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Branchenverband

„Schwer zu sagen“, ob die Talsohle erreicht ist: Europäische Autozulieferer streichen 100.000 Arbeitsplätze

In nur zwei Jahren wurde von der europäischen Zulieferindustrie die Kürzung von mehr als 100.000 Jobs angekündigt. Vor allem am deutschen Standort fallen die Einschnitte drastisch aus. Auch die Zahl der Insolvenzen steigt in der Branche ungebremst an.

Bosch in Gerlingen bei Stuttgart. (IMAGO/Sven Simon)

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Überall in Europa leiden die Autobauer unter EU-Regulierung und Billigkonkurrenz aus China. Das hat zunehmend Auswirkungen auf die Zulieferbranche. Aufgrund ihrer hohen Abhängigkeit vom Automobilgeschäft führen Absatz- und Gewinnrückgänge bei den großen Herstellern wie Volkswagen, Mercedes-Benz, Stellantis & Co. unmittelbar zu Auftragsrückgängen und Gewinneinbußen.

Die finanziellen Probleme versuchen viele Zulieferer durch Stellenkürzungen abzufedern. Wie drastisch europäische Zulieferer zuletzt beim Personalabbau vorgegangen sind, hat der Branchenverband CLEPA untersucht. Demnach kündigten Zulieferunternehmen im vergangenen Jahr den Abbau von rund 50.000 Arbeitsplätzen an, nachdem es 2024 bereits 54.000 gewesen waren. Damit ist in nur zwei Jahren das Ende von 100.000 Stellen besiegelt worden. Zuerst berichtete die Financial Times darüber.

Es ist ein durchaus bedenklicher Trend: Sowohl 2024 als auch 2025 wurde damit eine höhere Zahl an Stellenstreichungen angekündigt als in den Pandemiejahren 2021 und 2022 zusammen. In beiden Jahren hatten Zulieferer insgesamt die Kürzung von 53.700 Stellen angekündigt. Das entspricht einer Verdoppelung der Kürzungen. Vor allem in Deutschland, dem Herz der europäischen Automobilindustrie, haben Zulieferer zuletzt in besonders großem Ausmaß Arbeitsplätze reduziert.

So kündigte Bosch, der weltweit größte Automobilzulieferer, im September an, bis 2030 insgesamt 13.000 Stellen abzubauen. Bereits 2024 hatte das Unternehmen 9.000 Arbeitsplätze gestrichen. Der Stuttgarter Konzern erhofft sich durch diese Maßnahmen jährliche Einsparungen von rund 2,5 Milliarden Euro.

Ein weiterer Branchenriese, die kommunal kontrollierte ZF Friedrichshafen, plant ebenfalls gravierende Einschnitte. Bereits 2024 hatte die Unternehmensführung angekündigt, bis Ende 2028 bis zu 14.000 Stellen zu streichen. Selbst familiengeführte Unternehmen verschonen ihre Belegschaft nicht: Der Autozulieferer Brose plant den Abbau von 950 Arbeitsplätzen.

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In Frankreich griff zuletzt unter anderem der Großzulieferer Forvia zum Rotstift. Bis 2028 sollen dort insgesamt 10.000 Stellen wegfallen. Der Abbau ist bereits in vollem Gange: Bis Ende 2025 sah der firmeninterne Sparkurs den Abbau von 5.800 Arbeitsplätzen vor.

Ob sich die Situation in Zukunft bessern wird, ist ungewiss. Arnd Franz, Vorstandsvorsitzender von Mahle, erklärte gegenüber der Financial Times, es sei „schwer zu sagen“, ob die Branche die Talsohle erreicht habe oder ob sie auch 2026 noch mit Herausforderungen konfrontiert sein werde. Auch Mahle, dessen Hauptsitz ebenfalls in der baden-württembergischen Hauptstadt liegt, plant weitere Personalkürzungen. Im November wurde bekannt, dass 1.000 Stellen – primär in Europa und Nordamerika – wegfallen sollen.

