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Öl-Krise

Spritpreise explodieren – Europa senkt die Steuern, Deutschland fordert neuen Abgabemechanismus

Viele europäische Staaten reagieren mit Steuersenkungen auf die steigenden Spritpreise. Deutschland stellt sich weiterhin strikt dagegen. Stattdessen wird über die Einführung einer Übergewinnsteuer diskutiert, deren Wirksamkeit mehr als fragwürdig ist.

IMAGO/dts Nachrichtenagentur

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Die Spritpreise befinden sich auf Rekordniveau: 2,04 Euro für einen Liter Super E10, 2,17 Euro für einen Liter Diesel – so hoch lagen die Durchschnittspreise an deutschen Tankstellen am 18. März 2026.  Dennoch wird im Bundestag bislang keine Senkung der Steuern und Abgaben, die auf Kraftstoffe erhoben werden, in Betracht gezogen.

In kaum einem anderen europäischen Land sind die Preise derzeit so hoch. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtet, ist Benzin derzeit nur in den Niederlanden und Dänemark noch teurer. In Slowenien ist Benzin mit 1,44 Euro pro Liter aktuell am günstigsten. Auch Diesel ist dort am billigsten: Der Liter kostet 1,48 Euro. 

Der Iran-Krieg, der Anfang März zur Blockade der Straße von Hormus geführt hat, ist nur ein Teil der Erklärung für die hohen Preise in Deutschland. Laut Daten der EU-Kommission sind die Kraftstoffpreise hierzulande seit Beginn der Krise teilweise doppelt so stark gestiegen wie im EU-Durchschnitt. Zwischen dem 23. Februar und dem 9. März verteuerte sich Diesel in Deutschland um 43 Cent pro Liter, während der EU-Durchschnitt lediglich zwischen 22 und 38 Cent lag. Beim Benzin betrug der Anstieg im EU-Schnitt 11 bis 13 Cent, in Deutschland hingegen rund 25 Cent pro Liter.

Während die Bundesregierung vor allem die Profitgier der Energiekonzerne für die Entwicklung verantwortlich macht, sehen kritische Beobachter die Hauptursache in der steigenden steuerlichen Belastung auf Kraftstoffe in Deutschland. In kaum einem anderen europäischen Land sind die Abgaben so hoch. Die Energiesteuer beträgt ca. 65,45 Cent je Liter Benzin und 47,04 Cent je Liter Diesel.

Hinzu kommt seit dem Jahreswechsel eine höhere CO₂-Bepreisung, die sich mit etwa 18,5 Cent pro Liter Benzin und bis zu 20,7 Cent pro Liter Diesel bemerkbar macht. Einschließlich der Mehrwertsteuer liegt der Anteil von Steuern und Abgaben sowohl bei Diesel als auch bei Benzin in Deutschland damit bei rund 60 Prozent des Gesamtpreises. Vor diesem Hintergrund wird der Ruf nach Steuersenkungen zunehmend lauter – in Berlin findet er bislang jedoch kein Gehör. 

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Obwohl die auf Kraftstoffe erhobenen Steuern in Italien ähnlich hoch ausfallen (55–60 Prozent), schreckt die Regierung dort – anders als in Deutschland – nicht vor Steuersenkungen zurück. So hat Ministerpräsidentin Giorgia Meloni nun per Dekret beschlossen, die Verbrauchssteuern auf Benzin und Diesel zu senken – gültig für 20 Tage ab dem 20. März. Laut Meloni soll sich die Maßnahme unmittelbar bemerkbar machen: Ein Rückgang der Preise an den Zapfsäulen um rund 25 Cent pro Liter wird erwartet. Zusätzlich enthält das Dekret einen Anti-Spekulationsmechanismus, der die Preisgestaltung von Raffinerien und Tankstellen eng an die Entwicklung der Rohölpreise koppelt.

Eine durchaus wirksame Maßnahme, an der sich auch Deutschland orientieren könnte. Stattdessen wird in der Bundesregierung jedoch über die Einführung einer sogenannten Übergewinnsteuer diskutiert. Die SPD, die Linke sowie die Grünen setzen sich dafür ein. Eine Übergewinnsteuer zielt darauf ab, sogenannte Zufallsgewinne von Unternehmen abzuschöpfen, die infolge außergewöhnlicher externer Ereignisse entstanden sind. Konkret wird Energiekonzernen wie BP/Aral, Shell und TotalEnergies derzeit vorgeworfen, von der Iran-Krise bzw. der Schließung der Straße von Hormus zu profitieren und Preise unverhältnismäßig anzuheben. Auch wenn das nicht belegbar ist.

