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Stephan-Andreas Casdorff

„Dem Haus geschadet“: Ex-Tagesspiegel-Chef hat seine Artikel mit KI verfasst – jetzt darf er nichts mehr schreiben

Der frühere Herausgeber des Tagesspiegel, Stephan-Andreas Casdorff, darf keine Texte mehr veröffentlichen. Zum Verfassen seiner Kommentare hat er KI verwendet. Der Tagesspiegel betont, dass KI nie das Kernstück journalistischer Arbeit übernehmen dürfe.

Der Tagesspiegel betont, dass Texte immer selbst vom Autor verfasst sein müssen. (IMAGO/Bernd Elmenthaler)

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Der „Editor-at-large“ beim Tagesspiegel, Stephan-Andreas Casdorff, darf vorerst keine Artikel mehr veröffentlichen. Er hat beim Verfassen seiner Kommentare großflächig Künstliche Intelligenz eingesetzt. Das teilte die Zeitung in einer Stellungnahme in eigener Sache am Freitag mit. Casdorff werde „bis auf Weiteres“ nicht mehr publizistisch für den Tagesspiegel tätig sein, heißt es in der Mitteilung.

„KI ist auch für unsere Redaktion ein Werkzeug, das uns hilft, einzelne redaktionelle Arbeitsschritte zu vereinfachen und auch zu verbessern. Sie ist aber definitiv kein Mittel, das den Kern unserer Arbeit übernehmen darf. Die Urteilsbildung, die sprachliche Gestaltung und die Gewichtung von Informationen müssen immer in der Verantwortung der Autorinnen und Autoren liegen.“ KI dürfe deshalb nicht „ganze Texte“ verfassen.

Das sei in den internen Richtlinien verbindlich geregelt. Deshalb dürfe Casdorff keine Texte mehr beim Tagesspiegel veröffentlichen, auch wenn man diesen Schritt sehr bedauere, weil er gute Arbeit geleistet habe. „Es geht hier aber um den Kern der journalistischen Glaubwürdigkeit, die wir durch das seit einigen Wochen wiederholte Verwenden von KI-erstellten Meinungstexten gefährdet sehen.“

Stephan-Andreas Casdorff, früherer Herausgeber des Tagesspiegels, erklärte dazu: „Ich habe einen Riesenfehler gemacht, habe dem Haus geschadet und mir. Dafür bitte ich von ganzem Herzen um Entschuldigung. Für die Texte habe ich KI genutzt. Das hätte ich kenntlich machen müssen und sie deswegen nicht publizieren dürfen.“ Die entsprechenden Texte wurden vom Tagesspiegel offline genommen, bis die Prüfung abgeschlossen ist. Außerdem wolle man mithilfe eines externen Unternehmens prüfen, ob auch bei weiteren Texten KI unsachgemäß eingesetzt wurde.

Der Einsatz von KI durch Casdorff war durch eine Anfrage von Stefan Weber herausgekommen, wie die FAZ berichtet. Weber habe eine Anfrage an Casdorff gestellt und ihm eine Frist von 48 Stunden zur Beantwortung eingeräumt. Daraufhin habe der Editor-at-large die Verwendung eingeräumt und der Tagesspiegel zog Konsequenzen.

Lesen Sie auch:

Seit Tagen gibt es eine Debatte über den Einsatz von KI beim Verfassen von publizistischen Texten, nachdem bekannt geworden war, dass Thüringens Ministerpräsident zwei Gastbeiträge und mutmaßlich auch mehrere Reden mit Hilfe von KI erstellen ließ. Ein Gastbeitrag erschien in der Welt und stellte die These auf, dass es mehr deutsche Musik im Radio brauche. Die Regierungssprecherin bestätigte den Einsatz von KI für diesen Text (Apollo News berichtete).

Im zweiten Fall handelt es sich um einen Gastbeitrag von Voigt in der FAZ vom 13. August 2025, in dem es um die Rolle der Handynutzung bei Kindern und Jugendlichen ging. Die Plattform „Frag den Staat“ hatte den Text analysiert und drei angebliche Zitate von Wissenschaftlern gefunden, die ausgedacht seien. Die thüringische Staatskanzlei äußerte sich dazu gegenüber „Frag den Staat“ nur vage.

