Werbung:

Werbung:

War es wirklich Selbstmord? Was man jetzt über den Tod von Jeffrey Epstein weiß

War der Tod von Jeffrey Epstein wirklich ein Suizid? Dazu gibt es viele Ungereimtheiten und Spekulationen. Die Epstein-Files liefern einen detaillierten Einblick in die letzten Tage und Stunden. Was jetzt bekannt ist.

Werbung

Der plötzliche Tod von Jeffrey Epstein 2019 sorgte nicht nur für großes Aufsehen, sondern auch für viele bis heute ungeklärte Fragen: Wie konnte ein so prominenter und bedeutender Gefangener mit Kontakten zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Welt einfach so in Gefangenschaft sterben? Die Tat sorgte für großes Misstrauen gegenüber dem Staats- und Justizapparat. Wollte hier jemand diesen Mann kaltstellen, um sich vor ihm zu schützen? „Epstein didn’t kill himself“ (zu Deutsch: „Epstein hat sich nicht umgebracht“) war der Slogan für all jene, die der offiziellen Erklärung eines Selbstmords durch einen selbstgebauten Strang nichts abgewinnen konnten.

Zu viele Zufälle, zu viele Unwahrscheinlichkeiten reihen sich aneinander, die das, was am 10. August geschah, so unwirklich erscheinen lassen. Basierend auf den neuesten Erkenntnissen aus den jetzt veröffentlichten Akten, Dokumenten und neu aufgetauchten Videos hat Apollo News die zentralen Fakten rund um jene mysteriösen Geschehnisse vor und in der Todesnacht von Jeffrey Epstein gesammelt. Das weiß man über die Chronologie seines Todes:

Die Festnahme

6. Juli 2019: Jeffrey Epstein wurde verhaftet und saß nun bis zu seinem Tod im Metropolitan Correctional Center (MCC) in New York. Das Bundesgefängnis umfasste ungefähr 750 Insassen. Epstein wurde zunächst in der Special Housing Unit (SHU) des Gefängnisses untergebracht. Die SHU ist ein deutlich sichererer Bereich des Gefängnisses, abgeschirmt vom Rest der Insassen, sowohl zum Schutz der Insassen als auch zum Schutz der Wärter und der anderen Gefangenen.

Der Trakt der SHU befand sich im neunten Stock des Gefängnisses. Der Zugang zu dem Trakt ist durch eine Tür abgesichert, die jedoch auch aus der Ferne durch einen Mitarbeiter des MCC im Kontrollzentrum geöffnet werden kann. Eine zweite Tür kann nur durch das diensthabende Personal mit einem Schlüssel geöffnet werden. Die einzelnen Zellen sind ebenfalls mit einer Sicherheitstür ausgestattet, in der jeweils ein bis zwei Insassen sitzen. Auch zu dieser Tür haben nur die diensthabenden Mitarbeiter Zugang, da sie die Schlüssel besitzen.

Das Sicherheitsprotokoll sieht vor, dass das MCC-Personal regelmäßig zu festen Zeiten die Insassen zählt. Dabei müssen zwei Wachen gemeinsam von Zelle zu Zelle gehen und die Insassen beobachten und zählen. Außerdem sieht das Protokoll vor, dass beide Wachen schriftlich festhalten müssen, zu welcher Uhrzeit die Zählung durchgeführt wurde, und die Anzahl der gezählten, anwesenden Insassen ebenfalls dokumentieren. Die ausgefüllten Schreiben gehen wiederum an das Kontrollzentrum.

Lesen Sie auch:

Neben der Zählung soll in der Special Housing Unit auch alle 30 Minuten die sogenannte „Runde“ stattfinden. Der Rundgang soll sicherstellen, dass alle Insassen noch am Leben sind. Auch die „Runde“ muss vom Personal schriftlich festgehalten werden. Eigentlich ein System, das wenig Spielraum für Gefangene lässt.

Suizidversuch

23. Juli 2019: Notfallalarm in der Zelle von Jeffrey Epstein – der erste Suizidversuch. Gegen 01:27 Uhr soll Epstein versucht haben, sich mit einem selbstgebauten Strang aus orangem Stoff umzubringen. Sein Zelleninsasse habe den Gefängnismitarbeitern zugerufen, dass Epstein versuche, sich umzubringen.

Nachdem die Zelle geöffnet und sein Zelleninsasse herausgeführt worden war, wurde der Strang um Epsteins Hals entfernt, und der 66-Jährige wurde in die Seitenlage gebracht. Er atmete noch, war jedoch nicht mehr bei Bewusstsein. Epstein überlebte diesen ersten Suizidversuch.

