Niemand mag Merz: Plötzlich gibt es ungekannte Revolten gegen den Kanzler-Stil
Schroffe Briefe, durchgestochene Anwürfe, gezielte Absagen: Friedrich Merz gerät innerparteilich massiv unter Druck. Grund dafür ist sein Führungsstil – etwa sein Umgang mit Kollegen wie Patrick Schnieder. Die Luft für den CDU-Vorsitzenden wird dünn.
Ein Führungsproblem wird Friedrich Merz seit Jahren attestiert – jetzt schlägt es voll durch. Der Bundeskanzler kann seine Truppen nicht nur nicht zusammenhalten, er verstößt sie geradezu. Als wäre das noch nicht bekannt, hat er das in den vergangenen Tagen geradezu verbissen unter Beweis gestellt.
Der Umgang mit Patrick Schnieder sorgt für Entsetzen – vor allem in seinem Landesverband, der CDU Rheinland-Pfalz. Merz hatte den bisherigen Verkehrsminister schroff per SMS informiert, er habe vor, ihn zu entlassen. Weil sein gewünschter Ersatzkandidat Fritz Güntzler kurzfristig absprang, beließ er Schnieder jedoch im Amt. Dieser beendete diesen „unwürdigen Zustand“ am Sonntag und warf Merz sein Amt vor die Füße.
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Der Fall sorgt jetzt für massive Verstimmungen in der CDU – in einem für die Partei kaum gekannten Ausmaß. In der Sitzung des Parteipräsidiums am Montag entlädt sich der Frust über den Führungsstil und die Politik des Bundeskanzlers ungewohnt deutlich. Von mehreren Seiten wird Merz attackiert: Den Aufschlag macht dem Vernehmen nach Gordon Schnieder, der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Er kritisierte den Umgang mit seinem Bruder Patrick und beklagte zudem eine allgemein schlechte Stimmung in der CDU, berichtete von Parteiaustritten – und legte das dem Kanzler vor die Füße.
Dazu kommt ein Brief der CDU-Fraktion aus Rheinland-Pfalz. Es ist der Landesverband der Schnieder-Brüder, auch Ex-Minister Patrick Schnieder wird dort besonders geschätzt. Eine geplante Klausurtagung der Mainzer Fraktion in Berlin mit dem Bundeskanzler wird klar und deutlich abgesagt – „aufgrund der Ereignisse in den vergangenen Tagen im Zusammenhang mit Minister Patrick Schnieder“, wie es in dem Brief des Fraktionsvorsitzenden Christoph Gensch heißt. „Die Art und Weise, wie in den vergangenen Tagen mit ihm umgegangen wurde, ist für uns schwer nachvollziehbar.“
Auch der bremische CDU-Chef geht Merz in der Sitzung hart an: „Sie leiten hier keine Firma, sondern eine Partei“, wirft Heiko Strohmann dem Bundeskanzler dem Bericht zufolge im Präsidium an den Kopf. Dieser reagiert angefasst – und verbittet sich pikiert diese halböffentliche Kritik.
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Der nächste Spitzenpolitiker der CDU attackiert nach seiner Entlassung als Staatssekretär den Bundeskanzler und beklagt dessen Stil. Den Erfolg bei der Verabschiedung einer Gesundheitsreform schreibt Sorge den Fachpolitikern zu – nicht dem Bundeskanzler.Sie ist aber nicht nur Halböffentlich. Das alles wird auch noch im Minutentakt an Bild durchgestochen – der Kanzler wird von seinen vermeintlich Getreuen live auf der Website der Boulevardzeitung demontiert. Eine Demontage, die er selbst ausgelöst hat.
Auch ein weiteres Opfer von Merz schroffen Personal-Rochaden greift den Kanzler jetzt frontal an. Tino Sorge war bisher Staatssekretär im Gesundheitsministerium – der Politiker ist politischen Beobachtern noch als gesundheitspolitischer Sprecher der Unionsfraktion ab 2021, während der Coronazeit, wohlbekannt. Nun soll Sorge seinen Posten räumen, um weitere Umstrukturierungen in Merz‘ Kabinett zuzulassen.