Doch nicht nur die Stellenstreichungen in der europäischen Zuliefererindustrie haben zuletzt ein erschreckendes Ausmaß erreicht. Auch die Zahl der Insolvenzen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. In der deutschen Zuliefererindustrie etwa nahm die Zahl der Insolvenzen – Daten der Wirtschaftswoche zufolge – zwischen 2023 und 2024 um 70 Prozent zu.

Auch im Jahr 2025 zeichnete sich ein weiterer Anstieg der Firmenpleiten ab. Im ersten Halbjahr wurden laut dem Kreditversicherer Atradius insgesamt 29 Großinsolvenzen registriert – 18 im ersten und 11 im zweiten Quartal. Dies entspricht einem Zuwachs von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum des bisherigen Rekordjahres 2024.

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45 Kommentare

  • Ich sag‘ nur: Domino-Effekt.
    Verbindet man mal die ganzen grauenhaften, massiven gesellschaftlichen und ökonomischen Fehlentwicklungen seit ca. 2010, dann befürchte ich, dass in nicht allzu ferner Zeit die ganze Bude zusammenklappt.

    • dies kann man kaum kurzfristig verhindern, da auch die bildung im keller ist, man müsste erstmal eine fähige generation ausbilden…dazu müsste auch erstmal der politische wille da sein. es sieht nicht gut aus.

  • Bmw hat eben eine neue E-Karre vorgestellt. Angeblich bereits ausverkauft. Läuft.

    • wurde wohl nur 1 Fahrzeug produziert😂😁

    • Kann ich mir nicht leisten.

      • „Will“ ich mitnichten leisten.

    • Die ist nur für Politiker auf Steuerzahlerkosten,
      Der normale Arbeiter muss den Bus nehmen, um für diese Herrschaften zu malochen.

    • Ich will überhaupt keine Deutschen Pressen fahren , ich fahre lieber SAAB

    • Dann lies mal nach wo die gefertigt wird.

    • Wie es bei BMW tatsächlich aussieht, können selbst die Mitarbeiter der Zulieferer nur noch ahnen. Und die meisten ahnen Schlimmes.

      Wie BMW mit seinen Zulieferern mittlerweile umgeht, ist entsetzlich.

  • Da hilft nur eins:
    Raus aus der EU, weg von der CO₂-Abzocke, zurück zur EWG und zurück zur DM.
    Die AfD macht dies innerhalb kürzester Zeit möglich. Unser Geld muss im Land bleiben und wer nicht arbeitet und Deutsch lernt, der fährt heim und das ohne Abfindung.

    • Und wie kommen wir da raus? Auf den Sofa sitzend nicht.

      • Wie wir da herauskommen?
        Der Iran macht es uns gerade vor.

      • Vor den Demos würde eine vernünftige Wahlentscheidung sicherlich auch schon helfen!

    • Ich fürchte, so einfach wird das nicht. Waren, die keiner haben will, kann man auch nicht für DM verkaufen.

  • Habeck, Von der Lynen und Bärbock unhd Co haben ganze Arbeit geleistet.
    Die haben Hunderttausende neue Jobs in China geschaffen.

    • Dafür werden sie fürstlich entlohnt…

  • Seit Jahrzehnten ist die CDU der Jobvernichter , Kohleindustrie , Stahlindustrie , Solarindustrie , Autoindustrie .
    Als Handlanger für den untergang des Landes die SPD , immer umverteilung von Leistungsträger zu Nicht´s machenden .

    Und beide zusammen fluten unser Land mit fremden und plündern damit die von uns aufgebauten Sozialkassen.

