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Finanzierung

Über 22 Millionen Euro Großspenden: Zwei Parteien schafften es trotz Millionenspenden nicht in den Bundestag

Mehr als 22 Millionen Euro erhielten die politischen Parteien in Deutschland im Bundestagswahljahr 2025 aus Großspenden. Spitzenreiter ist die CDU mit 6,6 Millionen Euro. Unter ihren Spendern sind auch zwei Multimilliardäre.

Keine Partei war 2025 so erfolgreich im Einwerben von Großspenden wie die CDU. (IMAGO/Chris Emil Janßen)

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Die CDU hat 2025 die höchste Summe an Großspenden über 35.000 Euro erhalten – insgesamt 6,6 Millionen Euro. Das ergibt sich aus Pflichtveröffentlichungen beim Deutschen Bundestag. Die FDP erhielt 3,2 Millionen Euro, die SPD 2,3 Millionen Euro und das BSW 2,1 Millionen Euro.

Die letzte Spende vor Weihnachten ging vom Verband der Bayrischen Metall- und Elektro-Industrie an die CSU. Mit den 136.000 Euro kommt die bayerische Landespartei wie die Grünen auf etwa 1,2 Millionen Euro. Die Linke lehnt die Parteispendenpraxis eigentlich ab und hat nur eine einzige Großspende in Höhe von 0,3 Millionen Euro von ihrem früheren Bundesvorstandsmitglied Nikolaos Fostiropoulos erhalten.

Die Spendensumme der AfD ist noch unklar. Die insgesamt größte Einzelspende des Jahres in Höhe von 2,35 Millionen Euro hatte die Oppositionspartei aus Österreich erhalten. Spenden aus EU-Staaten sind genauso zulässig wie solche aus dem Inland, doch könnte der offizielle Spender nur als Mittelsmann gedient haben. Daher hat die AfD die Spende vorsorglich an den Bundestag überwiesen, der seit Monaten prüft.

Auch die restlichen, unstreitigen 2,75 Millionen Euro der AfD kamen von nur vier Personen, darunter der Mediziner Winfried Stöcker mit 1,55 Millionen Euro und der frühere Aufsichtsrat der Böttcher AG, Horst Jan Winter, mit einer Million Euro. Zusammen mit den 2,35 Millionen aus Österreich läge die AfD in Summe bei 5,1 Millionen und auf Rang zwei der Großspendenempfänger.

Viele Großspender bedenken mehrere Parteien gleichzeitig. Sie erhoffen sich davon, die Parteienordnung als solche zu schützen oder neue Wettbewerber außen vor zu halten. So spendete der österreichische Finanzdienstleister Bitpanda in Summe 1,75 Millionen Euro an CDU, CSU, SPD und FDP – nach eigener Aussage die „Parteien der Mitte“. Wirtschaftsverbände verfahren ebenfalls oft nach diesem Prinzip.

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Unter den Großspendern der CDU findet sich einer der drei reichsten Deutschen: Klaus-Michael Kühne spendete 70.000 Euro, sein Vermögen beträgt nach Schätzung von Forbes etwa 40 Milliarden Dollar. Die BMW-Miteigentümerin Susanne Klatten (29 Milliarden Dollar) verzichtete dieses Jahr erstmals seit Jahren auf Zuwendungen an die Union – ihr Bruder Stefan Quandt (28 Milliarden Dollar) spendete hingegen weiter an die CDU und bedachte anders als in den Vorjahren auch die FDP.

Auch fünf Kleinstparteien erhielten 2025 Großspenden. Das betraf Team Todenhöfer, Volt, DKP und Freie Wähler. Zudem wird der Südschleswigsche Wählerverband SSW als Vertretung der Dänen in Deutschland regelmäßig vom dänischen Staat mit Großbeträgen finanziert.

Parteien finanzieren sich in Deutschland in erster Linie durch Spenden, darunter Mitglieds- und Mandatsträgerbeiträge. Hinzu kommt eine gedeckelte staatliche Teilfinanzierung sowie mittelbar die staatliche Finanzierung von Stiftungen, Fraktionen und Abgeordneten.

