Schwarz-rote Heizungspolitik: Warum die Grüngasquote zum nächsten Kostendesaster führen könnte
Die schwarz-rote Regierung will das Heizungsgesetz von Robert Habeck kippen. Statt einer Wärmepumpenpflicht soll es nun eine Grüngasquote geben. Doch die könnte wegen nötiger Umrüstungen und dem Einsatz teurer Brennstoffe die Kosten in die Höhe treiben.
Robert Habecks Heizungsgesetz, das in vielen Fällen zu einer Wärmepumpenpflicht geführt hätte, soll nun tatsächlich gekippt werden. Doch die Eckpunkte für eine Neuregelung, auf die sich Union und SPD verständigt haben, könnten neue Probleme und Kosten verursachen. Im Frühjahr soll ein entsprechender Gesetzentwurf im Bundestag beraten werden.
Schwarz-Rot will die Regelung streichen, dass neue Heizungen mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Diese Quote hatte die Ampelkoalition ins Gebäudeenergiegesetz (GEG) eingefügt – sie war hoch umstritten. Zumal sie nach den derzeit noch geltenden gesetzlichen Regeln automatisch als erfüllt angesehen wird, wenn eine elektrische Wärmepumpe als Heizung eingebaut wird – auch wenn der Strom während winterlicher Dunkelflauten vor allem aus Kohle- und Gaskraftwerken kommt.
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Doch weil die Regierungskoalition sich zwar von der Habeckschen De-facto-Wärmepumpenpflicht verabschiedet, aber am vollkommen unrealistischen Ziel der Klimaneutralität bis 2045 festhält, musste Ersatz her. Man erfand die Grüngasquote. CDU/CSU-Fraktionschef Jens Spahn kündigte an, dass bei neu eingebauten Heizungen ab 2029 zehn Prozent grüne Gase beigemischt werden sollen.
Diese können entweder Biomethan, Bioöl oder „grüner Wasserstoff“ sein. Biomethan ist günstiger als „grüner Wasserstoff“, steht aber nur begrenzt zur Verfügung. So wurden 2024 nur zehn Terawattstunden Biomethan in Deutschland produziert und 3,5 Terawattstunden importiert. Beides zusammen entspricht lediglich 1,5 Prozent des Gesamtbedarfs von 845 Terawattstunden, wie der Thinktank Cleanthinking schreibt.
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Laut Institut der deutschen Wirtschaft könnte zu Beginn der Quotenregelung das gesamte in Deutschland verfügbare Biomethan genutzt werden, um die staatlichen Vorgaben zu erfüllen. Mit steigender Quote müssten jedoch die Importe erhöht oder auch Wasserstoff hinzugemischt werden.
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„Grüner Wasserstoff“ wird produziert, indem Wasser durch Wind- oder Solarstrom in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten wird. Das Problem hierbei: Das aufwendige Verfahren mit hohen Energieverlusten macht ihn teuer. Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (Fraunhofer ISI) warnt in einer für Greenpeace erstellten Studie, dass Heizen mit Wasserstoff zu Kostensteigerungen von 74 bis 172 Prozent führen könne.
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Die Bezugskosten könnten 2035 bei 21,4 bis 33,3 Cent pro Kilowattstunde liegen. Das ist ein Vielfaches der Gaspreisbremse, die 2022 galt: Da wurde der Preis auf zwölf Cent pro Kilowattstunde gedeckelt. Subventionen, um die Kosten zu senken, würden zwischen neun und 21 Milliarden Euro pro Jahr liegen. Allerdings soll Wasserstoff nach den jetzt vorgestellten Plänen der Bundesregierung zunächst nur dem Erdgas beigemischt werden. Dadurch wären die Kostensteigerungen deutlich geringer.
Das aktuelle „Heizungsgesetz“, also Paragraf 71 des GEG, sieht vor, dass Gasheizungen, die bis Juli in Großstädten eingebaut werden, auf erneuerbare Energien umgerüstet werden können müssen. Ab 2029 sind 15 Prozent vorgesehen und ab 2035 40 Prozent. Die schwarz-roten Eckpunkte sehen vor, dass in neu eingebauten Heizungen ab 2029 zehn Prozent CO2-arme Gase dazugemischt werden sollen. Der Anteil soll in den kommenden Jahren weiter steigen; wie genau, ist noch offen.