    • 100% Zustimung!
      (s. meinen Kommentar v. ebenfalls 14:50 Uhr)

  • Talsohle erreicht? Aus Bosch Sicht, bei weitem noch nicht.
    Das was Bosch richtig gut kann, braucht man nicht mehr.
    Beim Rest kann Bosch vielleicht mithalten, aber nur bei Fertigung außerhalb von Deutschland.
    Talsohle ist dann aus Bosch Sicht erreicht, wenn noch eine kleine Verwaltungseinheit übrig ist.

  • Indien liefert Rikschas.

  • Daran ist gar nichts schwer zu sagen. Da die Ursache in den politisch gesetzten Rahmenbedingungen liegt und die Politik sich weigert, diese zu verbessern, geht es weiter bis zum finalen Ende.

    Man wird dann sagen können, dass wir die Talsohle durchschritten haben, und zwar der Länge nach.

  • Wir sind immer noch Exportweltmeister.
    Momentan exportieren wir Arbeitsplätze.

  • Die zahlreichen Zuwendung Chinas und Russlands an die UN haben sich rentiert

    • Und bezahlt hat sie China aus den Milliarden Entwicklungshilfe aus Deutschland und deutschen EU-Milliarden.

  • Schwer zu sagen?
    So lange sich die europäische und insbesondere deutsche Wirtschaftspolitik nicht ändert, geht es unaufhaltsam weiter bergab, das ist sonnenklar!

  • Das war mal eine rhetorische Fragestellung in der Überschrift ! Natürlich ist die Talsohle erst erreicht, wenn der sozialistische LinksGrüne Wahnsinn alles vernichtet hat. Angepeiltes Ziel dürften etwa 15.000.000 Arbeitslose sein. Die Juntavorsitzenden Merz,Dobrindt und Klingbeil arbeiten mit Hochdruck an der Exekution. Wahrscheinlich sogar schon am neuen „Sondervermögen“ III von 500 Trillionen Euro, natürlich zur Belebung der Wirtschaft…

  • Hab mich vor sieben Jahren nach einem Fussballspiel des VfB Stuttgart in Hamburg mit einigen VfB-Fans gesetzteren Alters unterhalten, die sämtlich beim Daimler schafften und mit ihren 45-50 Jahren zur Dauerkrise ihres Arbeitgebers nur mit den Achseln zuckten. Könne man nix machen, man müsse ja eh nur noch etwas mehr als 10 Jahre bleiben bis man finanziell gut ausgestattet das Unternehmen verlassen könne usw. Mobilität, Freizügigkeit, Anti-Auto-Politik? Kein Thema. Den Leuten ist alles komplett egal.

  • Sehen sich die Belegschaften mit einem Determinismus konfrontiert, der Voraussetzungen hat, die kein Mensch erfüllen kann, sind private Unternehmen gezwungen, die Zahlungsunfähigkeit vor Gericht zu erklären bzw. umgehend Werke zu schließen. Angesichts dessen täte eine sogenannte „Setzung“ (D’Alessio et al., 2000: 11) längst Not, welche dem blanken Unfug endlich eine Abfuhr erteilt und damit zugleich der Verausgabung von Arbeitskraft einen Sinn verleiht. Allerdings sind vor allem die Gewerkschaften dazu nicht willens. Entschwände zusehends das „Leiden im Industriebetrieb“ (Kern et al., in: Soziale Welt 1/1988: 94), hätte es keine Berechtigung mehr, bessere Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen zu fordern. Insofern sind es allein die finanziellen Interessen der dort hauptamtlich tätigen Funktionäre, die dazu führen, dass Arbeitskämpfe auch künftig eine dadurch blinde Notwendigkeit bleiben und Warnstreiks zu Hunderttausenden wie jüngst etwa bei VW absurder nicht sein könnten.

  • Tja, die Politik von SPD/Grünen/Union mit seinem Wahlkreuz zu fördern und aktiv zu unterstützen erfordert nun einmal auch persönliche Opfer.

    Wie viele Deutsche leider angesichts dieser zerstörerischen Politik nun schmerzlich erfahren müssen, eventuell sogar die nackte Existenz.

