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BKA-Bericht

„20 Leute umbringen“: Magdeburg-Täter drohte in Mail direkt an Innenministerium mit Anschlag

Aus einem internen BKA-Bericht geht hervor, dass sich Taleb al-Abduhlmohsen bereits 2023 per Kontaktformular ans Innenministerium richtete und davor warnte, „20 Leute [...] umbringen“ zu wollen. Wegen des „unklaren bzw. verworrenen Anliegens“ behandelte man den Fall nicht weiter.

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Am 20. Dezember raste Taleb al-Abdulmohsen mit einem Geländewagen in den Magdeburger Weihnachtsmarkt.

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Der Täter, der sechs Menschen auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt getötet hatte, wandte sich im Vorfeld sogar an deutsche Behörden und drohte mit einem Anschlag. Das geht aus einem der Welt vorliegenden Einträge hervor. Zuvor hatte der Spiegel über ein internes Dokument des Bundeskriminalamtes berichtet, in dem Taleb al-Abdulmohsen in 105 aktenkundigen Vorgängen von Behörden in sechs Bundesländern aufgeführt wird (Apollo News berichtete).

Einer dieser Vorgänge aus Februar 2023 zeigt, dass sich Abdulmohsen persönlich an das Bundesinnenministerium gewendet hatte, um mit einem Anschlag zu drohen. Per Kontaktformular schrieb der aus Saudi-Arabien stammende Facharzt an das Kanzleramt: „Meine Frage war Muss man in Deutschland 20 Leute auf den Straßen von Berlin umbringen[,] um die Gerechtigkeit zu bekommen? Bis heute habe ich keine überzeugende Antwort bekommen.“

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Als Hintergrund soll Abdulmohsen angegeben haben, zwei Richter vom Amtsgericht und Landgericht Rostock würden „Lügen über ihn verbreiten“ und er habe eine „Anzeige wegen Verleumdung“ erhalten. Tatsächlich verurteilte das Amtsgericht Abdulmohsen zu einer Geldstrafe von 900 Euro. Er hatte einer Mitarbeiterin der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern gedroht, ein Verbrechen nach dem Vorbild des islamistischen Terroranschlags auf den Boston-Marathon zu begehen. „Haben Sie die Bilder aus Boston gesehen? So was passiert dann hier auch“, soll al-Abdulmohsen damals gesagt haben.

In der Nachricht an das Kanzleramt behauptete Abdulmohsen dann auch, er sei der sexuellen Belästigung von Asylantinnen bezichtigt worden, wobei es nur darum ging, die Asylantinnen vor ihm zu „verängstigen“. Statt geschützt zu werden, muss er sich jetzt gerichtlich verantworten – dafür sei Nancy Faeser verantwortlich, meinte Abdulmohsen. „Mit absoluter Sicherheit ist es Ihre Zuständigkeit[,] wenn Deutschland alle Wege zur Gerechtigkeit blockiert“, schrieb der aus Saudi-Arabien stammende Mann. Und: „Bitte sagen Sie mir nicht, dass Sie nicht zuständig sind.“

„Wie kann ich, als politischer Aktivist, die Asylantinnen gegen Missbrauch schützen, wenn ich sogar mich selber, wegen der Untätigkeit der Staatsanwälte und des komischen deutschen Zivilrechts, nicht schützen kann?! Ist es nicht Ihre Zuständigkeit[,] wenn alle friedlichen Methoden scheitern?“, führte Abdulmohsen weiter aus. „Sie als Bundesinnenministerin die Hauptfigur in Deutschland“, schrieb er an Faeser gerichtet.

Diese Meinungsfreiheit, so Abdulmohsen, müsse die SPD-Politikerin „vertragen“. Er nannte es „hypokritisch“, die Gewalt von Klimaaktivisten zu verurteilen und ihm mitzuteilen, „nicht zuständig zu sein.“ In der Vergangenheit soll sich Abdulmohsen für Flüchtlinge eingesetzt haben, der Bundesregierung aber vorgeworfen haben, die „falschen“ Migranten ins Land zu lassen und so eine Islamisierung zu planen. Nur so lassen sich die Gedankenvorgänge des 50-Jährigen erklären.

Trotz der konkreten Drohung, die in der Kontaktanfrage enthalten ist, entschloss sich das Bundesinnenministerium, nicht weiter auf die Nachricht einzugehen. „Aufgrund des unklaren bzw. verworrenen Anliegens erfolgt keine Antwort des BMI“, heißt es unter dem Eintrag. Dabei ist es nicht das erste Mal, dass sich der Täter von Magdeburg – wo er auf dem Weihnachtsmarkt sechs Menschen tötete und etwa 300 Verletzte – an Faeser selbst richtet.

„Es ist sehr wahrscheinlich, dass ich in diesem Jahr sterbe, um Gerechtigkeit zu schaffen“, schrieb Abdulmohsen in den Kommentaren unter einem Beitrag der Innenministerin auf X im Mai 2024. Die Drohung wurde jedoch ignoriert. 2023 bewerteten das Landeskriminalamt in Sachsen-Anhalt und das Bundeskriminalamt die Lage und kamen zu dem Schluss, von Abdulmohsen gehe „keine konkrete Gefahr“ aus.

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