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DOMO Chemicals

600 Arbeitsplätze bedroht: Chemiefirma aus Leuna vor dem Aus

Der Firmenverbund DOMO hat überraschend Insolvenz angemeldet. Rund 550 Arbeitsplätze sind dadurch bedroht. Das Land versucht nun, den Konzern zu retten, um den Standort Leuna zu erhalten.

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Der Firmenverbund DOMO kündigte überraschend Insolvenz an. (imago/Westend61)

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Die in Sachsen-Anhalt ansässige Chemiefirma DOMO steht vor dem Aus. Die beiden Chemiekonzerne DOMO Caproleuna und DOMO Chemicals GmbH mit Sitz in Leuna haben überraschend Insolvenz angemeldet. Das bestätigte der Insolvenzverwalter Lucas Flöther gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung. Auch die DOMO Engineering Plastics GmbH in Brandenburg musste Insolvenz anmelden. Insgesamt sind damit ungefähr 550 Arbeitsplätze gefährdet, der Großteil davon in Leuna, dutzende weitere in Premnitz.

Nach Informationen der MZ wurde der Insolvenzantrag am ersten Weihnachtstag gestellt. Der Belegschaft würde man die Nachricht heute mitteilen. Laut dem vorläufigen Insolvenzverwalter Lucas Löther liege das Problem nicht am deutschen Standort selbst, sondern am belgischen Mutterkonzern Domo Chemicals, der hoch verschuldet ist. „Die Ursache der Insolvenz hängt in erster Linie nicht mit dem Standort Leuna zusammen.“ Laut Löther wird die Produktion zunächst uneingeschränkt weiterlaufen. Auch Löhne und Gehälter seien über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert.

Um eine Lösung herbeiführen zu können, müsste man für das Unternehmen entweder einen neuen Investor finden oder eine Vereinbarung mit den Gläubigern treffen. Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) möchte die Insolvenz in Leuna verhindern, um eine mögliche Folgewirkung zu verhindern. Die angespannte Lage im Unternehmen sei ihm bekannt: „Ich kenne die schwierige Situation seit einigen Wochen, leider konnte das Unternehmen keine Lösung finden“, sagte Schulze der MZ. Das Land habe jedoch Hilfe angeboten, um negative Auswirkungen auf Zulieferer und weitere Unternehmen zu vermeiden.

DOMO gilt als einer der wichtigsten Zulieferer verschiedener chemischer Produkte. Unter anderem wird in den Fabriken Polyamid 6 hergestellt, das unter anderem für Motoren von Fahrzeugen, Schaltschränke und Outdoor-Kleidung benötigt wird. Das einst erfolgreiche Unternehmen rutschte während der Energiekrise im Jahr 2022 in die roten Zahlen.

Hohe Materialknappheit und hohe Energie- und Betriebskosten erschweren es deutschen Unternehmen zunehmend, international konkurrenzfähig zu bleiben. Der von der Bundesregierung und den Ländern angekündigte Bürokratieabbau stößt bei ostdeutschen Konzernchefs nur bedingt auf Begeisterung. Die meisten zweifeln an den Plänen. „Es gibt kein Vertrauen in die Planungen, solange gleichzeitig weiter massiv Bürokratie aufgebaut wrd“, erklärte Christof Günther, Chef der InfraLeuna GmbH, auf Anfrage der Berliner Zeitung.

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Die sogenannte „föderale Modernisierungsagenda“ von Bund und Ländern sieht vor, die staatliche Verwaltung grundlegend modernisieren zu wollen. Auf 68 Seiten werden mehr als 300 Maßnahmen für eine umfassende Entbürokratisierung vorgestellt, darunter automatische Genehmigungen, der Abbau von Berichtspflichten und die Zentralisierung einzelner Verwaltungsleistungen. Die Skepsis bleibt in Ostdeutschland jedoch bestehen.

Die chemische Industrie ist besonders für den Osten eine der wichtigsten Branchen. Allein in der chemisch-pharmazeutischen Industrie Ostdeutschlands sind nach Zahlen der Gewerkschaft IG BCD rund 63.000 Personen beschäftigt.  Die Furcht vor einem möglichen Kollaps der Branche, der sich auf die ganze Region ausbreiten könnte, ist daher groß.

rs

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61 Kommentare

  • Ist doch super, die Klimaziele kommen jeden Tag näher, allerdings mit einem leeren Bauch, naja, man muss halt Prioritäten setzen..

    • Keine Sorge, die TNP-Fleischspieße drehen sich dafür um so fleißiger, damit der hungrige Bürger sich besser an seine neue kulturelle Zukunft gewöhnen kann.

  • Ich gehe mal davon aus, die Beschäftigten und ihre Familien wissen, wem sie das zu verdanken haben.

