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Klimaideologie

Sachverständigenrat für Umweltfragen drängt auf Einführung einer Baustoffsteuer

Turmhohe Abgaben und ein kafkaeskes Regulierungsdesign lähmen die deutsche Bauwirtschaft. Doch anstatt den Sektor zu deregulieren und ein besseres Investorenumfeld zu schaffen, droht uns die nächste Klimastrafsteuer. Künftig sollen wichtige Baustoffe höher besteuert werden.

Politisch gewollte Eingriffe, steigende Kosten und neue Abgaben bremsen den Wohnungsbau (IMAGO/Sven Simon)

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Wenn man sich auf etwas in der Berliner Politik verlassen kann, dann sind es immer neue Debatten um Steuererhöhungen. Dass sich die Bundesregierung angesichts der Krise an den Tankstellen dazu durchringen konnte, die Mineralölsteuer temporär zu senken, bildet nur scheinbar eine Ausnahme von der Regel. Zur Gegenfinanzierung wird die Tabaksteuer erhöht, und diese Anhebung wird uns ganz sicher erhalten bleiben. Es handelt sich also um eine nur schlecht verborgene Steuererhöhung.

Vor allen Dingen ist die Bauwirtschaft im Zuge der Omnipräsenz der Klimaideologie ins Fadenkreuz der Regulierer geraten. Auf diesem Feld hat sich die Politik zu einem regelrechten Zerstörungsfaktor für die Angebotsseite entwickelt – der Bau liegt regelrecht brach im Land.

Dieser Befund gilt auf sämtlichen Entscheidungsebenen im Bund, in den Ländern und in den Kommunen – von der Raumordnungspolitik bis hin zur destruktiven Klimaregulierung im Bereich der Materialkosten und Baustoffe wird alles dafür getan, einen Boom am Bau bereits im Keim zu ersticken.

Es ist eine fatale Entwicklung aus gesellschaftspolitischer Perspektive, dass sich der deutsche Regulierungswahn ausgerechnet in der Bauwirtschaft austobt. Umso schwerer wiegt es, wenn auch noch der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) den Regulatoren zusätzlichen Wind unter die Flügel bläst und öffentlich die Einführung einer Baustoffsteuer fordert.

Als sei das Bauen in Deutschland nicht bereits teuer genug, fordern nun die Regierungsberater die Einführung einer Primärbaustoffabgabe auf Kies, Sand, Zement und andere neu gewonnene Rohstoffe. Die Idee dahinter: Diese Abgabe soll dazu beitragen, Recyclingmaterialien im Markt eine bessere Wettbewerbsposition zu verschaffen.

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Auf den ersten Blick klingt es zwar bestechend logisch. Im Zeitverlauf zeigen sich jedoch die verheerenden ökonomischen Folgen dieses Ansatzes, der wohl nur im Hinterzimmer eines Parteistrategen ausgeheckt worden sein kann.

Allerdings lehrt die lange Erfahrung mit der Klimainterventionspolitik, dass ökonomische Interventionen Sekundär- und Tertiäreffekte entfalten. Jedem Eingriff in den Marktmechanismus folgen weitere Interventionen – Runde für Runde verliert die Verwendung knapper Ressourcen an Effizienz, die relativen Preissignale werden durch den staatlichen Regulierer systematisch zerstört. Nicht umsonst sprechen wir in diesem Fall von Interventionsspiralen: Das, was sich nur unter Einsatz massiver Finanzhilfen gegen die eigentlichen Marktkräfte zu behaupten weiß, erfordert im Zeitverlauf einen immer höheren Einsatz.

In einem weiter gefassten gesellschaftlichen Kontext führt diese politische Ideologie zu einem regelrechten Verarmungsprogramm. Dies ist überall dort, wo sich deutsche Klimapolitik über längere Zeiträume manifestieren konnte, gut zu erkennen – die gesamtwirtschaftliche Produktivität stagniert oder fällt möglicherweise leicht, die Industrieproduktion wird verdrängt, die Städte veröden. Ökonomische Agonie übersetzt sich in eine zunehmende Desintegration des sozialen Lebens. Über die Wahrheit redet man im Land nur sehr ungern. Und die anhaltende Rezession hat nicht zuletzt in der brachliegenden Bauwirtschaft eine ihrer Wurzeln.

