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NRW

SPD plant den Staatseinstieg bei Evonik – und sabotiert hierdurch die heimische Chemieindustrie

BASF will Evonik übernehmen. Doch in Nordrhein-Westfalen formiert sich politischer Widerstand: Die SPD fordert, dass das Land selbst bei Evonik einsteigt. Doch ein Staatseinstieg würde die Steuerzahler erheblich belasten. Eine Übernahme durch BASF wiederum entspräche einer echten Chance für die deutsche Wirtschaft.

BASF plant die Übernahme des Spezialchemiekonzerns Evonik (IMAGO/Zoonar)

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Die Erwägung von BASF, den Spezialchemiekonzern Evonik zu übernehmen, stößt in der Politik auf wenig Unterstützung. Obwohl der Vorgang dem Prinzip der freien Marktwirtschaft entsprechen würde und durchaus Vorteile und Chancen für die deutsche Wirtschaft entstehen könnten, will die SPD in Nordrhein-Westfalen die Übernahme verhindern und plädiert für einen Staatseinstieg bei Evonik.

Nach den Vorstellungen der Sozialdemokraten sollen das Land und die RAG-Stiftung, die bisher bereits 43 Prozent der Anteile an Evonik hält, gemeinsam eine Kontrollmehrheit von über 50 Prozent sichern. Rund 800 Millionen Euro könnte der Anteilskauf nach Schätzung der SPD-Landtagsfraktion kosten, finanziert über die landeseigene NRW.Bank. RAG-Stiftungschef Bernd Tönjes ist damit jedoch nicht unbedingt einverstanden. Handelsblatt-Berichten zufolge plane er derzeit eher, seinen Anteil auf 25,1 Prozent zu reduzieren. Er habe die Hoffnung auf eine Erholung der europäischen Chemieindustrie quasi aufgegeben.

Die schwarz-grüne Landesregierung in NRW reagierte eher zurückhaltend auf die Übernahmeversuche. Die eigenständige Entwicklung von Evonik dürfe nicht gefährdet werden, so ein Sprecher der Staatskanzlei in Düsseldorf vor Kurzem auf Anfrage von Reuters. Für die Evonik-Übernahme wollte BASF rund 10,3 Milliarden Euro bereitstellen. Der Chemieriese aus Ludwigshafen soll 22,15 Euro je Evonik-Aktie geboten haben. Der Evonik-Vorstand lehnte das jedoch vorerst ab. Nun erwägt BASF, ein höheres Angebot abzugeben.

Warum die SPD die Übernahme Evoniks durch BASF verhindern will, liegt vor allem an den Arbeitsplätzen im Bundesland. Evonik beschäftigt in Nordrhein-Westfalen mehr als 11.000 Menschen. Große Fusionen wie diese rechnen sich vor allem über Synergien, also u. a. über das Zusammenlegen doppelter Funktionen in Verwaltung, Einkauf und Vertrieb. Die SPD sorgt sich daher wegen betriebsbedingter Kündigungen, Stellenabbaus und der Verlagerung wesentlicher Bereiche in andere Bundesländer oder ins Ausland. Tausende Stellen könnten theoretisch wegfallen. „Hier geht es um eine Lebensader des Ruhrgebiets“, schreibt SPD-Fraktionschef Jochen Ott zu der geplanten Übernahme.

Ein Staatseinstieg würde dieses Problem zwar möglicherweise lösen, dafür jedoch eine Reihe neuer Probleme schaffen. Vor allem der Landeshaushalt und somit der Steuerzahler würden zusätzlich belastet. Umgerechnet auf die knapp 18 Millionen Einwohner Nordrhein-Westfalens entsprechen 800 Millionen Euro, die für den Anteilskauf des Landes kalkuliert werden, gut 44 Euro pro Kopf – angelegt letztlich in einer Aktie, deren Kurs der Steuerzahler nicht beeinflussen kann.

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Sollte die Krise in der deutschen Chemiebranche weiter anhalten und der Evonik-Kurs künftig weiter verfallen, stünde die Landesregierung vor einem Dilemma: Entweder verliert das Investment Schritt für Schritt an Wert oder es müsste zusätzliches Geld investiert werden. Vor allem falls der Konzern eine Kapitalerhöhung durchführen würde, um eine Insolvenz oder Herabstufung der Kreditwürdigkeit abzuwenden, wäre das Land quasi gezwungen, weiteres Geld nachzuschießen.

