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Transformation

Das grüne Klima-Update: Ein Brandbeschleuniger der Deindustrialisierung

Trotz sinkender Wahlergebnisse haben die Grünen ihre ideologische Mission erfüllt. Parteiübergreifend wurden ihre Doktrinen übernommen. Der Preis dafür ist eine politisch forcierte Deindustrialisierung und immer weiter steigende Energiekosten.

Friedrich Merz und Grünen-Chefin Franziska Brantner (IMAGO/Political-Moments)

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Die Partei Bündnis 90/Die Grünen befindet sich auf dem absteigenden Ast. Vor allem im Osten der Republik scheiterten sie regelmäßig an der Fünf-Prozent-Hürde, zuletzt etwa in Thüringen und Brandenburg. Doch auch im Westen Deutschlands gab es deutliche Rückschläge: Mit 4,995 Prozent verpassten sie 2022 im Saarland nur knapp den Einzug in den Landtag. Doch raus ist raus.

Ihren historischen Höhepunkt erreichten die Grünen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg, wo sie einen Wähleranteil von 32,6 Prozent verzeichneten. Seitdem geht es jedoch kontinuierlich bergab. Derzeit liegen sie bundesweit in Umfragen noch bei rund elf bis zwölf Prozent. Ihr politischer Einfluss scheint zu schwinden.

Doch dieser Eindruck trügt. Die historische Mission der Grünen, Deutschland auf einen radikal grünen Transformationspfad seiner Ökonomie zu führen, darf als weitgehend erfüllt betrachtet werden. Viele zentrale Elemente ihres Parteiprogramms wurden von sämtlichen Brandmauerparteien bis hin zur Union nahezu vollständig übernommen. Heute gilt die Klimapolitik in ihren Ausformungen als Hauptkampflinie zur Verteidigung des alles überlagernden grünen Komplexes.

Der sichtbare Kollateralschaden ist erheblich: Die Deindustrialisierung eines Landes, das seine geopolitische Bedeutung lange ausschließlich aus seiner Ingenieurskunst und seiner Fähigkeit ableitete, globale Industrietrends zu setzen und daraus Wohlstand zu generieren, befeuert Verarmungstendenzen und hat die soziale Maschine des Landes schwer beschädigt. Die Zeiten einer deutschen Sonderstellung durch eine starke Wirtschaft gehören endgültig der Vergangenheit an – nicht zuletzt dank der grünen Ideologie.

Die deutsche Wirtschaft zahlt im Zuge der gescheiterten Energiewende inzwischen dreimal so hohe Strompreise wie die Konkurrenz aus den Vereinigten Staaten. Gleichzeitig steht in Übersee eine massive Deregulierungswelle des Energiesektors bevor, die all jene massiv unter Druck setzen wird, die nach wie vor bereit sind, ihren Wohlstand dem politischen Klimagott zu opfern.

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Das gesamte Konstrukt, das im Zuge des Green Deal entstand, lässt sich ziemlich präzise als eine gigantische Umverteilungsmaschine beschreiben. Es hat ein Energiemarktdesign geschaffen, das nun eine zweite absichernde Infrastruktur in Form zahlreicher neuer Gaskraftwerke benötigt, um nicht bei jeder Dunkelflaute zu kollabieren. Wir stehen vor einer überdimensionierten Extraktionsmaschine, die eine vom Gesetzgeber dekretierte Abschöpfung von Ressourcen aus dem produktiven Bereich unserer Gesellschaft organisiert.

Private Haushalte und Unternehmen leisten einen ungeheuren Ablass, um der Politik die Wünsche zu erfüllen, die sie im Namen der Net-Zero-Emissionsfreiheit an die Zivilgesellschaft richtet. Dass die Grünen vor dem Hintergrund der Kostenlawine und der zahllosen gescheiterten Öko-Projekte die Chuzpe besitzen, mit einem Update dieses Katastrophenwerks aufzuwarten, wirkt beinahe zynisch. Genügte der Abbau Hunderttausender Industriearbeitsplätze und der Sturz der deutschen Ökonomie in die Bedeutungslosigkeit noch nicht?

