GMH Gruppe
„Produktionszeiten werden immer kleiner“: Vorreiterin des klimaneutralen Stahls klagt über schwankende Strompreise
Eine Unternehmerin für „grünen Stahl“ kritisiert die Folgen der Energiewende: Volatile Strompreise und Netzentgelte verkleinern die Produktionszeiten. Ein Vorhaben der Bundesnetzagentur könnte das Problem weiter verschärfen.
Das Stahlwerk Georgsmarienhütte der GMH Gruppe gilt als Vorreiter auf dem Weg zum „grünen Stahl“ – doch jetzt leidet es unter den Folgen der Klima- und Energiepolitik. Das Familienunternehmen in Niedersachsen produziert mit Elektroöfen Stahl aus Schrott und ist dadurch extrem abhängig von den deutschen Strompreisen. Im Podcast von Paul Ronzheimer schilderte Vorstandsmitglied Anne-Marie Großmann, welche gravierenden Folgen die Klima- und Energiepolitik inzwischen für die Produktion eines Industriebetriebs hat. Durch ein geplantes Vorhaben der Bundesnetzagentur könnte sich das Problem sogar noch verschärfen.
„Dieser Prozess, um aus altem Schrott neuen Stahl zu machen, der ist enorm stromintensiv“, sagte Großmann. Die GMH Gruppe brauche im Jahr rund eine Terawattstunde Strom – „ungefähr so viel wie eine mitteldeutsche Stadt“. Allein der größte Ofen in Georgsmarienhütte verbrauche „60 Prozent unseres gesamten Stromverbrauchs in der Unternehmensgruppe“.
Werbung
Wegen der hohen Investitionskosten müsse das Werk eigentlich „24 Stunden, 7 Tage die Woche“ produzieren, sagte Großmann. Doch genau diese kontinuierliche Auslastung gerät wegen der wirtschaftlichen Zumutungen der Energiewende zunehmend unter Druck. Der in der Stahlproduktion verwendete Elektrolichtbogenofen verbraucht große Strommengen – und deren Einsatz muss inzwischen immer stärker an Strompreise und Netzentgelte angepasst werden.
Wenn die Sonne scheint und viel Wind weht, fallen die Strompreise. Dann müsse das Unternehmen, so Großmann, „den Ofen anschmeißen und richtig viel Stahl produzieren“. Wenn jedoch, wie in den Wintermonaten, die Sonne nur wenig scheint und auch der Wind eher schwach weht, also bei einer „Dunkelflaute“, müsse die Produktion bisweilen eingestellt werden. „Dann ist der Strom sehr sehr teuer und dann gehen wir raus aus dem Netz“. Damit richtet sich die Auslastung der Produktion verstärkt nach dem Wetter.
Werbung
Die Folge ist ein extrem flexibilisierter Industriebetrieb: „Wir werden immer mehr da reingedrängt, nur zu bestimmten Zeiten zu produzieren“, warnt Großmann. Die Strompreise schwankten zuletzt binnen kurzer Zeit zwischen negativen Preisen und mehr als 400 Euro je Megawattstunde. Die Produktion müsse deshalb jeweils am Vortag anhand der Spotpreise neu geplant werden.
Lesen Sie auch:
Thüringer Maschinenbauer
Nächster Weltmarktführer am Ende: Industrieofenbauer ELIOG ist insolvent
Mit dem Thüringer Industrieofenspezialisten ELIOG ist der nächste deutsche Weltmarktführer in die Insolvenz gerutscht. Vor allem Energiekosten, Bürokratie sowie die Verwerfungen in der Automobilindustrie haben existenziellen Druck ausgeübt.Arbeitsmarktzahlen-Schock: „Die Substanz bricht rasend schnell weg“ – Thomas Kolbe im Interview
Deutschlands Arbeitsmarkt rutscht tiefer in die Krise: Allein im ersten Quartal gingen fast eine halbe Million Jobs verloren, selbst saisonbereinigt schrumpft die Beschäftigung weiter. Besonders hart trifft es Industrie und Bau – also den Kern der deutschen Wirtschaft.Hinzu kommt ein zweiter Mechanismus, der die Produktion weiter einschränkt: die sogenannte „atypische Netznutzung“. Dahinter steht ein finanzieller Anreiz über die Netzentgelte. Große Stromverbraucher können geringere Netzentgelte zahlen, wenn sie ihre höchste Last nicht in jene Zeiten legen, in denen das Netz ohnehin stark beansprucht wird. Das Unternehmen soll also gerade dann nicht produzieren, wenn Strom knapp und die Nachfrage hoch ist.