Anschließend kam Epstein in die „Suicide Watch“, einen Bereich des Gefängnisses für suizidgefährdete Insassen. Knapp 31 Stunden verbrachte er dort. Danach wurde er bis zum 30. Juli in die „Psychological Observation“, einen Bereich zur psychologischen Beobachtung, verlegt. Die „Psychological Observation“ ist weniger restriktiv als die „Suicide Watch“, doch die Insassen dort stehen ebenfalls 24 Stunden unter Beobachtung.

Die Akten zu seinem psychischen Zustand zeigen ein unklares Bild. Er könne sich nicht erinnern, was in der SHU geschah und woher die Spuren an seinem Hals stammen. „Ich bin ein Feigling“, antwortete er auf die Frage, ob er Gedanken an Selbstmord habe. Auch in den folgenden Tagen in der PO verneinte er, selbstverletzende Gedanken zu haben.

Die Verlegung

30. Juli 2019: Epstein wurde zurück in die allgemeine Special Housing Unit verlegt. Auf Anweisung des psychologischen Personals sollte er unbedingt einen Zellengenossen bekommen; außerdem sollte seine Zelle möglichst nah am Büro gelegen sein. Dies geschah zunächst auch. Sein Zellengenosse war Efrain Reyes.

Reyes wurde vom FBI verhört; aus den Notizen springt einem ein Punkt ins Auge – eine mögliche unbewusste Beihilfe. Ein Gefängnismitarbeiter brachte Epstein zu Reyes, dieser teilte ihm auf Spanisch mit, dass Epstein aus der Suicide Watch käme. Reyes solle sich jedoch keine Sorgen machen, sondern lediglich ein Auge auf ihn haben, dann würde alles gut werden.

Reyes – so seine Darstellung – soll Jeffrey Epstein gebeten haben, nichts anzustellen, schließlich könne Reyes bald aus der Anstalt. „Bitte erhäng dich nicht in meiner Zelle“, soll er gesagt haben. „Ich möchte nicht aufwachen und dich hier tot auffinden.“ Epstein soll ihm versichert haben, dass er nichts anstellen wolle und ihm keinen Ärger machen würde.

In der ersten Nacht wurde die Zählung noch sorgsam durchgeführt, ebenso der 30-minütige Rundgang. Das fand Reyes ungewöhnlich, normalerweise schlafen die Wachen, so der Mitinsasse. Von der Zelle aus könne man sogar sehen, wie die Wachen an ihrem Schreibtisch schlafen, manchmal würden sie orangene Decken zum Schlafen nutzen.

Am zweiten Tag bekam Epstein von Reyes eine Decke, am darauffolgenden Tag erhielt Jeffrey Epstein sogar zwei weitere Decken von einer Wache. Im Laufe der Zeit konnte sich Epstein fünf Decken besorgen, so Reyes.

Vor der Todesnacht

9. August 2019: Um 8 Uhr morgens wurde Reyes wegen einer im Voraus geplanten Verlegung in ein anderes Gefängnis aus der Zelle gebracht. Epstein soll ihm noch gesagt haben, dass er gerne wieder in die Suicide Watch gehen würde, man dort aber nicht länger als drei Tage bleiben dürfe. Epstein bekam keinen neuen Zellengenossen, obwohl das eigentlich die Vorschrift war. Eine Wache, die an dem Tag von 14 bis 22 Uhr Schicht hatte, wusste nicht einmal, dass Reyes das Gefängnis verlassen hatte.

Am 9. August wurde Jeffrey Epstein um 19:49 Uhr nach einem Treffen mit seinem Anwalt zuletzt zurück in seine Zelle gebracht. In der Abendschicht waren zwei Wachen vor Ort: Tova Noel und Michael Thomas. Beide Wachen – so konnten die Videoaufnahmen belegen – haben während ihrer Schicht die Zählung der Insassen verpasst, jedoch die Formulare dafür ausgefüllt.

So auch für die 0:00- Uhr-Zählung: Die Wachen Noel und Thomas gaben schriftlich an, eine Zählung durchgeführt zu haben, taten dies jedoch nicht. Auch für 3:00 Uhr und 5:00 Uhr waren Zählungen vorgesehen, auch diese wurden nie durchgeführt, jedoch wurden auch hier Formulare ausgefüllt. Auch die „Runden“ wurden nie durchgeführt, allerdings als erledigt notiert.

