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Nullnummer bei Sozialstaatsreform: Merz beugt sich ein weiteres Mal der SPD

Die Sozialstaatskommission der Bundesregierung hat ihre „Reform“-Empfehlungen präsentiert. Die sind aber kaum mehr als ein Versuch, das taumelnde System durch eine Fassadenrenovierung zu verteidigen. Bundeskanzler Merz zeigt sich dennoch begeistert.

Friedrich Merz und Bärbel Bas bei der Kabinettssitzung am Mittwoch. (IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

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Das Wichtigste vorweg: Materiell wird sich am deutschen Sozialstaat nichts ändern. Die vom Arbeitsministerium beauftragte Kommission übergab am Dienstag Arbeitsministerin Bärbel Bas von der SPD ihr Arbeitspapier. Auf 50 Seiten finden sich 26 Handlungsempfehlungen mit dem Ziel, den Sozialstaat einfacher, digitaler und effizienter zu gestalten (Apollo News berichtete).

Das klingt modern und bürgernah. Und es manifestiert den Status quo in seinem Krisenmodus. So soll beispielsweise das Kindergeld künftig automatisch nach der Geburt ausgezahlt werden, ohne gesonderte Antragstellung. Zuständigkeiten sollen klarer strukturiert sein: Jobcenter werden künftig für Erwerbsfähige zur Verfügung stehen, Sozialämter für Nicht-Erwerbsfähige.

Grundsätzlich sollen Antragsteller ihre persönlichen Daten über ein zentrales digitales Portal mit den Behörden austauschen können, um doppelte Nachweise zu vermeiden. Ein wenig Effizienz, ein bisschen Digitalisierung – monatelang tagte die Fachkommission, um genau das zu erarbeiten. Eine Farce.

Bürgergeld, Kinderzuschlag und Wohngeld

Der größte Baustein der sogenannten Reform dürfte die Zusammenlegung von Bürgergeld, Kinderzuschlag und Wohngeld zu einem gemeinsamen Leistungssystem sein. Vereinfacht gesagt: Für die Leistungsbezieher wird das Leben ein Stück unbürokratischer, der Staat in diesem Bereich „schlanker und effizienter“.

Die Differenzierung zwischen Existenzsicherung und Existenzunterstützung – mit unterschiedlichen Auswirkungen etwa auf die Vermögensverschonung – nimmt künftig der Staat vor. Der Leistungsbezieher kann sich zurücklehnen. Selbstständige, Freiberufler und Arbeitnehmer kommen in diesem Reformprozess sowieso nicht vor. Sie haben kein Mitspracherecht – ihnen bleibt die Rolle des Zahlmeisters.

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Was die Politik unter „Effizienz“ wirklich versteht, machte Arbeitsministerin Bärbel Bas im Heute Journal unfreiwillig deutlich: Viele Bürger scheiterten an den bürokratischen Hürden dieses Sozialstaats, obwohl sie Anspruch auf Leistungen hätten. Es sei wichtig, gerade den Menschen zu helfen, die trotz eines Anspruchs außen vor blieben, so Bas.

Diese Worte enthüllen den herrschenden Geist der Politik: Der Wohlfahrtsstaat ist kein aktivierender Mechanismus, sondern ein Bewirtschaftungssystem von Armut. Dass dies so bleibt, dafür sorgen die Handlungsempfehlungen der Sozialstaatskommission.

Angesichts der klammen Kassen und der sich zuspitzenden fiskalischen Lage kann es eigentlich nur einen Schritt nach vorn geben: einen drastischen Rückbau des deutschen Wohlfahrtsstaats. Doch daran wagt sich niemand, denn es bedeutete auch, das Goldene Kalb der Politik, das Prinzip der offenen Grenzen zu opfern. 

Kosten aus der ungebrochenen Migrationskrise, wie sie im Budget des Bürgergeldes abgebildet sind, werden systematisch ignoriert. Alles bleibt beim Alten, Kürzungen der Bezüge werden kategorisch ausgeschlossen. Das freut die Vertreter der Sozialwirtschaft, die als unbestrittener Sieger das Feld verlassen. Es sind die falschen Advokaten, die diese sogenannte Reform goutieren.

