Die neuen Wutbürgerinnen
Die gleichen, die Sie als „Wutbürger“ beschimpft haben, weil Sie die Vergewaltigungen von 2015 überbewertet haben, wollen die „Wut“ jetzt für sich beanspruchen. Bei Carolin Kebekus ist Fremdscham wieder vorprogrammiert.
Liebe Leser, ich wollte es Ihnen doch wirklich ersparen. Insbesondere wollte ich es mir ersparen. Eigentlich wollte ich über die ganze Artemis-Mission schreiben. Ich hatte mir schon den Scherz bereitgelegt, dass wir uns für die Dauer der Mission ja gerne in Artemis News umbenannt hätten, wenn in Berlin nicht ein großes Bordell so heißen würde. Was hätten wir gelacht. Stattdessen muss ich Sie und mich nun wieder mit diesem leidigen Thema quälen, in das sich nun zu allem Überfluss noch Carolin Kebekus einschalten musste.
Und auch wenn das schon mit Ansage peinlich und nicht lustig wird, müssen wir da jetzt doch drüber sprechen. 2015 sang Carolin Kebekus noch in dem Format „Pussy Terror TV“ in ihrer Parodie „Wie blöd du bist“ den Text: „Vom Wutbürger zum Faschist, zu mehr hast du’s nicht gebracht“. Denn wenn Sie sich erinnern, war das Wort „Wutbürger“ damals das Ding. Und Kebekus sagt doch gerne das, was alle sagen. Wut war bis vor Kurzem noch ein Kampfbegriff gegen rechts: die Wutbürger, die auf der Straße pöbeln oder die Populisten, die auf negative Emotionen statt auf Fakten setzen.
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Jetzt wird die Wut – zumindest wenn sie von Frauen kommt – romantisiert. Es ist ein schmaler Grat zwischen berechtigter Wut und Wutbürgertum. Wenn man Wut über Vergewaltigungen durch eine ganz bestimmte demografische Gruppe als Problem sieht, kann das beides sein. Es kommt dann darauf an, wie sehr man diese demografische Gruppe eingrenzt. Für Carolin Kebekus ist es natürlich einfach eine reine Frage der Geschlechter. Wurden wir nicht auch immer vor Leuten gewarnt, die für komplexe gesellschaftliche und politische Probleme einfache Lösungen anbieten? Vergessen wir das. Die Ulmen-Fernandes-Story hat einfach alles verändert, und jetzt ist eh nichts mehr das, was es mal war.
Deshalb sollen wir Frauen jetzt endlich wütend sein. Eingangs erklärt Kebekus: „Bevor eine Frau wütend wird, muss viel passieren.“ Im Kopf einer Frau seien nämlich „ganze viele Stimmen“ (oh oh, Helmut Schmidt würde sie da schon zum Arzt schicken), die sie davon abhalten wollen, „einfach mal komplett auszurasten“. Unter diesen Stimmen natürlich: „der Frauenhass der Gesellschaft“, den wir schon in unseren Köpfen verinnerlicht haben. Etwa weil uns als Mädchen gesagt wurde, dass wir zickig sind, wenn wir wütend waren. Da muss ich ganz klar sagen: Anfängerfehler. Ich trage die Bezeichnung als Zicke schon mein ganzes Leben mit Stolz, dafür brauche ich Carolin Kebekus nicht.
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Aber für die Blitzmerker hat Kebekus dazu sogar ein Lied gesungen. Der Refrain: „Vater Staat kann Scheide lecken“. Eine feministische Variante von „Merz leck Eier“? Kein einziger Witz in der ganzen Sendung war irgendwie originell oder gar (ich weiß, zu viel verlangt) witzig. Kunstfreiheit funktioniert im Öffentlich-Rechtlichen ja immer so, dass man alles sagen kann, wenn man ein lachendes Publikum darüberlegt. Und ich muss sagen: Mehr noch als die offensichtliche politische Schlagseite, das Belehren und Gängeln, stört mich diese unglaubliche Einfallslosigkeit.
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Dafür zahlen wir Rundfunkgebühren: damit man uns Jahre zu spät einfach übersetzt, was in den USA mal diskutiert wurde. Und damit Carolin Kebekus das dann als ihre eigene Idee ausgeben kann. Es ist auch nicht besser oder überhaupt gut. Im „female rage“-Trend war eine zentrale Hymne das Lied „labour“ von Paris Paloma, das davon handelt, dass Frauen für Männer nichts als Babymaschinen, Anhängsel und Untergebene sind. Etwas theatralisch, aber zumindest musikalisch ansprechend, gut gesungen, und man kann ganz gut dazu Wäsche aufhängen. Das kann man von der Playback-Show von Kebekus eher weniger behaupten.
