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Sachsen-Anhalt

„Weil es das Wahlvolk will“: Ex-CDU-Abgeordneter fordert Wahl von Siegmund zum Ministerpräsidenten

Der abgewählte CDU-Abgeordnete Alexander Räuscher fordert die Wahl von Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt. Er selbst würde dem AfD-Politiker seine Stimme geben, erklärte Räuscher. Das Wahlergebnis verlange, „dass Herr Siegmund Ministerpräsident wird“.

Von

IMAGO/Christian Schroedter

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Der mittlerweile ehemalige CDU-Abgeordnete in Sachsen-Anhalt, Alexander Räuscher, hat gegenüber dem Tagesspiegel die Wahl von Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt gefordert. Er selbst würde dem AfD-Politiker seine Stimme geben, erklärte Räuscher, der bis zum Ende der letzten Legislaturperiode Abgeordneter war. Das Wahlergebnis verlange, „dass Herr Siegmund Ministerpräsident wird“, so Räuscher weiter.

Zur Begründung führte Räuscher nicht inhaltliche Schnittmengen an, sondern forderte die Wahl Siegmunds, „weil es das Wahlvolk will“. Die CDU sollte nach seiner Ansicht die Wahl Siegmunds deshalb ermöglichen. Weiter sagte der nunmehr ehemalige Abgeordnete: „Ich hätte Bauchschmerzen, Siegmund im Landtag zu wählen, aber ich würde es tun. Da müssen wir jetzt durch. Ich will erleben, wie Herr Siegmund ein Wahlversprechen nach dem anderen abräumen muss, und seine Wähler enttäuschen wird.“

Allgemein hat er keine hohen Erwartungen an Siegmund: Dieser sei „alles andere als selbstbewusst“ – sein Versprechen, nur im ersten Wahlgang anzutreten, zeuge vielmehr davon, dass er gar nicht erst regieren, sondern sich in der Opposition verstecken wolle. Siegmund sei „ein beruflich erfolgloser Schwadroneur“ und „ein Drückeberger“ – und dennoch möchte Räuscher den AfD-Spitzenkandidaten an die Spitze seines Bundeslandes wählen.

Bereits in der Vergangenheit hat Räuscher wiederholt ein Ende der Brandmauer gefordert. Im Juli konstatierte er gegenüber der Jungen Freiheit etwa über die Grundhaltung seines Landesverbands: „Wenn wir selbst entscheiden könnten, wäre die Brandmauer längst weg.“  Demnach sei es für ihn im Hinblick auf die Geschichte der DDR nicht vertretbar, wenn Personen oder Parteien wegen ihrer politischen Ausrichtung allgemein ausgeschlossen werden. Es handle sich daher bei der Brandmauer um „ein reines Produkt einer vergangenen Bundespolitik“, die er „grundsätzlich ablehne“ (Apollo News berichtete).

Die CDU im Landtag ist in mehrere Lager geteilt. Amtierende Abgeordnete sprechen von tiefen Gräben und halten eine Spaltung der Fraktion inzwischen teils offen für „eine Option“ (mehr dazu hier). Bei der Wahl des Landtagspräsidenten folgten höchstens vier von 13 weiteren CDU-Abgeordneten Ministerpräsident Sven Schulze nicht und enthielten sich.

mb

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39 Kommentare

  • Wenn die CDU sich retten will, braucht sie genau diese Einstellung und Zusammenarbeit mit der AFD!
    —
    Darum muss die CDU Basis und die Junge CDU, Politiker wie Merz, Wüst, Günther, Radke usw. entlassen!

    • Und zwar SOFORT!

    • Für die Rettung der CDU ist es wohl zu spät.

    • Es gibt für die CDU allerdings noch eine psychologisches Hürde zu bewältigen. Sie kann zukünftig nur noch die Rolle eines Junior-Partners einnehmen, wird aber von dem Selbstbild einer staatstragenden Partei bestimmt. Sie hat sich immer noch tief in die Strukturen hineingefressen (Stichwort »Staat zur Beute«). Ob die CDU das konstruktiv schafft, ist fraglich.

  • Das werden wohl auch etliche gewählte CDUler so sehen und ich hoffe sehr, dass sie nun auch so handeln.

