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„Leitfaden“ des Innenministeriums: Schon AfD-Kassenwart zu sein, kann für Wahlausschluss ausreichen

Wer als AfD-Mitglied an die Partei spendet, für sie Wahlkampf macht oder nur als „Kassenwart“ lokal in Erscheinung tritt, kann laut einem internen Leitfaden des niedersächsischen Innenministeriums, der Apollo News exklusiv vorliegt, deshalb schon von der Wahl ausgeschlossen werden.

Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) und das Dokument

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Ein internes Dokument des SPD-geführten Innenministeriums Niedersachsen, das Apollo News exklusiv vorliegt, zeigt, nach welchen Kriterien man Kandidaten auf ihre Verfassungstreue prüft – und dass faktisch allein die Tatsache, dass ein Bewerber aktiver AfD-Politiker ist, kann für einen Wahlausschluss bei Landrats- und Bürgermeisterwahl ausreichen.

Dieser „Leitfaden zur Prüfung der Verfassungstreue bei Bewerberinnen und Bewerbern für das Amt der Hauptverwaltungsbeamtin oder des Hauptverwaltungsbeamten“ schildert dabei im Detail jene internen Kriterien zur Verfassungstreue; dieses Votum des Innenministeriums ist dann die Entscheidungsgrundlage der lokalen Wahlausschüsse. Apollo News macht den gesamten Leitfaden hier öffentlich.

Betroffen sind AfD-Politiker, vor allem von den unter Punkt 4 „Mitgliedschaft in einer extremistischen Partei oder Organisation“ beschriebenen Kriterien. Bereits bekannt ist, dass die Mitgliedschaft in einer „extremistisch eingestuften Partei“, als die der niedersächsische Verfassungsschutz die AfD sieht, schon als ein „starkes Indiz für Zweifel an der Verfassungstreue“ gilt. Öffentlich und auch in diesem „Leitfaden“ betont man aber gerne, dass eine AfD-Mitgliedschaft allein noch nicht zum Wahlausschluss reicht. Dafür braucht es weitere „relevante Aktivitäten“, die diese „Zweifel an der Verfassungstreue“ bestätigen würden.

Der Leitfaden des Ministeriums, der Apollo News vorliegt, zeigt jetzt aber, dass man im Grunde jedem AfD-Politiker solche „relevanten Aktivitäten“ vorhalten kann. „Ausreichend können auch Aktivitäten sein, die z. B. einen positiven Beitrag für das Vorankommen der Partei, die Wahl- oder Mitgliederwerbung oder die öffentliche Wahrnehmbarkeit der Partei leisten“, steht dort. So heißt es im Dokument weiter: „Relevante Aktivitäten sind insbesondere die Wahrnehmung herausgehobener Parteifunktionen unabhängig von der Organisationsebene (z. B. Vorsitz, Kassenwart/in und die Stellvertretungen)“.

Das bedeutet: Wer etwa Kassenwart in einem AfD-Kreisverband ist, beteiligt sich damit bereits an vermeintlich „relevanten Aktivitäten“, die die „Zweifel an der Verfassungstreue“ bestätigen, sodass ein Wahlausschluss gerechtfertigt sein kann. Es geht dabei noch weiter: „Wahlkandidaturen sowie die Ausübung politischer Mandate auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene“ fallen ebenfalls darunter. Bereits für die AfD Landtags-, Bundestags- oder EU-Abgeordneter zu sein – ohne irgendwelche explizit extremistischen Äußerungen zu tätigen –, kann damit für einen Wahlausschluss ausreichen. Dieser Argumentation folgte man etwa im Fall Martin Sichert (Apollo News berichtete).

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Ebenfalls als Bestätigung der „Zweifel an der Verfassungstreue“ gilt zudem die „finanzielle, organisatorische oder sonstige aktive Unterstützung der Partei“. Das trifft faktisch jeden, der als AfD-Mitglied auch an die Partei spendet oder für sie Wahlkampf macht. Quasi jedem AfDler, der nicht nur als passive Karteileiche Mitglied ist, sondern die Partei aktiv unterstützt, können damit „relevante Aktivitäten“ nachgewiesen werden, die zusammen mit seiner Parteimitgliedschaft als Grundlage für einen Wahlausschluss dienen.

