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Was bei Trumps Iran-Deal auf dem Spiel steht

Am Golf überschlagen sich die Ereignisse: Jetzt Waffenstillstand, bald ein langfristiger Deal? Ganz so einfach dürfte es aber nicht werden, wenn Trump keine Wiederholung von Obamas gescheitertem Atomabkommen riskieren will.

US-Präsident Donald Trump (IMAGO/UPI Photo)

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Mit der nun vereinbarten Feuerpause zwischen den USA, Israel und dem Iran sollen erstmals seit gut einem Monat die Waffen im Mittleren Osten schweigen. Geeinigt hat man sich bisher nur darauf, dass es für die zweiwöchige Dauer der Pause keine gegenseitigen Attacken gibt, auch nicht auf den Schiffsverkehr, und dass die Straße von Hormus wieder geöffnet wird.

Entscheidender ist die Frage, wie es danach weitergeht. Im Raum steht nun ein Deal zwischen Teheran und Washington, der den Konflikt dauerhaft beenden soll. Aber vieles ist dabei noch unklar. Zunächst war die Rede davon, dass die Verhandlungsgrundlage ein Zehn-Punkte-Plan der Iraner sein soll, der wiederum eine Replik auf einen 15-Punkte-Plan der amerikanischen Seite ist.

Klar scheint erst mal nur eins: Die Trump-Regierung stützt sich, wie wir bei Apollo News bereits vergangene Woche analysiert hatten, immer mehr auf ihr militärisches Minimalziel: die Ausschaltung beziehungsweise das nachhaltige Zurückwerfen des iranischen Nuklearprogramms, des Raketenarsenals, der Marine und der ausländischen Terrorkontakte.

Praktischerweise ist die Erreichung dieses Ziels abseits des Pentagons und von außerhalb des Irans kaum überprüfbar. Man kann es zu 90 Prozent, zu 70 Prozent oder zu 50 Prozent erreicht haben; anders als bei einem Regimewechsel ist für die allermeisten nicht einzusehen, wie weit die Amerikaner dabei gekommen sind. Trump jedenfalls scheint jetzt bereit zu sein, „Mission Accomplished“ zu erklären und einen Deal mit dem stark angeschlagenen, aber weiter herrschenden Regime in Teheran zu machen.

Wie könnte ein solcher Deal aussehen? Trump war es schließlich, der 2017 eines seiner Kernwahlversprechen umsetzte und aus dem gescheiterten Atom-Deal von Vorgänger Obama ausstieg – gerade weil dieser weder die iranische Raketenentwicklung, die Trumps Schläge jetzt ins Visier nehmen, verhinderte noch langfristig das iranische Atomwaffenprogramm stoppte. Selbst wenn der Iran sich an alle Bestimmungen des Deals gehalten hätte, was mehr als fraglich scheint, hätte er nach dem Auslaufen des Obama-Deals nach nur zehn Jahren ungestört seine Atomentwicklung fortsetzen können.

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An all dem müsste sich also auch ein Trump-Deal messen lassen. Nur zu sagen: Ende der Kämpfe, Ende der Sanktionen gegen ein Ende der Atomentwicklung, reicht da nicht. Denn der Teufel liegt im Detail. Jede Seite hat nämlich ganz andere Vorstellungen davon, wie all das konkret aussehen würde. Dazu kommt, dass Teile der iranischen Forderungen noch weit darüber hinausgehen.

So etwa, wenn die Iraner, wie manche Medien berichten, nun die Forderung aufstellen, dass sich US-Streitkräfte von „allen Stützpunkten und Einsatzorten in der Region“ zurückziehen sollten. Solche Gedanken erscheinen illusorisch.

Ebenso fragwürdig erscheint ein weiterer Punkt, über den in einigen Medien spekuliert wird: eine Art Maut für die Straße von Hormus, die an den Iran oder den Oman zu zahlen wäre. Und das, obwohl die Meerenge ein internationaler Wasserweg ist, der für jeden frei und kostenlos zu befahren ist. Dementsprechend hat bereits Omans Verkehrsminister all solche Spekulationen abgewiesen: Man werde auch künftig keine „Maut“ verlangen.