Während Thomas – so zeigen Daten aus einem der Computer – in seiner Arbeitszeit auf der Seite „cycletrader“ nach Motorrädern suchte, schaute Noel bei Amazon vorbei und suchte auf der Regierungsseite USA.gov nach Jobs. Außerdem suchte Tova Noel nach Nachrichten über Gefangene: Neben dem Insassen Omar Amanat, einem bekannten Filmproduzenten, suchte sie auch nach den neuesten Nachrichten zu Jeffrey Epstein. Zwei Stunden sollen die beiden Wachen sogar gänzlich schlafend verbracht haben.

Das Videomaterial der einzigen Überwachungskamera, die an dem Abend lief und von der noch eine Aufzeichnung vorhanden ist, ist denkbar suboptimal für die Aufklärung des Falls. Die Kamera war so positioniert, dass sie lediglich den Treppenaufgang zur Ebene von Epsteins Zellentrakt am Rand zeigt.

Eine FBI-Analyse des Videomaterials entfachte erneut Spekulationen über ein mögliches Eindringen in die Zelle. Um 22:39 Uhr ist auf dem Video ein winziges, orangenes Leuchten zu sehen, das womöglich in den Trakt von Epstein hineingehen könnte.

„Ein Leuchten oder etwas Orangenes scheint die Treppen in den L-Trakt zu besteigen – das könnte möglicherweise ein Insasse sein, der auf die Ebene eskortiert wird“, schreibt das FBI. Zuvor wurde offiziell behauptet, dass die Ebene nicht mehr betreten wurde. Auch das Office of Inspector General analysierte das Videomaterial, und auch hier wurde zu dem Funkeln angemerkt: „Es ist möglich, dass jemand Kleidung von Insassen oder Bettlaken die Stufen hochbringt“.

Kurz nach 6:30 Uhr wollten die beiden Wachen das Frühstück für die Insassen in dem Block, in dem Epstein saß, verteilen, um 6:33 Uhr wurde der Alarm ausgelöst. Epstein lag regungslos, allein in seiner Zelle, mit einem Strang um seinen Hals. Noel informierte ihren Vorgesetzten: „Epstein hat sich erhängt.“ „Wir haben es vergeigt“, sagte Thomas noch vor Ort.

Um 6:45 Uhr war der Rettungsdienst bereits vor Ort. Der Bericht des U.S. Department of Justice enthält die Daten des Rettungsdienstes hierzu: „Insasse Epstein wird intubiert, erhält drei Dosen Epinephrin, ein venöser Zugang wird gelegt, ein intraossärer Zugang initiiert. Kein Puls feststellbar, kein Schock empfohlen, der Insasse wird für den Transport in ein örtliches Krankenhaus vorbereitet.“

Um 7:10 Uhr verließ der Rettungsdienst die Einrichtung auf dem Weg zum Beekman Hospital, und um 7:36 Uhr wurde der offizielle Todeszeitpunkt durch den Notaufnahmearzt vermeldet. In dem Certificate of Death, ausgefüllt von Dr. Kirstin Roman, wurde für diesen Zeitpunkt beim Punkt „Manner of Death“, also der Todesart, „Pending further study“ angegeben – ausstehend für weitere Untersuchungen.

Gegen 11:00 Uhr wurde der Bruder von Jeffrey Epstein, Mark Epstein, als nächster Verwandter über den Tod informiert. Um 12:15 Uhr wurde der Körper für den Gerichtsmediziner freigegeben. Für die Autopsie zuständig war Dr. Roman. Die Behördenleiterin, Chief Medical Examiner Dr. Barbara Sampson, informierte zunächst den Bruder von Jeffrey Epstein. Mark Epstein wollte einen eigenen Mediziner bei der Autopsie vor Ort haben; darauf einigten sich beide Seiten.

Am 11. August fand die Autopsie statt. Mark Epstein bestätigte, dass es sich bei dem Toten um seinen Bruder handelte. Für Dr. Roman stand nach der Untersuchung ein Suizid fest. Auch die forensische Untersuchung des Zungenbeins und des Kehlkopfs am Tag darauf bestätigte für sie ihre Theorie zum Vorgang. Das Zungenbein war eindeutig auf der linken Seite gebrochen, für sie ein klares Indiz.

„Bei Strangulationen würde man erwarten, dass ein Bruch in der Mitte des Zungenbeins (Hyoid) auftritt, da die Biomechanik aus Druck auf beide Seiten besteht. Bei Erhängung hingegen würde man erwarten, dass ein Bruch am Ende des Knochens auftritt, da der Bruch entsteht, wenn der Knochen nach hinten und oben gegen die Wirbelsäule gedrückt wird, die ein stärkerer Knochen ist“, so beschreiben es die Mediziner in einem Schreiben an die Bundesstaatsanwaltschaft.