Der Sound des 10-Punkte-Korrekturprogramms ist gut bekannt: Sozialpolitische Aspekte sollen mit weiterem politischem Klimaaktivismus verknüpft werden – man ahnt wohl, dass es ganz erheblicher Bestechungsgelder bedarf, nennen wir sie Subventionen und Klimageld, um sich der Gefolgschaft des Wählers zu versichern.

Windkraft, die unproduktivste aller erneuerbaren Energieformen, soll um weitere 15 Gigawatt pro Jahr ausgebaut werden. Diese Forderung zeigt einmal mehr, dass man in grünen Funktionärskreisen offenbar auf der Basis einer leicht negativ geneigten Lernkurve argumentiert. Jeder weitere Zubau erneuerbarer Energien erweist sich angesichts überlasteter Netze und fehlender Grundlastfähigkeit lediglich als ein weiterer Akt subventionierter Klientelpolitik.

Gleichzeitig soll ein Recht auf Solarenergie für jedermann gesetzlich verankert werden – selbstverständlich inklusive garantierter Einspeisevergütung, einer Subvention, die all jene belastet, die sich dieses Geschenk nicht auf das eigene Dach holen können. Wer verrät den grünen Funktionären, dass die Mehrheit der deutschen Bürger nicht in schmucken Einfamilienhäusern auf dem Land lebt? Auch die Kosten der Überschussproduktion dieser Flatterenergie soll, so viel ist gewiss, der Steuerzahler tragen.

Wir kennen diese Praxis aus der Vergangenheit: risikoloser Klimasozialismus, ein gutes Geschäft für diejenigen, die direkt oder indirekt von der etablierten Subventionstektonik profitieren. Zur Abfederung von Dunkelflauten setzt man wieder auf den Klassiker: den massiven Ausbau von Speichertechnologie, die in dieser Form nicht einmal existiert. Luftschlösser, grüne Klientelpolitik – das Update ist eine Art Brandbeschleuniger für den Wirtschaftsstandort, der lichterloh in Flammen steht.

Bleibt nur die Frage, woher die vielen neuen Milliarden stammen könnten, die für diesen absurden Ansatz nötig wären. Die Lösung der Grünen ist simpel und eindimensional: Der Staat übernimmt die Kosten. Immer wieder der Staat. Dass dieser inzwischen weit überdehnte Apparat vom produktiven Teil der Gesellschaft getragen werden muss, spielte bei den Planspielen der Grünen noch nie eine Rolle.

Geplant sind unter anderem die Senkung der Stromsteuer und 600 Stunden kostenloser Sommerstrom – quasi Strom-Kamelle für das Volk. Wer bezahlt die Gaudi letzten Endes? Die Antwort liegt auf der Hand – blicken Sie einmal in den Spiegel.

Das Klima-Update liest sich wie ein Märchenbuch aus dem grünen Walhalla. Dort, wo ökonomische Friktionen und übermäßige Kosten anfallen, soll schlicht ein Fördermodell Abhilfe schaffen. Ein neues Sondervermögen zur Finanzierung der Fortsetzung des Zerstörungswerks? Letzten Endes stellt die Verlagerung der finanziellen Risiken auf die kommende Generation immer eine valide Option dar – das Schweigen der Jüngsten und Ungeborenen zum Schuldenfiasko deutet man in Berlin wohl affirmativ und als klare Handlungsanweisung, zusätzliche Kohlen aufzulegen.

Das Fatale an diesem Fantasiewerk ist, dass es mit aller Wahrscheinlichkeit zumindest in Teilen von den Partnerparteien vor der Brandmauer aufgesogen werden wird, da niemand mehr die Bereitschaft zeigt, den Green Deal als gescheiterte Strategie abzuwickeln und in die ewigen Jagdgründe politisch-ideologischer Irrläufer zu verbannen.

