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CO₂-Schaufensterpolitik: Von der Leyen tippt die Bremse an – während die EU auf eine Wand zurast

Angesichts der sich zuspitzenden Energiekrise fordert Ursula von der Leyen eine Anpassung des CO₂-Zertifikate-Mechanismus, um Druck von der europäischen Industrie zu nehmen. Die grüne Transformationslogik soll aber nicht substanziell verändert werden.

Ursula von der Leyen bereitet einen rhetorischen Rückzug und kurzfristige Entlastungen für die Industrie vor. (IMAGO/Belga)

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Wenn am Donnerstag die Mitglieder des EU-Ministerrats zusammentreffen, stehen erneut Fragen der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft auf der Agenda. In einem vorbereitenden Schreiben an die Regierungschefs der Europäischen Union hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zur Entlastung energieintensiver Bereiche der europäischen Wirtschaft eine partielle Entlastung der Betriebe innerhalb des CO₂-Zertifikatehandels vorgeschlagen.

Der Kostendruck in den Betrieben ist im Zuge der Energiekrise zuletzt massiv gestiegen und die temporäre Schließung der Straße von Hormus trieb den Ölpreis während der letzten Wochen um 40 Prozent in die Höhe. Zahlreiche Staaten sind nun gezwungen, ihre Erdölreserven freizugeben, um Druck von den Preisen an den Energiemärkten zu nehmen.

Für die europäische Wirtschaft ergibt sich eine Sondersituation, da sie zusätzlich zu den gestiegenen Energiepreisen die von der EU-Kommission kuratierte CO₂-Abgabe zu stemmen hat. Diese wird über den sogenannten ETS-Mechanismus geregelt und Jahr für Jahr auf weitere Branchen ausgeweitet. Hinzu kommt die jährlich vorgenommene Verknappung verfügbarer CO₂-Zertifikate, die sich nun in der Krise als jene ideologische Falle erweist, vor der Kritiker von Beginn an gewarnt haben.

In ihrem Schreiben an die 27 Regierungschefs kündigt von der Leyen ein rasches Audit der Kostensituation im Rahmen des ETS an. Geplant sei, so von der Leyen, den Pfad zur Dekarbonisierung der Wirtschaft bis zum Jahr 2030 realistischer zu gestalten und den neuen Gegebenheiten anzupassen.

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Zudem soll ein neues Förderinstrument den bestehenden Mechanismus ergänzen und gezielt die Anpassungsprobleme energieintensiver Branchen wie der Chemieindustrie sowie der Aluminium- und Stahlproduktion, um nur diese exemplarisch zu nennen, substanziell lindern.

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Dass die Lage in der europäischen Industrie dramatische Ausmaße angenommen hat, belegen die täglichen Horrormeldungen, die wir aus der deutschen Automobilindustrie, dem Maschinenbau oder der Chemie kennen. Ganz gleich, welche Sektoren wir hier zu Rate ziehen: die Zeichen stehen auf Deindustrialisierung. Und die Schuld liegt ganz klar bei den Europäern selbst.

Ihre Klimapolitik in Verbindung mit hohen Fiskallasten und grotesker Regulierung hat die Firmen auf dem Weltmarkt ins Abseits gestoßen. Der Green Deal zerreibt die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe in einer Geschwindigkeit, die sprachlos macht.

Doch ist es gerade der Green Deal, der in seiner geschickten rhetorischen und medialen Verschleierung zum eigentlichen Hebel wird, der Brüssel zu realer politischer Macht verhelfen soll. Von der Leyens Vorstoß muss also vor diesem Hintergrund betrachtet werden: Auf der einen Seite soll die wachsende Kritik aus der Wirtschaft abgefedert werden, auf der anderen Seite gilt es, dieses Machtvehikel um jeden Preis zu schützen.

Sein Kernpunkt bleibt der CO₂-Zertifikatehandel, der die EU-Kommission befähigt, weitere autonome Steuerquellen zu erschließen und die Mittelverwendung über Subventionen und Förderprogramme politisch zu steuern. Seine Reform soll genau die Unternehmen entlasten, die sich der grünen Transformationsideologie mit Haut und Haar verschrieben haben: Kostenlose CO₂-Zertifikate für jene, die in Dekarbonisierungstechnologie investieren.

