß das auch. Neue Situationen erfordern neue Entscheidungen. Was kümmert sie ihr Geschwätz von gestern? Eine Minderheitsregierung ist das mindeste, was der Wähler erwartet. Die AfD sollte diese einmalige Chance dann aber auch wahrnehmen!
Super geschriebener Artikel. Und so wahr. Am gefährlichsten sind die, die stur mit dem Kopf durch die Wand gehen, ihre Fehler dabie nicht eingestehen wollen und dabei ein ganzes Land in den Abgrund reißen.
„bis er schließlich beginnt zu glauben, die Sterne würden seinen Berechnungen gehorchen“
Warum muss ich da jetzt an die Grünen und ihr Verhältnis zur Physik denken? 😉
„Wir waren die Leoparden, die Löwen; die nach uns kommen werden Schakale und Hyänen sein, aber sie alle, Leoparden, Schakale und Schafe, sie alle werden weiterhin glauben, sie seien das Salz der Erde.“ Ein Schlüsselzitat des Romans. Die Einsicht des Fürsten ist, dass Alles beim Alten bleibt (Hierarchien) und Neues bloss darin besteht, dass Figuren nachrücken (Tancredi). Insofern man aber nicht von Revolution sprechen kann. Denn dies bedeutet schlicht einmal gedreht – zurück zum Ausgangspunkt.
Der Fürst war hochgebildet! Kein Flachmler.
Auf den Punkt!
@AAAA: Was sind „Studierende“? Gibt es keine Studenten mehr?