Merz und die politische Inszenierung

Auch Friedrich Merz lobte die Vorschläge als „grundlegende Strukturreform“. Sie „übertreffen meine Erwartungen“, so der Bundeskanzler, der hervorhob, dass es ihm vor allem um Neuordnung, Bündelung und Digitalisierung gehe. Substanzielle Reformen scheinen gar nicht mehr das Ziel der Regierung zu sein.

Kein Wort von härteren Sanktionen, um Sozialbetrug zu unterbinden, keine Rede mehr vom einstmals geltenden Lohnabstandsgebot, um diejenigen finanziell besser zu stellen, die einem Erwerb nachgehen. Der überfällige Zurückschnitt des deutschen Sozialstaates auf seine tatsächliche Leistungsfähigkeit unterbleibt – diese dürfte, ökonomisch ausgewogen betrachtet, mindestens 15 bis 20 Prozent unter dem heutigen Niveau liegen. 

Auch dass die sogenannte Transferentzugsrate in der Höhe von 70 bis 90 Prozent belassen wird und somit Zuverdienstanreize weiterhin unterdrückt werden, ist mehr als enttäuschend: Vom zusätzlich verdienten Euro bleibt für viele Haushalte nur ein sehr geringer Teil als Netto‑Mehrverdienst übrig, was den Arbeitsanreiz massiv reduziert. 

Berlin präsentiert der Öffentlichkeit ein weiteres Bühnenstück. Im Superwahljahr 2026 gilt es, die öffentliche Meinung von den grundlegenden Problemen des Landes abzulenken. Fünf Landtagswahlen stehen an, und die Regierungskoalition steht mit Blick auf die Umfragewerte derzeit massiv unter Druck.

Niemand wagt den offenen Konflikt mit Gewerkschaften oder Sozialverbänden. Stattdessen kauft man sich Zeit, überspielt akute Probleme und simuliert Reformen, die vom staatsaffinen Mediensektor als substanzielles Werk unters Volk gebracht werden.

Friedrich Merz und das Bundeskabinett betreiben Medienspiele, die stark an die 1990er-Jahre erinnern – an eine Phase, in der sich kurzfristige Rezessionen noch mithilfe eines gut gefüllten Wohlfahrtsstaates abfedern ließen. Durchhalteparolen genügten, der Motor der Wirtschaft würde schon wieder anspringen, so die Gewissheit, und den nächsten Aufschwung anstoßen.

Aufschwung bleibt Illusion

Doch diese Gewissheit ist Vergangenheit. Die ökonomische Lage hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Seit 2018 ist die Industrieproduktion in Deutschland um mehr als 15 Prozent eingebrochen. In den Kernsektoren der deutschen Wirtschaft wurden Hunderttausende Arbeitsplätze abgebaut.

Das Land ist überreguliert, leidet unter der selbst herbeigeführten Energiekrise und steht unter wachsendem fiskalischem Druck, seine Sozialkassen zu stabilisieren. All dies geht zulasten der Wettbewerbsfähigkeit. Vor diesem Hintergrund wirken die Medienspiele von Merz wie eine Flucht vor dem Unvermeidlichen.

Ein sozialpolitischer Schock im Wahljahr 2026 führte mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Desaster der Koalitionsparteien an der Wahlurne. Welche Regierungsoptionen blieben Merz und Klingbeil danach? Es wäre das Ende der Brandmauer-Logik.

Die Bundesrepublik ist zu einem sozialpolitischen Reparaturbetrieb mutiert. Allein die Kommunen, die an der Front dieses sozialen Desasters stehen, verzeichneten im Jahr 2024 ein Defizit von 30 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr waren es bereits über 40 Milliarden Euro neue Schulden, die die Finanzen der Städte und Gemeinden massiv belasten.

Auch für die Sozialversicherungen fiel die Bilanz negativ aus: Im vergangenen Jahr stand ein Defizit von über 10 Milliarden Euro zu Buche. Schätzungen aus den Ministerien gehen davon aus, dass diese Lücke im laufenden Jahr spielend auf über 15 Milliarden Euro anwachsen wird – trotz stark gestiegener Beitragssätze in der Kranken- und Pflegeversicherung.

Dass die Politik aus wahltaktischen Gründen Reformprozesse verschleppt und stattdessen auf medienstrategische Manöver setzt, ist mit Blick auf die sich vertiefende Wirtschaftskrise unverantwortlich. Die Probleme türmen sich im Zeitverlauf exponentiell auf, und jede Verzögerung schiebt das Land näher an den Punkt heran, an dem die Verteilungskonflikte offener ausgetragen werden, als es bislang der Fall ist. 

