Werbung

...
...

Bundesländer

Bombendrohungen und Amok-Ankündigungen – immer mehr Islamismus an deutschen Schulen

An deutschen Schulen gibt es immer mehr islamistische Radikalisierung, bei der auch TikTok und andere Social-Media-Plattformen eine große Rolle spielen - Bildungsministerien berichten gar von Bombendrohungen und Amok-Plänen.

Von

Radikal-islamische Influencer und Gruppen wie „Muslim Interaktiv“ spielen eine zentrale Rolle bei der besorgniserregenden Entwicklung.

Werbung:

An deutschen Schulen gibt es immer mehr islamistische Radikalisierung – das ergab eine Abfrage des SWR-Formats Vollbild bei den Innen- sowie den Bildungsministerien der Bundesländer. Sie erklärten, dass die Stimmung in deutschen Schulen angespannt sei. Es gebe Fälle von Radikalisierung von Schülern und eine deutliche Zunahme von extremistischen Vorfällen – von Bombendrohungen, Amok-Ankündigungen und antisemitischen Beleidigungen.

Dass dabei der Nahost-Konflikt eine große Rolle spielt, zeigen zum Beispiel die Ausführung des hessischen Bildungsministeriums. Es berichtet, dass seit dem Jahr 2018 insgesamt 15 islamistisch motivierte Vorfälle an Schulen gemeldet worden seien – lediglich einer vor dem Jahr 2023. Elf der 14 Vorfälle aus dem letzten Jahr stünden im „zeitlichen und sachlichen Zusammenhang“ mit dem Überfall der Hamas auf Israel. Sechsmal kam es zu anonymen Bombendrohungen gegen hessische Schulen.

Werbung

Das Land Schleswig-Holstein stellt eine „leicht erhöhte Tendenz an islamistisch motivierten Aktivitäten fest, die im Kontext Schule auftreten“. In Rheinland-Pfalz sei kein genereller Anstieg islamistischer Vorfälle bekannt, doch es eine „angespanntere und aufgeheiztere Stimmung“ könne man nicht verkennen. Es habe einzelne Amokdrohungen gegen Schulen mit Bezug auf den Nahost-Konflikt gegeben.

Das Thema ist laut Innenministerium Brandenburg ein „Mobilisierungsthema und Brandbeschleuniger“. In Berlin sei die Lage an Schulen zunächst „angespannt“ gewesen, habe sich aber nun wieder „den Umständen entsprechend beruhigt“. Manche Bundesländer antworteten laut Tagesschau nicht auf die Umfrage oder gaben an, dass sie islamistische Vorkommnisse an Schulen nicht erfassen.

Islamistische Grundhaltungen: Auch TikTok spielt eine Rolle

Die Tagesschau berichtet weiter über Lehrer und Sozialarbeiter, die erzählen, dass Jugendliche anfällig für islamistisches Gedankengut seien. So hätten Schüler die Hamas als „Freiheitsbewegung“ gefeiert oder Geschlechtertrennung im Unterricht gefordert. Eine Rolle sollen dabei auch islamistische Influencer spielen, wobei Jugendliche vor allem auf der App TikTok schnell in Kontakt zu radikal-islamischen Predigern kommen.

Werbung

Solche Prediger gibt es zuhauf: Die chinesische Social-Media-App ist ein neues, hocheffektives Propagandainstrument für die Islamisten. Apollo News berichtete in der Vergangenheit etwa über Sheikh Ibrahim, einen Star in der deutschsprachigen, islamistischen Community auf TikTok. Seine Videos erreichen bis zu einer Million Aufrufe, vor seiner Sperrung hatte er plattformübergreifend mehr als 350.000 Follower.

Er tritt in traditionellen Gewändern wie ein Gelehrter auf – andere Islamisten geben sich äußerlich betont cool und locker, um so junge Menschen zu erreichen. Ein bekanntes Beispiel dafür ist „Muslim Interaktiv“, eine Gruppierung, die laut Hamburger Verfassungsschutz eine Tarnorganisation der seit 2003 in Deutschland verbotenen islamistischen Vereinigung „Hizb ut-Tahrir – Islamische Befreiungsfront“ sein soll.

Seit dem Jahr 2020 veröffentlicht der „Zusammenschluss von Muslimen“ regelmäßig extrem professionell gemachte Videos: Mit Drohnenaufnahmen, dynamischen Schnitten und Kameraperspektiven oder Comic-Elementen wirken sie fast wie Spielfilme. Wobei natürlich auch protzige Autos, Motorräder und durchtrainierte Protagonisten nicht fehlen dürfen – denn darauf steht die Jugend schließlich. 

Lesen Sie auch:

„Gegenkultur mit Lifestyle-Charakter“

Zusammen mit Instagram, Facebook und TikTok haben die „Pop-Islamisten“, wie Ermittler die jungen Männer nennen, zusammengerechnet fast 50.000 Follower. Und diesen, vermutlich sehr jungen, Zuschauern präsentieren sie inzwischen vor allem Kurz-Videos, in denen steinzeitliche Lehren aus dem Koran gezogen werden und Muslime dazu angehalten werden, alles Westliche abzulehnen.

Gesicht und Aushängeschild des Ganzen ist der 25-jährige Lehramts-Student Joe Adade Boateng, ein Deutsch-Ghanaer, der sich „Raheem“ nennt. Er sitzt in einem professionellen Podcast-Studio und trägt coole Klamotten – zum Beispiel Trainingsjacken oder ein Hoodie mit dem eigenen Brand – während er mit zusammengezogenen Augenbrauen in die Kamera spricht (lesen Sie hier mehr).

Der Social-Media-Islamist Dehran Asanov ist ein weiteres Beispiel: Er tritt leger in Sportkleidung auf, predigt aber harten Islamismus. Auf TikTok folgen ihm Hunderttausende, über 10 Millionen Likes sammelten seine Clips bereits. Asanov vertritt einen fundamentalistischen Islam mit einer starken Betonung des Gehorsams gegenüber Allah – einen Islam, der von der Mehrheitsgesellschaft absondern soll, weil die darin lebenden Menschen häufig „verdorben“ seien. Das „Lagebild Islamismus 2024“ des Nordrhein-Westfälischen Innenministeriums fasst die Szene mit den folgenden Worten gut zusammen: Es hat sich eine „Gegenkultur mit Lifestyle-Charakter“ entwickelt.

Werbung

Werbung