Es war immerhin Bundeskanzler Friedrich Merz, der in dieser Woche im Welt-Podcast Machtwechsel mit allem Nachdruck die Bedeutung des CO₂-Handels unterstrich und damit klarstellte, dass es keinerlei Ambitionen für einen klimapolitischen Kurswechsel gebe. Anders gesagt: Die Deindustrialisierung Deutschlands scheint in Berlin wie ein grünes Aphrodisiakum zu wirken. Willkommen in der Welt von Degrowth und Öko-Weltflucht.

Doch ganz gleich, was mit dem vorgestellten Update im Detail geschieht: In der einen oder anderen Form werden uns grüne Ideen auch in Zukunft begegnen, ganz gleich, wie die Partei bei den kommenden Landtagswahlen in diesem Jahr abschneiden wird. Die Programmatik des grünen Sozialismus steht im gegenwärtigen politmedialen Betrieb noch immer hoch im Kurs.

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26 Kommentare

  • Das Bild spricht Bände.

  • Das ist so treffend beschrieben, dass ich trotz der deprimierenden Botschaft lächeln musste

  • Drei Viertel der Wähler möchten das auch so. Sozialismus ist arm aber sexy. In Deutschland auch grün.

  • 75% der Deutschen kapieren das nicht, und werden es auch nicht mehr kapieren. Das Spiel ist gelaufen.

    • Durch diese Krise müssen wir durch – eine Art Purgatorium…
      Grüße
      TK

      • Eine Art Purgatorium …
        Da bin ich bei Ihnen, Herr Kolbe.
        Nur das Dazwischen, bis es wahrhaft wird, ist derzeit nicht rational greifbar.
        Vielleicht mit sehr viel Leid verbunden, was ich nicht hoffe.

      • Hätten wir noch eine homogene Gesellschaft wäre mir nicht Bang, wir würden wieder aufbauen. Aber jetzt?

    • Aufgeben ist keine Option!

  • Nun, suche meine berufliche Zukunft nicht mehr hier.
    Bin Patriot, leistungsträger aber irgendwann ist Schluss mit lustig.
    Hoffe, in dem Jahr beginnt noch ein neues Abenteuer.

    • Viel Glück dabei!

  • Wie schön Tasche und Krawatte harmonieren. Lila, der letzte Versuch. 😉

  • In einem anderen Beitrag von heute wirft Jens Spahn der AfD Vaterlandsverrat vor. Wer so die eigene Wirtschaft sabotiert, der hat dieses Prädikat wohl eher verdient.

  • Grüne Energiewende = Klimaneutralität = Deindustrialisierung = Wirtschaftlicher Zusammenbruch = Verarmung der Bevölkerung.
    Geliefert wie gewählt.

  • Ist irgendwie dystopisch. War teuer, wenn die Windräder schon lange hinüber sind werden unsere Enkel noch dafür zahlen und vom Wohlstand der Großeltern träumen. Für nichts, einen nichtmessbaren Erfolg. Vielleicht lernen sie daraus, oder können darüber lachen.

  • Der Wähler im Westen merkt aber noch nicht, dass es mit der Wirtschaft bergab geht mit Merz und seinen linken Genossen und deren Ideologie.

  • Die Hybris Deutschlands, zu glauben mit 1,x% Emissionsanteil am CO2 eine große Nummer zu sein, wird in die Geschichte eingehen.

  • Man spricht im Moment sehr viel über die Gasmengellage.
    Ich sage, wir haben eher eine Hirnmangellage in diesem Land.

  • Solange man NICHT von den Verursachern sich befreit, kann eine Gesellschaft nicht frei agieren.

    Die Idiotologie, äh Ideologie KANN auch NICHT vom Verursacher und „Gläubigen“ gelöst werden.