In der Greenpeace-Studie warnt das Fraunhofer ISI außerdem: Wenn man mit Wasserstoff heizt, müssten Heizungskomponenten umgerüstet werden – welche genau, unterscheidet sich je nach Anteil. Denn die Komponenten sind immer nur für ein bestimmtes Gasgemisch ausgelegt. Bereits ab einem Anteil von über zehn Prozent müsste es Umrüstungen geben. Und zwar immer wieder, wenn der Wasserstoffanteil nach und nach steigt.
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Neben steigenden Kosten durch den EU-Emissionshandel ETS-2, der auf die CO2-Emissionen des Heizens anfällt, würden für Verbraucher also Kosten anfallen, weil die Heizungen öfter umgerüstet werden müssten. Der Einbau einer Heizung, die auch mit Wasserstoff heizen kann, kostet laut der Studie zwischen 6.000 und 17.000 Euro. Die Umrüstung auf einen 100-prozentigen Wasserstoffanteil könnte zusätzlich noch einmal bis zu 1.500 Euro kosten. Hinzu kommen auch Sicherheitsfragen: Wasserstoff ist leichter entzündlich und brennt mit einer unsichtbaren Flamme. Deshalb braucht es zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen.
Aber nicht nur Umweltorganisationen wie Greenpeace warnen vor Kostensteigerungen durch die Grüngasquote. Auch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) rechnet damit. Wenn mit Wasserstoff geheizt würde, könnte eine typische Gasrechnung laut IW um 350 Euro pro Jahr steigen (Apollo News berichtete).
Auch EU-Regelungen könnten zu Problemen führen. Denn die Gebäudeeffizienzrichtlinie sieht vor, dass Deutschland bis zum 29. Mai 2026 der EU-Kommission einen Plan vorlegen muss, wie Bestandsgebäude und neue Gebäude bis 2045 klimaneutral werden. Die EU-Kommission empfiehlt, dass die Nationalstaaten nicht nur Renovierungen durchführen, sondern auch das Heizsystem ändern.
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So wird der „schrittweise Ausstieg aus fossilen Brennstoffen im Bereich der Wärme- und Kälteversorgung“ nahegelegt. Weiter heißt es: „Das Auslösen und die Unterstützung von Gebäuderenovierungen, einschließlich des Übergangs zu emissionsfreien Heizungsanlagen, ist daher ein zentrales Ziel dieser Richtlinie.” Es könnte also sein, dass eine künftige deutsche Regierung doch noch einmal strengere Quotenregelungen zum Heizen erlässt.
Obwohl die 65-Prozent-Regel für Heizungen gekippt wurde: Die Pläne des Eckpunkte-Papiers der Koalition legen nahe, dass die Politik weiter steigende Kosten für Verbraucher verursachen wird. Die schwarz-rote Regierung wollte das „Heizungsgesetz“ abschaffen und die Neuregelung flexibler und technologieoffener gestalten. Doch Bürger, die Heizungen austauschen müssen, könnten trotzdem in Richtung Wärmepumpe gedrängt werden.
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Wieder so ein Quatsch, denn dafür müssen landwirtschaftliche Böden missbraucht werden, die wir zur Lebensmittelversorgung benötigen.
Deutschland benötigt keine eigene Landwirtschaft mehr, denn wir bekommen ja jetzt Mercosur.
Angelique, Lebensmittel werden im Labor gezüchtet, wie einst Carola… 🙂 🙂 🙂
Dann ist Platz für die grüne Ideologie.
Grüngasquote hört sich nach Kugel Eis von Trittin an
Von einer Katastrophe in die nächste.
Und schon wieder wird der Bürger wegen der unsinnigen Klimapolitik der EU gegängelt und es wird dem Bürger tief in die Tasche gegriffen.
Um die weltweite CO2 Quote um maximal 1.8% zu senken, werden tausende Haushalte in den finanziellen Ruin getrieben mit der Begründung, die Klimaziele einhalten zu müssen.
DAS ist das Versprechen der CDU, das „Heizungsgesetz“ abzuschaffen.
Und Deutschland rettet das weltweite Klima, während China und die USA ihrem CO2 Ausstoß erhöhen. 🙂 🙂
Perverser geht es nicht.
Und das „Bio“methan wird womit erzeugt? Die Traktoren und Lkw fahren alle mit Diesel. Und der Dünger wird mit Erdgas produziert.