Wie teuer bzw. wie verheerend ein Staatseinstieg werden kann, zeigt der Fall Commerzbank: Der Bund stützte die Commerzbank in der Finanzkrise mit 18,2 Milliarden Euro. In der Folge blieb ein Milliardenverlust. Von den ursprünglichen 18,2 Milliarden Euro an Hilfen flossen bis Ende 2024 gerade einmal 13,1 Milliarden Euro an Kapital direkt an den Bund zurück. Auch der Bund der Steuerzahler (BdSt) warnt vor diesem Hintergrund. Der Vorsitzende des BdSt NRW erklärte kürzlich gegenüber der Rheinischen Post, ein Einstieg bei Evonik würde die Bürger „mit unkalkulierbaren Risiken belasten“, ohne den Erhalt der Arbeitsplätze zu garantieren. 

Die Sorgen der SPD dürften ohnehin weitgehend unbegründet sein. Arbeitsplätze sichern nicht staatliche Eingriffe, sondern wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Bleibt die Kostenbelastung durch teure Energie, Löhne und Bürokratie sowie hohe Steuern und Abgaben am deutschen Standort hoch, spielt es langfristig keine Rolle, ob Evonik eigenständig bleibt oder unter das Dach der BASF kommt. Der Konzern gerät dann sowieso weiter unter finanziellen Druck und sieht sich früher oder später zu weiteren Einsparungen in Form von Stellenkürzungen oder Werksschließungen gezwungen. Schon jetzt ist dies zu beobachten. Im Rahmen eines aktuellen Effizienzprogramms sollen bis Ende des Jahres 2.800 Stellen in der Bundesrepublik wegfallen.

Besonders die teure Energie ist ein Problem. Erdgas, für die Branche Energieträger und Rohstoff zugleich, kostete hierzulande laut einem im Juni veröffentlichten Positionspapier des VCI vier- bis fünfmal so viel wie in den USA. In China ist der Abstand ähnlich. Die Folge ist ein Verlust von Wettbewerbsfähigkeit und Kundschaft, da die Preise zwangsläufig an Endverbraucher weitergegeben werden müssen. Die Auslastung der Anlagen lag im zweiten Quartal 2026 mit nur noch 71,7 Prozent  auf dem niedrigsten Stand seit 1991. Die Produktion in der Chemiebranche brach im Jahr 2025 insgesamt um 3,3 Prozent ein, der Gesamtumsatz ging sogar um 3,8 Prozent zurück (mehr dazu hier).

Was bei der Argumentation der SPD außerdem außer Acht bleibt: Für die deutsche Wirtschaft könnte die Evonik-Übernahme durch BASF sogar eine gewaltige Chance bieten. Es könnte eine Art „Chemie-Champion“ entstehen, der im globalen Wettbewerb mithalten kann. BASF erzielte 2025 rund 60 Milliarden Euro Umsatz, Evonik 14,1 Milliarden Euro. Vor allem der erstarkenden chinesischen Konkurrenz, die branchenübergreifend mit niedrigen Preisen lockt, könnte so stärker entgegengetreten werden. Der Vorsprung schrumpft, so viel ist klar. In dem im September veröffentlichten jährlichen Branchenranking von ICIS liegt BASF mit 70 Milliarden Dollar nur noch knapp vor dem chinesischen Staatskonzern Sinopec mit 66,3 Milliarden Dollar.

Ein gemeinsamer Konzern könnte Anlagen besser auslasten und Fixkosten auf eine breitere Basis verteilen. Außerdem ergänzen sich die beiden Portfolios: BASF ist stark in der Grundchemie, Evonik in der margenstärkeren Spezialchemie.

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32 Kommentare

  • Woher will denn die SPD das Personal nehmen, um ein Unternehmen zu führen???
    Da ist die Pleite doch vorprogrammiert. – Vielleicht sollten die es zunächst mit dem Kiosk und der Kantine im NRW-Landtag üben…

    • Selbst die Kantine im Landtag wäre unter SPD-Führung innerhalb von 3 Tagen geschlossen.

      Da dürften dann SPD-Leute und Grüne kostenfrei essen und trinken, weil das schließlich „demokratisch“ wäre, CDUler müssten das Dreifache vom Normalpreis bezahlen, aber auch nur wenn sie brav allen SPD-Vorhaben zustimmen und die AfD bekäme pauschal Hausverbot.

      Und wenn die Kantine dann den Bach runter ging, erzählt die SPD, dass die AfD das schuld wäre und fordert Steuergelder für den „demokratischen Erhalt der Kantine“.

    • Zwangsarbeiter ?

