Dieser Artikel ist kostenlos für alle – dank  Apollo A Icon Freunden von Apollo News »

Apollo A Icon
Dieser Artikel ist kostenlos für alle – dank Freunden von Apollo News »

Werbung:

Politische Entscheidungsschlacht

„Vertrauensfrage“? Am Sonntag setzt Merz alles auf eine Karte

Friedrich Merz will mit der Präsidiumssitzung am Sonntag seine Partei hinter sich zwingen – vorletzte Woche wollte nur Daniel Günther bei ihm sein. Das soll an diesem Wochenende anders werden. Es könnte zum vorerst entscheidenden Showdown kommen – auch für die Koalition.

Merz will noch mal in die Offensive – gelingt ihm das? (IMAGO/Lehtikuva)

Werbung

Freiwillig will Friedrich Merz nicht abtreten – das macht er immer und immer wieder klar. Der Kanzler setzt auf die formale Macht seines Amtes und auf die Trägheitskräfte der CDU.

Es ist eine interessante Meldung, die am Montagabend zirkuliert: Merz erwäge, „indirekt die Vertrauensfrage zu stellen“, berichtet das Hauptstadt-Medium table.briefings unter Berufung auf CDU-Parteikreise. Gemeint ist: Merz will das CDU-Präsidium am Sonntagabend, dem schicksalhaften Wahlabend in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin, ins Adenauer-Haus in Berlin bitten – und es zum Schwur zwingen. Entweder die Parteiführung versichert ihm auch im Angesicht möglicher Wahlniederlagen die Treue oder aber sie solle sich gegen Merz und vor allem zu einem Nachfolger bekennen.

Friedrich Merz geht in die Offensive – und setzt seine politische Karriere auf diese Karte. Den Umstand, dass sich trotz massiven Unmuts offenbar noch kein großes Anti-Merz-Team gebildet hat, das generalstabsmäßig und einig an der Ab- und Ersetzung des Kanzlers arbeitet, will der Sauerländer jetzt für sich nutzen.

Merz setzt offenbar auf seine letzte argumentative Verteidigungslinie: Was soll denn besser werden, wenn ich weg bin? Diesen Spin vertreten auch einige Getreue nach außen. So ist Ministerpräsident Boris Rhein der erste CDU-Landeschef, der sich jetzt scheinbar unmissverständlich hinter den Kanzler stellt. „Unser Land braucht jetzt keine Personaldiskussionen, sondern entschlossenes Handeln und mutige Reformen“, sagte der hessische Ministerpräsident dem Spiegel.

Auch CDU-Vizechefin Silvia Brenner, die über keinerlei Hausmacht verfügt, bedient die Erzählung, nichts werde besser, wenn Merz weg sei. „Wir haben keine Zeit für interne Showdebatten“, sagte sie der Augsburger Allgemeinen. „Die Lage im Land ändert sich nicht dadurch, dass wahllos Köpfe ausgetauscht werden.“

Lesen Sie auch:

Die Botschaft von Friedrich Merz ist so klar wie ernüchternd: Vielleicht mache ich einen schlechten Job, aber findet erst mal jemanden, der es besser macht! Diesen doch recht kläglichen Spin verkaufen jetzt auch relevante Parteileute. Ein Indiz dafür, dass Merz‘ Taktik aufgehen könnte.

Stattdessen will er seine CDU auf einen stärkeren Reformfokus einschwören. Gleichzeitig, so der Bericht von table.briefings, erwäge Merz aber, den Sozialdemokraten noch weitergehende Zugeständnisse zu machen. Ebenjene Sozialdemokraten, die sich aktuell auf eine finale Absage an alle Reformprojekte vorzubereiten scheinen.

Merz bleibt, der Realität stoisch trotzend, bei seinen alten Antworten auf die strukturelle Krise seiner Regierung: das Beschwören von Reformen und gleichzeitig ganz viel Zuckerbrot für die SPD. Dass dies der unauflösbare Widerspruch seiner Koalition ist und bleibt, hat er trotz allem offenbar immer noch nicht begriffen.

Wie nervös die CDU in der ganzen Affäre längst ist, zeigt die Aufregung um das Wording „Vertrauensfrage“. Auch der Bericht über eine, so die Formulierung des betreffenden Artikels, „indirekte Vertrauensfrage“ scheuchte offenbar einige in der CDU auf. Bild transportiert Empörung aus „hohen CDU-Kreisen“: „Wer mit solchen Begriffen spielt, zündelt mutwillig an Partei und Regierung.“ Da muss allerdings nicht mehr gezündelt werden – es brennt schließlich längst lichterloh.

Werbung

Kommentar schreiben

Strafbare Inhalte, Beleidigungen oder ähnliches sind verboten (hier unsere Kommentar-Richtlinien). Kommentare sind auf maximal 1.000 Zeichen limitiert.

