Dieser Artikel ist kostenlos für alle – dank  Apollo A Icon Freunden von Apollo News »

Apollo A Icon
Dieser Artikel ist kostenlos für alle – dank Freunden von Apollo News »

Werbung:

Neue ifo-Daten

„Bindet Personal und verhindert Investitionen“ – Bürokratie frisst Wirtschaft auf

In einer aktuellen ifo-Umfrage führt die Hälfte der Unternehmen Bürokratie und Regulierung als das größte Problem des Standorts Deutschland auf. Die deutsche Wirtschaft leidet unter hohen Energiekosten, hoher Steuer- und Abgabenlast, der europäischen Klimapolitik und schwacher Nachfrage.

imago/photothek

Werbung

Bürokratie ist derzeit wohl eines der größten Probleme, mit denen sich die deutsche Wirtschaft herumschlagen muss – das belegen nun auch aktuelle Daten des Ifo-Instituts.

Im Rahmen der aktuellen Ifo-Konjunkturumfrage nannten insgesamt 50 Prozent der Unternehmen Bürokratie und Regulierung als größtes Problem des Standorts Deutschland. Mit deutlichem Abstand folgen die Energiekosten mit 27 Prozent und die Arbeitskosten mit 22 Prozent. Dahinter rangieren der Fachkräftemangel mit 17 Prozent, die politischen Rahmenbedingungen mit 16 Prozent sowie Steuern und Abgaben und fehlende Planungssicherheit mit jeweils 13 Prozent.

Dies verdeutlicht einmal mehr, wie groß die Belastung durch Bürokratie und Regulierung ist. Bemerkenswert ist dabei die Methode der Erhebung: Die 4.449 befragten Unternehmen aus Industrie, Bau, Handel und Dienstleistungen antworteten in Form eines Freitextes, ohne vorgegebene Kategorien. Die Bürokratie wurde ihnen also nicht als Option angeboten – sie nannten sie von selbst.

Was außerdem hochinteressant ist: Je größer der Betrieb, desto häufiger nannten die Befragten Bürokratie und Regulierung als größtes Problem. Solo-Selbstständige nennen Bürokratie zu 33 Prozent als Problem, Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten zu 41 Prozent. Bei kleinen Unternehmen sind es 50 Prozent, bei mittleren 58 Prozent und bei großen 59 Prozent.

Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Befragungen, erklärt in einer Stellungnahme zu der Umfrage die Unterschiede: „Wer Beschäftigte hat, Anlagen betreibt und exportiert, ist von mehreren Regelwerken gleichzeitig erfasst“ – vom Arbeitsrecht über Berichtspflichten bis zum Datenschutz. Selbstständige und Kleinstunternehmen fallen aus vielen dieser Pflichten noch teilweise heraus. Sobald ein Betrieb jedoch eine gewisse Größe erreicht, greifen sie fast alle auf einmal.

Lesen Sie auch:

Entscheidend ist, wie die Bürokratie wirkt und finanzielle Mittel bindet. Der bürokratische Aufwand wirke Wohlrabe zufolge auf zwei Wegen: „Er bindet Personal, das an anderer Stelle fehlt, und er verhindert Investitionen, die sich nicht mehr rechnen, sobald man den Genehmigungs- und Dokumentationsaufwand einpreist.“

Wie stark die Bürokratie inzwischen Personal bindet, zeigt eine Erhebung des IAB vom Oktober 2025. Demnach mussten Unternehmen nicht nur einen Teil ihrer bestehenden Belegschaft für bürokratische Aufgaben einsetzen. Viele Betriebe sahen sich sogar gezwungen, zusätzliche Mitarbeiter einzustellen, nur um gesetzliche Vorgaben und Dokumentationspflichten bewältigen zu können. 

Konkret musste laut IAB mehr als jeder zehnte Betrieb in Deutschland – genauer gesagt 11 Prozent –  in den drei Jahren vor 2025 zusätzliche Mitarbeiter einstellen, um gesetzliche Vorgaben und Dokumentationspflichten zu erfüllen. Hochgerechnet entspricht das 325.000 Personen.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) kommt in seiner Befragung – durchgeführt im Herbst 2025 unter rund 1.000 Unternehmen – ebenfalls zu aussagekräftigen Werten. Demnach mussten bei Betrieben ab 250 Beschäftigten in den drei vorangegangenen Jahren 73 Prozent eigens Stellen für die Bürokratiebewältigung schaffen. Als Treiber wurden vor allem die zunehmende Komplexität der Rechtsnormen, aber auch die steigende Zahl der Vorgaben angeführt.

Zur Verdeutlichung, wie groß die Regelungsdichte inzwischen ist: Allein das Bundesrecht enthielt laut Institut der deutschen Wirtschaft (IW) mit Stand Ende 2024 rund 96.876 zu befolgende Einzelregelungen. Das sind 21 Prozent mehr als noch 2010. Hinzu kommen Vorgaben auf EU-Ebene, die immer weiter verschärft werden. Allein im Gesamtjahr 2024 wurden dort laut EUR-Lex, dem Online-Portal für EU-Recht, 164 legislative und 2.433 nichtlegislative Rechtsakte verabschiedet. Vollständige Daten für das vergangene Jahr stehen noch nicht zur Verfügung.