Unabhängig davon steht fest: Die Übergewinnsteuer ist alles andere als nachhaltig. Denn sie setzt – anders als Melonis Ansatz – nicht beim Endpreis an, sondern beim Gewinn der Energieunternehmen, also nachgelagert. Unmittelbare Preissenkungen lassen sich so nicht erzielen. Ob und wann eine Entlastung überhaupt bei den Verbrauchern ankommt, bleibt fraglich. Vielmehr besteht die Gefahr, dass Unternehmen eine Möglichkeit finden, die zusätzlichen Belastungen einfach an Verbraucher weiterzugeben. Höhere Steuern könnten am Ende – entgegen ihrer eigentlichen Zielsetzung – nicht zu sinkenden, sondern im Zweifel sogar zu steigenden Preisen führen.

Österreich geht einen ähnlichen Weg wie Italien, agiert dabei jedoch vorsichtiger. Die Regierung senkt zum 1. April – befristet bis zum Jahresende – die Mineralölsteuer um fünf Cent pro Liter. Gleichzeitig werden die Margen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von der Raffinerie bis zur Zapfsäule, eingefroren. Insgesamt werden dadurch Entlastungen von rund zehn Cent pro Liter erwartet. Dies passt zu dem bereits seit längerem geltenden österreichischen Modell: Preiserhöhungen an Tankstellen sind dort seit Jahren nur dreimal pro Woche zulässig.

Griechenland reagiert ebenfalls. Die Regierung verhängte vergangene Woche eine direkte Gewinnobergrenze – zunächst befristet auf drei Monate. Raffinerien dürfen maximal fünf Cent pro Liter verdienen, Tankstellen höchstens zwölf Cent. Verstöße werden mit Bußgeldern in Millionenhöhe geahndet.

Ein abschreckendes Beispiel für gut gemeinte, aber schlecht abgestimmte Maßnahmen liefert die Slowakei. Die Regierung von Ministerpräsident Robert Fico hatte nach Beginn des Krieges mit der nationalen Raffinerie Slovnaft eine freiwillige Preisbremse vereinbart. Zunächst zeigte die Maßnahme Wirkung: Während die Preise in Polen, Tschechien und Österreich stark anstiegen, blieben sie in der Slowakei vergleichsweise stabil. Die Folgen waren jedoch unerwartet: massiver Tanktourismus, insbesondere aus Polen. Grenznahe Tankstellen waren innerhalb weniger Tage leergekauft, einige Stationen mussten den Betrieb zeitweise einstellen.

Die Konsequenz: Am 18. März 2026 verhängte die Slowakei einen Treibstoff-Notstand. Seither gilt ein Kauflimit von 400 Euro pro Tankvorgang, das Mitführen von mehr als zehn Litern in Kanistern ist untersagt. Zudem zahlen Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen höhere Preise an der Zapfsäule als inländische Fahrzeuge – eine innerhalb der EU bislang beispiellose Maßnahme.

Ein Vergleich der europäischen Strategien zeigt deutliche Unterschiede in ihrer Logik und ihren Verteilungseffekten. Die Steuersenkungen in Italien und Österreich entlasten alle Autofahrer gleichermaßen und unmittelbar. Sie wirken breit in der Bevölkerung und kommen auch Vielfahrern und Unternehmen zugute, die dauerhaft auf günstigen Kraftstoff angewiesen sind. Der Nachteil: Sie sind für den Staat mit erheblichen Kosten verbunden – vermutlich auch einer der Hauptgründe, weshalb Deutschland einen solchen Weg bislang nicht einschlägt. 

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36 Kommentare

  • Deutschland ist das Tollhaus der Welt geworden. Mit 77 Jahren kann ich nur jeden Tag den Kopf schütteln, was aus diesem Land geworden ist. Wenn man denkt, das kann doch alles nicht wahr sein, setzt die Regierung noch einen drauf.

    • Die setzen deshalb noch einen drauf, weil sie wissen, dass es keine Konsequenzen AN DER WAHLURNE haben wird, was sie gleich morgen bei der Wahl in Rheinland-Pfalz werden sehen können.

      Die BÜRGER SIND DAS PROBLEM !!!!!

      • Der ÖRR ist das Problem – und darin der schiere Unglauben dessen Rezipienten, dass sich „ihre Fernsehnachrichten“ in die „Aktuelle Kamera“ verwandelt haben.