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Man hat eher das Gefühl, dass man versucht hat, so viele Schimpfwörter in einen Text zu quetschen wie möglich. Was ja auch vorhersehbar war. Sie macht sich gerne darüber lustig, dass männliche Comedians ja alle immer nur die gleichen Themen haben; ich habe von Carolin Kebekus aber bisher noch nichts anderes als Wut gegen Männer und Fäkalausdrücke gehört. Ich muss aber auch sagen, dass ich mich mit ihrer Person und ihrem Werk nicht so auskenne, ich durfte früher nie Trash-TV gucken.
Aber man kann sie schon irgendwie verstehen. Damit findet sie zumindest in einer gewissen Zielgruppe Anschluss. Wenn Kebekus mal über etwas anderes Witze machen soll, sieht das so richtig mau aus. Das hier hatte sie zum Beispiel zu der Artemis-II-Mission zu sagen: „Aber ich hab gehört die sind jetzt schon wieder auf dem Rückweg. Hä, was war das denn? Kurztrip, verlängertes Wochenende! ‚Oh, was hast du Ostern so gemacht?‘ ‚Jo, Mond, aber keine Eier gefunden‘ Ja, klar haben die keine Eier gefunden, weil ich hab gelesen, die sind da gar nicht gelandet! Die fliegen da hoch – ‚Näää, näh, halten wir nich an, näh, wir fahren nur rum‘ Hä?! Ist doch voll lame. Ist doch so als würdest du zu McDonalds gehen, da dann irgendwie durch nen McDrive fahren und dann aber nichts bestellen.“ (vereinzelte Lacher aus dem Publikum)
Danach macht sie nochmal den gleichen Witz, aber anders. Das Publikum klatscht brav. Aber vielleicht bin ich tatsächlich ungerecht zu der armen Frau Kebekus. Eigentlich ist im ÖRR doch niemand lustig. Und das betrifft auch nicht nur die weiblichen Comedians. Man kann doch nicht nur über Anja Reschke, Sarah Bosetti und Carolin Kebekus schimpfen, während Jan Böhmermann und Oliver Welke existieren und man andauernd Florian Schroeder einlädt. Zumindest muss man diesen männlichen „Comedians“ aber zugutehalten, dass sie nicht annähernd so viel über ihre eigenen Geschlechtsteile sprechen.
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Zwischen Zeilen wie „Fick dein Stadtbild, lass mal die Töchter fragen, es ist Markus auf der Wiesn, nicht nur Abdul aus dem Dönerladen“, „Alle meine Flinta*s stehen gemeinsam auf“ oder „Jetzt gilt HuSo(Hurensohn)-Vermutung“ wirft man dann immer wieder ein: „Die Scham muss jetzt die Seite wechseln“. Das ist nun etwas, was mich so richtig wütend macht. Der Satz „Die Scham muss die Seite wechseln“ stammt von Gisèle Pelicot, der Frau, die von ihrem eigenen Mann und 50 weiteren Männern über Jahre hinweg vergewaltigt wurde. Als sie diesen Satz gesagt hat, hat das viele, mich auch, sehr berührt.
Inzwischen gehört ihr dieser Satz nicht mehr. Wenn sich die Linken auf etwas verstehen, dann ist es, Dinge so oft zu sagen, bis sie jede Bedeutung verlieren. Sie glauben, man könnte den Menschen ihre Ziele und Agenda mit schönen Worten oder Sprüchen einprügeln, bis alle ihrer Meinung sind. Tatsächlich machen sie nur unsere Sprache kaputt. „Solidarität“, „Vielfalt“, „unsere Demokratie“, „Wir schaffen das“ – das alles sind nur noch Lautgruppen, mit denen man nur noch die ewige Gängelei verbindet.
„Ohh und schreit ihr wieder alle Männerhass? Warum seid ihr denn so hysterisch, seid ihr schlecht gebumst? Lacht doch mal wieder Jungs, dann seht ihr viel schöner aus“, säuselt Kebekus in die Kamera. Haha, wissen Sie, weil das sonst die Männer zu den Frauen sagen. Der „Gag“ ist natürlich auch schon ausgelutscht. Wenn man sich diese Sendung so anschaut, dann bekommt man doch das Gefühl, dass Kebekus gar nicht so wütend darüber ist, wie Männer sich benehmen. Nicht, wenn man sich anschaut, wie gerne und genüsslich sie den Spieß umdreht. Irgendwann ist das kein Stilmittel mehr, um den Männern mal den Spiegel vorzuhalten.