„Das Zungenbein von Jeffrey Epstein war an einem Ende gebrochen, was viel eher mit einer Erhängung übereinstimmt“, so dagegen Gerichtsmedizinerin Dr. Roman. „Dieses Frakturmuster ist bei Erhängung häufig.“ Die Obduzentin habe Hunderte von Obduktionen nach Erhängung durchgeführt.

Die Anwälte von Epstein hingegen behaupten das Gegenteil: Der Bruch des Zungenbeins sei für sie eher ein Indiz für eine Strangulation. Der von den Epsteins beauftragte Mediziner Michael Baden behauptet, dass der Bruch des Zungenbeins für ihn eher dem einer mörderischen Strangulation entsprochen habe. Er habe bei Selbstmord noch nie drei derartige Brüche gesehen.

Hier widerspricht wieder die Gerichtsmedizinerin: Gerade bei älteren Menschen, bei denen die Halsstruktur spröder sei, könne das durchaus vorkommen, so Dr. Roman. Die Position des Bruchs spreche für sie eindeutig für einen Selbstmord. Klar ist: In dieser entscheidenden Frage sind sich der von Mark Epstein beauftragte Mediziner und die offizielle Gerichtsmedizinerin nie einig geworden.

Werbung

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Strafbare Inhalte, Beleidigungen oder ähnliches sind verboten (hier unsere Kommentar-Richtlinien). Kommentare sind auf maximal 1.000 Zeichen limitiert.

12 Kommentare

  • Wenn Noel und Thomas bestochen worden sind, ihre Rundgänge zu unterlassen, dann dürften sich ihre Lebensumstände inzwischen erkennbar verbessert haben. Gibt es dazu irgendwelche Erkenntnisse? Nebenbei: Hat man Noel mal gefragt, wieso er sich nach einem neuen Job umsah (vielleicht weil er wusste, dass er den alten nicht behalten würde?)

  • Die Frage die sich stellt, ist Epstein überhaupt tot? Keine Ermittlungen mehr, dass läuft doch super.

    • die frage aller fragen.
      aussagen eines waechters vor ort behaupten dass er lebend heraustransportiert wurde.
      die USA gehen der sache nach, da der mann verifiziert und glaubwuerdig ist.

    • Nein ist er nicht! Lebt fröhlich weiter in Israel. Michael Jackson haben die auch auf dem Gewissen. Der wollte wohl auspacken. Schon irre, wieviele kranke Gestalten es auf der Welt gibt, Eliten, Dalailama etc. Heute erscheint wirklich alles als ein Fake. Sogar das Wetter ist gefakt.

      • Lebt Elvis nicht auch noch? 🤔

  • Man muss schon sehr naiv sein, um an Selbstmord zu glauben.

    • Ein so prominenter Vertreter mit so viel Wissen, kann sich nicht umbringen, wenn es nicht gewollt wird.
      Entweder hat man ihm die Möglichkeit eingeräumt, oder man hat nachgeholfen.

  • ja, allmaehlich erwachen doch einige medien aus dem winterschlaf.
    sogar die berliner zeitung widmet sich jetzt dem thema.

    mal schauen, ob auch leser ihr kritisches denken aktivieren.

    ich habe kurz nach der veroeffentlichung beitraege samt links gepostet, in denen ueber die aussage eines vor ort gewesenen wachmannes berichtet wurde, der so einiges in pcto. epstein beobachtet hatte.

    auch darueber, dass die forensischen funde zweifel aufwarfen.

    reaktion hier: KI-fake ! , bloedsinn ! ….

    nein, man muss nicht alles glauben, was im internet kursiert.
    aber es ist genauso dumm, reelle gegebenheiten fuer bloed zu erklaeren, weil man keine lust hat, sich damit auseinanderzusetzen , weil sie nicht ins private narrativ passen.

    der deutsche muss anscheinend immer erst alles bruehwarm von einem *akzeptierten medium* serviert bekommen, um etwas aufzunehmen..
    selbstaendig recherchieren, quellen zu durchforsten, daraufhin eine meinung zu bilden ist wohl doch zu muehsam?

    • Die Antwort lautet eindeutig ja.

  • Ockham‘s Razor und Cui Bono. Mehr muss man nicht wissen. Natürlich kein Selbstmord

  • Reines Ablenkungs- und Abstumpfungsthema, das langweiliger nicht sein könnte.

  • In den Files finden sich Hinweise dass die CIA die Aufzeichnungen aus der Gefängniszelle hat verschwinden lassen. Der Mossad hat vermutlich nur seinen Agenten befreit.

Werbung