        • Was meinen Sie was in Frankreich passieren würde, wenn die, die gleichen ÖRR hätten wie in Deutschland? – Es würde nur so wimmeln von Gelbwesten!

          4
        • In Bayern ist es auch die CSU Heimatzeitung. Da wird nur der Zeitungskopf und die Lokalnachrichten je nach Bezirk ausgetauscht.
          Bei Verfehlung der CSU brauchst du eine Lupe für den kurzen Bericht.

          3
      • Nachtrag: Ob bei der Wahl morgen letztlich die Schwarzen, die Roten oder oder die Grünen gewinnen, ist für den Normal-Bürger de facto nämlich absolut irrelevant.

    • Ja das Potential der Dummheit ist unerschöpflich.

      Aber wahrscheinlich sind wettbewerbsfähige Energiepreise gegen „unsere Demokratie“ und würden der AfD helfen.

  • Wie immer das Ausland zeigt uns was getan werden muß!

    • Warum gibt es in Deutschland keine Gelbwesten wie in Frankreich?
      Kann denn niemand so etwas organisieren?

      • Fangen Sie an. 😉

  • Es gibt eben ReGIERungen für das Volk und es gibt ReGIERungen gegen das Volk.

    Wenn ReGIERungen eben unantastbar sind in Parteienkratien, dann leben sie eben dies aus und sind und bleiben wie immer Krisenprofiteure.

    Und seit 2008 ist D. im Dauerkrisenmodus, wo eine Krise die nächste ablöste oder gar sich anschloss.

    • Alles eine Sache der Prioritäten und Notwendigkeiten von Regierungen !
      In Deutschland liegen die Prioritäten eben ausschließlich bei der Regierung und ihren Unterstützern selbst und nicht beim Volk oder der Volkswirtschaft .
      Das ganze eben ermöglicht durch das fehlen der Notwendigkeit seine Politik auch noch begründen rechtfertigen oder sogar verteidigen zu müssen !! Dank Brandmauer ist hier eben alles möglich geworden .
      Die Brandmauer ist kein Bollwerk gegen die AFD ! Sie ist ein Bollwerk gegen die Demokratie als solche und die Kontrolle der Bürger über ihre “ Volksvertreter „im Allgemeinen !

  • Deutschland ist pleite, schon längst. Dafür waren die 500 Milliarden gedacht (jetzt haben wir ja auch den Beweis)!
    Die werden nie auf Geld verzichten, können sie gar nicht!

    • Auf Dauer wird nur noch Energiesteuer den Staat finanzieren

  • Ach, so schlimm kann das nicht sein mit den Spritpreisen. Ich stand gestern wieder herrlich lange im Stau.

    Da sieht man wohin CO2 Besteuerung führt – kaum jemand ändert sein Verhalten, es wird einfach bezahlt.

  • Wer glaubt, dass die Regierung etwas für ihre Bevölkerung tut, der hat die letzten 20 Jahre komplett geschlafen. Ich tippe eher auf Mobilitätslockdown, 9 Euro Ticket, Homeofficepflicht, Jobrad, etc…
    Genau diese Denke wurde auch bei der letzten Wahl in Baden-Württemberg bestätigt.

    • Es gibr sogar seriöse wissenschaftliche Studien die zweifellos belegen, dass die Polit-Gangster sich um die berechtigten Interessen der unteren 60 Prozent der Gesellschaft einen feuchten Kehricht scheren.

  • Ner change a running system. Es läuft doch für die eine Seite.

  • Wenn wir jetzt die CO2 Steuern senken, dann geht die Welt unter. Das können wir nicht wollen. WIR sind auf dem RICHTIGEN Weg, nur all die anderen sind mal wieder falsch auf der geistigen Autobahn unterwegs!

  • Und trotzdem wählen die weiter die Altparteien.

    Nur die AFD kann und wird Deutschland retten. Absolute Mehrheit für die AFD!

    Merz muss abgewählt werden!

  • Das wird die Inflation antreiben und der Staat wird einen Teufel tun um das zu ändern. Er verdient kurzfristig daran wohl mehr als durch die sterbende Wirtschaft weg fällt.

  • Man muss es klar und deutlich sagen, diese deutsche Politik ist total durchgeknallt in allen Bereichen. Wen wunderts, sie ist der Ausguss linksgrün sozialistischer Ideologie, die schon im letzten Jahrhundert gewütet hat und es heute wieder tut. Und die CDU ist daran beteiligt.
    Eine AfD-CDU-Koalition könnte noch heute den Wandel einleiten.