Als Großspender werden alle Spender erfasst, die mehr als 35.000 Euro im Jahr an eine Partei spenden. Deren Spenden müssen die Parteien unverzüglich bei der Bundestagsverwaltung angeben. Kleinere Spenden tauchen dagegen erst nachträglich in den Rechenschaftsberichten der Parteien auf. Sachspenden müssen mit ihrem Geldwert gemeldet werden.

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26 Kommentare

  • Großspenden gehören verboten!
    Warum hat jemand mit viel Geld die Möglichkeit Parteien zu beeinflussen?

    • … weil ihm das Finanzamt offensichtlich zuwenig Steuern abnimmt. Wer mal schnell 100tsd oder gar Mio „spenden“ kann sollte das Geld in das Gemeinwohl stecken müßen.

  • Wahlkampfspenden haben für mich das gleiche Geschmäckle, wie für 80.000€
    Kontakt zu Ministern oder Politikern herzustellen.

  • Mächtig viel Spenden für eine Lügner und Versagerpartei CDU. Aber es kommt ja bald der Ludwig-Erhard-Gipfel von Weimar, wo man bekanntlich Einfluss auf die Politik und Gesetzesentscheidungen nehmen kann. Die CDU-Wähler wählen trotzdem weiterhin gerne die CDU..

    • Lügen und Propaganda sind teuer.

      Die Wahrheit gibt es gratis.

      • In der Republik der Lüge und Täuschung ist Wahrheit ein Fremdwort.

    • Na logisch das sie die CDU weiterhin wählen das sind die Stammwähler die schon beim Ludwig Erhard Gipfel waren und denen ihre Gesetzesentscheidungen schon umgesetzt wurden.

    • Das ewige Missverständnis: NICHT „trotzdem“, sondern DESHALB.
      Rationalismus-, Rechtsstaats- und Freiheitsliebende sind in D eine Minderheit. Es gibt keine „Faust in der Tasche“.

  • Parteispenden folgen der Logik des Spenders. Will er Einfluss kaufen, oder will er die Entwicklung in einer aus seiner Sicht gute Richtung beeinflussen?
    Es ist normal, in einem Land, dass von Durcheinander, schwachen Traditionen und kurzfristigen Zeitpräferenzen geprägt ist, dass Erstere überwiegt.

  • Der Untergang kann entweder durch Idiotie oder blinder persönlicher Profitsucht gesponsert werden, die sich aber über kurz oder lang auch als idiotisch erweisen wird.

  • und im GEGENZUG zu den Spenden???
    (Spenden sind steuerlich absetzbar.)

    Denke mir mein Teil.

    🤔

  • In den USA sind Spenden an Parteien und Wahlkandidaten ein zentrales Element in jedem Wahlkampf. Natürlich geht es um Einflussnahme, was sonst.

  • Bzgl. 2.35M Spende an AfD ist längst Ermittlungen vor Ort eingestellt ABER Bundestagsverwaltung gibt das Geld RECHTSWIDRIG nicht raus/wieder.

    https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/friedrichshafen/staatsanwaltschaft-feldkirch-stellt-ermittlungen-in-vorarlberg-zu-afd-spende-ein-100.html

    Auszug:
    … Mittlerweile sind die Ermittlungen eingestellt.

    https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/afd-spende-klage-rueckgabe-wahlplakate-bundeswahlkampf-100.html

    ABER Deutschland und seine „unabhängige“ Justiz verschleppt mal wieder und es ist WIEDER Berlin. Und wie das Urteil dann sein wird, vermutlich „zufällig“ VOR Landtagswahl medienwirksam ausschlachten, kann man sich denken.

    Status: Der Fall liegt beim Verwaltungsgericht Berlin, ein Verhandlungstermin steht noch aus (Stand: Oktober 2025).

    PS: Auch bekommt man es nicht verzinst wieder. Was einmal der Staat und seine „helfende Arme“ krallt, das behält er.

    • Man kann dann auch mit Gerichtsvollzieher das Geld pfänden lassen !! Wo ist der pfiffige Anwalt ? Möglicherweise ist sogar Erzwingungshaft möglich !!

    • 26. Monatsgehalt und Weihnachtsgeld für M. und andere mit klebrigen Fingern.