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101 Kommentare

  • Der Merz ist der zweitwichtigste Mann der SPD, nach Klingbeil.

    • Vermutlich ist er Klingbeils Bürobote und wir wissen es gar nicht.

    • Würde sagen Drittwichtigster, vorher kommt noch Sunnyboy Stegner der Mann mit immer guter Laune aus dem Hohen Norden.

    • Ich befürchte er kommt gleich nach dem Pförtner vom Willy-Brand-Haus

    • Darüber steht aber noch die Übervorsitzende Bas.

      Die ist ja auch in der Regierung als Staatsratsvorsitzende über Kanzler Klingbeil und Hilfskellner Merz.

    • Ist Merz jetzt eigentlich endlich Ehrenmitglied der SPD?

  • Jeder Kommentar wartet auf Freigabe. Warum?

    • Man ist schon froh wenn nichts klappt, statt das Falsche. Wenigstens keine Verschlimmerung. Überleben ist alles.

    • Wegen Hass und Hetze. Ich hasse Milchreis. Damit hetze ich vietnamesische Reisbauern und deutsche Milchbauern gegen mich auf. Quasi in Tateinheit…

    • Mir ist auch schon aufgefallen, dass ab und zu ganz normale Kommentare von mir, ohne irgendwelche Beleidigungen od. Hetze nicht veröffentlicht werden!

    • Hab ich mich auch schon gefragt. Vielleicht ist AN vom Spiegel übernommen worden

    • Damit sie zensieren können.

  • Nullnummer, Lob und Enthusiasmus des Kanzlers zum Ergebnis sprechen für nur eines:“ Neuwahlen!“

    • Lob und Enthusiasmus des Kanzlers für die Pläne der SPD, spricht auch dafür, dass der Nettosteuerzahler, die arbeitende Bevölkerung, wieder ausgetrickst werden, um es mal freundlich auszudrücken.

      • Wenn die meisten von denen ausgeschlafen wären, dann wüssten sie, dass sie nach Strich und Faden verarscht werden von diesen Politgangstern, und würden daraus folgerichtig die richtigen Konsequenzen ziehen.

      • Man nannte ihn Bettvorleger!

    • Am Nachmittag präsentiert Bundeswirtschaftsministerin Reiche die Eckdaten zur Konjunkturentwicklung.
      Nach ihren Worten ist im laufenden Jahr ein Wachstum von einem Prozent zu erwarten, das sei etwas niedriger als im Herbst berechnet.
      Laut Reiche zeichnet sich heuer aber eine konjunkturelle Erholung ab.

      • Von 1,3 auf 1,0 ist nicht „etwas“!

      • Kann nicht lange dauern dann wird die Kojunkturentwicklung wieder nach unten korrigiert.

      • Wachstum von 1 Prozent? Ist das inflationsbereinigt?

        • Das ist das Wachstum der Feiertage, die 2026 auf ein Wochenende fallen…

          1
        • Was hat das Wachstum mit „inflationsbereinigt“ zu tun?

          0
      • Ach ja, wo denn?
        … auf dem Bierdeckel von Merz vielleicht.
        Wir sollten Habeck zum Kanzler machen, dann zieht sich der schmerzende Untergang Deutschlands nicht so lange hin. Der AfD solche Ruinen aufzubürden ist nicht fair.

        • das meinst Du sowieso nicht ernst – lustig ist es auch nicht

          1
        • Putin hilft – dann wird auch dein Habeck überflüssig

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    • Was soll bei Neuwahlen rauskommen? Die Linken oder Grünen als dritter Koalitionspartner!

    • Neuwahlen bringen im Moment leider nichts, da würden sich eben alle anderen Parteien gegen die AfD zusammenschließen und es geht weiter wie bisher. Erst muss die AfD 50%+ haben, sonst wird das nichts.

    • Ist das nicht eine Klasse Regierung ?!
      Während die SPD die Vollversorgung für alle arbeitsunwilligen auf kosten der letzten Arbeitswilligen ausbaut und erleichtert treib die CDU die letzten Arbeitswilligen in die Zwangsarbeit mit längeren Wochenarbeits. Lebensarbeitszeitenzeiten und bedeutend weniger Netto vom Brutto .
      Lupenreiner Sozialismus und Kapitalismus in einer Regierung vereint !Tja früher hatten wir für solche fälle einen echten Kanzler mit Richtlinienkompetenz ! Was da heute im Kanzleramt residiert kann ich nicht zuordnen . Vielleicht ein Hausbesetzer . davon gibt es ja mehr in Berlin .