Die anderen, vor allem der Mittelstand, der nicht unmittelbar an die grüne Subventionsmaschine gekoppelt ist, blickt derweil in die Röhre. Dass es sich bei von der Leyens angedachtem Entlastungsschritt für die Industrie um Schaufensterpolitik handelt, wird bei der Lektüre des Schreibens an die Regierungschefs schnell deutlich.

Zunächst lässt man sich Zeit bis Juli, so akut scheint man das Problem an den Energiemärkten also gar nicht einzuschätzen. Man betrachtet die Entwicklungen offenbar aus der politischen Blase heraus als eine Art lästigen geopolitischen Seitenstrang der unvermeidlichen europäischen Energiepolitik. Generell bestätigt das Schreiben, wovon wir ausgehen müssen. An der generellen Dekarbonisierungsstrategie und am CO₂-Handel wird mit eiserner Hand festgehalten, ganz gleich, wie hoch sich der Kollateralschaden inzwischen türmt.

Seit dem Ausstieg der Amerikaner aus dem CO₂-Extraktionsmechanismus steht die EU weltweit isoliert da. Ihr manischer Krieg gegen das Kohlenstoffdioxid enthüllt sich schrittweise als ein Machtvehikel zur Stabilisierung der EU-Kommission.

Das Prinzip ist klar: Ein wachsender Teil der Ökonomie wird in das Subventions- und Fördermittelgefüge der grünen Transformation eingebunden. Über die Mittelverwendung entscheidet Brüssel und gewinnt so mit jeder Budgetausweitung an politischem Einfluss. Es handelt sich also bei dem angekündigten Entlastungsschritt um ein mediales Täuschungsmanöver. Die EU-Kommission simuliert Nähe zum Mittelstand, zur Industrie und versucht doch nur, durch die Hintertür ihr eigenes Machtschema zu festigen.

Im besagten Brief kommt von der Leyen auch auf das Thema der Kernkraft zu sprechen. Es wirkt zynisch, beinahe wie eine Komödie innerhalb des politischen Theaters, dass ausgerechnet die Deutsche von der Leyen die restlichen Europäer vor dem fatalen Ausstieg der Deutschen aus der Kernkraft warnt. Wie bereits in der vergangenen Woche auf dem Atomgipfel unterstreicht von der Leyen in ihrem Schreiben zum wiederholten Male den strategischen Fehler, den die deutsche Politik mit der Zerstörung der Atomkraft beging.

Der Kotau vor der Grünen Partei und ihrer ökosozialistischen Doktrin ist Ausdruck einer grotesken, destruktiven und anti-zivilisatorischen Ideologie. Ihr ist es gelungen, die Widerstände der Reste der bürgerlichen Gesellschaft zu überwinden, sich in die DNA des Parteienwesens zu imprägnieren und so Hunderttausende Existenzen ökonomisch zu zerstören.

Die Rückkehr zur Kernkraft wäre zwingend, und dass Bundeskanzler Friedrich Merz dies ablehnt, bestätigt die Eingangsthese: Es wird mit aller Macht daran gearbeitet, ein Rahmenwerk zu etablieren, knappe ökonomische Ressourcen aus der Privatwirtschaft in die Kanäle der grünen Günstlingswirtschaft umzusteuern. Für Investitionen in die Kernenergie ist da schlichtweg kein Platz.

Abschließend sei noch ein kurzer Hinweis auf die energiepolitische Strategie Brüssels und ihre überraschende Hinwendung zur Kernenergie erlaubt: Von der Leyens EU-Kommission kündigte an, kommende Investitionsprojekte in die Kernenergie mit einem Förderfonds von 200 Millionen Euro ausstatten zu wollen.

Das Fördervolumen spricht Bände. Jährlich ergießt sich ein Vielfaches an Subventionen in die trockenlaufenden Kanäle der grünen Kunstökonomie. Das Förderprogramm für die Kernkraft ist nichts als ein Feigenblatt, Symbolpolitik angesichts der Tatsache, dass sich die Staaten nun in der Energiepolitik wieder selbstständig machen.

