Werbung:

Werbung:

Mercosur-Abstimmung

„Ich bin sehr stolz“ – nach grünem Brandmauer-Bruch zeigt sich Parteichefin Brantner zufrieden

Nach der Verzögerung des Mercosur-Abkommens hat Franziska Brantner inhaltliche Kritik an ihrer Partei zurückgewiesen. Die Grünen hätten das Mercosur-Abkommen maßgeblich mit auf den Weg gebracht – darauf sei sie „sehr stolz“.

Hält das Abstimmungsverhalten der grünen EU-Parlamentarier für einen Fehler: Grünen Parteivorsitzende Franziska Brantner (IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

Werbung

Nach der Abstimmung im EU-Parlament zum Mercosur-Abkommen gerät die Parteiführung der Grünen zunehmend unter Druck. Acht deutsche Grünen-Abgeordnete haben gemeinsam mit den linken und rechten Fraktionen dafür gestimmt, das Freihandelsabkommen zur rechtlichen Prüfung an den Europäischen Gerichtshof zu überweisen – und damit dafür gesorgt, dessen Inkrafttreten nach über 26 Jahre währenden Verhandlungen weiter hinauszuzögern. Besonders brisant: Die Grünen durchbrachen mit ihrem Abstimmungsverhalten ihre eigene Brandmauer-Doktrin – und das ausgerechnet bei einem zentralen wirtschafts- und geopolitischen Projekt.

Im Interview mit Table Media bemühte sich Grünen-Chefin Franziska Brantner daher um Schadensbegrenzung. Dabei räumte sie ein, das grüne Abstimmungsverhalten sei „kein Glanzmoment“ gewesen. Zudem bezeichnete sie die gemeinsame Mehrheit mit rechten Kräften später ausdrücklich als „Fehler“: „Ich bedauere das sehr, dass das so gegangen ist gestern, dass die Mehrheiten so waren, wie sie waren“. Noch Mitte November vergangenen Jahres hatte Brantner selbst die gemeinsame Abstimmung konservativer und rechter Fraktionen im EU-Parlament zur Aufweichung des Lieferkettengesetzes als „Dammbruch in Brüssel“ bezeichnet.

Gleichzeitig versuchte Brantner, die Tragweite der Entscheidung herunterzuspielen. Eine Verzögerung des Abkommens gebe es faktisch nicht, betonte sie mehrfach. Schließlich könne die EU-Kommission das Abkommen auch vorläufig in Kraft setzen, sobald es ein lateinamerikanischer Partner ratifiziere. „Zum Glück wird das Inkrafttreten dadurch ja nicht verzögert“, sagte Brantner und verwies auf das Mandat von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

In der Sache zeigte sich Brantner zufrieden mit ihrer Partei. Die Grünen hätten das Mercosur-Abkommen überhaupt erst möglich gemacht. „26 Jahre lang haben das andere nicht hinbekommen – und als wir Grünen mitbeteiligt waren, wurde es final verhandelt und fertiggestellt. Darauf bin ich sehr stolz“, erklärte sie. Auch beim kanadischen Freihandelsabkommen CETA seien es allen voran die Grünen gewesen, die das Abkommen „mit Verbesserungen“ durch den Bundestag gebracht hätten.

Kritik an der eigenen Partei wies Brantner weitgehend zurück und lenkte den Fokus auf Detailfragen. Die Anrufung des EuGH diene dazu, Zuständigkeitsfragen zwischen der EU und nationalen Parlamenten zu klären. Zugleich brachte sie einen weitreichenden Vorschlag ins Spiel: Künftige Freihandelsabkommen sollten ohne den Agrarsektor auskommen. Die Landwirtschaft sei regelmäßig der Blockadepunkt; deshalb müsse man Handelsverträge „schlanker“ machen und auf Industrie und Dienstleistungen konzentrieren.

Lesen Sie auch:

Click here to display content from Twitter.
Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung von X.