    • Die haben das gewählt und werden es weiter wählen.
      Putin ist schuld. Nicht Merkel Trittin Habeck und Merz.

    • Nö!Sind zu blöde dafür.

  • Domo ist ein wichtiger Produzent im Bereich Kunstdünger. Der Laden ist im wahrsten Sinne des Wortes systemrelevant.

    • Die interessieren sich nur für Banken.
      Wie sagte einst die Blutraute : Die Märkte müssen beruhigt werden.
      Und falls nicht einer der Bonzen viel Geld in dieses Werk investiert hat ist keine Rettung
      zu erwarten.

  • Dafür hat unser Kanzler eine Billion „Sondervermögen“ aufgenommen

    • Das Lustige daran ist, dass es IMMER NOCH Leute gibt die ernsthaft glauben in zehn Jahren gäbe es die Rente noch. 😂😅😅

      • Das ist doch völlig unwichtig. Beamtenpensionen werden immer erhöht und sind
        niemals gefährdet !
        Und für Nicht Deutsche im In- und Ausland wird es immer genug Geld
        geben welches Deutschen weggenommen wird.
        Ob das „LUSTIG“ ist, überlasse ich Ihrer Beurteilung. Die CDU Wähler von
        2025 werden in 10 Jahren zum nicht geringen Teil ohnehin nicht mehr leben.

  • Personen? Menschen!

  • Auch 2026 sieht alles wieder nach Hochkonjunktur aus. Also zumindest bei den Insolvenzgerichten beim zuständigen Amtsgericht. ☹️🥸

  • Wird dann eher das 3 …5 Fache mit Zulieferern, Dienstleistern und dem ganzen Rattenschwanz.

  • „Die Ursache der Insolvenz hängt in erster Linie nicht mit dem Standort Leuna zusammen.“

    „Das einst erfolgreiche Unternehmen rutschte während der Energiekrise im Jahr 2022 in die roten Zahlen.“

    Finde den Fehler.

    Indien und China haben jedenfalls keine Energiekrise.

    • Indien kriegt von DE ja auch fett Entwicklungshilfe.
      Zum Beispiel für :

      „Klimafreundliche urbane Mobilität II, III, IV, V“ in Zahlen :
      86.978.571,27 €
      48.668.601,54 €
      70.979.813,20 €
      84.626.905,26 €
      43.408.885,23 €
      156.534.800,64 €
      206.018.172,16 €
      2.000.000,00 €

      „Nachhaltige Stadtentwicklung – Smart Cities“ in Zahlen :
      164.577.625,90 €
      2.000.000,00 €

      „Energieeffizienzprogramm Indien“ in Zahlen :
      122.748.763,98 €

      „Programm Privatsektorförderung – Treuhandbeteiligung Innovative Landwirtschaft“:
      10.000.000,00

      „Dt.-Ind. Solarpartnerschaft II – Begleitmaßnahme“ :
      1.200.000, 00 €
      500.000,00 €

      „Energiereformprogramm Indien“ :
      148.870.547,90 €

      „Finanzierungsfazilitäten für städtische Entwicklung I“ :
      205.375.237,31 €
      3.000.000,00 €

      Fehlen noch’n paar Kleinigkeiten, aber egal.

      Quelle: Aus der kleinen Anfrage der CDU/CSU Fraktion – Drucksache 20/9761 v. 13.12.2023

      • Was haben diese Gelder mit der von den Grünrotgelben herbeigeführten Energiekrise zu tun ?
        Du versuchst einen unsinnigen Zusammenhang zu konstruieren!

        -29
        • Ich lese in deinen Worten : „BRICS ist super u. muss unterstützt werden.“
          Der Zusammenhang liegt klar auf der Hand : Geld für’s Ausland = weniger Geld für’s Inland = Pleiten, Pech u. Pannen.

          23
        • Guten Morgen, du Habeck Troll.

          -8
    • „Indien und China haben jedenfalls keine Energiekrise.“

      Was für ein Stuss. China hat dauernd Blackouts, Engpässe und Indien hat 15 Millionen Haushalte die überhaupt keinen Stromanschluss haben.

      -29
      • Darum investiert BASF 10 Milliarden in China und nicht in Ludwigshafen… Weil das Stuss ist…

        • Und warum produziert China alle Medikamente, die für Deutschland sind, in China, schifft sie um die ganze Welt und produziert die nicht in Deutschland?
          Ich gebe mal ein paar Stichworte:
          Energiekosten
          Arbeitskosten
          Regulierungen
          Steuern
          Noch Fragen?

          5
        • Mehr als rund 50 Prozent der hierzulande verarbeiteten Grundstoffe stammt aus China. Und du Schwätzer laberst vom asiatischen Markt.

