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Union und SPD im Bundestag gegen Abschaffung von § 188 StGB – offen für Reformen

Auf Antrag der AfD-Fraktion debattierte der Bundestag über die Abschaffung des Politikerbeleidigungsparagrafen 188 StGB. Union und SPD waren gegen die Abschaffung, zeigten sich aber offen, den Paragrafen abzuschwächen.

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Für CSU-Politiker Christian Moser kann die Beleidigung aus dem Paragrafen 188 StGB gestrichen werden. (IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

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Auf Antrag der AfD-Fraktion hat der Bundestag über die Abschaffung von § 188 Strafgesetzbuch gesprochen, dem Paragrafen, in dem es um die Bestrafung von Politikerbeleidigungen geht. Stephan Brandner erklärte für die antragstellende AfD-Fraktion, dass sie sich nicht dagegen stelle, dass Beleidigungen strafbar sind, sondern ein Problem damit habe, dass es ein Sonderrecht für Politiker gibt, das höhere Strafen vorsieht als bei der Beleidigung eines normalen Bürgers.

Die Unionsfraktion lehnte den Antrag der AfD ab, zeigte sich aber offen für eine Reform von § 188 StGB. Politiker müssen Kritik aushalten, und wenn sie beleidigt werden, reicht § 185 StGB aus, führte CSU-Politiker Christian Moser aus. Er differenzierte dabei zwischen dem Straftatbestand der Beleidigung und dem Straftatbestand der Verleumdung. Für die Verleumdung hält die Union an § 188 fest. Im Falle der Verleumdung gehe es der Union nicht nur darum, den Politiker zu schützen, sondern auch darum, die demokratischen Institutionen zu schützen.

Auch in der SPD zeigte man sich offen dafür, den Straftatbestand abzuschwächen. Carmen Wegge brachte für die SPD-Fraktion ins Spiel, dass man § 188 StGB zu einem Antragsdelikt macht. Damit würde verhindert, dass die Polizei automatisch ermittelt, ohne dass der betroffene Politiker ein Problem mit der möglicherweise strafrechtlich relevanten Aussage hat.

Als zweiter Redner für die Unionsfraktion sprach Carsten Müller. Dieser warf der antragstellenden AfD-Fraktion vor, dass sie mit dem Antrag Beleidigungen salonfähig machen wolle. Sein Ansatz, um das Ungleichgewicht zwischen Bürgern und Politikern, das durch den Paragrafen 188 entsteht, aufzulösen, ist es, einen Paragrafen 188 für alle einzuführen.

Aufgrund von § 188 StGB kommt es in Deutschland immer wieder zu Ermittlungen gegen Bürger und teilweise sogar zu Hausdurchsuchungen. Das bekannteste Beispiel für die Anwendung des Paragrafen sind Ermittlungen gegen den mittlerweile verstorbenen Rentner Stefan Niehoff, der Robert Habeck als „Schwachkopf“ bezeichnete, und gegen einen Bürger, der Friedrich Merz „Lügenfritz“ nannte. Der Antrag der AfD-Fraktion zur Abschaffung des Paragrafen 188 StGB wurde in den zuständigen Ausschuss überwiesen.

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Zur Debatte seteht der Paragraph 188 derezeit insbesondere wegen der Justizministerkonferenz in Hamburg. Die sächsische Justizministerin Constanze Geiert hat beantragt, die Vorschrift abzuschaffen beziehungsweise zumindest die 2021 eingeführte Verschärfung bei Beleidigungen zurückzunehmen.

Der Vorstoß stößt jedoch auch außerhalb des Bundestags auf Widerstand. Das nordrhein-westfälische Justizministerium warnt davor, die Regelung ersatzlos zu streichen. Eine Abschaffung wäre „das falsche Signal in dieser Zeit“. Zudem greife eine „rein rechtsdogmatische Betrachtung“ zu kurz. Nicht alle Bürger benötigten „den exakt gleichen Schutzmaßstab bei Beleidigung“. Insbesondere Kommunalpolitiker seien als „Fundament unserer Demokratie“ verstärkt Einschüchterungen und Anfeindungen ausgesetzt, ohne über einen „großen staatlichen Schutzapparat“ zu verfügen.

In der Diskussion zeichnet sich nun mehr und mehr ein Kompromiss ab: Während der bisherige Schutz auch Politiker auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene umfasst, könnte er künftig auf Kommunalpolitiker beschränkt werden. Dafür spricht sich unter anderem der hessische Justizminister Christian Heinz aus. Er möchte erreichen, dass „lediglich Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker geschützt werden“. Vor allem ehrenamtlich Engagierte auf kommunaler Ebene würden „immer öfter angegriffen“, was einen Angriff auf „unsere Demokratie“ darstelle.

