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57 Formate

Antisemitismus, vulgäre Sprache, politische Erziehung: ÖRR-Jugendformat „Funk“ feiert zehnten Geburtstag

Das ÖRR-Jugendformat „Funk“ feiert sein zehnjähriges Bestehen und veröffentlicht einen Rückblick. Doch in den zehn Jahren war „Funk“ vor allem durch zwei Dinge geprägt: politische Erziehung und widerliche Entgleisungen.

Vor nunmehr zehn Jahren startete das Netzwerk Funk als von ARD und ZDF organisiertes Jugendprogramm (IMAGO/Zoonar)

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Am 1. Oktober 2016 startete das Netzwerk Funk als von ARD und ZDF organisiertes und durch den Rundfunkbeitrag finanziertes Jugendangebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Mittlerweile umfasst der Zusammenschluss 57 Formate, die in den sozialen Medien aktiv sind, und erhält pro Jahr derzeit rund 46 Millionen Euro aus dem Budget von ARD und ZDF.

Nach eigener Auskunft will Funk mit seinen Inhalten Menschen zwischen 14 und 29 Jahren erreichen. Aufgrund dieser großen Altersspanne produziere man „unterschiedliche Formate für Menschen mit unterschiedlichen Interessen“. Die Inhalte entstehen „in Redaktionen von ARD und ZDF in ganz Deutschland und zusammen mit Creator:innen und Produzent:innen“. Die Zentrale des Netzwerks sitzt in Mainz im Funkhaus des SWR, der zugleich die Federführung innehat.

Die derzeit 45,8 Millionen Euro Jahresbudget erhält Funk zu einem Drittel aus ZDF– und zu zwei Dritteln aus ARD-Mitteln. Von diesem Etat fließen rund 83 Prozent in die „Erstellung von eigenproduzierten Inhalten und Auftragsproduktionen“. Von dieser Geldmenge wiederum bleibe ein Drittel in der Funk-Zentrale; je ein weiteres Drittel werde für „programmliche Zulieferungen verwendet“, die im Auftrag von ARD und ZDF entstehen.

Daneben werde ein Prozent des Budgets genutzt, um Zuschauern „unsere Inhalte technisch zugänglich zu machen“. Dazu gehöre neben der Internetseite auch die Weiterentwicklung „plattformspezifischer nativer Apps“ sowie die Barrierefreiheit der Inhalte. Etwas mehr als fünf Prozent fließen laut Netzwerk in „allgemeinen Sachaufwand, technische Weiterentwicklung und Investitionen“. Die verbleibenden etwa elf Prozent der Finanzen werden für Personalaufwendungen eingeplant.

So viel zur Finanzierung des an junge Menschen gerichteten Angebots. Wie der ÖRR selbst ist auch dessen Jugendformat durch und durch politisch einseitig. Um das festzustellen, ist es zunächst nicht einmal nötig, sich die konkreten Inhalte zu Gemüte zu führen. Ende August, wenige Tage vor der Sachsen-Anhalt-Wahl, traf sich ARD-Moderatorin Sabine Scholt in der Lutherstadt Wittenberg etwa mit dem 32-jährigen Influencer Alexander Prinz, besser bekannt als Der dunkle Parabelritter.

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Dieser wird in einem vergleichsweise langen Einspieler vorgestellt und anschließend zu seiner Meinung über die anstehende Schicksalswahl befragt. Mit Blick auf seinen reißerischen YouTube-Kanal legt er dann wenig überraschend auch los mit der Aussage, er wolle „eine Gegenposition“ zur AfD darstellen, und unterstellt der Partei ein „revanchistisches“ Motiv. Weiter erklärt er, der Osten sehe aus wie ein „rechtsextremer Fall in Deutschland“. 

Isoliert betrachtet sind diese Aussagen nicht besonders skandalös. Doch in bester ÖRR-Manier hatte man selbstredend vergessen, bei Prinz’ Vorstellung zu erwähnen, dass dieser bis Anfang 2026 für Funk arbeitete und damit zumindest teilweise aus dem Rundfunkbeitrag finanziert wurde. Auch der ehemalige Grüne-Jugend-Bundessprecher Jakob Blasel war zuvor Funk-Creator und hat gemeinsam mit weiteren Aktivisten das Klima-Format OZON moderiert.