Das ist aber noch nicht alles: Bereits rein passives Verhalten als AfD-Mitglied – ohne Kassenwart oder eifriger Wahlkämpfer zu sein – könnte einem unter Umständen sogar als Beweis für „Zweifel an der Verfassungstreue“ ausgelegt werden. So ist unter Punkt 6 „Fehlende Distanzierung“ davon die Rede, dass als „tatsächlicher Anhaltspunkt für berechtigte Zweifel an der Gewähr der Verfassungstreue“ bereits ausreicht, wenn sich jemand nicht „hinreichend“ von „politischen Konzepten oder Forderungen mit verfassungsrechtlich bedenklichem Inhalt“ distanziert. Explizit erwähnt werden in dem Leitfaden etwa „Remigrationskonzepte“ als Beispiel für „menschenwürdeverletzende und diskriminierende Verhaltensweisen“.

Im Falle des Wahlausschlusses des AfD-Bundestagsabgeordneten Martin Sichert argumentierte das Innenministerium sowohl mit dessen „Funktion als Kreisvorsitzender der AfD Friesland Wittmund“ und der „Wahrnehmung seines Bundestagsmandats“ als auch mit „radikalen Positionen an der Grenze der Strafbarkeit“ – also legalen Äußerungen –, wie etwa harscher Kritik an Regenbogenflaggen vor Rathäusern, der Betitelung der anderen Parteien, deren Lokalpolitiker ihn nun von der Wahl ausschlossen, als „Kartellparteien“ sowie einer nicht „differenzierten Betrachtung der Religion Islam“ neben anderen Beispielen.

Der Leitfaden zeigt nun: Offenbar hätten bereits seine Parteiämter in der AfD sowie sein Bundestagsmandat für die Partei gereicht, um als „relevante Aktivitäten“ zu gelten. Anders kann man das Dokument jedenfalls kaum interpretieren. An keiner Stelle heißt es, dass es zusätzlich noch eigene Äußerungen geben müsse, wenn etwa durch die Übernahme eines Amts als z. B. AfD-Kassenwart die „Zweifel an der Verfassungstreue“ bereits bestätigt wurden.

Es zeigt dabei einmal mehr, wie pauschal man, zumindest aus Sicht des niedersächsischen Innenministeriums, AfD-Politiker von kommunalen Wahlen ausschließen kann. Denn die immer wieder angepriesene Einzelfallprüfung – schließlich darf man niemanden allein wegen seiner AfD-Mitgliedschaft von der Wahl ausschließen – entpuppt sich damit häufig nur als Zirkellogik: Im Einzelfall reicht bereits ein aktives Eintreten für die AfD, in der man Mitglied ist, als vermeintlich „relevante“ Bestätigung eines Extremismusverdachts. Das sieht man in diesem Dokument nun schwarz auf weiß.

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102 Kommentare

  • Damit greift eine SPD geführte Behörde dem Bundesverfassungsgericht vor, dem allein die Autorität für ein Parteiverbot obliegt.
    Erschwerend kommt hinzu, daß sich die SPD, hier in der Form von Daniela Behrens, zu Unrecht Vorteile im politischen Wettbewerb verschafft.
    In einer echten Demokratie kann das unmöglich Recht sein, daß ein politischer Wettbewerber den anderen ausschließt.

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    • Absolut zutreffend. Der Leitfaden verstößt offensichtlich gegen Art. 21 Abs. 4 Grundgesetz. Jedes Argument, das sich lediglich auf die AfD als Partei bezieht und nicht auf persönliches, außerhalb der Parteiaktivität liegendes Verhalten stützt, ist verfassungswidrig.

    • jaaaa… in einer echten demokratie.

      siehst du hier eine?

    • Dazu fällt mir nur noch ein, dieser Frau muss man das Handwerk legen, denn sie scheint all das zu verkörpern, was sie anderen vorwirft.

      • Rücktritt ?! Wohl er Handschellen und Untersuchungshaft.
        Als Innenminister sollte sie die Gesetzeslage kennen und hat somit auch noch vorsätzlich gehandelt! Rücktritt wäre etwas für den politisch Verantwortlichen Ministerpräsidenten Lies oder wie der heißt!

    • Och … die SPD hat auch schon über 2000 Kommunisten in Hinterhöfen ermordet und auch gleich Rosa Luxemburg und Thälmann erschiessen lassen und Sie dann im Landwehrkanal entsorgt !! Darum .. diese SPD darf man nicht unterschätzen , Sie werden zu Verbrechern , wenn es nötig ist ! Entweder man schafft sich Respekt oder man wird einfach von diesen Leuten ermordet !!
      Toll ist dabei , dass die Kommunisten ( Linken ) mit solchen Typen sogar zusammen arbeiten und dabei Ihre ermordeten Genossen schmählich verraten !!