Wie die Justizministerien anderer Bundesländer abstimmen werden, bleibt offen. Mehrere Länder, darunter Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz, verweisen darauf, dass der politische Entscheidungsprozess noch nicht abgeschlossen sei und den Beratungen nicht vorgegriffen werden könne.

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47 Kommentare

  • „Alle Tiere sind gleich; bloß die Schweine sind gleicher“. Animal Farm. Bei den beiden Parteien macht es ja auch Sinn. Sie bekommen Kritik von allen Seiten; die Armen.

  • Und ich bin für die Abschaffung von CDU und SPD.

  • „Die Partei befahl den Menschen, die Beweise ihrer Augen und Ohren zu verwerfen. Es war ihr letzter, wichtigster Befehl.“
    George Orwell, 1984

  • Von diesen linken Parteien erwarte ich rein gar nichts. Es war klar das die daran festhalten. Gut so das beschleunigt Ihre Umfragen nach unten. SPD wird einstellig und die CDU/CSU wird immer bedeutungsloser.

  • Offen für Reformen??? Ich würde mal behaupten, die meinen eine Verschärfung?

    • Hallo Apollo-Leser!

      Ihr müsst jetzt sehr stark sein: Aber in Russland gibt’s kein Hartz IV!

      So traurig.

      -59
      • Das kann nur der wissen, der in Russland schon H4 beantragt hat.

      • Nicht? ….also wie in Deutschland

      • Mist, wo ist Plan B??

      • Hallo Günter Schmidt , das gibt es auch in Deutschland nicht ! Es nennt sich jetzt „ Neue Grundsicherung „ und das musst du natürlich auch in Deutschland beantragen und nicht in Russland 🤣🤣🤣🤣🤣. So traurig das du das nicht weißt

  • Reform = höhere Abgaben, mehr Vorschriften, weniger Leistungen und neue Sondervermögen ☝️

  • Brauchen sie auch nicht. Dort haben die Menschen noch ihre Arbeitsplätze.

  • A) Politiker sind Bürger und Repräsentanten des Volkes. Damit sind sie Teil des Volkes. Wenn es Sonderparagrafen gibt, die Politiker schützen, sind die Politiker keine Repräsentanten mehr, sondern Herrscher. Das wiederum steht im Widerspruch zum Grundgesetz
    B) Paragraph 188 ist so strukturiert, dass der Politiker keine eigene Recherche unternehmen muss und in, defacto nahezu allen Fällen, von der angeblichen Beleidigung nichts mitbekommt.
    C) die Klagen, die im Namen des Politikers geführt werden, werden vom Steuerzahler bezahlt.
    D) die Politiker gehen natürlich davon aus, dass die meisten Beleidigungen am normalen Bürger nicht nachverfolgbar sind, da diese anonym beleidigt werden. Also ist der Vorschlag eine Chimäre.
    Zu Punkt B und C: wenn Paragraph 188 für die Allgemeinheit gelten soll: wird es dann wie bei Politikern und mit Steuergeld verfolgt? Nein, natürlich nicht. Siehe Punkt D.
    Damit bleibt: Paragraph 188 ist ein Herrschaftsinstrument um Kritik zu unterbinden

    • Kubicki sagte Geschäftsmodell (was zutrifft) dazu. Scheinbar wollen sich einige das Geschäft nicht verderben lassen.

  • Ich bin dafür das beide Partein aus den Parlamenten fliegen und vor Gericht landen.

    • Keine Sorge. Wenn die AfD regiert, wird mit den Altparteien abgerechnet.

  • OkokOk, ich habe hier eine Reform für euch:
    Für Anzeigen bekommt jede Bundestagspartei, nach Anzahl der Sitze ein gewisses Kontingent oder boch besser eine ratio. So wird verhindert, dass (die durch Finanzierungsprogramme einseitig unterstützten) NGOs lediglich ihre Lieblingspolitiker schützen und damit ein Ungleichgewicht in die Demokratie bringen können – das halte ich nämlich sogar für rechtswidrig!

  • Deutschlands Bevölkerung will UNRECHT nicht reformieren, sondern abschaffen.

    ABER das eben „Erfinder, Verursacher“ von Unrecht eben dies NICHT eingestehen und abschaffen will, überrascht doch NIEMANDEN mehr.

    Merkel IV aka SPD und UNION hat es geschaffen UND „surprise“ die Nutznießer UNION und SPD halten daran fest.