Von der Leyen führt ein mediales Kunststück vor und versucht, sich öffentlichkeitswirksam an die Spitze eines Zuges zu setzen, der längst volle Fahrt aufgenommen hat. AKW-Projekte in Polen, in Tschechien, Ungarn oder Rumänien sind weit in der Planungsphase fortgeschritten oder bereits im Bau begriffen. Der Öffentlichkeit soll vermittelt werden, dass die AKW-Projekte EU-Politik repräsentieren und die Kommission weiter führt. Dazu ist von der Leyen aber nicht in der Lage.

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25 Kommentare

  • Den Aufprall bitte nicht aufhalten. Die EU muss implodieren. Je schneller desto besser.

    • Genau meine Meinung! Die EU muß weg. Rasch !

  • Ich hatte im Titel erst gelesen, von der Leyen rast voll auf die Wand zu. Hmm leider wieder nix.

  • Die Wiederbelebung der Kernkraft ist nur der Erkenntnis geschuldet, daß sich mit Wind- und Solarenergie allein keine energiefressenden Rechenzentren betreiben lassen. Ohne diese keine digitale Diktatur und keine CBDCs. An die Energieversorgung der Bevölkerung und der sich verflüchtigenden Wirtschaft denkt vdL sicher weniger. Außerdem benötigt man für den weiter vorangetriebenen Ausbau von Wind- und Solarparks auch mehr AKWs und Gaskraftwerke als Back-up. Mit einem echten Kurswechsel hat das Ganze also nichts zu tun.

  • Ist doch schön: wir werden gute, frische Luft und ein angenehmes Klima haben, während wir an der Wand zerplatzen.

  • einfach weitermachen wie bisher, dann retten wir das Klima in Europa

  • Der Untergang einer Gesellschaft beginnt,

    wenn Dummheit lauter ist als Vernunft – und Lautstärke Kompetenz ersetzt.

    Wenn Faulheit belohnt – und Fleiß als Naivität belächelt wird.

    Wenn Ehrlosigkeit Karriere macht – und Ehrlichkeit als Schwäche gilt.

    Wenn Moral von denen gepredigt wird,- die selbst keinen Charakter besitzen.

    Wenn Image wichtiger wird als Integrität- und Haltung durch Haltungslosigkeit ersetzt wird.

    Wenn Kinder zu Ideologien erzogen werden,- statt einfach Kinder sein zu dürfen.

    Wenn Täter geschützt- und Opfer erklärt, relativiert oder vergessen werden.

    Wenn Absurdität als Fortschritt verkauft- und Wahnsinn zur neuen Normalität erklärt wird.

    Und wenn Politiker nicht für das Volk, – sondern vom Volk lebt.

    Denn eine Gesellschaft stirbt nicht an Mangel, sondern an Verdrehung.
    Nicht an Feinden von außen, sondern an Verfall von innen.

  • Der Einfluß der Grünen ist schon sehr erstaunlich. Bei uns wurden sie abgewählt und sind gar nicht mehr an der Regierung und im EU-Parlament sind grüne Parteien eher eine kleinere Fraktion. Doch ihre Macht wird natürlich durch die anderen linken Fraktionen unterstützt.
    Wenn man allerdings die Linken, die Grünen, Sozialdemokraten und die pseudoliberalen Renew Europe zusammenzählt sind das immer noch weniger als die vermeintlich konservativen der EPP/EVP und allem was noch weiter rechts davon sitzt.
    Die Macht von links-grün wird wohl auch im EU-Parlament vor allem durch eine Art Brandmauer bestimmt. Das war mir bisher gar nicht so bewusst weil das ja auch nicht so kommuniziert wird. Hab mich bisher nicht damit beschäftigt und lasse mich gern korrigieren wenn ich das falsch sehe.

  • Dexit jetzt!
    Lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende.
    Die EU Wallet (EUDIW) wurde schon beschlossen.
    Sie wird die Anonymität im Internet bzgl social media beenden.
    Dadurch wird die Meinungsfreiheit eingeschränkt werden.
    Einfach nach Kritik dazu googlen.