    • Die Situation ist vertrackt: Neuwählen führen vermutlich zu keinem großartig anderen Ergebnis. Dem mehrheitlich unmündigen und ignoranten Michel sei Dank.

  • Jedes Jahr, in dem nicht gegengesteuert wird, macht die Haushaltslagen nur schwieriger, da es nur noch total überschuldete Haushaltspläne geben wird. Die Regierung betreibt fiskalisches Harakiri!

    • „Die Regierung betreibt fiskalisches Harakiri!“

      Woher nehmen die die demokratische Legitimation dafür ?

      • Die geben sie sich selbst.

        • Du gibst dir auch die Legitimation für unerwünschte Kommentare

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  • Glaube wenig, hinterfrage alles, denke selbst.
    Nichts ist so, wie es scheint und gar nichts geschieht zufällig.

  • Das geplante neue System ist VERFASSUNGSWIDRIG! Es führt genau in die Zeit vor der Agenda 2010 zurück, die eingeführt wurde, um die Diskriminierungen der Sozialhilfe zu überwinden!

    • Jeder der auf diese Unterstützung angewiesen ist – sehr viele unverschuldet – ist so oder so diskriminiert, ganz gleich, wie sich das Ding nennt. Das soziale Stigma dieser Leute wurde ganz bewusst aufgebaut, was eine Schweinerei ist, weil sehr viele, anständige Leute darunter sind, die lange ins System eingezahlt haben, aber durch einen Schickssalsschlag in diese Falle geraten sind.

      • Ich verstehe Sie! Aber das was nicht unmittelbarer persönlicher Schicksalsschlag ist, hat Politikversagen und systematische Politik als Ursache!
        Die Agenda 2010 hat eine Lohnsenkungspolitik in Gang gesetzt, in einem beitragsfinanzierten Sozialsystem. Dabei wurden Frauen verfassungswidrig benachteiligt, denn sind durch Kinderkriegen und Scheidung einem besonderen Armutsrisiko ausgesetzt. Die Regeln zu Bedarfsgemeinschaften haben eine Neu-Verpartnerung enorm erschwert, Kinder von Alleinerziehenden sind in besonderer Weise benachteiligt, weil sie heute in Kita und Schule mit Kindern aus Familien & Großfamilien zusammenleben. Vor allem aber hat man als Folge der Agenda 2010 Einkommen aus Kapitalanlagen begünstigt und den Immo-Markt finanzialisiert. Mit der Folge MIETENWAHNSINN. Volkswirtschaftlich wurden Arbeitnehmer mehrfach betrogen: Dt. Einheit über Sozialkassen finanziert, Agenda 2010 und Mietsteigerungen – danach CO2-Abgaben – ohne dass Einkommenserwerb zuwachsen konnte!

  • „Sie „übertreffen meine Erwartungen“, so der Bundeskanzler,……“
    (ab da nicht mehr weitergelesen……..unerträglich diese Politschauspieler…..)

    Na, dann haben wir es ja nun schwarz auf weiß, auf welcher „Erwartungsebene“ Herr Merz sich so bewegt…….

    • Er ist nicht das Problem. Seine Wähler sind es. Und die benehmen sich wie Leibeigene von SPD und Grünen.

      • Konservative eben!
        Nicht die schnellsten und nicht die hellsten…
        ..und ohne eigenen Kompass!

        ..die Zuschreibung konservativ ist sinnentleert und nur noch als temporales
        Adjektiv zu werten:

        UND ER ist das größte Problem, Gallionsfigur und Projektionsfläche der „formlosen Anzüge“=konservativ.

        konservativ=langsam

    • FM, hau endlich ab !!!!

    • ..und als Links-Staatler dazu noch sein konservativ-autoritäres Spießertum aus dem letzten jahrtausend. Urkomisch dieses Gollum-Sequel,,,

      Ergänzung: Haltungsebene Stern, nur Haltungsebene…

  • Es ist scheinbar gewollt –durch viele Ungerechtigkeiten auch diejenigen zu demotivieren, die immer fleißig waren und gerne arbeiten.