  • Wo sind er gentlich die ganzen Verfassungsrechtler, die reihenweise aufschreien müssten? Wie kann so ein Verhalten in einer echten Demokratie bestehen??

    • Gar nicht. …aber wie kommen sie jetzt in Bezug auf Deutschland zu einer „echten Demokratie“?

    • Wo sind/waren die Millionen Menschen die eine Demokratie einfordern, die solch „Wahlen“ wie in Ludwigshafen und nun Niedersachsen NICHT zulassen und die Wahllokale blockieren, würden manche fragen.

      Eine illegale „Wahl“ zuzulassen, legitimiert sie somit, würden manche hinweisen.

      NICHT die SPD und Helfers-Helfer reservieren ihre Posten, sondern die Menschen bestimmen/legitimieren ihre Vertreter UND finanzieren die Posten.

    • Bisher war ja der Inhalt des Papiers noch nicht bekannt. Da wird noch einiges kommen und das Verhalten der SPD in Niedersachsen wird sie vermutlich aus dem Landtag in Sachsen-Anhalt fliegen lassen. Dabei kann die SPD noch von Glück reden, dass in Sachsen und Thüringen keine Wahlen sind, denn dort stehen sie ebenfalls kurz vor dem Rauswurf. Auch ein Einzug in Bayern werden sie mit dem Verhalten nicht mehr schaffen.

    • du befindest dich nicht in einer echten demokratie, sondern in einem regime, das sich eine ehemalige demokratie einverleibt hat.

      von nun an gelten ausschliesslich die regeln, die dieses aktuelle regime vorgibt.

      das ist ganz normal bei regimewechseln (siehe ungarn).

      wer die macht hat, gibt den tarif durch.
      und zwar immer zu eigenen gunsten.

      voellig ueberfluessig, dass hier -zig stimmen herumweinen, und danach verlangen, dass nach demokratischen regeln gespielt wird.

      die gibt es derzeit einfach nicht !

      um das zu aendern, muss dieses regime gestuerzt, oder auf andere weise abgeschafft werden.

      warum gibt es bei rechts keine so findigen koepfe, die *unseredemokratie* auf aehnliche weise aufs abstellgleis stellen koennen, wie *unseredemokratie* es mit AFD-mitgliedern tut?

      • Weil AfD – Mitglieder in der Regel keine triebgesteuerten Menschen sind, die auch explizit nicht auf Rache aus sind. Es sind i.d.R. Personen, die bewußt das kuschelige, jahrzehntelange „weiter so“ verlassen haben. Vielleicht haben sie auch das ewige Gemauschel der anderen Parteien satt und geahnt, wie häßlich diese reagieren, wenn man ihnen festgeglaubte Privilegien nehmen will. Ich kann nur für mich sprechen, kenne aber auch viele, die ähnlich denken.

  • Wie schon öfter gesagt, seitdem die Aberkennung des passiven Wahlrechts grassiert: Deutschland ist KEINE Demokratie mehr. Und die Union macht fest mit.

  • Dobrindt und Merz schweigen dazu.
    Was sagt uns das?

  • Der VS schützt nur die Regierung, nicht die Verfassung —

    • Wie seltsam, ein linkes Regime, das sich zum Erhalt seiner Macht vollumfänglich auf eine Geheimpolizei stützt…

  • Ist das nicht ein Offizialdelikt? Hier wird doch alles mit Füßen getreten.

  • Den Faschismus in seinem Lauf,halten weder Demokratie noch Wähler auf.

    • Wenn diese Machenschaften aufgedeckt und angeprangert werden, entlarven die sogenannten Hüter der Demokratie („Unsere Demokratie“) sich selbst, bis sie vergessen sind. Der Stein ist am Rollen und nicht mehr aufzuhalten. Es ist nur ein hinauszögern. Ich drücker Herrn Sigmund alle Daumen und kann nur hoffen…

      • der Chrupalla grätscht noch rein…

        -16
        • Und was möchtest du mitteilen?
          Trollchen, alle deine Kommentare sind fürs Klo.
          Egal unter welchen Nick, es sind alle unbrauchbar und haben nichts mit den Artikeln zu tun.
          Schade macht AN dein linkes Spiel mit!

          15
    • Nicht immer verzagen!

      • War aber ein guter Spruch!

  • Mein Gott, was ist das für ein Land geworden?

  • Das muss nun in alle Welt hinaus publik gemacht werden, das ist etwas für Brennpunkt und Sondersendung!!!!!!! Das ist der Einstieg in Diktaturen!

