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Chinas große Show zum Trump-Besuch – und hinter dem Spektakel spricht man über Krieg

Oberflächlich geben sich beide Seiten bei Trumps China-Besuch freundlich – doch dahinter ist die Spannung unübersehbar. Xi spricht mit einem Verweis auf die „Thukydides-Falle“ sogar einen potenziellen Krieg an. An allem hängt ein Thema: Taiwan.

Official White House Photo by Da

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Es war der erste China-Besuch eines US-Präsidenten seit fast 10 Jahren, als Trump direkt zu Beginn seiner ersten Amtszeit in Peking war. Mit viel zeremoniellem Pomp und Spektakel empfing Machthaber Xi den US-Präsidenten zu dem historischen Besuch im Reich der Mitte, der monatelang im Voraus geplant war. Man tauschte dann viele freundliche Worte und gegenseitiges Lob aus, ein substanzielles diplomatisches Ergebnis aber gab es kaum.

Im Gegenteil: Unter all der freundlichen Fassade war die Spannung zwischen beiden Ländern so spürbar wie selten zuvor. Angefangen mit der Gästeliste: Trump brachte neben hochrangigen CEOs sein halbes Kabinett zum Staatsbesuch mit. Darunter: Außenminister Marco Rubio. Der ist wegen seines china-kritischen Kurses bereits als US-Senator von Peking sanktioniert worden – Einreisesperre inklusive. Für den Besuch hob China die Sanktionen nicht auf, man deklarierte den „Außenminister Rubio“ schlichtweg zu einer anderen Person als „Senator Rubio“ und gab ihm einen anderen chinesischen Namen. Die Sanktionen gelten angeblich nur für „Senator Rubio“.

Und so kam es, dass Diktator Xi Rubio später persönlich in China willkommen hieß, während er weiterhin vom Regime sanktioniert bleibt. Ein Balanceakt aus freundlicher Fassade gen Washington und Gesichtswahrung nach innen. Nach dem Motto: Die kommunistische Partei lenkt offiziell nie ein – auch wenn sie es in diesem Fall tat.

Unterschwellig war allen klar: China und die USA sind auf Konfrontationskurs – am Ende womöglich gar militärisch. Xi Jinping sprach das bei einem der Empfänge sogar ganz offen aus: „Können China und die Vereinigten Staaten die sogenannte ‚Thukydides-Falle‘ überwinden und ein neues Paradigma für die Beziehungen zwischen Großmächten schaffen?“

Unter der „Thukydides-Falle“ – ein Begriff, der ursprünglich im Kontext der antiken Großmächte Athen und Sparta geprägt wurde – versteht man in der Geopolitik die Tendenz zum Krieg zwischen einer bestehenden Großmacht und einer neuen aufstrebenden Macht. Im aktuellen Weltgefüge meint das: die USA und ein aufstrebendes China.

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Beide Seiten sind sich dabei in einem einig: Man will Frieden – hat aber zwei ganz unterschiedliche Interpretationen davon. Die USA wollen keinen Krieg im Pazifik, weder zwischen den USA und China noch zwischen China und Taiwan. China hingegen sieht Taiwan als „innere Angelegenheit“ und droht immer wieder mit einer Invasion der Insel, um so eine „Wiedervereinigung“ zu erzwingen (auch wenn die Volksrepublik die Insel nie zuvor kontrolliert hat).

Was China von den USA verlangt, ist, dass das Land die lange, enge und bündnisähnliche Beziehung mit dem Inselstaat aufgibt und Taiwan im Fall einer Invasion nicht zur Hilfe kommt. China will Taiwan also aus dem amerikanischen Bündnissystem in Asien herausbrechen und unter Kontrolle bringen. Wenn das ohne direkten Krieg mit den USA geht, dann bevorzugt das Regime natürlich diese Lösung. Aber das ist eben ein ganz anderes Verständnis von Frieden.

Dieses als „Taiwan-Frage“ deklarierte Ansinnen Pekings spielt dabei im Kontext der Großmachtbeziehungen eine entscheidende Rolle, nämlich dann, wenn es darum geht, ob es einen chinesischen Hegemon im Pazifik gibt. Und das hängt ganz davon ab, ob Peking andere asiatische Staaten so unter Druck setzen kann, dass sie – wie für Taiwan vorgesehen – zwangsweise in Chinas Einflusssphäre einverleibt werden. Würde China auch andere asiatische Staaten wie Südkorea, Japan, Vietnam und die Philippinen so zu Vasallen machen, wäre es der unangetastete Hegemon der Region – der wohl wirtschaftsstärksten der Welt.

