Jetzt belehren sogar die Griechen die Schuldenkönige Merz und Klingbeil in Sachen Haushalt
Griechenlands Finanzminister Kyriakos Pierrakakis erteilt dem Schuldenduo Merz und Klingbeil eine fiskalpolitische Lehrstunde. Ausgerechnet der einstige Schuldensünder Griechenland ruft die Bedeutung von Sekundärtugenden in der Haushaltspolitik in Erinnerung.
Der eine oder andere mag noch die Bilder der großen Schuldenkrise vor anderthalb Jahrzehnten vor Augen haben: Deutsche Politiker, angeführt vom damaligen Finanzminister Wolfgang Schäuble, reisten in regelmäßigen Abständen nach Athen, um dort nach dem Rechten zu sehen. „Schuldensünder“ Griechenland war auf die schiefe Bahn geraten, hatte sich zu hoch verschuldet und wurde kurzerhand zum Sündenbock der Finanzmarkt- und Staatsschuldenkrise erkoren. Das war einfach – lenkte es doch ab von den eigenen Versäumnissen.
Rache ist süß. Sie schmeckt umso süßer, je länger man auf ihr Erscheinen warten musste und je tiefer der Schmerz der vorausgegangenen Demütigung saß.
Dass ganz offensichtlich bei manchem noch eine Rechnung offen war, ließ Griechenlands Finanzminister Kyriakos Pierrakakis am Montag im Handelsblatt-Interview durchblicken. Als das Gespräch auf die Schuldenfrage hinlenkte, bemerkte Pierrakakis, der zugleich Vorsitzender der Eurogruppe ist, dass Reformen in der Haushaltspolitik anfangs vielleicht schmerzhaft seien, sich aber politisch und wirtschaftlich langfristig auszahlten.
Recht hat der Mann. Und in Berlin sollte man auf ihn hören, da der Schuldenclub um Friedrich Merz sehenden Auges mit einer Neuverschuldung von über fünf Prozent im kommenden Jahr den Haushalt gegen die Wand fahren wird.
Es klingt tatsächlich nach einer offenen Rechnung, wenn der Grieche großzügig und mit blumigen Worten Deutschlands wirtschaftliches Potenzial lobt und zugleich bemerkt, das Land sei aber nicht unantastbar: „Deutschland ist die industrielle Lokomotive Europas“ – Pierrakakis legt den Finger erbarmungslos in die Wunde. Denn es kann ihm nicht entgangen sein, wie schnell sich das Land ökonomisch zugrunde richtet, wie schnell es sich im Klimawahn deindustrialisiert und sich vom Land der Tüftler und Ingenieure zu einer Freiluftanstalt von Moralisten und Degrowth-Ideologen wandelt.
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Deutsche Banken und Versicherer hatten sich damals mit bis zu 45 Milliarden Euro in griechischen Anleihen engagiert – Geld, für das am Ende der deutsche Steuerzahler geradestehen musste. Verzerrte Zinsen durch die Euro-Einführung und der leistungsheterogene Euro-Schuldenclub mussten zwangsläufig zu einem solchen Desaster führen.
Und das nächste Debakel bahnt sich bereits wieder an: Die Schulden steigen allerorten, die Zinsen ziehen an. Der Anleihenmarkt reagiert mit dem Verkauf von Staatsanleihen und treibt so den Schuldendienst über steigende Zinsen in die Höhe. Waren Griechenlands Bemühungen um Sparsamkeit letzten Endes vergebens?
Dass jetzt der Moment der großen Schuldenabrechnung gekommen ist, ist eher unwahrscheinlich – es besteht noch eine Menge Spielraum, um die Staatsschuldenkrise bis zum Bersten auszureizen. Dennoch erinnert vieles an die Zeit vor 15 Jahren, als der Anleihenmarkt ähnlich reagierte und sich die Immobilienkrise in den USA über den Marktmechanismus auf die fragilen europäischen Staatsanleihen übertrug. Griechenland als eine der kleinsten Ökonomien der EU mit den höchsten Staatsschulden traf es damals als Erstes, bevor die Dominosteine fielen.
