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Flugblatt-Affäre

Ex-Lehrer soll Aiwanger-Interna ausgeplaudert haben – Staatsanwaltschaft ermittelt erneut

Drei Jahre nach der Flugblatt-Affäre wird erneut gegen einen ehemaligen Lehrer von Hubert Aiwanger ermittelt. Er soll das Flugblatt noch vor Beginn der Affäre bei einem Abitreffen herumgezeigt und Interna aus dem Disziplinarverfahren gegen Aiwanger preisgegeben haben.

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Hubert Aiwanger geriet durch die Flugblatt-Affäre kurz vor der bayerischen Landtagswahl 2023 massiv unter Druck. (IMAGO/Sven Simon)

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Drei Jahre nach der Flugblatt-Affäre um Hubert Aiwanger ermittelt die Staatsanwaltschaft erneut gegen einen früheren Lehrer des bayerischen Wirtschaftsministers. Der pensionierte Pädagoge soll bei einem Abitreffen ein Exemplar des umstrittenen Flugblatts herumgezeigt und Interna aus dem damaligen Disziplinarverfahren gegen Aiwanger preisgegeben haben. Apollo News hatte damals über den Lehrer und dessen Verbindungen zur SPD berichtet.

Wie die Staatsanwaltschaft Regensburg auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, läuft gegen den früheren Lehrer ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Verletzung von Dienstgeheimnissen. Hintergrund ist ein Abitreffen im Juli 2023 – also noch bevor die Süddeutsche Zeitung die angebliche Flugblatt-Affäre Ende August publik machte.

Dort soll der ehemalige Lehrer einen Ausdruck des Flugblatts herumgezeigt und Details aus seiner früheren Tätigkeit im Disziplinarausschuss der Schule in Bezug auf Hubert Aiwanger erzählt haben. Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch die Strafanzeige einer ehemaligen Schülerin des Abiturjahrgangs 1998.

Das bayerische Kultusministerium hat die für eine Strafverfolgung wegen Verletzung von Dienstgeheimnissen notwendige Ermächtigung erteilt. Wegen des neuen Strafverfahrens wurde auch ein bereits laufendes Disziplinarverfahren gegen den pensionierten Lehrer ausgesetzt. „Die Ermittlungen sind jedoch noch nicht abgeschlossen“, erklärte die Staatsanwaltschaft. Für den Beschuldigten gelte „uneingeschränkt die Unschuldsvermutung“.

Im schlimmsten Fall könnte der Ex-Lehrer auch seine Pension verlieren. Die Verschwiegenheitspflicht von Beamten gilt grundsätzlich auch nach Eintritt in den Ruhestand. Bei einem entsprechend schweren Dienstvergehen kann das Ruhegehalt gekürzt oder vollständig aberkannt werden.

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Apollo News hatte wenige Tage nach Beginn der Affäre 2023 über den früheren Lehrer Franz Graf berichtet. Graf war bei der Kommunalwahl 2020 in Mallersdorf-Pfaffenberg auf der Liste der SPD für den Gemeinderat angetreten. Darüber hinaus trat er bei Veranstaltungen und in Arbeitszusammenhängen der örtlichen SPD auf.

Damals berichtete Apollo News auch über Aussagen ehemaliger Schüler, wonach Graf bereits vor der Veröffentlichung der Affäre versucht haben soll, frühere Mitschüler Aiwangers zur Flugblattgeschichte zu befragen.

Schon einmal hatte die Staatsanwaltschaft gegen Graf ermittelt. Damals ging es um den Verdacht, er könne das antisemitische und menschenverachtende Flugblatt aus Aiwangers Schulzeit an die Süddeutsche Zeitung weitergegeben haben. Dieses Verfahren wurde im Juli 2024 eingestellt. Die Ermittler konnten nicht nachweisen, dass Graf tatsächlich die Quelle der Zeitung gewesen war.

Die Flugblatt-Affäre hatte Aiwanger wenige Wochen vor der bayerischen Landtagswahl 2023 massiv unter Druck gesetzt. Die Süddeutsche Zeitung hatte berichtet, dass bei ihm während seiner Schulzeit ein antisemitisches Flugblatt gefunden worden sei. Aiwangers Bruder Helmut erklärte anschließend, er selbst habe das Pamphlet verfasst.

Ministerpräsident Markus Söder hielt an seinem Stellvertreter fest. Politisch schadete die Affäre den Freien Wählern am Ende nicht: Bei der Landtagswahl im Oktober 2023 erzielte die Partei 15,8 Prozent und damit ihr bis dahin bestes Ergebnis bei einer bayerischen Landtagswahl. Aiwanger blieb Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident.

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20 Kommentare

  • 1/2
    Stellen Sie sich vor, die Parteien wären vertauscht.