    • Je weiter unten in der Hierarchie also auf Land- und Kreistagsebene sind solche CDUler nicht so selten. Allerdings meist als „Privatmann“. Aber Raumschiff Berlin interessiert das nicht. Auch da ein Sonderproblem: Die Frauen, die einfach nicht verstehen, das man nicht jeden armen Menschen in Deutschland durchfüttern kann, so wie man eben nicht 100 Liter in einen 10 Liter Eimer füllen kann. Ob sie es nicht einsehen wollen, nicht können, oder sich einfach verrannt haben, weil sie dem Patriarchat zeigen wollen, wie es geht… Wer versteht schon die Frauen. PS.: Wenn die Befürworter von Alle Rein das selbst bezahlen müssten, wären sie schon lange wach. Auch die Frauen. Beim eigenen Portemonnaie sind sie immer sehr empfindlich.

  • Herr Räuscher scheinen die Begriffe *Demokratie*,*Wahlergebnis* und *Souverän*noch geläufig zu sein!
    Chapeau!!!

    • Da Herr R. jetzt ein ehemaliger CDU Abgeordneter ist, fällt ihm seine Meinungsäußerung wahrscheinlich leichter als Jenen die noch direkt involviert sind. Aber eins sollte ihnen klar sein, die CDU kämpft um ihr Überlebenden und das ist mit der Brandmauer nicht zu erreichen. Die CDU war in den 90ziger Jahren noch eine konservative Partei, seit Merkel ist sie immer mehr nach links abgetriftet und das nehmen ihr immer mehr Bürger übel. Merz hatte gesagt, links ist vorbei, es sollte wirklich vorbei sein, bevor es mit der CDU vorbei ist.

    • Ich rate zur Vorsicht.
      Er wurde abgewählt.
      Warum?
      Was hat er mitgetragen?
      Warum hat er zu vielem geschwiegen?

      • „Er wurde abgewählt.“
        Daraus kann man nicht viel ableiten. Die CDU hat in S-A die meisten ihrer Mandate verloren.

  • Hut ab, der Mann denkt noch demokratisch.

  • 👍👍

  • Was ist denn da los! Merkel hat doch der Politik einen ganz klaren Erziehungsauftrag für den Souverän gegeben. Das wurde bisher auch brav von den ReGIERungen auf Landes- und Bundesebene befolgt. Wenn man jetzt den Willen des Souveräns beachtet, dann ist die linksgrüne Untergangspolitik aber in Gefahr! Unzählige Pfründe, Posten und Netzwerke könnten zusammenbrechen. Deutschland könnte wieder einen Aufschwung erleben! Ich kann mir nicht vorstellen, daß die ReGIERung das will.
    Achtung: Zynismus

  • Nebenbei
    Landeszentrale für politische Bildung, SWR-Rundfunkrat, Baden-Württemberg-Stiftung: Die AfD-Fraktion darf keine Vertreter in die wichtigsten außerparlamentarischen Gremien entsenden.
    Die Kandidaten der Partei scheiterten bei einer Reihe von Wahlgängen im Plenum, sie wurden von den anderen Fraktionen abgelehnt.
    Die AfD muss draußen bleiben: Bei fast einem Dutzend Wahlen scheitern die Kandidaten der größten Oppositionspartei im Landtag an den anderen Fraktionen. Aber die Auszählung überrascht.
    Die Wahlen fanden größtenteils geheim statt. Interessant:
    Die AfD-Fraktion verfügt nur über 35 Sitze im Parlament, die Kandidaten erhielten aber bei fast allen Wahlen mehr als 35 Stimmen, meist sogar über 37, teils sogar 41 Stimmen.
    Mitglieder anderer Fraktionen haben also für die AfD-Kandidaten gestimmt.
    mehr https://stuttgart.t-online.de/region/stuttgart/id_101471316/afd-rasselt-durch-fast-alle-gremien-wahlen.html

  • Kluger Mann. Chapeau.

  • Richtig. Das Volk in Sachsen-Anhalt hat gewählt. So geht Demokratie!
    Und die „Altparteien“ haben versagt und meinen nun, die Opferrolle einnehmen zu müssen.

  • „Wahlvolk“ ist unverschämt.
    „Verachtung nach unten“ (cit. Buchtitel Alexander Wendt.)

  • Schon die 4 Abweichler reichen, um ihn zu wählen.
    Tatsächlich könnte es aber im besten Interesse der LandesCDU sein,
    wenn die dortigen mit ihm verlässlich koalieren und die Brandmauer

    einreißen.

    Da allerdings würde die BundesCDU Schnappatmung kriegen und Merz auch.

    Wenn es aber dazu führt, dass die Bundesregierung krachen geht, dann hat die LandesCDU ganz Deutschland einen Riesengefallen getan.

  • Wenn die CDU nach der Berlinwahl die linke Koalition in Berlin akzeptiert, dann muss Sie auch die AFD akzeptieren und mit ihr zusammenarbeiten. Jetzt entscheidet sich ob die CDU eine linke Partei ist oder eine konservative Partei.