    Ein funktionierendes Produkt und System was finanziert und abbezahlt wurde, durch ein künstliches nachweislich dysfunktionales System und abhängig machendes Produkt zu ersetzen, ist Schildbürgertum.

    Einzig die Verlagerung von Vermögen Vieler auf sehr sehr wenige ist und war immer das Ziel.

    Einem Geisterfahrer der eine Massenkarambolage verursacht hat, gibt die Polizei auch nicht ihren Dienstwagen und lässt ihn weiter in falscher Richtung fahren.

    Jedoch in der Politik seit Jahrzehnten schon.

  • Merken die Cdu Wähler noch immer nichts?
    Merzel fährt auf direktem Weg D in den Abgrund.

  • Ein fürchterliches Personal haben wir.
    Das gehört fristlos entlassen!

  • Doch der grüne Schwachsinn wird enden. Das war auch in der DDR der Fall. Die grünen Spinnereien in Deutschland und der EU werden nicht mehr finanzierbar sein. Berlin hat 66 Mrd Schulden und ein Baumprogramm für über 7 Mrd beschlossen. Gleichzeitig müssen die Straßen und Brücken inzwischen statistisch hunderte Jahre halten Es bricht zusammen und das geht jetzt schneller und schneller.

  • Alles peanuts im Vergleich zu dem, was vor der Tür steht: KI.

    KI offenbart gleich zwei Katastrophen, die zum vollständigen Verlust von allem führen. Erstens: KI wird hierzulande zu einem Verlust von Arbeitsplätzen führen, wie es sich nur heute nur die wenigsten vorstellen können. Da bleibt kein Stein auf dem anderen.

    Zweitens: KI wird aus Mittelstand und Industrie den Garaus machen. Gesetz ist: Im Markt machen nur die beiden größten Player das Geschäft (hier: China und USA). Der Rest ist für die Nische.

    KI in Verbindung mit Robotik wird alle menschliche Arbeit ersetzen. Ich weiß wovon ich spreche. Ich komme aus der Arbeitswissenschaft.

    Bleibt die Frage, was mit dem Millionenheer an Arbeitslosen passieren soll? Die Antwort darauf wurde bereits formuliert. Impfen.

    • Ihre apokalyptischen Vorstellungen davon, dass uns KI alle überrollt und Millionen in die Arbeitslosigkeit treibt, hat den Charakter eines Groschenromans. Dies wird allenfalls durch völlig verfehlte politische Entscheidungen geschehen, aber nicht durch KI.

    • Irgendwie hatte ich mir die Bevölkerungsreduktion zugunsten des Transhumanismus anders vorgestellt, aber impfen geht natürlich schneller.
      Zur Zeit tut das Gesundheitswesen alles, damit die Bevölkerung ihre verdeckten Krankheiten verschleppt. Das bringt sicher auch viel Entlastung für die Sozialkassen.
      Wann beginnt das große Sterben? Unser Land soll jünger werden.
      Die Ersten (Geburtsjahrgänge) werden die Letzten sein und die Letzten beißen die Hunde. Man wird uns schon irgendwie „über den Jordan“ bringen.

  • Grüne Ideologie findet dort den reichsten Nährboden, wo Menschen glauben, sie wären schlau, es aber im Grunde keineswegs sind. Die gläubigsten Klima- und Coronajünger waren und sind Akademiker der Mittelschicht. Und da wir in der Politik nur Mittelmaß sitzen haben, muss sich keiner wundern, dass sie selbst an den Schmonsens glauben, den sie verzapfen. Vor allem, wenn Geld im eigenen Säckel klimpert.

  • Eine CDU, die sich der Klimasekte unterwirft, gehört weg gefegt, allerdings scheint der Wähler Masochist, denn anders ist das Wahlverhalten nicht zu verstehen.
    Ich mag Wahlbetrug nicht ausschließen

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