Wie stark sich die überbordende Bürokratie und Regulierung negativ auf die Investitionstätigkeit in der Bundesrepublik auswirken, lässt sich ebenfalls anhand von Daten verdeutlichen. Laut einer aktuellen IW-Auswertung fühlen sich rund sieben von zehn Unternehmen durch das Ausmaß staatlicher Regulierung in ihrer Investitionstätigkeit beeinträchtigt.

Dass Bürokratie und Regulierung Investitionen hemmen, liegt vor allem daran, dass Projekte teurer, langsamer und riskanter umgesetzt werden können. Die daraus entstehende Unsicherheit schreckt insbesondere auch ausländische Investitionen in den Standort Deutschland ab.

Dass ausländische Geldgeber immer weniger am deutschen Standort interessiert sind, hat sich in jüngster Vergangenheit deutlich gezeigt. Laut Germany Trade & Invest wurden 2025 in Deutschland 1.564 ausländische Investitionsvorhaben realisiert, 9,3 Prozent weniger als 2024. Noch erschreckender ist jedoch der Einsturz beim Investitionsvolumen: Dieses sank 2025 auf 11,8 Milliarden Euro – ein Rückgang von 49,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Werbung

Kommentar schreiben

Strafbare Inhalte, Beleidigungen oder ähnliches sind verboten (hier unsere Kommentar-Richtlinien). Kommentare sind auf maximal 1.000 Zeichen limitiert.

Ohne Account kommentierenKein gesicherter Name, von jedem frei wählbar

Mit Account kommentieren Ihr Nutzername für Sie gesichert & einmalig

Anmelden ›Kostenlos registrieren

33 Kommentare

  • Drei Behörden leisten nicht dreimal so viel wie Eine, sondern ein Drittel 💡

  • Bin Heilerzieher. Mindestens ein Drittel meiner Arbeitszeit verbringe ich inzwischen im Büro zur Dokumentation statt die wirklich wichtige Arbeit an und mit den Menschen zu leisten. Es ist frustrierend.

    • Daher braucht man jetzt drei von Ihnen! ABM.

  • „Wer nichts zur Lösung beiträgt, ist Teil des Problems.“ Amen!!!

  • Keine Sorge, das stört die Bürokraten, die sich an diesem Spiel dumm und dämlich verdiehnen, herzlich wenig.

  • Die Daten vom Ufo-Institut liegen aber vielen anderen Behörden auch schon längst vor, es interessiert halt niemanden und indem man die gleichen Daten 3mal verarbeitet kann man noch mehr Pöstchen und NGOs beschäftigen ☝️

  • Ich hab in den 90ern selber eingestellt, war nicht viel Arbeit. Jedes Jahr Steuerberater 2 Stunden investiert und Geld gespart. EK selbst gemacht für die Firma, mit Excel. Alles war gut. Ab 2002 wurde es schwerer und schwerer. 2015 Unmöglich, musste Personalbüro bezahlen, Verwaltung immer teurer. Wäre beinnahe ausgewandert.. man war ich blöd

  • Der Wunsch, andere zu bevormunden (z.B. als Bürokratie), gehört zur moralischen Entwicklung.

    Zitat: „3. Stufe … Moralische Erwartungen anderer werden erkannt. … Korrespondierend dazu richtet er ebenfalls moralische Erwartungen an das Verhalten anderer“ Quelle: Moralentwicklung

    Deshalb nimmt die allgemeine Bevormundung kontinuierlich zu, z.B. Steuern, Zensur, Bürokratie, Verbote, Pflichten, …

    Die aktuelle Epoche Aufklärung kann den Wunsch nicht abbauen, denn der Verstand führt nicht zur Vernunft – Myside Bias.

  • Bürokratie braucht aber Papier zum Leben. Rettet die Bürokratie, produziert mehr bedrucktes Papier.

    • Dank unseres fortschrittlichen Kanzlers gibt es nur noch Bierdeckel in Papierform, alles andere läuft digital.

      • Kann mal einer an die armen Beamten denken.

        • Sheiß-Lehrergesoxe.

          3
  • Bürokratie frisst Wirtschaft auf! Oder eine Studie gibt es wo normaler Menschenverstand es schon Jahre vorher wusste.
    —
    Bald kommt eine Studie die besagt, dass Deutschland pleite ist.
    Dann eine Studie, wo der Islam doch als gefährlich eingestuft wird.
    —
    Studien sind toll aber meistens zu spät und werden trotzdem von den Politiker ignoriert!

