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Unitree-Börsengang: Pole Position für China in der Robotik?

Mit dem chinesischen Unternehmen Unitree Robotics wagt eine milliardenschwere Firma den Schritt an die Börse. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Roboter für den privaten Bereich und die Industrie. Im Gegensatz zu zahlreichen Konkurrenten schreibt die Firma schwarze Zahlen.

Unitree gilt als Symbol für Chinas rasanten Aufstieg in der Robotik. (IMAGO/VCG)

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Teslas Optimus – diese schauerlich schöne Vision einer neuen Welt ist in aller Munde. Humanoide Roboter sind so etwas wie die visuellen Repräsentanten einer neuen industriellen Zeitenwende – wer auf diesem Feld technologisch führt, wird in den kommenden Jahren großen Einfluss auf die industrielle Technologie der Weltwirtschaft nehmen.

Blicken wir auf die jüngsten Entwicklungen in der Robotik, so scheint sich eines anzudeuten: Wir stehen vor dem Sprung in die Kommerzialisierung, in die skalierte Serienfertigung, die humanoide Roboter schrittweise in die Fabriken und unseren Alltag integrieren wird.

Der Shanghaier STAR Market erlebte mit dem Börsengang von Unitree Robotics die größte Aktienemission dieses Industriesegments. 40,45 Millionen Aktien platzierte die Firma aus Hangzhou zu einem Ausgabepreis von 150,80 Yuan (rund 19,30 Euro). Zehn Prozent des platzierten Kapitals bleiben im Free Float und stehen Privatinvestoren zum Erwerb offen. Zum Handelsstart sprang die Gesamtbewertung des Unternehmens auf 61 Milliarden Yuan (rund 7,81 Milliarden Euro), also etwa 9,04 Milliarden US-Dollar.

Interessantes Detail: Unter den Großinvestoren befand sich auch der chinesische KI-Senkrechtstarter DeepSeek, der Anfang 2025 mit seinem Sprachmodell R1 international für Aufsehen gesorgt hatte. Einen Anteil von 2,31 Prozent sicherten sich die KI-Spezialisten an der Firma, die künftig gemeinsam sogenannte Embodied-AI-Algorithmen entwickeln werden – Robotik auf Steroiden, wenn man so will. Auch der chinesische Plattformkonzern Tencent sowie staatsnahe Schwergewichte wie die China National Petroleum Corp. und der nationale Sozialversicherungsfonds beteiligten sich an der Emission.

Unitree Robotics entwickelt in erster Linie vierbeinige Roboterhunde sowie humanoide Universalroboter für den privaten und industriellen Bereich. Humanoide Roboter machten im vergangenen Jahr bereits über 51 Prozent des Gesamtumsatzes aus, also 868 Millionen Yuan (rund 111 Millionen Euro). Im vergangenen Jahr lieferte die Firma weltweit mehr als 5.500 humanoide Roboter aus – was sie zum globalen Marktführer im Segment zweibeiniger Roboter macht.

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Unitree weist im Gegensatz zu zahlreichen Wettbewerbern einen selten diskutierten, aber nicht unerheblichen Unterschied auf: Die Firma schreibt schwarze Zahlen. In vielen Zukunftsbranchen, etwa der KI, erkaufen sich schnell skalierende Unternehmen ihre Wettbewerbsposition zunächst mit roten Zahlen – es ist das Schlachtfeld von Venture-Capital-Firmen und Risikokapital. Eine Achillesferse des deutschen und europäischen Standorts im Allgemeinen – hier herrscht im Vergleich zu China und den USA eine gefährliche Dürre.