  • Dann steht das Grundgesetz diesem Paragrafen diametral entgegen. Dem Paragraf 188 weiter zu behalten ist ein Fall für das Verfassungsgericht. Der muss weg oder dass GG muss geändert werden. Das käme einer Abschaffung der Demokratie gleich. Alle Menschen sind gleich aber manche sind gleicher passt nicht in eine Demokratie. Es ist gut wenn das Volk sieht, wie Politiker sich mit Sonderrechten ausstatten, das wird die Hinwendung zur AfD nur noch verstärken.

  • Ich will die in Haft sehen!

    • Das reicht mir nicht. Ich habe da eher eine Baukran-Szene vor Augen.

  • Brandner hat recht. Vernünftige Gesetze kann es nur mit einer Regierung aus AfD und DieBasis geben.
    https://cw343.wordpress.com

    • Die Basis ist dabei irrelevant. Nur gut, um sich später von unsere Demokratie einverleiben zu lassen.

    • Wer soll denn DieBasis sein? Gibt´s die überhaupt noch?

  • Sie lernen es nicht.

    • Richtig: Diese hin-und-her-Argumentation gegen Abschaffung/für (eventuelle) partielle Abschwächung ist so hirnlos.
      Und daß diese „Argumente“, von gewissen Politikern SO, wie hier zitiert, vorgebracht werden, zeigt nur, wie dämlich dieselben eigentlich sind.
      Und schadet – jedenfalls bei Leuten mit gesundem Rechtsverständnis – genau diesen Politikern.
      Und nutzt womöglich der AfD, wo den Antrag ja eingebracht hatte.
      Fazit – also in ihrem Sinne: Diese Politiker lernen es wirklich nicht.
      Und die AfD hat (jedenfalls bei diesem Thema) wieder mal einen Punkt gemacht…

  • Wenn es den Herrschaften in der Küche zu heiß ist, der sollte nicht Koch werden, dann sollten sie sich einen anderen Beruf suchen. Anstatt zu versuchen sich in Watte zu packen. Würde eine wertschöpfende Tätigkeit vorschlagen. Dann könnte man hautnah erleben wie das Einkommen unter der Abgabenlasr dahin schwindet,

  • Gojko Mitic als Chefindianer hat mehr Vaterlandsliebe.

  • Es wird allerhöchste Zeit, das diese Parteien unter 5% Wählerstimmen fallen ! Offensichtlicher kann man diese Heuchler nicht stellen.

  • Nun, Politiker sind Sensibelchen geworden. Schaut man nur auf die Graffiti in Pompeji oder Herculaneum …

    „Silanus der Primicerius [Beigeordnete] ist ein korrupter Hurenstecher.“
    „Sallustius Capito ist ein alter Säufer – wählt ihn nicht!“
    „Wählt Helvius Sabinus zum Decurio, darum bitten seine Zechkumpane aus dem `Eber´!“

    • Wo haben Sie denn das ausgegraben?
      Mußte echt schmunzeln 😉
      Hinweis auf Quelle wär für mich interessant.
      Und vermutlich bn ich da nicht allein mit…

  • Alle sind gleich, einige sind gleicher.
    Ich verachte diese Politikerkaste nur noch von a bis z.

  • Da haben ja SPD and CDU/CSU nun Farbe bekannt. Dass sie gegen die Abschaffung sind, zeigt wie totalitaer diese beiden Parteinen sind. … und die reden von Demokratie. Wird hoffentlich wieder ein paar Waehler zur AFD treiben. Eine andere Sprache verstehen die nicht.

  • „..offen für Reformen“ heißt es in UnsereDemokratie wenn sich nichts ändern soll.

    Es ist „Merz“ im Herbst der Reformen… oder gar schon wieder Juni, schon wieder???
    Offen für Reformen? ..wie beim Heizungsgesetz?

  • Vielleicht sollten sie froh sein, dass jemand sie noch beleidigt.

    Wenn die Menschen verstummen ist das ein Hinweis, dass sie nun einen anderen Plan haben.

  • Die Politiker lieben diesen juristischen Schutzwall gegen rechts. Die setzen sich für mindestens 4 Jahre in einen goldenen Käfig, in dem sie sich zu Millionären mästen lassen, ohne sich ihre lästigen Charaktereigenschaften von Dritten vorhalten lassen zu müssen. Und morgens schauen sie in ihren Käfig Spiegel (ÖRR), den sie fragen „Spieglein Spieglein an der Wand, wer ist der Schönste im ganzen Land“.

  • ich bin bisher straffrei geblieben, denn mir fällt keine Beleidigung ein die stark genug für dieses Politpack wäre.

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