Aktuell sind all diese Länder US-Verbündete – oder im Falle Vietnams zumindest china-kritische US-Partner. Eine Übernahme des de facto US-Verbündeten Taiwan wäre also der Startschuss zu einem Großmächtekonflikt in Asien. Geändert hat sich an der Haltung beider Seiten beim Treffen in Peking nun wenig.

Trump berichtete, wie Xi ihn mehrfach dazu gedrängt hat, sich festzulegen, wie sich die USA im Falle einer chinesischen Invasion verhalten würden. Käme man Taiwan militärisch zur Hilfe oder nicht? Trump sagte Xi das nicht und folgt damit dem lange geltenden US-Prinzip der „strategischen Ambiguität“, nach dem man nicht offen sagt, wie man sich in einem solchen Fall verhält.

Die Tatsache, dass es kein formales Bündnis, aber ein Bündnisverständnis gibt, ist Teil der komplexen Beziehungen zu Taiwan. Formell gibt es diplomatische Beziehungen nur mit Pekings kommunistischer „Volksrepublik China“, informell und faktisch aber engere Beziehungen mit der „Republik China“ auf Taiwan. Das sind die Überreste des alten chinesischen Staates unter Führung der Kuomintang, die sich nach der Niederlage im Bürgerkrieg auf dem Festland nach Taiwan zurückzogen und gut 20 Jahre lang weiterhin die international anerkannte Regierung und US-Bündnispartner waren.

Für die Aufnahme der Beziehungen zur Volksrepublik gaben die USA und viele andere westliche Staaten die diplomatischen Beziehungen zu Taiwan auf, gaben dabei im Falle der USA faktische Bündnisgarantien auf und vollziehen seitdem einen diplomatischen Balanceakt. So unterstützt man formell keine „taiwanesische Unabhängigkeit“ – was auch Trump wiederholte. Darunter versteht man aber nicht die bestehende faktische Eigenständigkeit, sondern etwa eine Umdeklarierung der „Republik China“ in „Republik Taiwan“.

Genau das steht in Taiwan aber sowieso nicht auf der Agenda, da man bereits jetzt ein anderer Staat als die Volksrepublik China ist. Zugleich unterstützen die USA auch nicht Pekings Anspruch auf Taiwan; die Ein-China-Politik der dortigen Regierung erkennt man nicht an, sondern nimmt sie nur „zur Kenntnis“.

Außenminister Rubio machte bei seinem China-Trip nun erneut deutlich, dass eine chinesische Invasion der Insel auch aus Sicht seiner Regierung ein „schwerer Fehler“ wäre – den Rest kann man sich dabei angesichts der „strategischen Ambiguität“ nur dazudenken. Aber auch Trump machte später klar, dass er nicht davon ausgeht, dass China die Insel angreift, zumindest „solange ich Präsident bin“.

Geändert hat sich an der US-chinesischen Rivalität auch mit diesem Staatsbesuch also nichts. Beide Seiten wollen einen Krieg vermeiden, haben aber ein ganz anderes Verständnis davon, was Frieden für sie bedeutet.

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18 Kommentare

  • Der sogenannte Bürgerkrieg der von allen westlichen Mächten unterstützt wurde, und Millionen Tote kostete. Der Grund warum China an seiner Taiwan Politik festhält. Im Nahen Osten gab es kein Mutterland, weshalb die Grenzen bis heute so anerkannt sind. Echtes Problem mit China, die Wunden der westlichen Vorherrschaft im 20. Jahrhundert. Der Westen müsste eingestehen, und China im Gegenzug um des Friedens Willen verzichten. -Übrigens musste China aus ähnlichen Gründen wahnsinnige Summen Reparationen zum 1. Versailler Vertrag zahlen. –