Im vergangenen Jahr wurden lediglich 235.000 neue Wohneinheiten fertiggestellt. Ziel der Bundesregierung ist der Bau von 400.000 Einheiten im Jahr. Diese toxische Gemengelage aus massiver Migration, Geldmengenexpansion und Überregulierung hat den Immobilienerwerb für klassische Mittelschichtsfamilien nahezu unerschwinglich gemacht. Echte Sozialpolitik müsste genau an diesen Stellschrauben drehen und die Gesellschaft auf ein ordnungspolitisches Fundament der Stabilität, Berechenbarkeit und marktwirtschaftlichen Ausrichtung setzen.

Das, was die Politik unter dem so medienwirksamen Schlagwort des Bauturbo zu vermarkten versuchte, ist kläglich gescheitert. Denn was nach Deregulierung klingt, Baugenehmigungen beschleunigen sowie Aufbauten auf bestehenden Gebäuden vereinfachen und beschleunigen soll, ist in Wahrheit der nächste Rohrkrepierer einer Politik, die in Wahrheit Ideologie, Kontrollfetisch und fiskalische Abzocke miteinander amalgamiert hat.

Hinzu kommen Mietpreisbremsen und der je nach Region bestehende Zwang zu Parallelinvestitionen in den sozialen Wohnungsbau. Die Politik leistet ausgerechnet im Bau das, was sie am besten kann: Knappheiten schaffen und Schwarzmärkte fördern.

Es ist nicht mehr zu übersehen: In den grün-sozialistischen Hochburgen der Bundesrepublik wie Berlin, Hamburg oder Bremen verkommt die Bausubstanz in atemberaubendem Tempo, Investorinnen werden mit System verdrängt, die Grundabgaben steigen – kein gutes Pflaster zum Immobilienerwerb.

Wohnraumknappheit in Deutschland ist das Resultat zahlreicher politischer Interventionen und der Vorstellung, Klimapolitik in das tiefe Wurzelwerk unserer Gesellschaft und in das Alltagsleben der Menschen vorzutreiben. Diese Politik spiegelt den Willen einer politischen Klasse, die auf Kontrolle setzt, statt auf Freiheit, auf Regulierung statt auf freie Marktprozesse.

Dass die andauernden Migrationswellen den deutschen Immobilienmarkt dabei regelrecht schockgefroren haben, spielt in der politischen Debatte ebenso wenig eine Rolle wie die Folgen der expansiven Geldpolitik, die aus Immobilien eine Art Fluchthafen für Kapital gemacht hat.

Spürbare Entspannung am deutschen Immobilienmarkt wird es erst dann geben, wenn sich der Regulator zurückgezogen hat, die Geldpolitik nicht mehr vor den Karren der europäischen Finanzminister gespannt wird und wenn es gelingt, ein Regime der Grenzkontrolle zu etablieren.

Die Anreizstruktur muss sich verändern. Das Kapital, das gegenwärtig in der Klimawirtschaft verbrannt wird, muss wieder über freie Märkte in die produktiven Bereiche unserer Wirtschaft strömen, was selbstverständlich auch den Bausektor mit einschließt.

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21 Kommentare

  • Es geht nicht um Lösungen oder Fortschritt, sondern um eine konsequente Zerstörung von Wohlstand und Lebensqualität.

  • Ein „Sachverständigenrat“ drängt auf Einführung einer Baustoffsteuer? Sitzen in diesem „Expertenrat“ auch Fratzscher und Theveßen (die größten Experten im Land)?
    Man schaffe sich nur einen Links-Grünen „Sachverständigenrat“ und schon findet man eine Begründung weitere Steuern zu erhöhen und Schulden aufzunehmen.