Ohne Account kommentierenKein gesicherter Name, von jedem frei wählbar

Mit Account kommentieren Ihr Nutzername für Sie gesichert & einmalig

Anmelden ›Kostenlos registrieren

94 Kommentare

  • Er glaubt scheinbar noch an den Endsieg…

    120
    • Erst ab 10 Euro für den Liter Benzin, wählen alle die AfD, auch die ohne Auto, da sie auf Bahn und Bus angewiesen sind. Dann kann Merz die Vertrauensfrage stellen.

      • Im Moment zählt eben die Sitzverteilung im Bundestag. Und da muss erst jemand gefunden werden, für den die Mehrheit stimmt. Auch bei Merz hat es erst auf den zweiten Anlauf geklappt.
        Mich interessiert, wer das sein soll.

    • Merz hat vier Buben auf der Hand und spielt null ouvert.

    • Er weiß es. Er bleibt, die SPD bleibt – alles bleibt wie es ist. So geht unsere Demokratie. Am besten jeden Tag ein neuer Schuss gegen die AfD zur Ablenkung!

      • Ach süß – noch so ein Berufs-Empörter mit wenig Phantasie für Namen 😉🤡

    • Ich hingegen hoffe, dass die Iden des März angebrochen sind… und er in den überfälligen politischen Ruhestand geschickt wird. Jeder Tag mehr mit diesem Menschen als Kanzler schädigt dieses Land. Zeit ist Zukunft.

    • Hoffen wir, daß er nicht noch seine ganz persönliche Samson-Option in der Hinterhand hält. Zutrauen würde ich es ihm.

    • Zumindest sammelt er unsere Steuergelder dafür! Merz ist und bleibt ein Lügner und selbst sein Rücktritt glaube ich erst, wenn er weg ist! Die CDU wird inzwischen für seine Inkompetenz und lügen abgestraft, zurecht.

    • Steeeei-neeeerrrrrr!!!!

  • Indirekte Vertrauensfrage???? Noch nicht mal bei der Vertrauensfrage kriegt er eine klare Kante hin.

    • Wahrscheinlich braucht er auch da mehrere Anläufe… 🤷‍♂️

    • Im abgedunkelten Hinterzimmer, mit von ihm Abhängig Garde, so wie das Bübchen mit der zu großen Brille!

      • Ich telle mir das gerade so vor: Es kommen zwei: Günni und Fipsi. Dann kann er da schön die Vertrauensfrage stellen. Die beiden werden ihm zujubeln.

  • Nun, im Januar 1634 erzwang Wallenstein eine Ergebenheitszusage seiner Generäle und Obristen (das sog. Pilsener Revers). Dies war letztlich der Grund für seinen Sturz und die Ermordung in Eger im Februar 1634.

    Wollen wir hoffen, daß dem geforderten „Berliner Revers“ nicht Gleiches folgt …

    • Trotzdem bin ich ja gespannt, wer diesmal den Octavio Piccolomini geben wird …

      • Ich bezweifle, dass es in der CDU jemanden gibt, der mit den Begriffen Pflicht und Loyalität viel anfangen kann.

    • Exempla docent!

      • Verba docent, exempla trahunt!

        • Nun, die Erwähnung einer „tractio exemplorum“ wollte ich in diesem Zusammenhang eher vermeiden, denn allzu schnell wären wir dann bei Schillers Bürgschaft:

          „Zu Friedrich dem Tyrannen schlich /
          Hendrik den Dolch im Gewande …“

          0
  • Das ist gar nicht so schlecht. Dann steigt die AFD garantiert weiter.

  • Gebt ihm noch ein Jahr, er schafft auch die Einstelligkeit. Er schaut genau hin wer klatscht und wer nicht klatscht.

  • 16 Monate im Amt und und ihn wird die Welle der Reformen mitreissen.

  • Mit 99% kommt es so: Merz verliert. Die Union ist verzweifelt und wählt Wüst. Wüst schmeißt die SPD raus und koaliert statt dessen mit den Grünen. Die Bürger sind begeistert, aber die Wirtschaft ist entsetzt, es kommt zu mehr Schließungen. Energiekosten schießen nach oben. Wüst kündigt an, das Deutschland nur noch Fernwärme hat, Gas wird verboten. Statt dessen soll Wasserstoff irgendwann kommen. Migration wird beschleunigt, jeder darf Deutsch werden, wenn er will.
    Im Winter kommt es zu ersten Engpässen. Strom fällt aus, die Wirtschaft kollabiert.
    Gerade noch rechtzeitig wird die AfD verboten. Neuwahlen sollen im Frühjahr alles gut machen. Beteiligung liegt bei 30%, die Grünen kommen auf 40%, die Union auf 5%.

  • Die große Frage bleibt: Wer soll es denn machen, wenn Merz nicht mehr wäre? Die CDU hat keinen am Start. Günther und Wüst stehen für ein „weiter so“ in der Politik. Amthor kann nur klatschen. Die vernünftigen Politiker der CDU kommen nicht gegen den Idealismus der jetzigen CDU Führung an… schwierig, schwierig.