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Das ist rechtlich eigentlich so vorgesehen: Geht der Minister, muss auch der ihm zugeordnete parlamentarische Staatssekretär gehen, der diesem beigeordnet ist, wie es im Gesetz heißt. Mit dem Abgang von Warken endet auch das Amt von Tino Sorge. Der jedoch fühlt sich vor den Kopf gestoßen – und attackiert Merz heftig. Er nehme die Entscheidung des Kanzlers, ihn zu entlassen, „zur Kenntnis“, schreibt Sorge in einer öffentlichen Erklärung kühl. „Dass er sie – anstelle eines persönlichen Gesprächs mit mir – zuerst in Parteigremien und vor der Presse verkündet hat, bleibt
seine eigene Stilfrage“, kommentiert er bissig.
Der Unmut bricht sich plötzlich Bahn – was viele politische Beobachter überrascht. In dieser Schärfe und dieser Offenheit auch öffentlich gegen den eigenen Kanzler zu schießen, ist höchst ungewöhnlich und auf Jahrzehnte nicht erinnerlich, jedenfalls bei der Union. Dass es jetzt so kommt, ist allein das Verdienst von Friedrich Merz.
Es ist die Panik vor dem steten Umfrage-Absturz und Wahlniederlagen im Osten, die jetzt viele umtreiben – aber auch der ehrliche Frust über die Art und Weise, wie der Kanzler mit seinen Leuten umgeht. Das ist ein Merz-Problem: Schon in der vergangenen Legislatur klagte manch ein Unionsabgeordneter über den schroffen, abgehobenen Führungsstil des damaligen Fraktionsvorsitzenden. Seine gesamte politische Karriere begleitet Merz das Problem, dass er mit vielen nicht kann und es sich mit vielen verscherzt.
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Dass Merz Partei und Fraktion eher „wie ein Unternehmen“ führe, wie es ihm der bremische CDU-Chef im Präsidium vorwarf, ist daher auch kein neuer Vorwurf – entsprechend lästert man in der CDU schon länger über Friedrich Merz. Als Fraktionsvorsitzender habe er manchmal so gewirkt, als glaube er, er sei noch im Aufsichtsrat bei BlackRock, ätzte man im Umfeld der Fraktion. Gemeint ist: Merz führte die Fraktion herrisch, von oben herab, im Befehlston.
So arbeitete er auch als Bundeskanzler – und tut es weiterhin. Den Schaden, den er damit anrichtet, ist mittlerweile so groß geworden, dass es zur Revolte gegen den Kanzler kommt. Schlechte Politik kann man machen, da ballt der Abgeordnete vielleicht maximal die Faust in der Tasche. Verscherzt der Kanzler es sich aber persönlich mit ganzen Landesverbänden, ist ein anderes Kaliber erreicht. Hier wird die Luft dünn für Friedrich Merz.
Die Liste derer, die dem Kanzler jetzt nichts mehr schulden und ihm maximal noch mit Rachsucht begegnen werden, hat Friedrich Merz massiv verlängert. Der würdelos geschasste Patrick Schnieder, den entlassenen Bund-Länder-Koordinator Michael Meister, der empörte Tino Sorge sind Namen, die jetzt dazugekommen sind. Alles auch Mandatsträger und jetzt einfache Abgeordnete, die die dünne 16-Stimmen-Mehrheit der Koalition durchaus gefährden könnten, wenn sie dem Kanzler mal einen Stock in die Speichen stecken wollen. Merz hat keine Freunde mehr in der CDU. Nur die Liste seiner Feinde wächst.
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Und, hat das irgendwelche positive Konsequenzen für Deutschland?
Zieht er sich zurück, zieht die Union sich zurück?
Der Amtseid für den nächsten Bundeskanzlers muss dringend vorher überarbeitet werden
Merz wird sich nie zurückziehen. Er erinnert mich langsam an Erich Honecker, der ebenfalls in seiner eigenen Welt lebte. Daß sie um ihn herum zusammenbrach merkte er nicht. Und Merz auch nicht. Ich denke, er wird zurückgetreten; bei irgendwelchen Abstimmungen – im Bundestag oder auch im Bundesrat – verweigern ihm die CDU- oder auch die CSU-Abgeordneten, vielleicht sogar einzelne Ministerpräsidenten die Gefolgschaft und das war‘s dann. Ohne Mehrheit kriegt auch Klingbeil (der eigentliche Kanzler) keins seiner Gesetze durch und es gibt Neuwahlen. Was danach passiert: Keine Ahnung. Aber es findet ohne diese beiden Leuchten des Abendlandes statt.
Natürlich nicht. Das Ganze dreht sich bloß um die gekränkten Egos von ein paar Assistenz-Häuptlingen aus der zweiten bis dritten Reihe. Bloße Personalien.