  • Ich spende lieber für Apollo. Auch wenn es mich ärgert, daß sie manchmal grundlos meine Kommentare schreddern. Das Verdienst dieses hervorragenden Portals überwiegt bei weitem und deshalb muß Apollo noch relevanter werden als sie es ohnehin schon sind. Und dafür brauchen sie neben dem, was sie schon haben – kluge Köpfe und einen guten Ruf bei nichtindoktrinierten ARD-ZDF-SPIEGEl-SZ-taz-Opfern – noch mehr Geld😎

  • „Wirtschaftsverband“ als Großspender? Als was gilt denn ein sog. Wirtschaftsverband und wie kann der legal spenden? Hört sich sich für mich absolut illegal an. Wer bekommt denn dann die Spende zugeordnet . . . scheint eher eine Form von Bestechung zu sein. Hoffentlich kann der „Wirtschaftsverband die „Spende“ nicht von der Steuer absetzen.

    • „Hoffentlich kann der „Wirtschaftsverband die „Spende“ nicht von der Steuer absetzen.“

      Dazu eine Frage:
      Wer macht denn die Steuergesetze?

      (Eine rein rhetorische Frage)

      • … war tatsächlich auch eher eine steuertechnische Frage. Ein Verein ist „gemeinnützig“ und sollte daher keine Spende von der Steuer absetzen können, eigentlich. Daher die Frage: Kann der „Wirtschaftsverband“, wenn er ein Verein sein sollte, die Spende absetzen? Falls jemand eine fundierte Antwort hat …. bitte!

        • Ein gemeinnütziger Verein ist immer steuerbefreit. Er zahlt also niemals Steuern und kann deshalb schon rein technisch nichts absetzen.
          Die Gemeinnützigkeit muss vom Finanzamt bestätigt werden.

          Spenden Sie aber etwas an den Verein, kann dieser Ihnen eine Spendenquittung ausstellen und Sie können diese Absetzen.

          0
  • Nun ja, Spenden helfen sicherlich dabei, einen gefräsigen Parteiapparat mit tausend Versorgungsposten am Laufen zu halten. Eine bessere Politik aber kann man nicht herbeispenden.

    Der wirkliche Skandal aber sind die Steuermittel für die sog. Parteistiftungen. Das sind gigantische Summen im dreistelligen Millionenbereich, die da jährlich vom Steuerzahler an diese Parteiapparate gezahlt werden. Die AfD wurde vom Kartell jedoch ausgeschlossen, wenn ich richtig informiert bin.

  • dieses ganze Spenden- und Sponsoring-gedöns gehört abgeschafft. Damit wird nur Steuergeld für Dinge verschwendet, die nicht im Interesse des Steuerzahlers sind. Diese Gelder fehlen dann wieder für die Infratruktur, etc.

  • Gross-Spender die frisch gewaschene Ukrainische Hilfsgelder spenden?
    Möglich ist alles.
    Wer kontrolliert das schon
    Nur mal so ein Tipp an die LBF, schon mal darüber nachgedacht?

  • Nicht schlecht ja. Andere Menschen bekommen für ihre Vollzeitjobs im ganzen Leben nicht auf annähernd solche Summen, die man mal eben „Spenden“ kann.
    Im Grunde wird hier Interessensvertretung betrieben. Und welche Interessen bedient werden, kann man an der Politik und wie sie schon immer gemacht wurde, ja ablesen.

    Aber das Entscheidendere an der Sache ist ja, ohne Systemänderung, kann und wird es niemals anders und besser werden. Das System, dieses System kann gar nicht anders. Die Menschen, die sich mehr Geld zusammengeklaut haben, oder es systembedingt durch Umverteilung zugeschoben wird, entscheiden am Ende.
    Warum sollte die Politik dagegen handeln und die Interessen der Menschen, also uns, vertreten? Da wird einem die Linke ja sympatisch, wenn sie genau dies ablehnt.

    So ein Klatten spendet ja nicht dahin, damit die Politik ihn rannimmt, sondern eben gerade eben nicht.

    Aber was erzähle ich das.. Dieses System ist das Problem, war es eh immer und die Gründe liegen auf der Hand.

  • Die Aufrechterhaltung der Korruption und der Auspressung der Bürger hat seine Reize, besonders bei denen, die uns förmlich ausplündern.

  • Daß der SSW vom dänischen Staat mit Geld versorgt wird, verzerrt den politischen Wettbewerb, und gehört abgeschafft! Obwohl, Erdolf der Irre durfte ja auch in Schland Wahlkampf betreiben… wir sind im Arsch!

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