Muss Deutschland bis 29. Mai 2026 auch vorlegen, wie Flugzeuge, Frachtschiffe, Luxusurlaubsschiffe bis 2030 zu 65% klimaneutral werden müssen?–
Herr Merz hat von China Aufträge für den Bau von 150 Flugzeugen erhalten.
Werden diese Flugzeuge klimaneutral betrieben werden müssen-oder gilt Klimaneutralität nur in Deutschland und Europa?
Geht man bezüglich Klimaneutralität erst einmal auf Gebäude los, weil man Bürger besser bevormunden kann?
Warum koppelt man Klimaneutralität nicht auch an Flugzeuge und Schiffe–dann würde der Anteil von produziertem Bioöl eventuell viel schneller geschehen.
Wie man „Klimaneutralität“ in der Rüstungsindustrie umsetzen wird (will?) ist auch eine intressante Frage!
Airbus ist deutschfranzösisch. Deutschland hat einen signifikanten Fertigungsanteil von 30-40%, je nach Modell.
Was ist „Grüngas“? Welcher „Experte“ kann das für alle verständlich erklären?
melone, gute freundin vdls, fuer deren anliegen sie auch gerne mal umfaellt, fordert
stopp der klimasteuer.
damit waere zumindest ein wichtiger anfang gemacht, uns vom klimawahn zu befreien.
natuerlich wird es opposition geben, schliesslich kann man millionen unter dem maentelchen der weltrettung abgreifen.
die frage ist, ob melones forderung gratismut ist, weil sie genau weiss, dass eh keine konsequenzen folgen, oder ob sie aufgrund ihrer naehe zu vdl gehoer findet.
weitere staaten sollten die gelegenheit nutzen, sich ihr anzuschliessen.
jetzt oder nie !
https://tkp.at/2026/02/27/italien-fordert-ende-der-eu-klimasteuer/
Wer bitte sehr, hat etwas anderes erwartet? Wenn Gestalten wie Jens Spahn so großspurig vor die Kamera treten ist immer Vorsicht angesagt. Das Kernproblem bleibt. Das Heizen wird unbezahlbar gemacht.
Kostendesaster für wen?
Doch wohl nur für die, die arbeiten!
Für den Rest zahlt das Amt…
Und immer wieder werden die Grünlinge gewählt. Auch sie sammeln Stimmen, indem Sie den Menschen Angst machen – Angst vor Dürre, Angst vor Hitzetod, Angst vor… weiß nicht was. Sie nennen sich „Experten“ und haben keine Ahnung. Ich erinnere an die Pandemie…
Gestern wurde in der ARD gemeldet, dass der bisher wärmste 24. Februar bereits im Jahr 1900 war, mehr als 24 Grad Celsius. Da gab es noch keine Grünlinge und auch noch keinen „Klimawahn“. Da gab es einfach nur Natur!
Was mehr Angst macht, sind die inzwischen zur Pflicht gewordenen fernablesbaren Wärmemessgeräte in Mietwohnungen.
Was man „fernablesen“ kann, kann man auch „fernsteuern“!
Immer dieses Wortgewurschtel mit Grün. Wasserstoff ist nicht grün, somit gibt’s den auch nicht in grün.
Es sind einfach viel zu viele in der Politik, denen es viel zu langweilig ist und die Folgen bekommt der Bürger massiv zu spüren.
Was haben wir nur für Versager in unserer Politik.
Grüngas wäre bereits vorhanden,grüner könnte es gar nicht mehr werden.
Die Biogasanlagen von unseren Landwirten stehen deutschlandweit dezentral und könnten somit überall mit einspeisen.Die bereits vorhanden Biogasanlagen könnten bis zu 25% des Gesamrgasverbrauchs liefern.Das Endprodukt könnten die Landwirte wieder auf ihren Feldern als Dünger ausbringen,das nenn ich mal einen Biokreislauf.
Ist baer von der Politk nicht gewollt.Die Biogasanlagen Förderung ist 2025 ausgelaufen.
Anstatt Probleme zu lösen und Kosten zu senken, denkt man sich jeden Tag neue Bürgerschikanen aus. Soll man jetzt etwa ständig seine Heizung umrüsten, wenn die Regierung wieder eine neue Quote beschließt? Wenn es darum geht, daß Volksvermögen von unten nach ganz oben zu verteilen, kennt die Phantasie offenbar keine Grenzen.
Die Parteien der geistigen Dunkelflaute haben mal wieder eine grüne Idee rausgehauen.
Erfolg, wie bei allen bisherigen Ideen gleich Null.