Die FAZ begründete die Löschung des Gastbeitrags am Mittwoch damit, dass man keine Originalbeiträge veröffentlichen wolle, die von KI verfasst wurden – es sei denn, KI-generierte Texte seien das Thema des Artikels. Dann würde jedoch kenntlich gemacht werden, dass es sich um KI-generierte Texte handele. Auch weitere Reden, wie eine Gedenkrede zur Auschwitzbefreiung, soll Voigt teilweise mit KI verfasst haben (mehr dazu hier).

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40 Kommentare

  • Guter Entscheid.
    Ist das der Kollega von Weimer?

  • Der Tagesspiegel betont, dass KI nie das Kernstück journalistischer Arbeit übernehmen dürfe. Da die KI grundsätzlich als Erstes das Regierungsnarativ als „wahr“ ausgibt, darf die KI Grundsätzlich nicht für Entscheidungen oder zur Wahrheitsfindung heran gezogen werden ! Erst auf Widerspruch und mehrfacher Nachfrage „gibt“ die KI, „wie sie selbst einräumt“, wahrheitsgemäße Antworten.

    • „Wer dich veranlassen kann, Absurditäten zu glauben, der kann dich auch veranlassen, Gräueltaten zu begehen.“ Voltaire

  • Der Tagesspiegel ist glaubwürdig???🤔

  • So, Stefan-Andreas stellt sich jetzt für den Rest der stunde in die Ecke und schaut die Wand an.

    • Ich bin ein Feind von KI, so wie sie jetzt praktiziert wird und der Folgen, die sie bereits schon auf die Menschen hat.

      -11
      • Ja, ja, die bösen Algorithmen 😵‍💫

  • hahaha, köstlich: da werden Kinder für ihre KI-Anwendung getadelt, und die „Erwachsenen“ machen sich einen schlanken Arbeitsfuß damit.
    Es lebe das Vorbild!
    Schafft uns endlich diese Betrugsaffinen Minderleister vom Hals.

    • Früher haben wir aus Lexika abgeschrieben, unsere Kinder bei WIKI. Nun ist es eben die KI. Das ist der Lauf der Dinge.

      -23
      • Früher hatten wir einen Kaiser!!!

        • Bei uns in der DDR nicht.

          4
      • Journalisten sind keine Kinder und Texte von KI schreiben lassen hat nichts mit nachschlagen in Lexika zu tun!

        • Fragt doch lieber mal kritisch bei der AfD zu der Thematik nach. Ich denke, viele Andere dürfte das auch interessieren!

          -9
      • Eine KI ist weder ein Lexikon, noch Wikipedia.
        Letzteres, was von Ihnen eingeworfen wurde, ist ohnehin eine fragwürdige Quelle.

        • Ist das jetzt die Quittung, weil ich die AfD hinterfrage? Das machen hier nämlich die Wenigsten. Ist Euch schon öfter hier aufgestoßen!

          -8
      • KI scheint für dich Neuland zu sein….

      • Sag mal, Du weißt aber schon, dass Lern-Aufgaben mit dem handschriftlichem Schreiben schon besser im Gehirn ankommen und wir uns selbst als Menschen ausrangieren, wenn wir so weiter machen?!

        Ich bin ein Feind von KI, so wie sie jetzt praktiziert wird und der Folgen, die sie bereits schon auf die Menschen hat.

        Davon mal abgesehen, sollten auch Journalisten einen Kodex haben, der sie auch inhaltlich sich mit den Themen auseinandersetzen lassen sollte, damit sie es eben auch dementsprechend intellektuell erfassen und dem Leser/Medienkonsumenten glaubwürdig herüberbringen können! Das hat nicht zuletzt auch etwas mit Engagement und Berufsethos zu tun! Und einem gewissem Vorbild-Charakter!

        Habt Ihr da wieder einen KI-Lobbyisten-Bot, der hier unterwegs ist und einen meiner von Euch verbrannten Profilnamen missbraucht?

        Ist das jetzt die Quittung, weil ich an anderer Stelle die AfD diesbezüglich hinterfrage? Das machen hier nämlich die Wenigsten. Ist Euch schon öfter hier aufgestoßen!

