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Neue Ungereimtheiten

Wegen Details über RBB-Affären: Intendantin soll hausinternen Podcast zensiert haben, Sender streitet ab

Der nächste Eklat beim RBB: Die Intendantin soll einen Podcast zensiert haben, weil darin belastende Details über den ehemaligen Chefredakteur Biesinger genannt wurden. Der zuständige Moderator erhebt jetzt schwere Vorwürfe, der RBB streitet ab.

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Schon wieder steht der RBB in den Schlagzeilen (Imago / Revierfoto).

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Schon wieder steht der RBB im Mittelpunkt eines möglichen Eklats: Der langjährige Moderator des hausinternen Medienmagazins, Jörg Wagner, moniert gegenüber der Süddeutschen Zeitung eine Einflussnahme auf seine Arbeit. Konkret geht es um eine Podcastfolge, in der eine umstrittene Information über den ehemaligen RBB-Chefredakteur David Biesinger geteilt worden war.

Biesinger war im März nach der Gelbhaar-Affäre, in der der Sender Missbrauchsvorwürfe gegen den ehemaligen Grünen-Bundestagsabgeordneten Stefan Gelbhaar ungeprüft veröffentlicht hatte, zurückgetreten. Schon zuvor war sein Name mit Fragezeichen versehen: Bereits im Sommer 2023 war unklar, ob Biesinger Teil der Geschäftsführung unter Patricia Schlesinger war – die sich nicht nur eigenhändig die Gehälter erhöht, sondern den Sender möglicherweise auch um Millionen gebracht hat (mehr dazu hier).

Der RBB versuchte, Biesingers Rolle damals herunterzuspielen und zu beweisen, dass er nicht in der Geschäftsführung tätig war. Doch das sieht der Medienjournalist Wagner anders: „Meine Erkenntnisse aber sind: Er war es“ – und das hat Wagner in seinem Format auch deutlich gemacht. Aber „wenn es in der Folge dazu kommt, dass diese Passage nachträglich aus dem ‚Medienmagazin‘-Podcast rausgeschnitten wird, gibt es einen Konflikt.“

Das sei unter der jetzigen Intendantin und Schlesinger-Nachfolgerin Ulrike Demmer geschehen, moniert Wagner. Dabei sei es seit 1997 – solange moderiert der Journalist das Format bereits – seine Aufgabe gewesen, „den RBB so zu sehen, als wäre ich nicht Bestandteil des RBB.“ Das sei unter Demmers Vorgängern, sogar unter Schlesinger, gelungen.

Wagner erklärt sich den aktuellen Kurswechsel unter anderem mit den immer wieder aufflammenden Affären bei dem öffentlich-rechtlichen Sender: Er habe das Gefühl, dass die Sorge bei der neuen Chefetage groß sei, durch das Medienmagazin könne etwas wie die Gelbhaar-Affäre ausgelöst werden. „Ich fühle mich extrem betreut zurzeit“, fügt der Journalist, der jetzt seine letzte Ausgabe moderiert hat und aus Altersgründen ausscheiden soll, hinzu.

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In einem Statement gegenüber Apollo News erklärte der RBB, dass es im Sender „keine Zensur“ gäbe. Wagners Schilderungen über herausgeschnittene Passagen seien „falsch“, denn so der RBB: „In der in Rede stehenden Passage ging es nicht um David Biesinger, sondern um einen zu diesem Zeitpunkt zwei Wochen alten Beitrag aus einem früheren Medienmagazin.“ Dieser Beitrag sei „nicht ausreichend belegt“ gewesen.

Der RBB habe „deshalb eine Unterlassungserklärung abgeben“ müssen. Und weiter: „In der neuen Passage wurden Inhalte wiederholt, die von der Unterlassungserklärung betroffen waren. Radioeins musste die Passage daher zwangsläufig entfernen“. Der RBB meint, die Intendantin sei an diesem Vorgang „an keiner Stelle“ involviert gewesen. David Biesinger sei „nachweislich nie Mitglied der rbb-Geschäftsleitung“ gewesen, so der Sender.

Neben der Gelbhaar- und der Schlesinger-Affäre gab es beim RBB in den vergangenen Jahren immer wieder kleinere Auseinandersetzungen. Zuletzt musste der Sender auf den dadurch entstandenen Schaden mit einer Umstrukturierung reagieren (mehr dazu hier). Auch Wagner fiel diesen Maßnahmen offenbar zum Opfer: „Ich weiß seit April, dass man neue Regeln geschaffen hat, wonach auch für sogenannte feste freie Mitarbeiter wie mich jetzt das Renteneintrittsalter maßgeblich ist für die Beendigung eines Vertrages.“

Er führt weiter aus, dass diese Regelung neu sei und bereits große Opfer gekostet hat: „Ulli Zelle, der ist ein Maskottchen des RBB wie das Sandmännchen, war 73, als er erfuhr, dass er plötzlich zu alt sei“, so Wagner. Zelles Tätigkeit beim RBB endete erst im Frühjahr. „Sein Vertrag wurde beendigt, unter anderem mit der Begründung: Ulli, wenn wir dich nicht rausschmeißen, können wir die Verträge der jüngeren Alten auch nicht kündigen“, erklärt Wagner die Vorgänge.