    Wessen Mittel-oder-langfristiges Ziel es ist, zukünftig nicht mehr auf eigenen, freien Füßen zu stehen, sondern im Bürgergeld bzw. dessen umgetauften Nachfolger zu „landen,“ sollte im Wahljahr 2026 einfach seinen Kurs beibehalten. Mit den Altparteien, geht der Wunsch nach viel Freizeit und „sozialer“ Hängematte zu 100% in Erfüllung.

  • Bald nur noch Pferd und Wagen.

    • Bei den Chinesen bekommt man Flugautos für 255.000 €.

  • Xpeng plant den Börsengang seiner Flugautosparte. Die deutschen Autobauer sind sowas von abgehängt.

  • Ich warte immer noch auf Demos gegen diese Verursacher.
    Tägliche Demos, wie im Iran, bis aufgeräumt ist.

  • Transformation hin zu einem islamischen Armutskontinent.

    • Wie kommen solche Idioten nur in die Politik?
      Oder ist es etwa das dumme Volk, das sie wählt?

      • Das Volk weiß es nicht besser. Wenn die Regierung in ihren Nachrichten sagt, dass sie mit ihrem Geld alle und alles rettet und alle davon reich und glücklich werde, glaubt es das Volk, weil: Kommt ja in den Nachrichten. So wählt artig, was zu wählen gut gilt.

      • Claus, von beidem etwas.

        • Immerhin hat ca. 1/3 der Wähler lesen gelernt.

          2
  • Der antriebslose, lebensleere Malocher kapiert einfach nicht, dass es nicht das Ziel einer Ökonomie ist „Arbeit“ zu schaffen.

  • wir retten zumindest das Weltklima. Das kann sonst keiner ! Deswegen dürfen wir auch China,USA, Brasilien, Russland, und Indien und Afrika belehren wie sie es richtig zu machen haben, denn am deutschen Wesen wird die Welt genesen ….oder evtl. verwesen.

  • Hauptsache die Ökofuzzis haben ihren Willen bekommen und die *Alleskönner* der jetztigen Regierung sind auf beiden Augen genau so blind.
    Super – wie man ein Land so schnell zu Grunde richten kann.
    Wenn ich mir vorstelle, dass eine Stadt wie Stuttgart pleite ist – sagt doch vieles aus‼️☹️

  • „Schwer zu sagen“, ob die Talsohle erreicht ist…“ Das ist aber sehr vorsichtig ausgedrückt. Die letzte Koalition hat bereits ganze Arbeit geleistet und Reste aus dieser Koalition sitzen ja in der neuen – und machen einfach weiter.
    Entweder werden sie bestochen oder es wird ihnen gedroht, egal, das Ziel ist das Gleiche, die Reduzierung der Bevölkerung und das Zugrunderichten von Wirtschaft, Bildung und Infrastruktur.

  • diese politik wurde angekündigt, die grosse transformation (klingt wohl nicht zufällig nach mao…). alle, die das gewählt haben, sollten jetzt nicht jammern! wenn man die wirtschaft co2 neutral und „klimagerecht“ (was soll das überhaupt sein?) machen will, dann gibt es halt keine oder kaum noch eine wirtschaft. dann bleiben nur noch die atmenden menschen, aber da haben die bestimmt auch eine co2 neutrale lösung…während sich die ganze welt vom klimanarrativ abwendet und selbst die eu immer weniger davon spricht- krieg ist das neue klima- hält deutschland die klimafahne hoch und marschiert immer weiter in den wirtschaftlichen, sozialen und finanziellen untergang, dies aber mit dem guten gefühl der moralischen überlegenheit. diesmal gehen wir für die gute sache unter, die welt schaut zu und reibt sich die augen.

  • Die deutsche Bundesregierung ist nicht für die Deutschen da, sondern eher der verlängerte Arm der chinesischen KP.

    Klingbeil scheint dort Ehrenmitglied zu sein.

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