Hier verfügen Unternehmen wie KUKA, Siemens, Festo oder Bosch Rexroth zwar über jahrzehntelang erworbenes Know-how in Steuerungstechnik, Präzisionsmechanik und Systemintegration. Bei der Roboterdichte – der Zahl installierter Industrieroboter je 10.000 Beschäftigte in der Industrie – zählt Deutschland seit Jahren zur internationalen Spitzengruppe, gemeinsam mit Südkorea, Singapur und Japan. Bemerkenswert dabei: Gerade diese enge Verschmelzung von Technologie, Innovationsgeist und industrieller Anwendung, verbunden mit über lange Zeit gewachsenen Wertschöpfungsketten, hat die deutsche Wirtschaft immer wieder stabilisiert – ganz gleich, wie feindselig die Politik im Hintergrund agierte.

Allerdings spielen deutsche Unternehmen im neuen Feld humanoider Robotik, dem eigentlichen Wachstumsmarkt der kommenden Dekade, keine relevante Rolle. Hier dominieren Namen wie Unitree und AgiBot, die bereits mehrere Tausend humanoide Roboter pro Jahr ausliefern, während US-Firmen wie Tesla, Figure AI und Apptronik den Aufholprozess gegenüber der chinesischen Dominanz begonnen haben. Der Vorteil der Amerikaner: Die dynamischste Ökonomie der Welt verfügt über einen tiefen Kapitalmarkt, KI-Kompetenz und die Fähigkeit, mittels intensiven Wettbewerbs und geringer Regulierung technologische Lücken zu schließen.

Doch noch dominiert China den Markt der Robotik: Etwa 54 Prozent der weltweit neu installierten Industrieroboter entfielen im vergangenen Jahr auf China. Die USA führen derweil im Bereich der künstlichen Intelligenz, der Kapitalmobilisierung und der Plattformbildung. Deutschland befindet sich in diesem Spannungsfeld zwischen China und den USA, die sich anschicken, auch diesen Zukunftsmarkt unter sich aufzuteilen. Bleibt da nur die Nische?

Blicken wir auf die chinesische Politik, so können wir sagen, dass der Staat dort eine Art Rennstrecke pflastert, Pilotmärkte und Infrastruktur bereitstellt und maximalen Wettbewerb erlaubt – allerdings innerhalb eines staatlich vorgegebenen Rahmens. Die USA gehen derweil einen anderen Weg: Dort ist der Markt selbst die Rennstrecke – eine Art Kapitaldarwinismus ohne staatliche Lenkung, dafür mit maximalem privatem Wettbewerbsdruck. Sie werden den Rückstand gegenüber China aufholen. Das ist keine Frage.

Das deutsche Problem ist gleichzeitig das Problem der EU: Der Staat verteilt Startgeld an einzelne Läufer, bevor das Rennen überhaupt begonnen hat, und begeht damit den entscheidenden Fehler: Er gibt vor zu wissen, wer Sieger und Verlierer sein werden, und bremst das Rennen dann später durch Überregulierung. Dieser politische Irrwitz muss enden, wenn der Heimatstandort auch nur die Spur einer Hoffnung auf ein Comeback in der Zukunft haben möchte. Nur zur Erinnerung: Deutschland importiert inzwischen Nettokapitalgüter aus China. Der Zeitenwandel hat sich also bereits vollzogen.

Das Problem der hohen Energiekosten und der ideologisch betriebenen Transformationspolitik wirkt, um im Bild zu bleiben, wie Klebstoff an den Schuhen der europäischen Läufer. Wer künftig in Europa auf Wachstum setzen will, muss das gesamte energiepolitische Design wieder auf marktwirtschaftliche Beine stellen – sonst wird das nichts.

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4 Kommentare

  • Deutschland zahlt China sogar noch Entwicklungshilfe.

  • Und ich bin sicher es wird nichts.
    Siehe Batterietechnologie.

  • Jeder Mist wird reguliert, solche „humanoiden Roboter“, die in Verbindung mit KI die größte Gefahr für die Menschheit bilden können, werden hingegen noch bejubelt!
    Mir machen die Dinger Angst.

  • Und dafür haben wir Genderwissenschaftlernde (m/w/d/x/y), die nun „forschen“ werden, ob es der, die, das oder dix Roboter*in gelesen wird.

    Ob die schon mal von Konrad Zuse gehört haben?

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