          0
        • Warum sollte BASF ein Werk, das den asiatischen Markt bedienen soll, in Ludwigshafen errichten, um das Produkt dann um die halbe Welt zu schaffen. Warum sollte BASF nicht direkt vor Ort produzieren. Wenn denen dann wie 2021 der Strom abgedreht wird ist das deren Problem.

          -26
  • „… und nun zum Wetter.“ – Leider sind solche Nachrichten alltäglich geworden. Und nein, keine Infos darüber im ÖRR, kein Brennpunkt nach der Tagesschau.

  • Im besten Deutschland aller Zeiten!

  • BASF hat wohl alles richtig gemacht mit China. Es war einmal ein Land wo Milch und Honig floss …

  • Wen die Arbeiter dort im nächsten Jahr wählen, wenn sie ihre Jobs verlieren, dürfte klar sein. Da werden wohl so einige dabei sein, die das als Kinder miterlebt haben, als es damals ihren Eltern so ging. Und dann passiert es ihnen vielleicht selbst. Wohin dann als Chemiearbeiter?

  • Immer dann, wenn es zu spät ist, kommen die Sozialisten mit der Parole „Der Standort muss erhalten bleiben!“ um die Ecke und schieben die Verantwortung auf andere.

  • Man darf nicht vergessen, dass hierzulande gesellschaftlich Verhältnisse vorherrschen, die nichts anderes bedeuten, als dass bloß fortwährend die eigene Gesundheit und Produktivkraft vergeudet werden muss. Zwar übte bereits zur Mitte der 1950er Jahre insbesondere der Wirtschaftswissenschaftler Friedrich Pollok daran Kritik. Wenn aber heutzutage ein Unternehmen ein Werk schließt und damit den blanken Unfug notwendig beendet, ist allenthalben die Empörung noch immer überaus groß. Vor allem hauptamtliche Gewerkschaftsfunktionäre machen dann völlig haltlos der jeweiligen Geschäftsleitung den Vorwurf, angeblich keinen Plan für die Zukunft zu haben. Dass es darum gar nicht geht, sondern allein darum, schon aus Gründen der Fürsorge die Träger menschlicher Arbeitskraft davor zu schützen, dass keiner dadurch mehr über kurz als lang für die falsche Realität zu sterben hat, verkennen die unzähligen Verbreiter solch eines „Schimpfklatsch“ (Elias/Scotson, 2020: 9, 10. Aufl.) auch künftig.

  • Was die Treuhand nicht geschafft hat, schafft jetzt die linke Politik.

  • Bürgergeld für alle!

  • Der belgische Mutterkonzern ist also überschuldet und deshalb wird die Tochter in Leuna zahlungsunfähig? Das erschließt sich mir nicht. Ich dachte bisher, die Zahlungsströme verlaufen in die andere Richtung, die Töchter überweisen einen Teil ihrer Gewinne an die Mutter. Vermutlich ist das nur eine Schutzbehauptung des politiknahen Insolvenzverwalters. Tatsächlich dürften die hohen Energiekosten die wahre Ursache sein, aber die hat ja die Union mit ihrer hohen wirtschaftlichen Kompetenz zu verantworten. Schade, dass A.N. diesen Unsinn unkommentiert übernimmt.

  • Wenn da man nicht die AFD schuld ist …
    Bestimmt kommen nicht genug Fachkräfte ?

  • Rund 600 neue Fachkräfte für Pflegedienste:
    Von Chemie zur Pharmazie, um Oma
    zu impfen u. ruhigzustellen. 😉

  • Alle neuen Rettungsmaßnahmen sind zum scheitern verurteilt. Das ist alles zu spät….. den Untergang kann keiner mehr aufhalten.

  • Irgendwann werden sie sagen, dass die Energiewende gelungen ist und 100% aus erneuerbaren Energien kommen…wenn Deutschland komplett deindustrialisiert wird.

  • Der Facharbeitermangel lässt sich am Besten durch die Freisetzung von Facharbeitern bekämpfen.

  • Dort wird doch im September nächsten Jahres gewählt, ich hoffe dass ich die 600 entlassenen an diese Pleite erinnern werden

  • Wer Brauch heutzutage noch Arbeit
    dafür gibt’s Bürgergeld
    Klima Rettung ist wichtiger
    sonst hab ich ja Nix davon

  • Ich habe kein Verständnis für diese Rettungsaktionen mit weiteren Schulden – ohne vernünftige Politik ist die gesamte Wirtschaft bedroht ! Politikwechsel jetzt !!!
    Sozialisten und Kommunisten gehören nicht zu Deutschland, sie zerstören unser Land 🇩🇪

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