Doch viel interessanter wird das Netzwerk mit Blick auf einige aktuelle und ehemalige Formate. Insgesamt gehörten in der Vergangenheit weit über 200 Formate zu Funk, die meisten nur für wenige Jahre. Derzeit gehören gemäß Selbstauskunft rund 60 Kanäle dazu, einige bereits von Anfang an, andere sind eher neu. 

Zu den neueren Creatorn gehört auch Šejla, die den Kanal Trashershiert betreibt. Auf YouTube zählt dieser rund 9.000 Abonnenten, kaum ein Video erzielt fünfstellige Aufrufzahlen. Der Account behandelt – dem Namen entsprechend – vor allem „Trash“-Themen. Vor neun Monaten veröffentlichte Šejla ein Video mit der Frage, „wie gefährlich der TikTok-Shop“ sei.

In dem zehnminütigen Video werden verschiedene Produktgruppen geprüft, die im TikTok-Shop verkauft werden. Unter anderem bezeichnet sie Menschen, die ein weißes T-Shirt mit dem Schriftzug „Heimatliebe“ und einem Bundesadler tragen, als „absolutes Arschloch“. Das Video sammelte bis heute 3.000 Aufrufe und erntete nicht einmal 300 Likes. Auf TikTok bewirbt sie diese „Recherche“ und bezeichnet die Produkte als „rechten Scheiß“. Alles mitfinanziert vom Rundfunkbeitrag.

Der politische Ton bei Funk ist also gesetzt. Und viel besser wird es auch bei anderen Formaten nicht. Etwa bei dem sogenannten Wissensformat Know & Grow, das den Zuschauern nicht nur erklären will, dass es drei biologische Geschlechter gebe. Nein, vielmehr gebe es eine undefinierbare Menge „sozialer Geschlechter“. Beispielhaft werden „Demigender“, „Bigender“ und „Genderfluid“ genannt. Auch ein dazu passendes Video wird veröffentlicht – Geschlecht sei eben „komplex“.

Das damals noch zu Funk gehörende Format Auf Klo schlug vor einigen Jahren in die gleiche Kerbe. Moderatorin Maria Popov erklärte damals, dass man noch nicht genau wisse, wie viele Geschlechter es denn nun gebe. „Aber hoffentlich kommen noch ganz viele dazu. Hauptsache mehr als zwei“, legte die Moderatorin nach, die sich selbst als „asexuell“ bezeichnet. Nach dem Ende von Auf Klo übernahm Popov das ebenfalls zu Funk gehörende Format Das letzte Gespräch, das sie bis heute moderiert. 

Interessant ist auch das Verhältnis von Funk zum radikalen Islam. „Ich will nicht über Abschiebungen reden“, sagte die YouTuberin Nemi El-Hassan nach den sexuellen Übergriffen der Kölner Silvesternacht 2015/16. Ihr YouTube-Kanal Datteltäter ist seit Beginn des Netzwerkes bei Funk, sie selbst wechselte 2021 zum mittlerweile nicht mehr zu Funk gehörenden Kanal Der Fall.

Maraam Tarraf vom Format Datteltäter, wo sie unter anderem Frauen ohne Kopftuch als „halbnackt“ bezeichnete, teilte zudem 2024 auf Instagram eine Karte mit dem Umriss Israels, eingefärbt in den Farben der Palästina-Flagge. Konsequenzen des ÖRR? Fehlanzeige. Brisant ist auch das früher zu Funk und mittlerweile zum WDR gehörende Format Mädelsabende.

Dieses thematisierte beispielsweise das christliche Osterfest in einer Grafik, die zwei sich überlagernde Ostereier zeigt, die auf diese Weise ein Venn-Diagramm bilden. Dabei ist das linke Ei mit „2. Periodentag“, das rechte mit „Ich, nachdem ich beim Osterbrunch alles durcheinandergegessen hab“ und die Schnittmenge mit „Bodenlos müssen“ beschriftet; im Vordergrund ist eine Frau auf der Toilette zu sehen, auf dem Boden sind zahlreiche Flecken verschiedenster Farben und Toilettenpapier zu bewundern.

Zum Ramadan dagegen wird eine ausführliche Liste veröffentlicht, wie man „Freund*innen“ und „Muslim*innen“ beim Fasten unterstützen könne. Diese Beiträge reihen sich in eine lange Liste von Unappetitlichkeiten ein, die Funk anderen Religionen gegenüber äußert. So wurde in der Vergangenheit unter anderem die Bibel als Müll bezeichnet.