  • Ohne Fehler kann niemand einen Onlineshop in D. erstellen.Irgendwo findet sich immer was.Ein falsches Komma und schon kann der Abhahmanwalt schönes Geld verdienen und das gibt es so nur in Deutschland!In anderen Ländern kann man natürlich auch abmahnen aber der A. bekommt wohl gar nichts und der Anwalt verdient so wenig das sie gar keine List darauf haben.In D. zahlt man schnell paar tausend Euro.-Auch andere Strafen sind n. sehr hoch,so hatte ein Schauspieler der eine Kneipe hatte vergessen einen Zusatzstoff auszuweisen,paar tausen Euro Strafe!Hat dann zugemacht.

  • Weg mit der EU und es ist um 80% weniger. Ganz nach Reinhard Mey. Einen Antrag für das Amtragsformular………….

  • Die Bürokraten werden gebraucht und zwar als Wähler für die Altparteien. Immer mehr auch mit Migra-Hintergrund.

  • seit meinem 15 ten Lebensjahr will unsere Politik die Bürokratie abbauen. Ich bin jetzt 65 finde den Fehler.

  • Wo sind die Neuigkeiten? Alles doch schon lange bekannt!

  • Wir brauchen unbedingt ein Ministerium für Bürokratieabbau in den 16 Budesländern.
    Auch Firmen und Selbstständige muss es zur Pflicht gemacht werden den eigenen Bürokraieabbau schriftlich zu erfassen. Das soll regelmäßig kontrolliert werden
    Die Formulare müssen 10 Jahre aufbewahrt werden.
    Wer Ironie findet, darf sie behalten.

    • Und alles 5-Fach produziert; auch für die Ablage in der eigenen Laube!

    • Das erinner an den Film „Der Blaumilch-Kanal“ von Ephraim Kishon.

  • „nur um gesetzliche Vorgaben und Dokumentationspflichten bewältigen zu können. “

    Gehen Sie mal in die Krankenhäuser und fragen Sie nach dem Aufwand zum „Patientenmanagement“.

    Es gibt 100 Krankenkassen in Deutschland. Alle machen das Gleiche. Die Heerscharen von „Sachbearbeitern“ und Rinnen ist nichts als nichtrealisierte IT. Dazu in jedem Laden eine Vorstandsetage mit Fuhrpark, Sekretariat, Reiskostenetat. Der Krönung jedoch ist deren MDK. Vormals als Instanz für die Einzelprüfung im Stichprobenfall gedacht, haben die Parasiten flächendeckend die Häuser befallen und reklamieren jeden Fall mit der festen Absicht, aus jeder Rechnung mindestens 15 % rauszukürzen. Der Ressourcenaufwand für die Dokumentation und Auseindersetzung mit diesem Verein sprengt jede Vorstellung, nützt dem Patienten nichts und muß überdies vom Betragszahler gelöhnt werden.

  • Wir leiden am STAAT! Auf allen Ebenen, inkl. EU.

    Der Staat brennt 50% des BIP ab. WAS bitte liefert er dafür, uns Nicht-H4ern, Nicht-NGO-Gesponsorten, Nichtmigranten?

    • Steht dir so eine Kommentar als nichtsnutziger Rentner zu?

      • Hier ständig rumnörgeln steht mir zu, sonst geht die Zeit nicht rum.

  • Man darf dabei nicht der Bürokratie Irrsinn bzw. Wahnsinn vergessen.
    Ohne die EU würde es deutlich besser gehen!!!

  • Eigentlich ist das ein positiver Befund, denn wir könnten mit einem Federstrich all die abertausend Regelungen einfach aussetzen, nennen wir es den Milei-Moment. Da ginge in einem Augenblick und würde keinen Cent kosten. Vermutlich würde das eine explosive Produktionssteigerung bewirken, ähnlich dem Wirtschaftswunder der 50er. Wird natürlich nicht passieren, wir sind ja in Deutschland, das Geschrei der Bedenkenträger kann ich förmlich hören. Der Untergang wird sich also fortsetzen.

  • Vorschlag: wir gründen eine Neue Behörde die Vorschläge und Regularien zur Entbürokratisierung erarbeitet.

  • Seit mindestens fünfzehn Jahren die gleiche Leier ! Irgendwann muß doch auch der letzte Unternehmer verstanden haben, das er in Deutschland nicht erwünscht ist !
    Diese letzten drei Regierungen haben den Auftrag, Deutschland abzuwickeln. Nur eine rechtsstaatliche Regierung kann diesen Trend umkehren, aber soweit sind wir leider noch nicht. Jeder weitere Tag kostet viel Geld und bringt nichts .

  • 325.000 zusätzliche Jobs für Dolumentations- und andere bürokratische Aufgaben in den Unternehmen?
    Das muss der Deutschlandturbo sein. Sage noch eine Bürokratie wäre kein Jobmotor!

    Wer Ironie findet…

    • Das war in den 3 Jahren vor 2025. Dafür kannst du unsere Regierung nun wirklich nicht verantwortlich machen!

      • Alle Regierungen sind verantwortlich!

      • Das stimmt, kann sie gar nix dafür. Deshalb arbeitet sie jetzt an den nächsten 325.000. 😝

Werbung