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Nahverkehr

Trotz 15 Milliarden Euro für Deutschland-Ticket und mehr: Fahrgastzahlen im ÖPNV stagnieren

Mit 15 Milliarden Euro subventionieren Bund und Länder in diesem Jahr den Betrieb des öffentlichen Personennahverkehrs in Deutschland. Doch trotz der Milliardensumme und des Deutschlandtickets stagnieren die Fahrgastzahlen.

Patrick Schnieder ist Bundesverkehrsminister und hat den Anstieg der ÖPNV-Subventionen festschreiben lassen. (IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

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Der Bund fördert Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) mit einem erheblichen zweistelligen Milliardenbetrag. Doch trotz aller Subventionen stagnieren die Fahrgastzahlen, berichtet das Statistische Bundesamt (Destatis). So werden für 2025 rund 11,5 Milliarden Fahrten geschätzt. Das ist nur unwesentlich mehr als 2024: Für jenes Jahr gibt die Behörde 11,4 Milliarden an. 2023 waren es noch 10,9 Milliarden.

Berücksichtigt man, dass es 2024 zu massiven Streiks im Eisenbahnverkehr gekommen war, ist der Zuwachs von nur einem Prozent in diesem Teilsektor bereinigt eher als Rückgang zu werten. Das meistgenutzte Verkehrsmittel im Nahverkehr ist der Bus, gefolgt von der Straßenbahn. Die Zählung der Fahrgäste ist laut Destatis seit der Einführung des Deutschlandtickets schwieriger geworden: Die „Nutzungshäufigkeiten“ können hierbei nur geschätzt werden.

Allein für das Deutschlandticket zahlt der Bund 1,5 Milliarden Euro pro Jahr, hinzu kommt die gleiche Summe aus den Haushalten der Länder. Damit sollen die Einnahmeausfälle der Verkehrsunternehmen durch das Ticket, das bundesweit unbegrenzte Fahrten ermöglicht und nur im Abo erhältlich ist, kompensiert werden. Nach Angaben der Verkehrsunternehmen reicht diese Subvention, die zusätzlich zur bisherigen Förderung gezahlt wird, aber nicht aus.

Hinzu kommen weitere sogenannte „Regionalisierungsmittel“ in Höhe von in diesem Jahr fast 12 Milliarden Euro. Dieser Betrag ist „dynamisiert“, wird also jedes Jahr angehoben. Mit dem Geld sollen die Länder die Bereitstellung von „Verkehrsleistungen“ insbesondere im Schienenverkehr sicherstellen.

Ausbau und Erhalt der Infrastruktur werden durch diese Mittel nicht sichergestellt. Sie dienen einzig dem Betrieb der Bahnen. De facto werden die Tickets subventioniert: Um kostendeckend zu arbeiten, müsste die Nutzung von Bus und Bahn eigentlich etwa doppelt so teuer sein. Der Anteil, den die Verkehrsunternehmen selbst erwirtschaften, schwankt allerdings je nach Gegend teils erheblich.

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Insgesamt stehen also 15 Milliarden Euro an Betriebssubventionen 11,5 Milliarden Fahrgastbewegungen gegenüber. Jede Fahrt wird damit rein rechnerisch mit mehr als einem Euro aus Steuermitteln subventioniert. Diese Last tragen alle Steuerzahler – unabhängig davon, ob sie entsprechende Leistungen nutzen wollen oder vor Ort dazu überhaupt die Möglichkeit haben.

Der Fernverkehr wird hingegen nicht in dieser Weise finanziell gefördert. Hier steht die Deutsche Bahn im Wettbewerb mit privaten Anbietern wie Flix und ausländischen Bahngesellschaften wie der französischen Staatsbahn SNCF, die etwa den TGV betreibt. Die Anzahl der in der Regel erheblich längeren Fahrten im Fernverkehr liegt jedoch deutlich unter dem Niveau des Nahverkehrs.

Im Linienfernverkehr verzeichnet das Statistische Bundesamt einen Zuwachs der Fahrgastzahlen von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In 157 Millionen Fällen wurden Fahrgäste befördert, davon 146 Millionen im Eisenbahnfernverkehr. Zum Teil ist der Anstieg auf die Einbeziehung weiterer Unternehmen in die Statistik zurückzuführen. Die weiteren 11 Millionen Fahrgäste im Fernverkehr nutzten Fernbusse – sechs Prozent mehr als im Vorjahr.

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57 Kommentare

  • Zur Klarstellung bitte: Stagnieren die Fahrgastzahlen, oder die jener, die für ihr Ticket bezahlen?