Dieser Vorstoß stößt nicht nur bei Handelspartnern, sondern auch innerhalb der Grünen auf Unverständnis. Kritiker sehen darin den Versuch, protektionistische Interessen der europäischen Landwirtschaft zu schonen – zulasten von Schwellenländern, für die Agrarprodukte einen zentralen Exportfaktor darstellen.

Der interne Unmut ist erheblich. Nach Informationen von Table Media sind zahlreiche Mitglieder „erschüttert“ und „fassungslos“. Es kam zu Parteiaustritten. Insbesondere grüne Realos kritisieren die Kommunikation nach der Abstimmung als „verheerend“. Der Versuch, die Zusammenarbeit mit Rechtsaußen als bloße „Zufallsmehrheit“ darzustellen, habe den Eindruck von Doppelmoral verstärkt. Ein Funktionär sagte, die Grünen sollten sich künftig bei Brandmauer-Debatten „deutlich zurückhalten“.

Auch prominente Stimmen meldeten sich zu Wort. Cem Özdemir erklärte, „offensichtlich haben noch immer zu viele den Ernst der Lage nicht verstanden“. In einem gemeinsamen Statement stellten sich mehrere Spitzen-Grüne gegen die eigenen EU-Abgeordneten: „Wer ein starkes Europa will, muss Europa auch stärken und ihm nicht noch Steine in den Weg legen“.

Hintergrund der internen Streitigkeiten ist das Abstimmungsverhalten der grünen Abgeordneten im Europaparlament. Mit knapper Mehrheit von 334 zu 324 Stimmen hat dieses am Mittwoch beschlossen, den EuGH anzurufen. Die rechtliche Prüfung könnte die Ratifizierung um Monate oder sogar Jahre verzögern. Bundeskanzler Friedrich Merz nannte die Entscheidung „bedauerlich“ und warnte, sie „verkenne die geopolitische Lage“. Das Mercosur-Abkommen soll eine der größten Freihandelszonen der Welt schaffen und gilt als zentral für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie.

Werbung

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Strafbare Inhalte, Beleidigungen oder ähnliches sind verboten (hier unsere Kommentar-Richtlinien). Kommentare sind auf maximal 1.000 Zeichen limitiert.

24 Kommentare

  • „Zum Glück wird das Inkrafttreten dadurch ja nicht verzögert“, sagte Brantner und verwies auf das Mandat von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
    Demokratie Pur…

  • Die Grünen stellen ständig AFD Verbotsanträge, bestehen auf der „Brandmauer“ im Bundestag, aber im EU-Parlament sind sie stolz darauf mit der AFD gestimmt zu haben. Wie nennt man so was ?

  • Die Grünen hätten das Mercosur-Abkommen mitverhandelt – darauf sei sie „sehr stolz“.
    Waren es die Grünen wirklich oder doch wieder der Kürbis wieder ?
    Bei Brandner weiß man das nie so genau !

  • Warum waren die Grünen erst gegen CETA und nun offenbar doch dafür, obwohl es eine Konzernparalleljustiz mit Schiedsgerichten beinhaltet, das versteh ich nicht?
    Mit der geplanten Ratifizierung des europäisch-kanadischen Freihandelsabkommens CETA droht eine Paralleljustiz, die von Konzernen ausgenutzt werden kann und demokratisch gewählte Regierungen lähmt.
    Insbesondere die Grünen haben sich in der Opposition vehement gegen CETA und TTIP ausgesprochen gehabt.
    https://www.abgeordnetenwatch.de/profile/konstantin-von-notz/fragen-antworten/warum-waren-die-gruenen-erst-gegen-ceta-und-nun-offenbar-doch-dafuer-obwohl-es-eine

  • Am 8. März wird die AfD in BW die Grünen überholen. Nötig ist eine öko-konservative Politik gemäß Herbert Gruhl.
    https://jlt343.wordpress.com

  • „Das Mercosur-Abkommen soll eine der größten Freihandelszonen der Welt schaffen und gilt als zentral für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie.“ -und Landwirschaft kaputmachen.