Schäubles griechischer Konterpart jener Zeit hieß Giannis Varoufakis: ein intellektueller, überzeugter Sozialist, der den Teutonen und der eingesetzten Troika aus Europäischer Zentralbank, Internationalem Währungsfonds und EU-Kommission Kontra gab – bis die Troika Syriza und Ministerpräsident Alexis Tsipras in die Knie gezwungen hatte.
Die Konsequenz: Austeritätspolitik. Massive Rentenkürzungen, Schließungen von Krankenhäusern – das Eindampfen des Sozialstaats. Die Griechen erlebten ihr sozialpolitisches Waterloo und schafften es seither, ihre Staatsschuldenquote vom Höhepunkt der Krise von etwa 180 Prozent auf 146 Prozent zu senken. Zwischenzeitlich war die Quote auf fast 210 Prozent gestiegen.
Chapeau! Den Griechen gebührt angesichts der laxen Haushaltspolitik ihrer europäischen Nachbarn jeder Respekt – sei es in Italien, Deutschland, Frankreich oder Spanien. Athen hält Kurs, wählt konservativ und quält sich durch diese schmerzhafte Anpassungsperiode.
Im Handelsblatt-Interview gibt sich Pierrakakis als fiskalpolitischer Hobbyphilosoph: Die Kosten des Nichtstuns seien für alle letztlich höher als die Kosten von Reformen. Die Lehre hat einen wahren Kern. Sie wird aber nicht dazu beitragen, dass sich die deutsche Regierungskoalition auch nur einen Millimeter auf den täglich wachsenden Berg notwendiger Reformen zubewegt.
Denn die Konsolidierung des in diesem Jahr mit 180 Milliarden Euro defizitären Chaos-Haushalts würde entsprechende Ausgabenkürzungen erfordern. Steuererhöhungen würgen die Wirtschaft ab – man müsste die Soziallasten für Ausländer reduzieren, die Entwicklungshilfe beenden, eine Sozialstaatsreform einleiten und sich ernsthafte Gedanken darüber machen, wie es mit dem Ukrainekrieg und der damit einhergehenden Aufrüstung weitergehen soll.
Den Deutschen steht der Austeritätsschmerz erst noch bevor. Ob dieser Schmerz über den Anleihenmarkt herbeigeführt wird oder durch harte Einschnitte einer Reformregierung, spielt letztlich keine Rolle. Pierrakakis’ Bemerkung, Deutschland habe ökonomisches Potenzial, wird in ihrer ironischen Schärfe nachhallen. Denn das Land hat seine Staatsfinanzen überdehnt und lebt nun auf Kredit – wie damals die Griechen.
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Bald tauschen Griechenland und Deutschland die Rollen:
Dann muss ein EU-Schutzschirm Deutschland retten, und Griechenland ist Geberland
@ Kalengerja
Das ist eine Super Idee, im Gegensatz zu Deutschland hat Griechenland die Auslandsschulden vollständig abgebaut statt neue aufzubauen. Dazu fehlt aber noch ein sachkundiger Finanzminister auf deutscher Seite. Frau Dr.Weidel hat es gelernt !
Wir sind inzwischen die größte Lachnummer in Europa….
Das Ende ist noch nicht erreicht. Sie haben einen Auftrag…
Ihr werdet nichts besitzen, aber glücklich sein (Klaus Schwab)
„Harmonisierung“ 😉
Herrlich – ausgerechnet Athen! Dass der griechische Finanzminister und Euro-Gruppen-Chef Kyriakos Pierrakakis der deutschen Bundesrepublik eine Lehrstunde erteilt, ist bittere Realität und entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Während das Berliner Duo neue Rekordschulden anhäuft und sich in Grabenkämpfen verheddert, mahnt der einstige Pleitekandidat eisern Haushaltsdisziplin an. In Deutschland wird nicht gespart, hier wird auf Pump gelebt. Griechenland hat seine Krise genutzt, um zu reformieren, wir dagegen haben das ehrliche Haushalten schlicht verlernt. Ein bemerkenswerter Rollentausch, der unseren Schuldenkönigen schmerzhaft den Spiegel vorhält!