    • Man braucht Anschlussverwendungsmöglichkeiten für SPD Regierungsmitglieder und andere Genossen. Die Wahlergebnisse werden nicht besser und der Kühlschrank will gefüllt und die selbst gemachten astronomischen Strom und Heizkosten wollen bezahlt werden.

    • Die fahren auch ’ne einfache Frittenbuche voll gegen die Wand.

      • Frittenbude

  • Das wird ein Erfolgsmodell, es lebe der Sozialismus…

    • Ob sich die ganzen Narren letztlich vom Kapitalismus oder Sozialismus knechten lassen, spielt nun wirklich keine Rolle.

  • Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Ochs‘ noch Esel auf.

    Ich bin hier raus. Auswandern steht für 2027 auf dem Plan. Zahlt ihr mal schön Zuckersteuer auf Cola Zero im besten Deutschland aller Zeiten.

    • Guter Entschluss, auch wir sind 2027 weg und ich hätte es früher niemals für möglich gehalten – aber ich freue mich drauf.

  • Das ist absolut sozialistisch.

    • Jetzt habe ich mich aber empört!

  • Planwirtschaft hat noch nie funktioniert. Die können kein Land auf gesunde Füsse stellen, wie soll dass dann mit einem Unternehmen gelingen. Die sollen doch froh sein, wenn BASF überhaupt noch in Deutschland investiert. Der Staat hat in der Wirtschaft nichts zu suchen, die können es nicht.

  • Die linken Parteien sind alle zur Zerstörung von Deutschland angetreten.

    • Wobei die CDU zu den linken Parteien gehört.

    • Na, dann wollen wir mal hoffen, dass es ein schneller Tod wird. Wenigstens ist die perverse EU dann endlich weg…Danach kann der Kontinent Europa -ohne EU- wieder aufblühen.

  • SPD und Wirtschaft – das sind wohl zwei verschiedene Welten!

    • Eben. Die können noch nicht einmal Korruption. – Siehe „Neue Heimat“…

  • Die SPD übernimmt Industrien und Gewerkschaften. Na, wohin führt das?

  • Nein, um Himmelswillen, nein,
    egal was die SPD macht, sie verursacht immer Schaden und Chaos.

  • Ansonsten beklagen die Machthaber bei jeder sich bietenden Gelegenheit mangelnde Investitionen im EU-Raum. Das aktuelle Gezeter sollte für die BASF ein Warnsignal sein und sie veranlassen, besser in den USA oder in China zu investieren, das ist bestimmt lukrativer und einträglicher.

  • Die SPD tut seit langer Zeit Alles, um unsere Wirtschaft zu sabotieren.

  • Staatsknete? VEB!

  • EILMELDUNG: BYD plant Mega-Expansion in Europa. 40.000 neue Mitarbeiter. Neue Werke in Frankreich und Spanien.

    Das war es dann mit VW & Co.

  • „durchaus Vorteile und Chancen für die deutsche Wirtschaft entstehen könnten“ – da haben wir doch schon den Grund, warum die SPD sofort einschreiten will …

  • Oh mein Gott – die Genossen und Marktwirtschaft!

    Aus Angst vor dem Tod begehen sie Suizid!

    Wenn sie diese Kostenoptimierung blockieren, nehmen sie den beiden Chemiekonzernen auch noch die letzte Möglichkeit sich International zu behaupten, wem mit einer Abwicklung geholfen sein soll, das erschließt sich nur den Sozialisten.

  • Wofür will man hier mit Afrolook werben ?

  • Wohl beides eine Katastrophe ,weil Deutschland so attraktiv wie ein Pups ist!
    Staat = Planwirtschaft = kann sowieso nicht mit Geld umgehen.
    BASF neigt dazu alles nach China zu verlagern wegen der Attraktivität (Pups)!

  • Milchmädchen SPD: wenn der Staat dann Evonik, wie soviele Firmen, an die Wand fährt, sind alle Arbeitsplätze und Milionen Steuergeld futsch

  • Na bitte …. die SED grüßt schon aus der Ferne.
    .
    Nach „unsere Demokratie“ kommt jetzt „unser Steuereigentum“ (früher: ….. unser Volkseigentum).
    .
    40 Jahre DDR-Sichtum und die blöden Wessis haben nichts daraus gelernt.

  • Wenn die SPD wie bei VW „übernimmt“, wird das garantiert eine Erfolgsgeschichte.
    Die Selbstüberschätzung der gegenwärtigen Junta ist pathologisch !

  • Im besten Deutsch-Schand aller Zeiten:

    Es lebe der Sozialismus..auf Kosten der SPD-abkassierten Steuerbürger

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