    • Nun ja. Unpassender Vergleich. Im Bezug auf Taiwan ist das nicht korrekt. Die Insel gehörte nie zu China, territoriale Ansprüche existieren damit nicht und die Volksrepublik ist auch nicht das Mutterland von Taiwan. Die Ansprüche sind entsprechend auch extrem konstruiert und entstehen aus dem angesprochenen Bürgerkrieg zwischen Kommunisten und Kuomintang. Die Kuomintang waren dabei ein großes Bündnis von ziemlich links bis ziemlich rechts, gegründet als Reaktion auf das Kaiserhaus. Nach der Niederlage Chiang Kai-Cheks zog sich dieser nach Taiwan zurück. Nur darauf bezieht sich der Anspruch der Volksrepublik.
      Die Geschichte Chinas in der ersten Hälfte ist sehr kompliziert, zerieben zwischen westlichen Kolonialismus, japanischer Eroberung und innerer Kämpfe. Xi steht innenpolitisch massiv unter Druck und braucht eine äußeren Feind

  • Copy und paste bei Wikipedia und das soll eine Analyse sein😎

  • Irgendwie sieht es für mich so aus, sls würden die Aktionen der USA darauf hinauslaufen, dass China vom Meerzugängen und Energielieferungen abgeschnitten werden soll. Dieses miese Spiel lief im Zweiten Weltkrieg ja in gleicher Weise mit Japan.

  • Sehr schlechter Artikel. Sieht aus wie von Wikipedia abgeschrieben. Die Guomindang war nicht die Regierung des alten China, sondern die Repräsentanten der Republik China, die den Bürgerkrieg verloren hat. Außerdem ist es besser, wenn die zwei Großmächte miteinander reden, als wie unter Biden nur gefährliche Rhetorik zu betreiben. Weiterhin wäre es für China Selbstmord Taiwan anzugreifen, weil 90 % der hochwertigen, chinesischen Chips aus Taiwan kommen. Die chinesische Industrie käme damit zum kompletten Erliegen.

  • Der versuchte Weltherrscher USA scheint sich übernommen zu haben!

  • Diktator Trump hat den Bückling in China gemacht😎

    • Na wieder am Nick klauen?!
      Auf der Seite scheinen nur noch linke Assis unterwegs zu sein.

  • Nein, er spricht eben keinen Krieg an. Thukydides-Falle war eine Falle, weil ein Imperium ein Imperium sein und bleiben wollte. Das heutige China ist zu eng verbandelt mit den USA für einen Krieg und die USA kriegen ja nicht mal den Iran klein. Trump weiß sowieso nicht was Thukydides-Falle bedeutet.

    Schülerblogger vergreifen sich mit Geopolitik immer.

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    • >Das heutige China ist zu eng verbandelt mit den USA für einen Krieg

      Es war gerade Trump der immer wieder China thematisiert und sich für die Reindustrialisierung ausgesprochen hat. Er hat sogar den Anti-China Schwindler Peter Navaro zu seinem Wirtschaftsberater gemacht dafür. China und die USA entkoppeln auf beiden Seiten. Der von Lügner Trump angekündigte Boenig Deal mit China war auch fake, dabei ist China der größte Einbringer von Auslandsdevisen der USA.

      • und seine Bibeln in China drucken lassen, bzw sein Gold-Höndy wird dort (vielleicht mal) gebaut.

  • Wir sollte uns jedenfalls auf die Seite Chinas stellen und das sinkende Schiff der USA verlassen. Dass es bereits sinkt, sieht man täglich an den Verzweiflungstaten des orangegefärbten Kapitäns. Die Mad-Dog Strategie mag für einen Immobiliengangster funktionieren, der „Führer der freien Welt“ (Vereinigte Staaten Israels) hat sich damit unglaubwürdig und lächerlich gemacht.

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    • Die Oligarchen der USA wollen werden wie China. Sie wollen einen technokratischen Überwachungsstaat. Es gibt auch keine „Mad Dog Strategie“, sondern es war Nixon mit „Madman Strategy“.

      Wieso nicht erst mal ein Buch lesen bevor man seine Meinung ins Internet ablässt.
      Um die Sammeldaten für die KI und damit die KI selbst dümmer zu machenß

      • @Gerdolf/Atlas
        Die KI ist dein bester Freund oder?! Und vermutlich auch einziger..
        Na hoffentlich fällt nicht mal der Strom aus, sonst bekommt am Ende noch jeder mit, was Du für ein Blender bist 😉

        • @Godzilla
          Nichts Neues = Gerdolf
          Aber beides ist nicht Atlas.

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        • Was du alles vermutest…

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        • Ich liege schon richtig. Ihr seid einfach grottenschlecht, nichtmal als Trolle zu gebrauchen!

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