    Ein Ex-Lehrer eines SPD-Spitzenpolitikers, politisch bei dessen Gegnern aktiv, zeigt kurz vor einer Wahl belastendes Material aus dessen Jugend herum und erzählt Interna aus einem alten Disziplinarverfahren.

    Wochen später explodiert die Affäre.

    Was würden wir lesen?

    „POLITISCHE KAMPAGNE?“
    „DAS NETZWERK HINTER DER AFFÄRE“
    „WER ZOG IM HINTERGRUND DIE FÄDEN?“

    Bei Hubert Aiwanger ist die tatsächliche Konstellation nun Gegenstand neuer Ermittlungen: > 2/2

    • 2/2
      Ein früherer Lehrer soll das Flugblatt bereits im JULI 2023 herumgezeigt und Interna erzählt haben.

      Ende August wurde die Affäre öffentlich.

      Der Lehrer hatte zuvor auf einer SPD-Liste für den Gemeinderat kandidiert.

      Beweist das eine SPD-Intrige?

      Nein.

      Beweist es, dass er die Quelle der Zeitung war?

      Ebenfalls nein. Genau das konnte in einem früheren Ermittlungsverfahren nicht nachgewiesen werden.

      Aber 2023 wollte man 35 Jahre tief in Aiwangers Vergangenheit graben.

      Gut.

      Dann graben wir jetzt ein paar Wochen tief in den Sommer 2023.

      Wer wusste was? Wer sprach mit wem? Und wie wurde aus einer uralten Schulgeschichte kurz vor der Bayern-Wahl eine politische Bombe?

      Damals verlangte man Aufklärung.

      Jetzt bitte keine Angst vor der eigenen Medizin.

    • die Fäden zieht immer der Verfassungsschmutz

  • Aus dem Öffentlichen Dienst müssen alle Personenden (m/w/d/x/y) mit Antifa-Vergangenheit entfernt werden.

    Der Staat darf keine Terroristen in seinen Reihen haben.

  • Typisch linkes Verhalten und als Sahnehäubchen auch noch ein Spezialdemokrat und Lehrer – also das ganze Programm eines Bessermenschen.
    Sie erlauben sich alles, weil es ja für eine vermeintlich gute Sache ist, da gibt es keine Grenzen – weder moralisch noch strafrechtlich.
    Ein passendes Wort von mir für diesen Zeitgenossen würde die Etikette massiv verletzen, aber der geneigte Leser wird wissen, was ich meine.

    • Denunziant.
      Was ein Denunziant anrichten kann, kann man an dem ausweglosen Ende des Zeichners Erich Ohser (E.O. Plauen) wiedererleben, der sich einen Tag vor dem ‚Volksgerichts‘-Prozesses nur noch selbst umbringen konnte. 6.4.1944.

      • Danke, dass Sie hier an ihn erinnern.
        Seine Vater/Sohn Zeichnungen sind für mich unvergessen.

  • Es sollte zuerst gegen die Süddeutsche Zeitung ermittelt werden, die es erst zur „Flugblatt-Affäre“ gemacht hat.

  • Und dieser Kerl bekommt immer noch Pensionsbezüge?
    Knast…

    • Nun, „Knast“ wäre ja leider nur auf Zeit. Eine lebenslange Kürzung der Pension auf Bürgergeldniveau schmerzte da sicher viel mehr …

  • Im Krampf gegen Rächts ist alles erlaubt…

  • 5 Jahre Pension um 20 Prozent kürzen. Gute Idee.

    • Wäre ein Anfang.

    • Nein…..Pension ganz weg……Grundsicherung nach Verbrauch der Ersparnisse reicht!

  • Haben die eigentlich nichts Wichtigeres zu tun? Wie stets denn um die Ermittlungen im Falle Jurka?

  • Nun, bei aller Rechtsstaatlichkeit …

    Liest man Berichte über – mögliche – Straftaten fällt es ins Auge, daß der ausdrückliche Verweis auf die strafrechtliche Unschuldsvermutung regelmäßig bei Sozialisten, Negern oder Muselmanen als – mutmaßlichen – Tätern erfolgt.

    Dabei sollte für Sozialisten und Muselmanen eher eine strafrechtliche Schuldvermutung gelten, weil diese ihre Taten idR. vorsätzlich und meist auch noch der Auffassung begehen, damit das „Richtige“ getan zu haben.

  • Das linke link, hinterlistig sind, dürfte sich seit 1933 herumgesprochen haben. Warum diese Idiologie nicht aus Deutschland verbannt und verboten wurde nach 1945 verstehe ich nicht.

  • typische Täter Opfer Umkehr. Aber typisch für dieses Scheissland, da wird der Whistleblower kriminalisisert und der Täter genisst den Schutz.

    Was dieser Hupsi im Jankerl damals gemacht hat, mag nicht schlimm sein aber er muss dazu stehen.

    • ….die Zeichnung stammte von seinem Bruder.

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