    • Das wird ohne EU nicht besser. Im Westen der Republik wird „weiterso“ gewählt.

  • Je höher sie am Baum Hängen desto Besser.

  • Ja und dann sind die Airbags nicht verbaut und bis dann der Rückruf uns von Audi erreicht…. Ist es zu spät.

  • Diese Frau ist das Böse.

    • nein. das boese lugt ihr ueber die schulter und passt auf, dass sie ihre worte richtig waehlt, um uns die plaene des boesen zu vermitteln.

      wann versteht ihr es endlich ????
      kann man wirklich so naiv sein?
      im zeitalter des internets, der groesstmoeglichen informationsquellen?

      vdl ist nichts anderes als eine zwischen planersteller (rockefeller rothschild,WEF, …,…) und planempfaenger (wir) geschaltete sprechpuppe.
      sie hat weder eigene macht, noch kann sie selber eine agenda erfinden.
      alles, was sie uns aufdrueckt, geschieht auf geheiss.

      sie kann jederzeit durch eine andere marionette ersetzt werden.

      • Das Böse sind wir selbst. Was habe ich versucht mit Freunden und Bekannten zu diskutieren. Jetzt bin ich alleine ohne Rückendeckung. Die Leute brauchen keinen Rockefeller, nein, die besorgen sich ihren Untergang schon selbst. Schauen Sie sich die Geschichte Roms an und genießen Sie, daß wir in der ersten Reihe sitzen.

      • Trotzdem ist eine einschlägige, äh, Vorschädigung erforderlich, um diesen Job machen zu können, statt, sagen wir mal, lachend in die nächstbeste Kreissäge zu rennen.

  • Abschaffen das ganze CO2 Gedöns. Wir brauchen eine Industrie und Arbeitsplätze. Es reicht mir diesen Irren in Brüssel und Berlin.

  • Der Green Deal muss weg, die EU muss weg und diese v.d. Leyen sowieso.

    • Wann wird der nächste Rundbrief kommen?

      Green Deal war auch ein „strategischer Fehler“
      Asylpolitik war ein „strategischer Fehler“
      Kampf gegen Rechts war ein „strategischer Fehler“
      Die Ukraine an Nato-Manövern zu beteiligen war ein „strategischer Fehler“
      Demokratie-Meldestellen waren ein „strategischer Fehler“
      Politische NGOs mit Steuergeldern zu überschütten–war ein „strategischer Fehler“
      Entwicklungshilfe für einige Länder war ein „strategischer Fehler“
      Linke Kommissionen und Studien waren ein „strategischer Fehler“…….

  • Das interessiert die keine Bohne! Blechen sollen die Untertanen!

  • Exakte Beschreibung des Niedergangs. Politisch gewollt, vom Wähler bis heute bestellt/gewählt. Es muss wehtun, bevor der deutsche Untertan aufwacht, allerdings ist es dann für ihn zu spät. Andere Länder und dem Klima geht’s am Ar…h vorbei…

  • Weg mit dem Dreck!

    Die EU muss sterben, damit Europa leben kann!

  • Das die in brüssel mit den bürgern von Europa nichts am Hut haben ist schon lange klar. Deprimierender ist, dass sich allzu viele von dem dämlichen geschwätz vom „menschengemachten Klimawandel“ beindrucken lassen und dafür bereit sind, ihr sämtliches Hab und Gut denen auszuliefern ohne Murren. Genauso wie sie sich die Giftspritze aufshwätzen lassen haben….

  • alles fürs wohlergehen des volkes,wohl eher nicht ,wer als eu bürokrat sagt,ich lebe mit 14 tsd euro und mehr sehr gut und habe das geld monatlich sicher,lässt aber flüchtlinge noch und nöcher hier rein,sägt selbst an seinem ast worauf er sitzt was sicherheit betrifft… und selensky ,erst in der eu ,wird er diktieren und still drohen,sein militär apperat und geh heim dienst ist nicht zu unterschätzen,inszeniert hier und da,viel spaß noch

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