  • Womöglich gibt es preisunabhängige Gründe, warum die Bahn von vielen Deutschen gemieden wird.

    • Ja die gibt es und der Hauptgrund ist recht einfach. Man muß nur kurz seinen gesunden Menschenverstand nutzen und Informationen verknüpfen.
      Wir haben eine Rezession und tausenden von Menschen haben im letzten Jahr ihre Arbeit verlohen.
      Das Hauptvolumen der Fahrgäste im ÖPNV sind Pendler und Schüler/Studenten. Weniger Beschäftigte bedeutet weniger Pendler. Ein Pendler weniger sind 10 Fahrgäste pro Woche weniger.
      Dann kömmen die anderen Faktoren noch dazu.
      Die Zahlen für 2026 werden noch weiter runter gehen.

    • Tja, warum wohl?:
      – Ticket zu teuer (für weltweit höchste Steuerzahler dürfte doch wohl mehr an Förderung für jeden einzelnen Bürger drin sein, er zahlt schließlich auch alles. Von WEM hat denn dieser sog. Staat die 1,5 Milliarden? Vom Himmel?)
      – Ticket nur noch als Abo
      – keine Barzahlung möglich
      – keine „Papier“fahrkarte mehr – ALLES Handy, Handy, Handy
      – nur unpünktliche Züge, somit Verpassen des Anschlusszuges
      – bei spontanen Zugausfällen darf man die Nacht auf ner Bank verbringen bis wieder ein Zug am nächsten Morgen fährt (kein Ersatz, kein Anspruch auf irgendwas, andere Züge z.B. ICE dürfen nicht benutzt werden mit diesem Ticket)
      – nachts zum beispiel sind die Züge so kalt klimatisiert wie im Kühlschrank und natürlich kein Schaffner oder Zugbegleiter in weiter Sicht. Niemand da. Auf Reklamation beim Zugführer passiert nichts. „Toller“ Service. Ach ja, die sind ja alles überfordert und nach mehr Geld können sie fordern
      Wer nur mit tollen A8 rumchauffiert wird kapiert nichts …..

  • Sagen wir mal so: In der eigenen Karre ist es gemütlicher und es sind weniger Messer am Start.

    • Genau, denn das einzige was man von hinten zu fürchten hat ist die Frage: „wann sind wir endlich da?“!

      • Vermutlich hat Klausko einfach keine Kinder? 😉

      • Warum verleugnest du die Migrationsproblematik? Meine Frau wurde auf der Fahrt von Siegen nach Köln von einem Migranten gefragt ob sie schon mal vergewaltigt worden sei reicht dir das? Jetzt hole ich sie meinen Siegen ab… Es muss mir Sicherheit in der Bahn geben für Frauen vor allen Dingen und das kannst du nicht verleugnen wahrscheinlich fährst du nicht mal Bahn

        • Sie haben meinen Satz nicht verstanden, aber macht ja nix!

          11
  • Ausfälle, Verspätungen, Dreck, Gewaltkriminalität und fehlende Anbindung in ländlichen Gegenden sind nur einige Gründe, warum ich den ÖPNV nicht mehr nutze.

    • Korrekt. So mache ich es auch.
      Meine letzte Bahnfahrt war vor 3 Jahren mit dem ICE von Hamburg nach Stuttgart. Der Zug rappelvoll, trotz Reservierung war mein Platz besetzt, der Schaffner fühlte sich nicht zuständig.
      Also ab in den Speisewagen, noch einen Platz erwischt. Teures Essen, mindere Qualität, Speisewagen dreckig, Bedienung unfreundlich und frech, Kaffe sehr teuer, dünn und schmeckt gräßlich.
      WARUM also sollte ich weiter Zug fahren? Zumal noch die Negativ-Fakten des Kollegen @Die oberste Direktive hinzukomen. Da kann mich auch ein gesponserter Billigpreis nicht überzeugen.

  • Die Zeit ohne Atlas war sehr erholsam.

  • Im ÖPNV körperlichen Schaden zu nehmen ist astronomisch höher als ein Lottogewinn.

  • Die Bahn könnte
    – pünktlicher
    – sauberer
    – günstiger
    – zuverlässiger
    – kundenfreundlicher
    sein.

    • Sicherer

  • Ich will nicht mit Kabul und Damaskus in einem Fahrzeug sitzen und dafür auch noch bezahlen, wo die umsonst fahren.