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Ich habe das Konzept von „Penis-Neid“ immer für Schwachsinn gehalten, ich bin aber auch nicht so genitalienfixiert wie Frau Kebekus etwa. Vielleicht stört sie gar nicht, dass Männer so rücksichtslos sind, Frauen beleidigen und erniedrigen und Schimpfwörter benutzen. Vielleicht stört es sie einfach nur, dass Männer den ganzen Spaß haben. Das Ziel ist gar nicht, Männer so sozialverträglich wie Frauen zu machen, sondern als Frauen so rücksichtslos zu werden, wie Männer es vermeintlich sind. Also los, Carolin, sag noch mal Fotze! Stell deinen Teller in Zukunft höchstens in die Spüle und nicht in den Geschirrspüler! Vergiss dein Kind im Kindergarten! Jetzt hast du es dem Patriarchat aber so richtig gezeigt.
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Danke für diesen Kommentar. Ich finde diese Fäkalsprache im ÖRR einfach nur noch unangebracht. Erinnert mich an Feuchtgebiete von C. Roche. Frau Kebekus redet aber am Stück so vulgär, dass es schon gar kein Tabubruch mehr ist.
Lieber liest man hier 2x mal oder mehr, bevor man sich ÖRR Tanten wie Kebekus, Bosetti, MaiThi. Reschke und all die anderen nur eine Minute antut.
Man kann keine Qualität, Information/Wissen, Unterhaltung etc. vom Staatsfunk erwarten, da sich klar nur ein Milieu dort angesammelt hat, würden manche sagen.
Die „Kunst“ der angesprochenen Damen sowie die einiger männliche Kollegen, die sich Komiker/innen nennen, lasse ich grundsätzlich nicht mehr in meinen Kopf. Selbst wenn ein dickes Schmerzensgeld für den Konsum der Darbietungen gezahlt werden würde.
Wunderbar, als Mann an eine sympathische Frau: Danke
Nun, der Begriff „Wutbürger“ erschien erstmals um 2014 mit dem Aufkommen von Pegida in Dresden.
Die linksgrünen, unproduktiven Bessermenschen machten sich staatsversorgt darüber lustig, dass es eine „angebliche Islamisierung“ im ehemaligen Deutschland, dem heutigen Schland, gäbe.
Wer sich jedoch heute das Stadtbild westdeutscher Großstädte ansieht….
…stellt fest, daß der Drops gelutscht ist!
Und wieder mal ein schöner Start in den Sonntag!
Ich hab’s gut, ich kann den Fernseher einfach auslassen. Frau David dagegen muss sich den ganzen Tort antun, bevor sie eine Kolumne darüber schreibt.
Es ist Sonntag. Gehe ich, nachdem ich mir 7 Tage lang ÖRR-Vulgaritäten reingezogen habe, in die Kirche, um mir dort von Islam und Qeerness gleichzeitig predigen zu lassen? Beides sicher nicht, ich lese Elisa David. 👍👍👍
Ich verstehe warum kein Mann mit solchen Gestalten eine Familie gründen mag. Würde mir auch so gehen.
Wann „demonstriert“ diese Frau K. endlich mal in Berlin-Kreuzberg, Neukölln oder im Wedding? Natürlich ohne ÖRR-Sicherheitskräfte!
Zeigt es denen mal oder aber zeigen es ihr dort welche?
Geht bestimmt nicht, ihre nächste Sendung wäre ja in Gefahr, eine Frau K.-Doppelgängerin gibt es wohl nicht.
Stichwort „Schrott gucken“: Der ÖRR macht doch längst Spartenfernsehen für ein ganz bestimmtes Publikum. Wer schaut sich denn Kebekus, Bosetti oder Böhmermann an? Linksgrüne, die genau das erwarten, was ihnen von diesen „Comedians“ geboten wird: Bestätigung des eigenen Weltbilds, Hass auf Meinungsabweichler und Pauschalverurteilung von Millionen Männern. Bei Restle, Reschke oder der „Die Anstalt“ sitzen zusätzlich vielleicht noch ein paar naive ÖRR-Gläubige vor der Glotze, aber auch hier ist es eine linientreue Klientel, die beim Zugucken zustimmend nickt und innerlich nach einem AfD-Verbot ruft.
Kebekus ist widerlich! Nicht wegen der Sprache, wegen ihrem Charakter! Sie hat als Comedian angefangen mit Witzen über Ali und Mehmet (Ey Mädschen, Komma her so, isch schwör) und Deutsche Hartz4-Kinder (Ey Schakkeline, dein Mudder…)!
Legendär auch Sprüche wie „Der Typ schaut mir aufn Arsch“, „Ja Alde sei doch froh, dass bei dir überhaupt einer guckt“……
Heute will sie von dem nichts mehr wissen, redet nichtmal mehr drüber, verleugnet ihre Comedy-Vergangenheit und macht jetzt auf 100% Feministin und Politisch Korrekt!
Ich mochte sie noch nie, sie war nie lustig, immer so auf Klasse 9 Schulhofniveau!
Aber schlimmer finde ich eben diese Heuchelei!