  • Nun, nach würdigender Lektüre des – hier dankenswerterweise veröffentlichten – „Leitfadens“, stellen sich doch einige Fragen:

    #1: Das als „Leitfaden“ bezeichnete „Papier“ kommt zwar „in juristischem Gewande“ daher – allerdings ist sein konkreter Rechtscharakter unklar:
    (1) Ein Gestez kann es wg. fehlenden Parlametsbeschlusses nicht sein;
    (2) eine rein ministerielle (Durchführungs-) Verordnung zu (einem) geltenden Gesetz(en) kann es ebenfalls nicht sein, weil dies an der formellen ministeriellen Inkraftsetzung scheitert;
    (3) eine Allgemeinverfügung kann es aus gleichen Gründen (vbl. N° 2) nicht sein;
    (4) auch jeglicher sonstige „Rechtscharakter“ scheitert an fehlender Urgierbarkeit des „Leitfadens“ – niemand kann gezwungen werden, diesen anzuwenden oder auch nur zu beachten.

    #2: Der unklare Rechtscharakter ist mE. beabsichtigt und gewollt. So kann man sich im Falle einer verfassungsrechtlichen Befassung darauf hinausreden, daß das Ganze ja keinerlei Rechts-, Verbindlichkeits- oder Verpflichtungscharakter besitzt, denn – strenggenommen – ist dieser „Leitfaden“ eigentlich „gar Nichts“ und in rechtlicher Hinsicht existiert er nicht einmal. Mehr als eine ministerielle Meinungsäußerung stellt er nicht dar – gewissermaßen steht er auf der gleichen Stufe wie die Ansichten der ehemaligen Außenministerin zum Standort von Latrinen im Negerkral.

    #3: Interessant wäre indes die ggf. nachzureichende Veröffentlichung der Anhänge zu diesem „Leitfaden“.

  • Das ist komplett feudalistische Willkür. Egal ob in Hannover oder Jever. Ich werde mich dem niemals unterwerfen!

  • Sind wir also schon wieder soweit?
    Eindeutig ja!
    Und da soll man zur Wahl gehen?

  • Artikel 20, Abs. 4 ist jetzt offenbar in kraft.

  • Früher nannte man so etwas „Sippenhaft“….. Warum sind sie auch mit den falschen Leuten befreundet?

  • Nach dem Verbot der SPD/KPD wechselten die meisten Mitglieder zur NSDAP.
    National SOZIALISTISCHE Arbeiter Partei!

    SPD = Arbeiterpartei!

  • Aktueller denn je.

  • Faeser 2.0. Die SPD hat wirklich fantastisches Personal mit überzeugendem Demokratieverständnis.

  • Deutschland ist auf dem besten Weg in eine Diktatur wie in Russland oder der Türkei.

  • AN ich habe meinen Test 9x angepasst und ihr verhindert ihn noch immer?
    Was ist daran falsch?
    Ich habe nichts böses geschrieben!

  • Es tut mir leid, aber einen Unterschied zu den Tricks von Putin & Co. kann ich da nicht mehr erkennen. Niedersachsen ist kein demokratisches Bundesland mehr.

    • Nimm noch Selenskyj mit drauf und ich bin bei dir.

  • Keine Anklage, keine Verteidigung, kein Gerichtsurteil. Warum schaffen diese Leute die Justiz nicht gleich per Verordnung ab bei diesem Ausmaß von Amtsanmassung? In den Geschichtsseminarsrbeiten wird der Juli 2026 eines Tages als Beginn des vorläufiges Ende der deutschen Demokratie diskutiert werden.

  • Warum kommt mir bei der SPD „kauft nicht bei“ in den Sinn?

  • Ich dachte immer es reicht schon Herr der Ringe gesehen zu haben oder die deutsche Flagge zu hissen um die Verfassungstreue verloren zu haben. Oder warum wird immer ermittel wenn wer Deutschlandfahnen aufhängt?

  • 33 ist jetzt und wieder von links.
    Ja, die Naziführung war durch und durch links!

  • Das verfassungsrechtlich erlaubte -und in der Demokratie allgemein sogar ausdrücklich erwünschte Mitwirken in Parteien soll also bereits die Verfassungstreue des jeweilig Mitbürgers (aktive Mitwirkung des Souveräns bei der politischen Willensbildung in demokratischen Parteien) in Frage stellen?

    Man ist von den Altparteien ja längst so manchen Verfassungsbruch gewöhnt, das aber schlägt wirklich alles! Genauso gut könnte man gleich die Bildung einer Opposition als verfassungsfeindlich einstufen, inhaltlich wäre dies das Gleiche!

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