  • „Als sei das Bauen in Deutschland nicht bereits teuer genug, ….“

    Ist es inzwischen nicht einfacher, alles aufzuzählen, was in Deutschland noch „günstig“ ist ?
    Für den internationalen Vergleich müssten die Finger an zwei Hände reichen……

  • Yes! – Wir schaffen das!
    Knusper, knusper knäuschen, wir futtern unser Häuschen.

  • So genannte Lenkungssteuern werden von einer Vielzahl von Leuten regelmäßig beklatscht. Ob es um Zucker, um Alkohol, Tabak oder CO2 geht, stets finden sich viele, die den Griff des wuchernden Ausgabenstaates in die Taschen der Bürger prima finden. Noch immer glauben die Leute, daß es zu ihrem eigenen Besten ist, genau wie bei der dümmlichen Kinderschutzbehauptung, mit der die Meinungsäußerungen der Menschen durch Identitätsnachweis nach Belieben unterdrückt werden können. Beunruhigend ist im Grunde, daß es sich um ein weltweites Phänomen handelt, daß Regierungen sich zu unterdrückerischen Strukturen wandeln, die den Einzelnen direkt in die Zange nehmen.

  • Täglich gib uns neue Steuern!

  • Zustimmung eine erhöhte Besteuerung FÜR JEDES Bauprojekt von Asylunterkünften.

    D. ist und bleibt freiheitsfeindlich, familienfeindlich und eben GEGNER von Besitz würden manche sagen.
    Man hat eine vergleichsweise niedrige Eigentumsquote und wohnt abhängig zur Miete
    https://www.destatis.de/Europa/DE/Thema/Bevoelkerung-Arbeit-Soziales/Soziales-Lebensbedingungen/Mieteranteil.html

    Auch ist nicht NUR das Bauen, sondern die Instandsetzung/Wartung damit verteuert, sodass eben wie in der DDR ganze Städte verwahrlosen.

    Und wen verwundert es dann, das ein neues Gesetz, das dann staatliche Enteignung vorsieht
    https://www.n-tv.de/politik/Bauministerin-bringt-Enteignungen-von-Schrottimmobilien-ins-Spiel-id30481359.html

    Ist es auch ein Zufall das man eine neue Behörde „braucht“
    https://www.rnd.de/wirtschaft/staatliche-wohnungsbaugesellschaft-geht-das-X7BV4N4N6NBAPNRTOW665IQ3PQ.html

  • Wenn ich mir die Preiserhöhungen in der Bauw. Der letzten 3 Jahre anschaue, weiß ich sowieso nicht, wer da noch bauen kann. Aber sei es drum, nach der Industrie wird jetzt noch das Baugewerbe fertig gemacht. Liebe Rxperten, schaut euch mal die Arbeitsauslastung im BG an, viele Handwerker haben schon Mitarbeiter entlassen

  • „Ideologie, Kontrollfetisch und fiskalische Abzocke miteinander amalgamiert hat.“

    Besser kann man es nicht in Worte fassen.

  • Die haben den Schuss nicht gehört.
    5.000 EUR und mehr pro qm Neubau und
    17 EUR pro qm Kaltmiete wenn einer gewillt ist zu bauen.
    Und wegen Iran-Konflikt haben wir im Herbst ganz andere Probleme.

    • Und die monatlichen Nebenkosten werden wegen ständiger Verteuerung zweite Miete genannt.

    • Ist doch Super! – nur eine halbe Million für 100 qm.
      Dafür bauten wir früher dreistöckig je 100 qm.

  • D ist nicht mehr zu retten! Es wird alles, aber auch wirklich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann! Dies lässt nur den Schluss zu, dass es Absicht ist!

  • Au ja! Gebt uns noch eine Steuer! Und auf alles noch eine Mehrwertsteuer obendrauf! Und für, denen das immer noch nicht genug ist, am besten noch eine Dummensteuer!

  • Fritze Merz wird da bereitwillig mitmachen.

  • Als feste Druf, noch eine Steuer dann noch die MwSt oben druf, eh egal kann eh fast keiner mehr ein Haus bauen!! In Deutschland herrscht der Steuernwahnsinns Virus, denen fallen jeden Tag neue Kunst-Steuern ein!!

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