    • Wenn ich das richtig verstanden habe, sollen die Zuverdienstgrenzen für Leistungsempfänger gelockert werden –das solle dazu motovieren, arbeiten zu gehen.

      Für mich beginnt damit das leistungslose Grundeinkommen.

      Wenn jeder ein leistungsloses Grundeinkommen, Miete und Heizung bekommt–macht es womöglich mehr Spaß 3 Stunden täglich zu arbeiten.
      Das wird allerdings nicht dazu führen, dass man Arbeit ohne Grundsicherung anstrebt.

      Und warum sollten diejenigen, die gerade so finanziell über die Runden kommen–sich diesem Stress aussetzen , für ihren Lebensunterhalt selbst verantwortlich zu .sein.

      Mich würde auch interessieren, warum Väter keinen Unterhalt zahlen.
      Welche Sanktionen gibt es für diese Väter?
      Besitzen sie ein Auto–für das sie zahlen können?
      Bekommen sie selbst Bürgergeld-obwohl sie arbeitsfähig sind?

      • Um sich den Unterhaltszahlungen zu entziehen, genügt es jedes Hab und Gut einem Verwandten zu überschreiben. Man benutzt dann alles mit und partizipiert an z.B. den Mieteinahmen. Die Kinder erben dann später die Schulden beim Staat von ihrem Vater, die der Staat für ihre „Aufzucht“ ausgegeben hat. Die lehnen ihr Erbe dann ab und die Allgemeinheit bleibt drauf sitzen. So oder ähnlich geschieht es tausendfach in diesem schönen Land.

        • Du beantwortest deine eigenen Kommentare ?

          4
        • … und Grundsicherung ist nicht pfändbar.

          -3
  • TIPP

    Liveübertragung: Mittwoch, 28. Januar, 16.40 Uhr

    Der Bundestag befasst sich am Mittwoch, 28. Januar 2026, mit dem Arbeitsrecht. In einer Aktuellen Stunde auf Verlangen der Fraktion Die Linke mit dem Titel „Krankheitstage, Teilzeit, Acht-Stunden-Tag – Aushöhlung von Beschäftigtenrechten verhindern“ debattiert das Plenum eine Stunde über das Thema. (eis/27.01.2026)
    ———
    Könnte auch heiß zugehen

  • Der Punkt, an dem vor allem pflegebedürftigen Menschen noch Hilfe zuteil wird, ist längst überschritten. Dadurch darauf verwiesen, letztlich nur noch abwarten zu können, bis endlich der Tod eintritt, zeigt mehr als augenfällig an, dass von einem „ermöglichenden“ (Kronauer, in: Heine (Hrsg.), 1996: 251) Sozialstaat bei weitem keine Rede mehr sein kann. Allen voran den Begutachtungen durch die Medizinischen Dienste fehlt es dabei nicht erst seit der jüngeren Vergangenheit völlig an einer Verankerung im wirklichen Leben. So bescheinigen die Pflegekassen denn auch fälschlich, in seiner Selbstständigkeit und den Fähigkeiten angeblich nur verschwindend gering beeinträchtigt zu sein, auch wenn Todesängste eskalieren und in Panikattacken umschlagen. Angesichts dessen sollte die Kritik erlaubt sein, wie überaus verwerflich es ist, aktuell den Zugang zu erleichtern, dabei aber bloß noch die Wahl zu haben, seinem Leben ein Ende zu setzen, weil die Strapazen nicht mehr auszuhalten sind.

    • Übrigens: So mancher hochgradig Pflegebedürftige fragt sich ohnehin schon längst, wofür in den vielen Jahrzehnten zuvor horrend Beiträge nicht zuletzt für die soziale Pflegeversicherung zu bezahlen waren, nur um dann feststellen zu müssen, völlig leer auszugehen, wenn persönlich die Not am größten ist. Die vielbeschworene Solidargemeinschaft ist damit in Wahrheit nicht einmal das Papier wert, auf der sie geschrieben steht. Sogar der Deutsche Ethikrat mahnte am 28. November 2022 angesichts dessen an, dass es inhumaner nicht sein könnte, gesellschaftliche Probleme auf diese Weise zu individualisieren, die dann jeder für sich selbst zu meistern hat. Aber das alles scheint bereits in Vergessenheit geraten zu sein. Anders ist zumindest nicht zu erklären, weshalb allen voran die zuständige Bundesministerin Bärbel Bas darüber kein Wort verliert.