Auch hier wurde dank den Griechen gezeigt, dass es geht wenn man nur will. Soll nur jeder auch im Ausland wissen, wer diese Politiker der Altparteien sind, dass da keine ruhige Minute auch im Ausland mehr verbracht werden kann.
Klingbeil eine weitere Abrissbirne Deutschlands.
SAntifaKlingbeil, der Vorsitzende der Linksextremisten.
Die Belehrungen stehen den Griechen auch zu. Wurden sie doch seinerzeit auch von Deutschland „ belehrt“!
ABER -dann müssten die Griechen auch zu dem Schluss kommen, das sie gefälligst auch mal „Rettungsschirme“ aufspannen müssen, um den Deutschen die gleiche Solidarität entgegen zu bringen, die dem Deutschen Steuerzahler seinerzeit aufgebrummt wurde um griechische Banken, das Vermögen der reichen Griechen, und die Korruption des griechischen Staates zu stürzen!
Wird natürlich nicht passieren!
„Solidarität“ bedeutet in der EU nämlich immer nur eines: Deutschland zahlt, Frankreich gebietet und die anderen Mitgliedstaaten schöpfen den deutschen Wohlstand durch „Harmonisierung“ ab!
Was heißt jetzt „sogar die Griechen „? Griechenland war stets im Würgegriff deutscher Banken und Versicherungskonzerne. Haben mit „billigen“ Staatsanleihen ihr Portfolio unterfüttert. Ohne die Daumenschrauben von Schäuble und Merkel, hätten die Wasser saufen müssen. Vergessen? Übrigens starben sogar betroffene Bürger in Griechenland durch diverse verordnete „Maßnahmen „. Zudem brauchte Deutschland zuvor Griechenland für den Beitritt zur EU , Währungsunion, usw. Deutschland war es, welches eigene Goldreserven neu „bewertete“, um die Kriterien überhaupt zu erfüllen.
Die Griechen mussten sich damals vom deutschen Besserwisser belehren lassen.
Sie haben jetzt aber tatsächlich eine Besserung hinbekommen und dürfen jetzt auch den Lars belehren. Allein, helfen wird das Nichts.
„Jetzt belehren sogar die Griechen die Schuldenkönige Merz und Klingbeil in Sachen Haushalt“
Und womit? Mit Recht!
Politik der verbrannten Erde.
Die Griechen haben gelernt, verstanden und ihre Hausaufgaben gemacht. Unsere Regierung ist noch weit weit weg vom lernen davor kommt nämlich die Einsicht über die Realität.
Merz muss nicht mehr lernen oder verstehen, der wird gegangen.
Klingbeil hält seine SPD Ideologie für Lehre und merkt nicht wie die wirkt.
Ah, noch so ein Wunschträumer, der statt Vorsatz Unfähigkeit unterstellt.
Es gibt, was den Umgang mit Geld betrifft, zwei Sorten von Menschen: Leute die geben stets mehr aus als sie einnehmen und Leute, die halten das Geld zusammen, sparen, wirtschaften und haben jeden Monat ein bißchen übrig. Irgendwann reicht das bißchen für das eigene Haus oder die eigene Wohnung.
So, zu welcher Sorte gehören die Sozis? Die Linken? Die grünen? Herr Merz und sein Klingbeil? 16 Milliarden jährlich für eine verkrokste Energiewende, im Winter sind wir abhängig davon dass andere Atomstrom liefern und im Sommer zahlen wir dafür dass die unsere Überschüsse abnehmen. 80 000 Euro pro Funkgerät bei der Bundeswehr und das passt dann nicht überall rein.,.. von Ausgaben für mit Haftbefehl gesuchte llegale, Gender- Klima- Sozialschwätz fangen wir mal gar nicht erst an, sonst graut es mir..
Leider gehören sie zu keinen…
Denn es gibt eine weitere Sorte
Leute, die geben stets mehr aus WAS ANDERE erarbeiteten und gestohlen bekamen.