Themen, Inhalte und die Zukunft des Landes interessieren da nicht mal am Rande.
„Wachstum ist die Schicksalsfrage dieses Landes“, sagte der damalige Vorsitzende der Unionsfraktion zuletzt noch am 22. Dezember 2025. Etwas mehr als ein halbes Jahr später bloß zu erörtern, ob die Antwort darauf es besonders am Stil fehlen lässt, greift denn auch viel zu kurz. Es sollte daher erlaubt sein, wenigstens die CDU daran zu erinnern, damit bloß wertvolle Zeit zu vergeuden. Immerhin entschwinden gegenwärtig vor allem die besten Fabriken unwiederbringlich; von der sich dadurch bis weit ins Unerträgliche hinein gesteigerten Lebensnot gar nicht erst zu reden. Gemessen daran, täten die frei gewählten Abgeordneten zum Deutschen Bundestag gut daran, ihre intellektuelle Kraft nicht länger völligen Belanglosigkeiten zu widmen. Eine hochentwickelte Industriegesellschaft verliert ansonsten vollends den Grund ihrer Existenz.
Kanzlerdämmerung, bald sind Neuwahlen.
Das ist jetzt einfach eine etwas holprige Überleitungsmoderation zu Wüst aus NRW, mehr nicht. Und die CDU Wähler werden begeistert sein, wenn der dann weitermacht.
In deinen Träumen von BlackRock.
Ihr habt in Tschetschenien schon Strom? Beeindruckend!
Hast Du dir mal aktuelle Bilder von Grosny angesehen?
https://www.mdr.de/heute-im-osten/tschetschenien-grozny-im-wandel-100.html
Hoffentlich macht der nicht mehr lange den Kanzler,
Geben Sie ihm noch acht Wochen. Dann ischt over.
Hoffentlich!
Hatte schon vor Monaten, an dieser Stelle, den Tipp auf „Sommer 2026“ abgegeben.
Simple Agenda: Merz entlassen, Koalition auflösen, Brandmauer einreißen, Neuwahl durchführen, Linksgrünwoke beenden. Und ab dafür!
Die werden ja nicht kampflos aufgeben. Schlechte Verlieren sind zu allem fähig.
Ich hoffe d o c h. Er ist der Beste für den Niedergang der CDU.
Oder soll das Elend mit dieser Partei verlängert werden?
Klassisches Eigentor!
MdB Fritz Güntzler wäre eine ideale Überraschungsbesetzung als Kanzler.
Völlig unbelastet, versierter Kenner von Steuer- und Finanzpolitik und er hatte den Mumm, Merz in die Schranken zu weisen, wie einst Egon Krenz den unantastbar geglaubten Erich Honecker.
Damit hätte die CDU wieder gute Chancen, über 20% zu kommen.
Hört sich an wie der Vors. der Seniorenunion. Ist aber tatsächlich (noch!) jünger als ich. Soll mal machen. Weiterhin gilt aber: Der Weg der CDU endet an der Brandmauer oder sie sprengt sich den Weg frei.
Nun, viele werden sich nicht mehr an das turbulente Ende der Kanzlerschaft Ludwig Erhards erinnern, nachdem es in NRW und Hessen wegen der einsetzenden Rezession (gegen die zu wenig getan zu haben Erhard vorgeworfen wurde) zu deutlichen Wahlverlusten der CDU gekommen war.
Franz Josef Strauß fasste die Kanzlerschaft Erhards nach der noch souverän gewonnenen Bundestagswahl 1965 mit den berühmten „5-U`s“ zusammen:
„Unwissenheit, Unbehagen, Unsicherheit, Unruhe, Unzufriedenheit.“
(Nachtrag:
Aber selbst auf dem Höhepunkt der Krise vor dem Rücktritt fand Erhard sogar in der Union seinerzeit noch wesentlich mehr Zustimmung als Merz heute!)
ICH mag ihn, einen besseren Afd Wahlkämpfer kann man sich nicht wünschen.
>>Die Luft für den CDU-Vorsitzenden wird dünn.<<
Ich hab den Eindruck, dass der schon seit längerem auf dem eigenen Sauerstoffschlauch steht.
Ich mag Merz wegen seiner Umfragewerte und vor allem wenn er eine Kippa trägt.
Ein paar Tränen muss er auch noch rausquetschen, und selbst dieses Schauspiel hat ihm niemand abgenommen.
Und wer kommt dann? Söder?