  • Es gibt sie doch noch, die wirklich demokratisch denkenden Politiker in der CDU.

    Sie fordern dazu der Selbstverständlichkeit auf, das Wahlergebnis zu respektieren, und man wird sie in der eigenen Partei vermutlich dafür ächten.

  • „Ich will erleben, wie Herr Siegmund ein Wahlversprechen nach dem anderen abräumen muss, und seine Wähler enttäuschen wird.“

    Gehässigkeit, die abschreckt. Das ist von der Union geblieben? Traurig.

    • Der Satz fiel mir auch auf. Mich wundert, dass es die anderen Kommentaroren nicht stört.

      • Das hat mich auch sehr gewundert. Er will, dass ein AfDler ins Amt kommt, damit er stützt. Wie scheinheilig und widerlich ist das denn??

  • Der abgewählte Herr macht aber viele Einschränkungen, er traut der AfD und besonders Herrn Siegmund nichts zu. Auch als abgewählter spricht er noch von oben herab.

  • Natürlich wird auch eine AfD Regierung keine Wunder vollbringen können und von der Realität eingeholt werden, darum geht es den Altparteien doch auch überhaupt nicht.
    Viel mehr haben sie Sorge, dass durch Wirken der AfD dem Bürger öffentlich wird, wie er jahrelang belogen und betrogen wurde – der ein oder andere fürchtet sicherlich nicht nur um seine eigene und ihm Nahestehenden Versorgung, ich kann mir gut vorstellen, dass bei dem ein oder anderen auch rechtliche Konsequenzen drohen können.

  • Persönlich glaube ich nicht, dass die AfD mich enttäuschen wird. Es reicht mir völlig aus, wenn sie sich an dieser unglaublichen Verfolgung und Unterdrückung Andersdenkender, die seit der Ära Faeser modern geworden ist, nicht beteiligt. Dazu braucht sie nichts Herausragendes zu tun, sondern nur das zu unterlassen, wozu man sie nicht zwingen kann,

  • Bevor ich anfange, diesen Herrn in den Himmel der wahren Demoktaten zu loben, sehe ich mich gezwungen mal darauf zu sehen, was er bisher für eine Haltung hatte – doch anscheinend die, daß Parteiraison wichtiger für den Postenerhalt als persönliche Integrität ist. Nun hat er die Quittung erhalten und ist raus. Und auf einmal fällt ihm ein, was das Wahlergebnis verlange. Wohl in der Hoffnung, sein Wähler von gestern hat das morgen wieder vergessen.

  • Mir egal. NIEMALS CDU!!!!

  • „Weil es das Wahlvolk will“
    .
    Aber das spielt doch in „unserer Demokratie“ keine Rolle mehr.
    .
    Die Herren und Damen … und alle anderen Geschlechter ….. wähnen sich doch im Himmel, haben königliche Attitüden und verhalten sich wie ein „Politbüro“ von Gottes gnaden.

  • Das man das überhaupt erwähnen muß! Eine Selbstverständlichkeit. Die Wahl war untrennbar mit der Person Siegmund verbunden, ganz im Gegensatz zu Kandidaten der Altparteien die immer vollkommen austauschbar wirken und auch wie Marionetten agieren. Das Beste Beispiel ist der in Sachsen-Anhalt vom Himmel herabgeschwebte CDU-Altpräsident (seinen Namen kann ich mir nicht merken, weil zu unwichtig)

  • Herr Räuscher macht Geräusche.
    Politische Furze!

  • Herr Räuscher macht Geräusche.
    Politische Furze.

  • Gebt ihnen doch endlich ihr AfD Bundesland.
    Sachsen Anhalt hat keinen Mehrwert für den Rest des Landes.
    Lasst sie da ein bisschen Dunkeldeutschland spielen und ihren Wählern beweisen, dass die Wähler selbst der Grund für die Stagnation sind.

    • Dem kann man sich nur voll und ganz anschließen #Thomaz.
      Und natürlich kein Geld aus dem Länderfinanzausgleich mehr.

    • Besser kann man es nicht ausdrücken.

  • Maul halten, abgehalfterte Altparteiler die abgewählt wurden haben nichts mehr zu sagen.

    -36
    • Dann sagen sie das bitte Frau Merkel, Herrn Altmaier und Co.

    • Moin ,Genau Trachtler deswegen muss Siegmund gewählt werden. Jung,dynamisch und noch unverbraucht.
      Er hat gegen die abgehalfterten Altparteien gewonnen.

    • Hat sich die Lamettageschmückte IM Erika denn wieder gemeldet oder wovon phantasieren Sie?

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