    • Das Ausland hat ja nicht die Auflagen, die wir in Deutschland haben. Es ist Krank, durch die Auflagen machen wir nichts besser, wenn wir Zeitgleich ander Produkt importieren, die diese Auflagen nicht erfüllen müssen.

    • „Die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie.“
      Was? Der europäischen Industrie?! Ist die nicht schon am Ende oder auf dem besten Weg dorthin?! Auch Grünen dank?!

  • Sie arbeiten nach dem Vorsatz der Trampolinspringerin; > Wir wollen Deutschland veränden< sie sind seit Jahren der Feind der deutschen Bauern.

    • Weil sie an das Land der Bauern wollen.

      • Um das Land für nen appel und ein Ei von ihren buddys der Wind und sonnen flatterstrom Profiteure erwerben zu lassen . In nicht zu weiter Zukunft, haben wir wüsten, endlich,juchu.

  • „Darauf bin ich sehr stolz“, erklärte sie. Auch beim kanadischen Freihandelsabkommen CETA seien es allen voran die Grünen gewesen, die das Abkommen „mit Verbesserungen“ durch den Bundestag gebracht hätten.“

    Tja, die Grüne PEST outet sich – wieder einmal – als Speerspitze der skrupellosen Globalistenbande, die notfalls über Leichen geht, ohne mit der Wimper zu zucken.

    Nach aktuellen Umfragen liegen die grün-lackierten Sozialisten und Landesverräter bei 12 Prozent der Stimmen, das sind rund 13 Millionen (!!!) Unterstützerpappnasen.

  • Ach, die Grünen dürfen stolz sein, wenn sie die Brandmauer schleifen. Die CDU ist des Teufels, wenn sie auch nur daran denkt.

    Und die CDU macht weiterhin fleißig mit.

    So doof kann wirklich keiner sein.

  • Wieder einmal der Beweis, es geht nicht um uns Bürger nur um sich selbst und das Prinzip . Aber wer meint auch ein Analphabetler kann Abgeordneter werden, was ist von der Person zu erwarten?

  • Die grünroten Taugenichtse schaffen es, auch die stärkste Wirtschaftsnation abzuwickeln.

  • Statt mal wieder substanzlose Verlautbarungen abzugeben, sollte sich das Menschenwesen Brantner lieber der Vervollkommnung seiner Fähigkeiten bezüglich einer schmackhaften Kürbissuppe widmen.

  • Wen interessiert was Grüne wollen?

  • Die grüne Sekte mit ihrem „Doppeldenken“, ihrem „Realitätsdualismus“, ihren „dynamischen Duos“ …
    Wenn es nicht schon grundlegend bewiesen worden wäre, dass die grünen Intellektuellherausgeforderten von Physik keine Ahnung haben, könnte man meinen, die Grünen wären die Widergänger von Schrödingers Katze …

  • Nun, was soll die ganze Aufregung …?

    Grüne sind nichts anderes als ordinäres Sozialistengesindel aus dem Rinnstein politischer Intelligenz.

    Wie alle Sozialisten unterteilen sie die Menschheit in zwei Kategorien: Die „Straßensozialisten“, die man nur braucht, um für die sozialistischen Umverteilungsphantasien als „presure-group“ Druck „auf der Straße“ veranstalten zu können. Und die „Bonzensozialisten“, die ihre „Straßensozialisten“ brauchen, um sich hinter dem politischen „Theaterdonner“ möglichst unbemerkt die eigenen Taschen vollmachen zu können, indem man öffentliche Gelder in die Bonzenbörsen umleitet.

    Sozialismus – unabhängig von der „Farbe“, in der er lackiert ist – war und ist nichts anderes als Betrug und Lüge, weshalb alle Sozialisten notorische Lügner und Betrüger sind.

    Nun dem Niedergang des Maurerhandwerks ist es geschuldet, daß wir nicht mehr genügend geeignete Wände haben.

  • Ist sie noch im Robert Wahn?

Werbung