Ich finde ihn polarisierender wie seine 2 Vorgänger*innen.
Längst überfällig , wirkt wie ein Großkonzern – Manger.
Absolut Bürger fern..
Merz,Merz Merz…..Wie haben:“Ende JUNI !!!“ 🙁
Juli, Herr Sieg.
@Nashika:
Ja stimmt!
Der Merz bringt einen komplett durcheinander,
warum Diesen „Kaspar“eine Bühne bieten??? 🙁
Die Iden des August sind der 13.08.
Wer ein Gewissen hat bei den CDU MdBs der oder die tritt über
Die Kanzlerdämmerung hat begonnen, eigentlich hatte sie schon bei der Regierungsübernahme begonnen, weil sofort Lügen offenbar wurden.
Viele CDUler hatten sich täuschen lassen, weil er immer als Gegner des Merkel-Kurses wahrgenommen wurde. Man hätte es aber schon vor seiner Wahl zum Bundeskanzler erkennen können.
Wenn er mal etwas Konservatives gesagt hatte (z. B. die „Paschas“ erwähnte) und die schmutzigen linksgrünen Journalisten in kompletter Meute mit geiferndem Maul über ihn hergefallen sind, ist er sofort zurückgerudert und hat mit dem Schwurbeln angefangen.
Ähnlich führt er nun das Land. Er ist hart gegenüber denjenigen, die abhängig von ihm sind (Ministerrauswurf) und schmeichlerisch gegenüber dem politischen Gegner, den Linksgrünen.
Wenn die CDU Rückgrat hätte oder noch eine konservative Partei wäre, hätte sie Merz doch längst empfohlen der SPD beizutreten…
Stromberg at It’s Best ! Der Kanzlerdarsteller in seiner letzten Rolle kämpft gegen verdiente Absetzung.
Der Kanzler der 2. Wahl baut ja auch nicht das Kabinett um – er baut lediglich Posten innerhalb der Union um!
Das Kabinett lässt er!
Wenn er dieses umbauen würde, dann müsste er auch den einen oder anderen Genossen rauswerfen und umbesetzen.
Aber genau das macht er ja nicht!
Und genau betrachtet, lacht sich die SPD gerade ins Fäustchen! Sie geht wieder vollkommen unbeschadet aus diesem Wahnsinn hervor! (Die paar Stimmen weniger, sind nicht mehr wichtig – es geht um die Außenwirkung)
Zum Wohle dieses Landes und seiner Bevölkerung wäre es spätestens jetzt an der Zeit, dass der Kanzler der 2. Wahl abtritt und diese unsäglichen Genossen der SPD und der Union gleich mit dazu!
Gibt es eigentlich noch Bewegungsmeldungen von der SPD?
Statt SPD-Minister*innen raus zu schmeißen–kegelt Herr Merz jetzt seine eigenen Verbündeten vom Spielfeld.
Die 5%- SPDler müssen doch jetzt wie verschreckte Hühner in einer dunklen Ecke auf dem Boden vor sich hin zittern—darauf wartend, dass sie die nächsten sind.
Oder will Herr Merz seinen Einstigen-Wählern zeigen, dass die SPD die Partei der Verläßlichkeit ist –und nur die rechtsverrückte CDU das Land in Wallungen gebracht hat?
Will Herr Merz seine CDU- Minister*innen bestrafen, weil sie zu viel faktenbasierte rechte Medien konsumieren–und sich deshalb die Stimmung dreht?
Beim Wahl fälschen sind sie denke ich immer noch vorne mit dabei
Wie lange will Merz sich und Deutschland das eigentlich noch antun. Welches Attribut will er sich verdienen? „Merkels Testamentsvollstrecker“ oder „Deutschlands Totengräber“?
Es war von Anfang an klar, Merz kann es nicht und wird es auch nicht lernen. Er paart Führungsschwäche mit Inkompetenz und umgibt sich mit den wenigen Klatschern wie Amthor und Bilger, die ihm im Moment noch zur Seite stehen.
Seit wann ist arrogante Großfressigkeit Stil?
Na, einen Freund hat er doch noch: Den Philipp. 😉
Abgesehen davon hab ich zwei Fragen:
1. Was sind die eigentlichen Hintergründe zu diesen Personalentscheidungen?
Konnte dazu bisher nichts Konkretes finden.
2. Warum macht Merz das so, wie er es macht?
Die Antwort ist wahrscheinlich: Er ist halt so…