Generell greifen aktuell gerade die wildesten Gerüchte um sich. Die spekulierten iranischen Punkte weichen jedenfalls stark von jenen ab, die Trump mit seinem 15-Punkte-Plan auf den Tisch gelegt hatte. Bei denen war die Rede von einer Zerstörung der Nuklearanlagen in Natanz, Isfahan und Fordow, einer Reichweiten- und Mengenlimitierung des iranischen Raketenprogramms sowie einer zivilen Nuklearenergienutzung unter US-Aufsicht.

Auch daher ist es alles andere als klar, ob Verhandlungen nun wirklich zu einem dauerhaften Ende der Kämpfe führen werden – oder ob es in zwei Wochen wieder losgeht. Entscheidend ist aber nicht nur das Mullah-Regime selbst, sondern auch seine Verbündeten. Im Vorfeld der jetzigen Waffenruhe soll etwa China massiv Druck auf Teheran gemacht haben. Überraschend wäre das nicht, denn auch die chinesischen Ölimporte wurden von der Schließung der Straße von Hormus empfindlich getroffen.

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23 Kommentare

  • Wann rafft ihr alle in den Medien eigentlich, dass es sehr wohl einen Regimewechsel gegeben hat, weg vom Religiösen hin zum Militärischen?
    Die Mullahs sind durch den Tod Ali Khameinis entmachtet, dafür haben, für den Moment, die Revolutionsgarden, unterstützt durch einige zivile, Funktionäre, die Macht übernommen. Kein einziger Mullah war an den gegenwärtigen Verhandlungen beteiligt.
    Diese Entwicklung wäre wahrscheinlich auch durch einen natürlichen Tod Khameinis eingetreten. So ist sie jetzt schneller da. Sein Sohn ist eine scheintote Marionette des IRGC.
    Dies muss nicht unbedingt positiv sein, es erweitert für die iranische Führung aber den Handlungsspielraum.

  • Es sieht so aus, als ob China mehr Einfluss auf den Iran hat, als die USA.

  • So richtig viel mehr weiß ich nach Lesen des Artikels nicht.

    • Wenn ich so oft und so sehr daneben liegen würde wie die Schülerzeitung Apollo News, dann wäre ich auch eher still was richtige Aussagen angeht.

  • Der Krieg begann mit der Bombardierung einer reinen Mädchenschule in Minab, und er endete mit der Zerstörung einer Synagoge in Teheran.

  • Anscheinend schützen Atomraketen ja vor einem Überfall der Amerikaner. Wenn man keine hat kommt der Ami vorbei wie er Lust hat, das zeigte Irak und Afghanistan, jetzt Iran.
    Mit einer Atomrakete wäre das nicht passiert.
    Atomraketen dienen der Abschreckung, das behaupten alle Atommächte. Generell dem Iran zu unterstellen das er sie nutzt ist kein Fakt sondern eine Schutzbehauptung.

    • Doch schon wenn der andere auch Atombomben hat. Dann geht der Krieg eine weile weiter bis einer überreizt oder verliert. Dann sollte er stoppen.

    • Dann soll er halt nicht damit drohen, Israel damit zu zerstören.

  • Sehe das so USA haben die Sauerei gemacht und der rest der Welt bezahlt fürs aufräumen. Maut. Wahrscheinlicht steht der Iran zum schluß besser da.

  • Atomabkommen? Es geht um den Petrodollar, die Kontrolle über das Öl und die Vorherrschaft Israels in der Region, was auch die Expansion des Staatsgebiets in die Nachbarländer beinhaltet. Es wird also keine Ruhe geben. Auch der Waffenstillstand wird nicht halten. Dieser diente eh nur dazu, den totalen Gesichtsverlust der USA zu vermeiden. In den nächsten Tagen werden sich die Konfliktparteien konsolidieren und neu aufstellen. Dann geht es in die nächste Runde.