„Die Erfahrenen werden jetzt dafür bestraft, dass es in der Leitungsebene Mittelverschwendung gab und es hieß, der RBB sei blank, man brauche einen ‚Befreiungsschlag‘“, schlussfolgert er weiter und moniert: „Der RBB wirft uns wie Säcke aus einem Ballon, um wieder Fahrt aufzunehmen. Dieses Gefühl, ein Sack zu sein, hat mich verletzt.“

Wagners abschließendes Fazit über den RBB fällt nicht weniger pessimistisch aus. Die Intendantin wolle zwar ohne den Blick in den Rückspiegel nach vorne schauen, aber das sei nicht möglich: „Es gibt zu viele offene Probleme aus der Schlesinger-Zeit. Es gibt noch Menschen, die damals Verantwortung getragen haben und jetzt so tun, als hätten sie damit nichts zu tun, und sich wegducken“, so der Medienjournalist.


wl

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20 Kommentare

  • Es wird oft behauptet das ÖRR–System sein nicht reformierbar.
    Das scheint wahr zu sein.

    Wir halten es mit Peter Lustig: „Es kommt nichts mehr, ihr könnt also abschalten.“

  • So ist das nunmal im sozialistischen Staatsfernsehen. Wenn wundert das wirklich ? 😯

    • Ich verstehe das alles nicht, man weiß doch, wo die Schuldigen wohnen.

  • Mit diesem Verhalten treibt sich der gesamte ÖRR sowieso in die Bedeutungslosigkeit.
    immer mehr Bürger fühlen sich belogen und betrogen von diesem System.
    Was die Leute zu den alternativen Medien treibt. Wo sie ungefiltert ihre Nachrichten bekommen.

  • „Die Erfahrenen werden jetzt dafür bestraft, dass es in der Leitungsebene Mittelverschwendung gab und es hieß, (…) man brauche einen ‚Befreiungsschlag.“

    Das ist ja Gang und Gäbe bei Unternehmen in Schieflage, leider nicht nur beim ÖRR. Hier vielleicht besonders, weil man den günstigen Nebeneffekt hat, mit dem Geldeinsparen noch gleich die missliebige politische Meinung mit über Bord werfen zu können. Aber leider ist genau dieses Verhalten des Managements häufig in der Situation der vorangegangenen Misswirtschaft anzutreffen; gerne in Kombination mit der eigenen Jobsicherung.

  • Mich wundert beim ÖRR nix mehr. Deshalb schalte ich es fast nie ein. Zahlen muss ich leider trotzdem.

  • Zensur oder Ideologie im ÖRR? Nein, niemals.

  • Die Intendanten des ÖRR sind alle auf verbohrter woker Links-grüner Linie. Beim Lügen und Täuschen kommen sie gleich nach Merz. Der RR gehört deshalb ersatzlos abgeschafft.

  • Wobei sie sich damit ja für die ÖRR qualifiziert hat.

  • Wundert mich das irgendwie? ÖRR kann weg, da gibt es nichts zu reparieren.
    Der muss neu und wirklich schlank aufgestellt werden.

  • Beim rbb sollte einen nichts mehr wundern. (gut gilt für den gesamten ÖRR, aber rbb ist tatsächlich vollkommen durch)

  • Zensierte Zensoren oder betrogene Betrüger?

  • Staatlich finanzierte Verschwendungssucht.

  • Ach? In der EU gibt es doch angeblich keine Zensur? Die Medien der heutigen Zeit erinnern zunehmend an den damaligen Volksempfänger-Kasten. Beide erreichen ihr Ziel auf die gleiche Weise.

  • Zusperren diesen Selbstbedienungsladen!

  • Das System BRD ist durchseucht mit linker, krimineller Ideologie.

  • Einfach den ÖRR ignorieren. Wenn keiner mehr diesen Sch…. einschaltet, bleiben die Werbeeinnahmen aus. Dann ändert sich cieleicht etwas.

  • Das rbb Motto…Lügen wie Merz.

  • Die ÖRR haben seit Jahren eine extrem linke, sozialistische Agenda. Beim MDR musste ich mich erst kürzlich im Wetterbericht über Klimaerwärmung und die Notwendigkeit rotgrüner Energiepolitik belehren lassen. Obwohl die Extremszenarien beim Klimawandel mittlerweile wissenschaftlich abgeräumt sind. Gestern gab es einen verschwurbelten Artikel auf mdr.de, wie sehr die Debatte um Brosius-Gersdorf den Frauenrechten geschadet habe. Ihre juristisch nicht haltbaren Ansichten zur Menschenwürde wurden beiseite gewischt. So macht ÖRR keinen Spaß.

  • Ach, da demmerts plötzlich. Aber diese medialen NoGos werden nunmal gebraucht, um das Wahlvieh einzustimmen und auf dem dummlinken Pfad zu halten, um Pöstchen für verdiente Kader vorzuhalten, um den Bolschetransen Spielwiesen zu geben, usw. Geld ist ja genug da.

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