  • ÖPNV ist grundsätzlich eine tolle Sache. Vor allem dann, wenn man täglich durch die Stadt fahren muss. Dann kann man auch ein Abo kaufen, das man auch privat nutzen kann. In diesem Fall: Alles super.
    Braucht man aber kein Abo, dann wirds als Gelegenheitsfahrer teuer. Richtig teuer. Meine Frau und ich bezahlen für eine Fahrt in die Innenstadt und zurück zusammen 16 Euro! Und nein, es sind weder viele Stationen noch eine große Entfernung.
    Und für 16 Euro kann ich mich lange ins Parkhaus stellen.

  • Weil es für den Rest einfach zu umständlich ist, zu viel Zeit kostet, keine guten Verbindungen gibt oder sich keine Ausfälle/Verspätungen leisten können…..deshalb stagniert es?! Für die die es nutzen ist es ok, die haben sich damit arrangiert und in ihr Lebensumfeld eingebaut.

    • Für die Rentner eigentlich das perfekte Transportmittel wenn da nicht der rosa Elefant im Raum wäre. Die vielen Wartezeiten an den Bahnhöfen steigern enorm die Wahrscheinlichkeit mit kulturlosen Migranten zu tun zu bekommen.

  • Leider auf die Bahn angewiesen und habe festgestellt, dass in einem Monat im Schnitt pro Woche von zehn Fahrten sechs Verspätung oder Ausfälle waren.

    Hinzu kommen defekte Toiletten, nicht funktionierende Klimaanlagen, keine Hilfe für (Geh)-Behinderte, verdreckte Bahnsteige, hohe Fahrpreise (da lohnt sich Auto und Parkhaus, wenn man zu Zweit unterwegs ist), defekte Fahrkarten – Automaten, fehlende Fahr Formationen, etc.

  • Das Ticket war ein Flop mit Ansage . Bei den Leistungen im öffentlichen Nahverkehr wird sich kein Arbeitnehmern darauf verlassen.

  • Öffis???
    Danke,nein!In meiner Familie ist niemand lebensmüde!

  • Für die meisten Nutzer dient Deutschlandticket nur als etwa gleich teuer Ersatz für das Abo jeweiligen Verkehrsverbunds.
    Ich denke, meine Nutzung ist typisch:
    Für die Fahrten zur Arbeit in die Berliner Innenstadt werktags statt des Berliner Abos für etwa 70€ monatlich.
    Ich würde das Ticket gern mal öfter für die Tagesausflüge regional nutzen, nur kommt man damit wegen der langen Fahrzeiten und Baustellen nicht wirklich weit.
    Und für Fernverkehr buche ich im voraus Flixtrain und Nacht-ICE – das ist unschlagbar günstig. Oder nehme das Auto.
    Natürlich ist eine kleine Ersparnis mit dem Deutschlandticket für einen Geringverdiener gut, für einen Normalverdiener aber nicht mehr als nett.
    Das ist das Problem mit den meisten Subventionen: Letztlich wäre dieses Geld besser für die direkten Investitionen in die Infrastruktur eingesetzt.

  • Nicht einmal wenn bei diesem Ticket eine Stich/Schusssichere Weste dabei wäre würde ÖPNV fahren wollen!

  • Wenn es immer mehr zum Glücksspiel wird mit dem ÖPNV auf die Arbeit zu kommen. Ich war vor zwei Jahren in Rheinland-Pfalz im SommerUrlaub und wollte mit meiner Frau den Zug von Lahnstein nach Koblenz benutzen. Selbst das war eine Katastrophe und eine Dame erzählte mir das der Zug im Schnitt eine halbe Stunde später als im Zeitplan vermerkt täglich kommt. Sie mußte mit Ihrem Arbeitgeber abklären das Sie täglich später kommt. Nicht jeder hat die Möglichkeit das mit seinem Arbeitgeber so zu regeln. Und dann kommt natürlich noch das verlorene Sicherheitsgefühl hinzu. Aber die Regierung macht ja gerade alles dafür das den Bürgern bald wirklich nur noch der Kauf eines E-Mobils als Ausweg bleibt. Das heißt natürlich für die Bürger den Gürtel noch enger zu schnallen um die überteuerten Spielzeugkisten zu finanzieren.

    • Niemals E-Auto. Damit wird man nicht glücklich, In Anschaffung viiiieel zu teuer; Wertverfall extem; irre hohe Reparaturkosten; Preise neue Batterie; Strom ist doch auch teuer und kann auch auf Befehl abgestellt werden; könnte schnell in Flammen aufgehen; sehr teuere Autoversicherung.
      Kein E-Auto – nein.