        Apollo, und btw., wenn Ihr schon einen Troll-Kommentar, auf den ich unter Max M. Video reagiert habe löscht und meinen stehen lasst, bzw. neu postet, dann zeigt es doch nicht so offensichtlich, bitte! Dass Ihr hinter den meisten Fakes steht, ist mir ja klar, aber wollt Ihr es denn allen Anderen auch so deutlich zeigen?

        Langsam habe ich den Eindruck, Ihr wollt auch Euer eigenes KI -und Troll – Prozedere selbst auffliegen lassen!

        -17
        • Und was genau hat die AfD hiermit zu tun?
          Beleidigt wie Merz?

          14
        • Sorry, eine dumme Frage.
          Die AfD konnte sich noch nicht beweisen und wird immer schlechtgeschrieben.
          Gebt der AfD eine Chance und dann sehen wir weiter!

          1
        • Ich bin nicht beleidigt, wie Merz.

          Nur finde ich es recht unerwachsen, mir hier ständig irgendwelche Aussagen in den Mund zu legen.

          Es geht darum, das schrieb ich unter einem anderem Artikel (deswegen hier jetzt wohl die Quittung, mal wieder), ob die AfD in Regierungsverantwortung die Skepsis der Bürger und Wähler denn berücksichtigen würde, gerade was KI, Wallet, Überwachung, Datenschutz, etc. angeht. Auch und gerade, wenn es zu einem friedlichem Regierungswechsel kommen würde.

          Ich denke doch, die Frage ist berechtigt.

          Anbei, bin ich die Pseudo-Diskussionen mit Euren Bots und der KI leid.

          Fragt doch lieber mal kritisch bei der AfD zu der Thematik nach. Ich denke, viele Andere dürfte das auch interessieren!

          -9
  • Also abgesehen von den Heuchlern, sehe ich beim Einsatz von KI nicht so viele Probleme, wenn man denn weiterhin der inhaltlichen und editorialen Verantwortung gerecht wird. Der Focus nutzt z.B. explizit eine KI, um Artikelbeiträge auszuwerten und zu kommentieren, ganz ehrlich, das sind die besten Artikel auf deren Webseite. Man muss die KI eben mit Verstand nutzen, ihr gezielte Anweisungen geben und im Nachgang nach seiner Kenntnis und Stil nachbearbeiten. Auf diese Weise habe ich selber beruflich hervorragende Ergebnisse erstellt. Da schäme ich mich nicht für den Einsatz der KI, sondern bin zufrieden, dass ich sie so gut nutzen kann. Trifft natürlich nicht auf linke Schreiberlinge zu, weil die haben halt meist nichts im Kopf und machen es zu plump.

  • KI, Relotius et al, das scheint die Zukunft zu sein.
    Schöne neue Welt?

    • Ist das jetzt die Quittung, weil ich die AfD hinterfrage? Das machen hier nämlich die Wenigsten. Ist Euch schon öfter hier aufgestoßen!
      Ich bin ein Feind von KI, so wie sie jetzt praktiziert wird und der Folgen, die sie bereits schon auf die Menschen hat.

      -14
  • Immerhin zugegeben und kein rumeiern wie bei Weimer.

  • Tja, dann dürfte gar nichts mehr von denen veröffentlicht werden, denn nichts, aber auch gar nichts entspricht hier dem angeblichen Kernstück journalistischer Arbeit. Da fragt man sich auch, wozu zahlt man diese verdamte Zwangsgebühr, wenn die nicht mal richtig arbeiten? KI, ich bitte Euch, dass hat nix mit dem Kernstück journalistischer Arbeit zu tun.

  • Bravo, noch so einer, der nichts bringt, aber hoch fliegen will. Auch dieser Sturzflug ist sehr gut.

  • Und das ist der Sohn eines echten Journalisten…

  • Daß ein „Mensch“ in der heutigen Zeit fähig ist, selbständig(!!) zu denken, scheint nicht mehr zuzutreffen….scheinbar insbesondere bei Personen, die ständig „unsere Demokratie“ und das „Wir“ in den Focus rücken.
    Daher ist es zu begrüßen, dass diese Individuen von Inhalten, die ggf. die Allgemeinheit, d.h. der Souverän, zur Kenntnis nehmen kann, ferngehalten wird.
    Was macht man im Allgemeinen mit sinnlosem Geschreibsel? Ab in die Tonne!