  • Letzte Woche dachte ich an die Wenk-Szene. Jetzt passt die nächste schon wieder:
    „Wer mir treu ist, bleibt hier im Bunker. Den anderen stelle ich (!) frei, zu gehen.“
    Wer blieb? Joseph (wegen der Gattin), Hanna Reitsch und Eva.

  • Ich denke es ist in CDU kreisen klar das der Spannungsfall kommt, und dann ein AFD Verbot wegen Russland Nähe. Zeitgleich wird die Schuldenbremse abgeschafft und es kommt zu einer Kriegswirtschaft. Ich denke das ist das letzte übrig gebliebene Szenario der CDU und Altparteien. Ich hoffe ich liege falsch.

  • Silvia Breher….was genau macht die eigentlich?

  • Merz bleibt

    -12
  • Merz ist eine BlackRock Marionette. Er erhält seine Anweisungen aus der Firmenzentrale in New York.

    Und selbstverständlich lautet die Ansage: Chefsessel-Position halten bis zur Apokalypse!

    • Ach, die sind doch Alle austauschbar. Der Habeck wird auch schon wieder als „Einheitskanzler“ warm-propagandiert.
      Aber, das gute Personal ist eben dürftig, denn Merkel hat ja Alle weggebissen. Und Diejenigen haben sich ja auch als falsche Fuffziger geoutet.

  • Am Sonntag werden wir das wahren Wahnsinn, der Linken in der CDU, erkennen.

  • Wenn er weg ist was passiert dann. Ja und was passiert aktuell also jetzt wo er Kanzler ist… Genau das gleiche nämlich nicht s , links ist vorbei und darauf warten wir seit der letzten Bundestagswahl. Es ändert sich einfach nicht s. Die Leute wollen endlich das gehandelt wird. Es geht immer weiter in den Minusbereich rein nicht nur mit den Sondervermögen sonder n mit dem ganzen Land, Maschinenbau Autobau Strompreise Lebensmittelpreise und Benzin Preise sind einfach zu hoch, und es kommt nicht s beim Bürger an. Außer heiße Luft. Mehr ist da nicht zu erwarten ob der Kanzlerin Merkel Scholz oder Merz oder demnächst Günter heißt. Jacke wie Hose… Und wir haben über die ganzen gewalttätigen Antisemiten immer noch nicht gesprochen, die hier die einheimische Bevölkerung Terrorisieren.

  • Was braucht man da noch eine Vertrauenfrage, ausser man leugnet hartnäckig die Realität

  • Das ist wieder so ein typischer Merz-Blödsinn, was bitte soll eine „indirekte Vertrauensfrage“ sein?
    Da wird kaum einer der geladenen aus der Deckung gehen und riskieren abgesägt zu werden.
    Eventuell die letzte vertane Chance für eine immer tiefer sinkende CDU.

  • Ich denke, viele denken an ihre Altersversorgung und den Verlust ihres Mandates, sollte es zu Neuwahlen kommen. Es wird so bleiben, wie es ist. Zuerst kommt mein Einkommen, dann die Partei. Die Stimmen der Wähler sind ja in der Urne, warum soll man sich Gedanken über das Volk machen? Das Volk hat seine Schuldigkeit getan, vor der nächsten Wahl kann man ja wieder versprechen, all die Dinge, die man in den Sand gesetzt hat, jetzt besser zu machen. Es werden wieder sehr viele glauben. Und PISA zeigt es ja, die mündigen Bürger werden in erschreckendem Ausmaß immer dümmer. Das kommt unseren Politlügnern gerade recht,

  • Der nächste Unionskanzler: Kai aus der Kiste 😂

  • Super, auf gehts MvP, CDU unter 5% und er ist Geschichte!

  • Haha, ich liebe alles daran! Mitnichten kommt da jemand und sagt:
    „Friedrich, Du Pfeife! Es ist aus, wir wollen Dich nicht mehr!“

    Da kam jemand und sagte:
    „Friedrich, Du geile Sau! Du musst den Nörglern und Schlechtmachern da draußen mal klar machen, wie geschlossen wir alle hinter Dir stehen! Zeigen wirs ihnen mit der Vertrauensfrage!“

  • Vertrauensfrage?
    Besser „one way ticket to the moon“ am Besten für die ganze Regierung!

  • Einige werden sich sicherlich noch an Heide Simonis alias Pattex Heide erinnern. Nun gibt es auch noch einen Pattex Bundeskanzler….

  • Wollt ihr die totale, linke, CDU?
    Jaaaaaa, rufen die Klatschasen.

    „Links ist vorbei. Es gibt keine linke Mehrheit und keine linke Politik mehr in Deutschland“, hatte Merz in München beim Wahlkampfabschluss seiner Partei gesagt.Er werde wieder Politik für die Mehrheit der Bevölkerung machen, die gerade denke und „alle Tassen im Schrank“ habe – und nicht „für irgendwelche grünen und linken Spinner auf dieser Welt“, führte Merz aus.

Werbung