Es gäbe Hunderte weitere Beispiele für skurrile, widerliche oder einfach unsinnige Beiträge von Funk. So wird über Charlie Kirks Tod gewitzelt, die Polizei verteufelt, AfD-Politiker werden nicht in Podcasts eingeladen und Videos des Formats Fakecheck wieder gelöscht, weil darin Fehlinformationen verbreitet wurden.

Ein wenig Hoffnung für das Netzwerk gibt aktuell nur ein Creator: Wyn Matthiesen. Der Journalist betreibt den Kanal Wyn.Wyn sowie den neuen Podcast Streit auf Gut. Sein Ansatz ist politisch überraschend ausgeglichen: Er stellt auf Instagram rechte und linke Argumente gegenüber, ohne bereits ein Urteil zu servieren. In seinem Podcast kamen neben linken Creatorn auch schon Journalisten der Jungen Freiheit oder von Nius zu Wort.

Doch insgesamt bleibt Funk ein Netzwerk, das junge Menschen vor allem politisch indoktrinieren und auf Linie bringen soll. Das ist wenig überraschend angesichts der Kontrolle durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Noch viel schlimmer sind aber antisemitische Ausfälle, Gewaltverherrlichung und die Verbreitung von Falschinformationen unter dem Deckmantel der Seriosität. Das Fazit ist also: Funk muss weg.

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15 Kommentare

  • Die haben zum Glück keine Reichweite. Die Podcasts von Ben ungescripted werden dagegen millionenfach abgerufen.

  • Wir sind zwar nicht mehr jung, aber wir sind tolerant! Deshalb unterstützen wir auch das Format „Funk“ !

    • Es gibt also auch bei „Funk“ eine Zusammenarbeit von Linken und Islamisten. Eine solche gab es schon in den 70ern, als RAF-Mitglieder in palästinensischen Terrorcamps trainierten.
      https://cna343.wordpress.com

  • In der DDR hieß die politische Indoktrination von Jugendlichen damals ganz offen „Erziehung zur sozialistischen Persönlichkeit“. Wer den Marxismus-Leninismus hinterfragte, dem nahm die DDR jede Zukunftschance.
    Die wichtigste politische Jugendsendung im Ostfernsehen hieß „rund“. Daraus wurde das ÖRR-Format „Funk“ – „Rundfunk“ eben.
    Die politischen Gene lassen sich nicht verleugnen.

  • und was war jetzt „Antisemitisch“ ?

  • „Unter anderem bezeichnet sie Menschen, die ein weißes T-Shirt mit dem Schriftzug „Heimatliebe“ und einem Bundesadler tragen, als „absolutes Arschloch“.

    Ich war in den 80ern beim Bund. Für den Sport gab es damals weiße T-Shirts mit schwarzem Bundesadler mittag auf der Brust. Schicht und einfach. Darf ich mich daher nachträglich auch in die elitäre Gruppe der „absoluten Arschlöcher“ rechnen?

  • Roof knock, wie in Gaza.

  • Wenn das alles so ist, wie hier beschrieben:
    Wär das nicht ein Fall für die sogenannten „Medienanstalten“?
    Ah nee –> die werden ja auch aus den Zwangsgebühren mitbezahlt.
    Es ist so widerlich, was all diese Typen mit der uns zwangsweise abgepressten „Demokratieabgabe“ so treiben!

  • Die YouTube Blockade-Einheit bei Youtube nennt sich Funk. Eine Gruppe der ÖRR Propaganda Anstalt.

  • Staatsbürgerkunde für Bückbürger per Rotfunk.
    Viel Vergnügen.

  • ….der Nick Klau am Werk !

    • Dann klau doch nicht.

  • Das ÖRR-Jugendformat „Funk“ feiert sein zehnjähriges Bestehen mit widerlichstem Erziehungsfernsehens, faktenfreier Reportagen und übelstem Framing. Nun ist mal gut und kann weg ! Spätestens in drei Jahren ist sowieso Schluß mit diesem Linken ÖRR Zirkus….. und ich freu mich drauf ! Nur Diktaturen brauchen einen Staatsfunk , Demokratien haben das nicht nötig.

    • Hast du gar nichts übrig für Toleranz?

      • Was ist Toleranz? Im Alter ist man nicht mehr tolerant!

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