  • Der ÖPNV ist trotz Subvention schlicht oft zu teuer und für vieles nicht nutzbar. Wer flexibel zur Arbeit kommen muss, ein Kfz auch beruflich benötigt, wer mehr zu erledigen hat, als einmal täglich etwa zu einer gut erreichbaren Schule oder einem entsprechendem Arbeitsplatz zu kommen, wer Transportkapazität benötigt, oder wer schlicht schon älter ist und ein wenig Komfort will, nimmt das Auto.
    Das Auto und damit der Individualverkehr ist die modernste Mobilität und wird zwingend immer mehr benötigt, wenn die Wirtschaft und das allgemeine Leben laufen soll.

    Der ÖNV ist dagegen schon seit mindestens 50 Jahren ausgebaut. Jedes „mehr“ kostet überproportional und bringt nur wenig.
    Was es braucht sind mehr Straßen, mehr Parkplätze und mehr Lufttransporte. In unseren Konkurrenzländern fliegen schon die Flugtaxis.

    Eigentlich logisch und selbstverständlich, aber bei uns hat sich ja dieser Klimakult etabliert.

  • Es gibt ja noch ein paar Angenehmlichkeiten on Top. Die defekten Klimaanlagen welche einen im Sommer in der Bahn grillen und im Winter frieren lassen. Hinzukommen defekte Toiletten welche schon mal benötigt werden wenn die Fahrt über eine Stunde dauert.

    • Oh ja, ganz „toll“, wenn man regelmäßig eine Toilette vorfindet, die bis oben hin verstopft ist, man mit den Schuhen schon im Urin und Toilettenpapier steht…. Man darf frohlocken, wenn es in dem Zug dann überhaupt noch eine weitere eventuell funktionierende Toilette gibt und bei solchen Zeitstrecken – hui ist das „toll“.
      Da macht Zug fahren für teuer Geld so richtig „Spaß“. Und dann noch die ganzen anderen „Annehmlichkeiten“.

  • Wer regelmäßig fährt weiß warum…. Aber für Sicherheit in den Zügen will keiner Geld ausgeben… Nicht nur das Stadtbild hat sich geändert

  • Bahnfahren ist ja auch so sicher geworden.

  • 1. Kann man dem Statist. Bundesamt noch glauben? Die veröffentlichen doch auch Statistiken mit Zahlen, die sie nicht selbst erhoben haben…
    2. Sind die Bundesbahn-Zahlen irgendwie geprüft worden? Darf ein wenig vertrauenswürdiges Firmenmanagement seine eigenen Zahlen liefern?
    3. Wenn schon so wachsweiche und für das Thema weniger relevante Daten mit verarbeitet werden (Busfernverkehr, wenn es um DB-Fernverkehr geht), habe ich größtes Mißtrauen. z.B. „Zum Teil ist der Anstieg auf die Einbeziehung weiterer Unternehmen in die Statistik zurückzuführen.“

  • Mein Auto hat jetzt, nach 29 Jahren Schrottwert, fährt zwar noch, hat aber kaum TüV Chancen. Eine Reperatur rentiert sich nicht mehr. Für andere, bis zu 20 Jahre Alte Rostlauben bin ich nicht mehr bereit, mehrere Tausend EUR hinzublättern. im Ort benutze ich jetzt Fahrrad (ohne Akku). Für weitere Fahrten (zum Arbeitsplatz) benütze ich jetzt den Bus (20 min Abstände) mit Deutschlandticket, das mein Arbeitgeber bezahlt. Trotz hoher Spritkosten ist Der Bus aber immer höchstens Halb Voll, meistens zu einem Viertel.

  • Ist doch ganz logisch dass die Fahrgastzahlen im ÖPNV stagnieren:
    1.) Zu den Stoßzeiten ist einfach kein Platz mehr in vielen Bussen und Bahnen!
    2.) Der ÖPNV ist notorisch unzuverlässig! Wer darauf angewiesen ist, pünktlich irgendwo hinzukommen fährt mit eigenem Fahrzeug.
    Ich habe mir selber ein Jahr lang das Abenteuer Deutschland-Ticket angetan: Nie wieder! Überall mittelalte blonde Frauen die mit ihren lauten Handys die armen dunkelhäutigen Mitreisenden belästigen, die noch nicht so lange hier leben. ;-P

  • Wenn mal konsequenz kontrolliert werden würde!
    Die Züge sind voll! Wer von den Fahrgästen, hat bezahlt?

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