Ja der Grieche hat das Recht genauso Vorwürfe zu machen wie einst Mutti.
Jedoch eine erste Maßnahme
Dexit
https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/europa/70580/nettozahler-und-nettoempfaenger-in-der-eu/
Da spart man Mrd. Richtung Brüssel und Athen, wo Deutschland Nr. 1 ist und bleibt was zahlt und Griechenland Nr. 1 ist/war was empfing.
Der Lars kann und will da nichts verstehen, er ist wie damals die Herrn Varoufakis und Tsipras ideologisch so verblendet wie man es nur sein kann.
Mal sehen ob Griechenland den Deutschen hilft wenn wir pleite sind ? Wohl kaum
Finanzminister Kyriakos Pierrakakis kann auch gerne auf eine kranke Kuh einreden, der Effekt dürfte der gleiche sein. Wie man hört, sind einige langdienenden Beamten im Finanzministerium bereit zum großen Teil auf Tauchstation, weil sie damit nichts zu tun haben wollen. Lars ist unbeschulbar !
nur, kassieren tun sie immer noch. Griechenland ist immer noch einer der größten Nettoempfänger der EU. Wenn wir diese Rollen endlich tauschen, hätte ich nichts dagegen.
Die Griechen sind nicht über dem Berg.
Due Chinesen halten sie mit Abermilliarden Euro zinslosen Krediten und dem Kauf von Industrie und Hafen über Wasser.
So wie es unsere Regierung mit horrenden Schulden versucht, sich über die Zeit zu retten
Ja so gehts. Was man vor eineger Zeit den Griechen vorgeworfen hat geschieht jetzt hier in dem verifften und korrupten Buntland. Nahezu 3 Billionen Teuro Schulden. https://schuldenuhr-deutschland.com/ Was würde man mit Griechenland machen wenn die solche Bolzen hätten?
Die Griechen hatten sich durch Bilanzfâlschung in die EU gemogelt.
Griechenland hat unter Druck der Geldgeber eine konsequent digitale Finanzverwaltung aufgebaut. So wird heute in allen(!) Geschäften jeder einzelne Umsatz direkt online an das Finanzamt gemeldet, um Umsatzsteuerbetrug zu vermeiden. Alle Mietverträge müssen über ein Webportal (TAXISnet) an die Unabhängige Behörde für öffentliche Einnahmen (AADE) gemeldet werden. Alle Sozialkassen (Kranken-, Renten-, Pflege- und Zusatzkassen) wurden zur komplett digitalisierten Einheitskasse e-EFKA zusammen geschlossen und über deren Webportal gov.gr mit dem KI-Assistenten mAigov werden sämtliche staatliche Leistungen einschließlich Sozialhilfe verwaltet, wobei die Daten aus den Meldeämtern, Finanzämtern (Gehalt, Mietvertrag) und der e-EFKA schon digital gespeichert sind.
Diese Veränderungen wurden in den letzten 15 Jahren mit brachialer Gewalt durchgesetzt. Allein aus den berühmten Datenschutzgründen würde das in Deutschland nie eingeführt werden.
Sie meinen: jeder Umsatz der in die offizielle Kasse eingegeben wird…..
Das ist überhaupt keine vergleichbare Situation weil Griechenland keine Wirtschaft besitzt während deutsche Bonds am Markt immer gekauft werden.
Apollo stellt sich wieder auf die Seite von Ausländern gegen Deutschland, weil Apollo in erster Linie ein antideutsches Portal ist.
@ Altenquäler
Das nominale Bruttoinlandsprodukt von Griechenland liegt laut Destatis bei 248 Milliarden Euro. Die Industrie (einschließlich des verarbeitenden Gewerbes und der Bauwirtschaft) trägt etwa 15,2 % bis 15,3 % zur gesamten Wirtschaftsleistung bei.
Weiß vielleicht irgendwer, ob unsere Wirtschaft schon auf Kriegswirtschaft umgestellt wurde? Man hört auch schon so einiges über Betriebe, wo bis vor kurzem noch Waschmaschinen gefertigt wurden usw. Ich meine, die Leute haben Arbeit und Lohn…