  • Die Vorstellungen des Iran und der USA gehen so weit auseinander, dass eine Einigung aus meiner Sicht nicht möglich ist.
    Da kann man nur hoffen, dass sich Trump von den Mullahs nicht über den Tisch ziehen lässt. Vielleicht passt ja Israel auf, dass da nix schiefläuft.

  • EILMELDUNG: Israel bricht Waffenruhe. Straße von Hormus wieder gesperrt.

  • „Im Vorfeld der jetzigen Waffenruhe soll etwa China massiv Druck auf Teheran gemacht haben.“

    Quellenangaben mal wieder wie fast immer Mangelware………

    ……wer sich ausschließlich bei AN, Nius, TE oder der „Achse“ informiert, der muss zwangsläufig geistig zurückbleiben.

    Die meisten haben’s mittlerweile verstanden, bis auf den „harten (sehr überschaubaren) Kern“.

    ..wer 400 Mio. Dollar in den Sand setzt, um angeblich einen Piloten zu retten, der ist ein „Superstratege“……
    Aber mit Geld umgehen konnte orange lun@.ic ja noch nie.

  • Nachdem man durch bedeutungslose Wutbait Meldungen über Kleinkriminalität in der BRD nicht mehr ablenken kann versucht man jetzt bei der Neocon Schülerzeitung Apollo News wieder die Geopolitik zu erklären.

    Ihr werdet bloggen, tweeten und grauhaarigen Motzern im Newsreeom zuhören müssen bis zum Letzten.

  • >>unter US-Aufsicht.<<

    Genau, der Iran soll sich bitte unverzüglich selbst wehrlos machen und anschließend dann die Ölquellen an die Amis übergeben.
    Die Amis haben im Iran überhaupt nichts zu beaufsichtigen. Die können sich verpissen.

    • Wird aber unter Trump nicht passieren. Wer hat denn klein beigegeben? Der Iran oder Trump? Der Iran hat zugestimmt die Meerenge wieder zu öffnen. Israel bombardiert weiter den Libanon. Beides zeigt, dass der Iran keine Möglichkeit hat etwas dagegen zu unternehmen. Feiern tut der Iran mittlerweile auch nur noch seine „Defensivkräfte“.
      Sehr beeindruckend, wirklich, wie es dem Iran gelungen ist ein bis zwei US Flugzeug(e) über den ganzen Krieg abzuschießen und den Schaden an Infrastruktur und Verteidigung im eigenen Land zu begrenzen.

  • Hoffentlich wird der Sprit noch teurer und solche Szenen wie zu Ostern, überall Rentner die auf Ausflüge fahren und die Straßen verstopfen, gehören endgültig der Vergangenheit an.

    • Leider wird der Sprit günstiger, weil die CDU und Trump die Probleme gelöst haben

      • Ach was, die sog. CDU und das orangene Ungeheuer haben ein Problem gelöst? Die Blödmannsgehilfen von der CDU sind das Problem.

  • Jeder Deal denn Tamp mit den Mullahs macht,und die Mullahs an der macht lässt,ist ein schlag in die Gesichter der iranischen Bevölkerung,und zeigt das dem Ami und besonders Tramp das Schicksal der Menschen egal ist,komisch dei den Deutschen hatten die Amis kein Problem mit denn Engländer alles plat zu bomben und ca. 12 13 Millionen deutsche von ihren leben zu befreien.

  • Ihr seid eben geborene Verlierer.

    • Und du ein geborener Dösbaddel….

      • Und auch ein „Dösbaddel“ kann ein zufriedenes, glückliches Leben führen. Ihr dagegen sucht euch immer neue Situationen aus, in denen ihr hoffnungslos überfordert seid und euch nur selbst schadet.

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