Neben den stark schwankenden Strompreisen kommen damit zusätzliche Zeitfenster hinzu, in denen sich der Produktionsbetrieb nicht mehr lohnt. „Das heißt, die Zeiten, in denen wir tatsächlich produzieren können, werden immer kleiner“, erklärte Großmann. Es könne „ja nicht die ursächliche Zielsetzung“ der Politik sein, „Unternehmen dazu zu bringen, nicht zu produzieren“.
Werbung
Zudem droht sich diese Logik in den kommenden Jahren noch weiter zu verschärfen. Unter dem Namen AgNeS arbeitet die Bundesnetzagentur derzeit an einer neuen Systematik für Stromnetzentgelte. Hintergrund ist, dass die bisherigen Regeln Ende 2028 auslaufen.
Aus den bisher veröffentlichten Details wird klar, dass sich energieintensive Industriebetriebe künftig noch stärker am Strompreis und der Netzbelastung orientieren müssen. Erste Pilotprojekte sind bereits angelaufen. Für ein Unternehmen wie die GMH Gruppe könnte das die bestehende Problematik weiter verschärfen.
Freund werden
Freund von Apollo News werden
So ist das, wenn man sich ins eigene Knie schiesst:
Man humpelt.
Klasse Kommentar👍
Damit ist alles gesagt!
Grüner Stahl ist und bleibt eine Schimäre und kann sich wirtschaftlich nicht tragen. Das kann sich jeder, der eine Grundbildung in Rechnen hat, selbst auf einem Blatt Papier ausrechnen.
Dass eine vorgebliche Unternehmerin erst jetzt darauf kommt, dass die Realität anders ist als Ideologie, ist bezeichnend für dieses Land. Anscheinend müssen alle erst auf die heiße Herdplatte fassen, bevor es auch der Letzte gelernt hat.
Man fragt sich, wie solche Leute immer wieder in eine Unternehmensführung kommen.
Jeder mit gesundem Menschenverstand weiß, dass eine Stahlproduktion, ja eigentlich jede Produktion in Deutschland nur rentabel ist, wenn sie 24/7 rund um die Uhr mit zuverlässigem und güstigem Strom läuft. Und dass sich für grünen Gutmenschen-Stahl niemand auf der Welt interessiert.
Wenn man sich die Industriekapitäne in Deutschland so anschaut, ist es offenbar um den gesunden Verstand nicht so gut bestellt.
„Man reiche mir die Tränenschale“ sagte einst Peter Ustinov, als er in einem Hollywood-Streifen den römischen Kaiser Nero mimte. Mein Mitleid hält sich in sehr engen Grenzen. Jetzt wird geerntet, was gesät wurde. Ich sage eine gute bis sehr gute Ernte voraus.
Es könne „ja nicht die ursächliche Zielsetzung“ der Politik sein, „Unternehmen dazu zu bringen, nicht zu produzieren“.
Ähm, doch, genau das! Wir retten das Weltklima. Und zwar nur wir!
Mir drängte sich bei dem Satz der Frau auch der Eindruck einer gewissen Naivität auf… 🙈
Wir produzieren nur noch Stahl, wenn der Wind weht.
Oder doch nicht?
Vor allem mit welchem Personal. Es werden bestimmt keine Mohammeds darunter sein. Etliche von denen arbeiten Freitags am großen Gebetstag sowieso nicht, auch wenn der Wind weht und die Sonne scheint.
Und die ungläubigen Christen arbeiten sonntags nicht.