      • Nur zur Erinnerung: Der Wille des Souveräns ist gemäß § 11 Absatz 1 Satz 4 des Elften Sozialgesetzbuches eine „aktivierende Pflege“. Es könnte deshalb keinen größeren Frevel geben, dass zuvörderst die Schwächsten geradezu biblisch „frei im Feuer umhergehen“ (Daniel 3,25) müssen und auf diese Weise mit ihnen fortwährend gleichsam eine „Grillparty“ veranstaltet wird, wie es im Jargon insbesondere des Top-Managements der Volkswagen AG bereits zur Mitte der 1990er Jahre schon früh mit der dort üblichen Ironie kritisiert worden ist. Insofern mutet es äußerst aberwitzig an, wenn die gegenwärtig amtierende Bundesministerin für Arbeit und Soziales erst vor wenigen Wochen den Arbeitgebern dadurch völlig irrlichternd den Kampf erklärt. Wie einst Johann Wolfgang von Goethe in der Ballade „Der Erlkönig“ jedoch reklamiert, ereilt sogar den Gesündesten am Ende des damit regierungsamtlich betriebenen Relativismus lediglich der Tod.

  • »Sie „übertreffen meine Erwartungen“, so der Bundeskanzler«
    Meine nicht.

  • Was genau wollt ihr eigentlich? Weniger Arbeitslosengeld, weniger Krankengeld, weniger Rente, weniger Gesundheitsleistungen, weniger Kindergelt, weniger Wohngeld?

    • Wir wollen kein Weltsozialamt und wir wollen keine Schulden und Zinsen dafür.

      • Wen interessiert dein letzter Wille ?

  • Das BAMF könnte Lebensläufe der Arbeitslosen digitalisieren und dann Headhunter auf die Arbeitslosen ansetzen. Wird nicht gemacht. Stattdessen verwalten Beamte weithin Vermittlugsvorgänge, die invididualorientiert (kann nicht, will nicht, verstehe nicht) sind.

  • Puh, wieder mal 3 Monate Kanzlerzeit erkauft…. Man hat es ja als Kanzler sooo viel schwerer, als es bei Adenauer der Fall war.

  • Ein modernes Land müßte einen besseren Sozialstaat bieten können. Sogar in den USA werden alle Leistungen gesetzlich vorgeschrieben mindestens an die Inflationsrate angepaßt.
    Millionen junger Menschen kamen nur ins Elend, weil sie niemand vernünftig an die Hand nahm und ihnen Wege zeigte.

    Natürlich ginge das auch nur mit geschlossenen Grenzen. Solange hier jeder einwandern kann und Leistungen bezieht, ist Heilung unmöglich.

    Auch Deutschland kann nur Menschen aufnehmen, die dem Land etwas bringen. Den armen Ländern kann man den Weg zeigen. mehr geht nicht.

  • Zusammengefasst: Solange man damit 60-70% besteht aus Profiteuren und NPCs erreicht, hat es seinen eigentlichen Zweck erfüllt.

  • Irre einfach irre.

  • Er beugt sich der SPD… Na logisch Macht er das… und sogar noch ganze 3 Jahre lang, weil er nämlich Kanzler bleiben möchte.. er wird der SPD alles versprechen und alle anderen in der Partei müssen seinem Kurs Folgen, weil es einen Fraktionszwang gibt und jeder Abweichler nicht noch einmal eine Chance der Partei bekommt wieder in den Bundestag gewählt zu werden.. und damit sind alle auf Kanzler Linie…

  • Ein richtiger Wendehals der merz!

  • Kanzlerbuckeln nennt man das.

  • Was soll Herr Merz auch sonst tun? Er hat doch NICHTS zu bieten! Er selbst ist doch nur Fassade.

  • Das heisst, um Sanktionen gegen Bürgergeldempfänger zukünftig zu verhindern, wird man möglichst viele Leute von der Arbeitsagentur zum Sozialamt transferieren. Dort gibt es dann keine Kontrollen, keine Maßnahmen und keine Leistungskürzungen mehr. Ein Träumchen für jeden Bürgergeldempfänger. Eine ziemlich leicht zu durchschauende Finte. Friedrich Merz ist für Deutschland eine Vollkatastrophe, ein trägt das mit.

  • Hat jemand ernsthaft erwartet, dass bei diesen Akteuren etwas sinnvolles herauskommt? 🤣🤣🤣🤣

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