    • Entschuldigung, selbstverständlich muss es heißen ….. ferngehalten werden.

  • Die KI überrennt uns alle.
    Ohne Rücksicht auf Verluste wir die KI Revo/Evolution voran getrieben. Viele Dinge werden sich schneller Entwickeln als wir mitkommen. Ich habe keine Angst aber es wird 50 mal stärker und 10 mal schneller als die Industrielle Revolution.
    Dafür ist der Mensch zu langsam.

  • Mainstream Version von „Die stehlen unsere Jobs“.

  • Ich kriege schon bei den Buchstaben K & I die Neuronen-Krätze! Richtig muss es lauten „künstliche als intelligent deklarierte Sprachmodelle.“

    Ich habe deshalb schon 2025 die Rubrik „Kindliche Intelligenz“ in Bezirkszeitungen eingeführt – um Kindern Mut zu machen, damit sie der „KI!“ Bescheid sagen können!

  • Hat einer hier mal normale Artikel der meisten Zeitungen gelesen?
    KI wo man hinließt.

  • Obwohl es das zu seiner Zeit noch nicht gab wäre das seinem Vater nie passiert.

  • Wer ist denn Stefan Weber?
    Wäre gut das im Artikel zu erwähnen.

  • Was ist nur aus unserem Land geworden? Welche Figuren haben hier das Sagen? Der Ex-Herausgeber braucht KI um einen Kommentar zu verfassen ! Wer die Leitartikel und die Kommentare dieser linken Blätter kennt, weiß: Da kommen eh nur gestanzte Formulierungen mit den immer gleichen „Narrativen“ (meist manipulierte Begriffe, unwahre Behauptungen). Die gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Und noch nicht einmal diesen Mist kriegt unsere „Journalisten“- Elite ohne KI hin? Ganz zu schweigen von diesem blassen Lügendoktor aus Thüringen: Es geht um Auschwitz; ein höchst sensibles, höchst emotionales Thema. Und dieser Mann kriegt es noch nicht einmal hin, ohne Hilfe eines automatisierten Algorithmus ein paar persönliche Worte zu finden? Unsere polit-mediale Klasse reißt inzwischen jede Meßlatte nach unten, was ihr geistig-moralisches Niveau betrifft.

  • K I. bedeutet für die Keine Intelligenz

  • Die Empörung bahnt den Weg… ..und damit ist’s beschlossen: künftig werden die Qualitätsprodukte der Stifte mit KI geschrieben.
    Was ich davon halte? Noch mehr politischer und journalistischer Müll, dann aber vom Fließband. Phrasen und Plattitüden… interessante Fußnote dabei: ..Plagiatsjäger und Analysten werden dann zukünftig in Umkehr herauszufinden haben was ist eigentlich vom Autor? Das zeigt dann die Untiefen der Egozentrik und des Intellekts…
    Ansonsten? KI ist wunderbar. Ich arbeite jeden Tag damit, analytisch, logisch und algorithmisch und wurde schon oft auf’s Glatteis kruder Schlüsse und semantischer Irrtümer geführt. Ist’s der KI zu kompliziert, verfällt sie in ein stotterndes denglisch-Kauderwelsch, aber der Fehler liegt bei mir: zuviele unabhängige Variablen und Iterationen, verwoben in Zeit und Raum… das kann einem Merz oder dem Mett-Mario nicht passieren… Ich als Ingenieur suche nach Lösungen mit der Prämisse es gibt einfache Lösungen. Politiker und Journalisten hingegen?

    • ..in good old germany habe ich mein Geld als Tanzmusiker verdient und die wichtigste Voraussetzung war, das man artikulierend „vom Blatt spielen“ konnte.
      Die neue Berufsbeschreibung für Politiker wird wohl nur noch lauten, das man gestikulierend vom Blatt lesen kann. Deshalb ist Merz auch Kanzler, der kann es am besten, egal was da steht, der liest alles ausdrucksvoll vor, dabei denken ist nur störend…
      Insgeheim wird er sich wohl das eine oder andere mal fragen: was habe ich da nur vorgetragen?

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