    • ALLE FREIWILLIG und ohne Not GEWÄHLT von BÜRGERN ! Kapiert ihr das endlich mal ?

    • Ich verstehe diese fast fetischhafte Hoffnung auf die CDU hier nicht, und das alles oft nur kurz nachdem sie mal wieder die AfD übel beleidigt hat. Die CDU ist GENAU SO wie Rot, Grün, Gelb usw. eine Systempartei, die eine bestimmte Wählergruppe abfangen und im System halten soll, und das aus voller Überzeugung.

      Der eigentliche Fehler ist es, irgendwie zu glauben, sie wäre näher an der AfD dran als die anderen. Im Gegenteil: Wenn jemals IRGENDEINE Systempartei der AfD eine Koalition anbieten würde, dann nur, wenn man sicher sein könnte, auch mit der AfD ein „Weiter so“ durchziehen zu können. Oder aber in der Hoffnung, gerade durch diese Koalition die AfD für immer zu ruinieren.

    • Die CDU muss ihren Keller mal aufräumen und Sperrmüll anmelden.Sonst wird das nichts.

  • Genosse Klingbeil braucht Geld, viel Geld!
    Diese großen Zusatz-Einnahmen kommen da wie gerufen, egal wie traurig der Anlaß auch sein mag.
    Das Radwegenetz in Peru und die Kühlschrankdichte in Kolumbien muß schließlich noch ausgeweitet werden.
    Nach der Wahl am Sonntag dann die MwSt. rauf auf 26% und der sensible Genosse Klingbeil kann wieder strahlen.

  • Dank der gut eingeführten grünen Ideologie, ist der deutsche Michel gerne bereit, mehr für Energie zu bezahlen.

    Daher schlage ich ein innovatives Bepreisungskonzept vor:
    – Wähler der GrünInnen: 10 Euro/L
    – Wähler der SPD: 8 Euro/L
    – Wähler der CDU: 7,99 Euro/L
    – Wähler der FDP, FW,AfD: 1,19 Euro/L

    So kann sich jeder mit seiner Zahlungsbereitschaft auch an der Tankstelle wieder finden 😊

  • Sie hassen und verachten uns.

  • Man muss das Volk melken solange es noch Milch gibt und es aus Dankbarkeit weiterhin Etablierte wählt.

  • Deutschland fordert neue Steuern, während das übrige Europa die Steuern senkt.

    Tja, mit der UNTERTANENKOLONIE in der BRDigung kann man bekanntlich ALLES machen, ohne dass das Konsequenzen hätte.

  • Wir werden von Verbrechern regiert. Das Deutsche Volk interessiert diese Leute einen Dreck.

  • Offenbar wird immer noch nicht verstanden, daß die einzige „Staatsraison“ der BRD (und ihrer Vorläuferkonstrukte der letzten knapp 115 Jahre) die wirtschaftliche, kulturelle und letztlich enthnische Vernichtung des deutschen Volkes ist bzw. war.

  • Wer psychopathische Marionetten – die nur Lobbyarbeit verrichten – immer und immer wieder wählt, was erwartet ihr? Irgendwann eine Besserung? Dann gute Besserung!
    Ich freu mich schon auf die „Wahl“ morgen in der Pfalz…

  • Die Doktrin der Kartellparteien:

    Deutschland verrecke.

    Der einzige Unterschied bei den Kartellparteien ist der, wie deutlich bzw. wie offen und ehrlich das ausgesprochen wird.

    Und da sind die Grünen noch am ehrlichsten, während die CDU Deutschland in der EU mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen aufgehen lassen will, durch Migration die autochthonen Deutschen ausverdünnen will, kein Problem mit der Scharia hat, durch Energieverknappung/-Verteuerung die Wirtschaft zerstört, usw. usf….

    Das einzige, was in all dieser Bitternis ein (bzw. kein) schwacher Trost ist:
    Mit dem Untergang der deutschen Wirtschaftskraft wird auch die EU untergehen.

  • Es deutet sich immer mehr an, diese von Münchhausen, Antifa Klinge und Fotomodell geführte „Regierung“ hat sich zum Ziel gesetzt alles bisherige (Industrie, selbst erarbeiteten Wohlstand (Haus)) zu zerstören!! Wer steckt dahinter!?, vielleicht doch BlackRock!?, der eigentliche Arbeitgeber vom Münchhausen?

    • Soll natürlich Fotomodell Bas heißen!

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