Die Kosten und Folgen der Angstpolitik „Klimaapokalypse“
Bitte die Flexibilisierung auf CEOs und Büroleute ausdehnen,samt Anwesenheitspflicht im Betrieb!
Warum sollen nur die Mitarbeiter in der Produktion leiden???
Sozialistensprech!
Es gibt keinen klimaneutralen Stahl.
„Es gibt keinen klimaneutralen Stahl.“ Bricht jetzt die Panzerproduktion bei Rheinmetall ein ? das wäre ja gaanz fürchterlich 🤣😂🤣
Dazu sagt seinerzeit Vater Jürgen Großmann: „Die Kernenergie ist ein Fels in der Brandung“. Hätte man haben können.
Wirtschaftsleistung und verfehlte Klimapolitik passen halt nicht zusammen. Weiß man doch inzwischen.
„Es könne „ja nicht die ursächliche Zielsetzung“ der Politik sein, „Unternehmen dazu zu bringen, nicht zu produzieren“.“
Ich bin mir da nicht mehr so sicher.
Andere sagen das schon lange, aber so langsam glaube auch ich, daß die Damen und Herren Grünen (et al.) wirklich ganz bewußt Deutschland abwirtschaften wollten, weil ihnen nicht paßte, daß es etwas gab, worauf manche Leute „stolz“ waren. Ich kann es mir nicht anders erklären.
Mir persönlich ist eine Gießerei in Westsachsen (genauer möchte ich nicht werden) bekannt, die 2025 Geld vom Energieversorger bekam, wenn sie NICHT produzierte, und damit keinen Strom verbrauchte.
Die Grünen haben wirklich ganze Arbeit geleistet, und ich kann die Dummheit der Leute nicht Ansatzweise verstehen, die diese Partei noch wählt, damit die Grün:innen ihr zerstörerisches Werk fortsetzen können.
Daß die „Energiewende“ in einer globalisierten Welt den wirtschaftlichen Abgrund führt, muß doch, wenn nicht Habeck, dann doch seinen Mitarbeitern im Hintergrund klar gewesen sein.
Deutschland habe keine „Kultur“? Aber jede noch so kleine Ethnie habe eine, von der man auch nicht nur das geringste Merkmal irgendwie nachahmen dürfe, weil sie damit deren Kultur „aneigne“ – was böse sei?
Es sei unsere Aufgabe, Asylanten zu integrieren und uns, zumindest zum Teil, anzupassen? Wohlgemerkt: Es geht nicht um die Türken, Italiener und Spanier, die wir vor Jahrzehnten zum Arbeiten eingeladen haben, und selbst da könnte man diskutieren.
Seit Jahren werden wir mit Konzepten bombardiert, die völlig irre sind und alles mögliche wird uns als angebliches „Menschenrecht“ verkauft, das wir nicht verletzen dürften. „Kulturelle Aneigung“, „Deplatforming“, „demokratische Partei“ usw. Das sind alles aber keine Wörter und Begriffe, um die Welt besser zu verstehen, sie dienen einzig der Manipulation.
Die Klimaideologen haben der Wirtschaft den Pelz gewaschen und alle, auch die Wirtschaft, wundern sich jetzt, dass er nass ist.
Letztlich ist die Wirtschaft aber auch selbst daran schuld. Sie hätte die Macht und den Einfluss gehabt, sich diesen Plänen zu widersetzen. Schließlich saß man jahrelang bei allen möglichen Gesetzesentwürfen mit am Tisch der Regierung, besonders, wenn es um Vorteile für die Wirtschaft ging.
Man hätte wissen müssen, dass man mit Wind und Sonne keine kontinuierliche Produktion aufrecht erhalten kann.
Mir ist immer noch unbegreiflich, mit welch schlafwandlerischer Trance sich die Wirtschaft hat in diese Ideologie führen lassen. Sie haben jede Kampagne mitgemacht und geschwiegen.
Und jetzt lamentieren alle gemeinsam.
Wer die Gesetze der Marktwirtschaft zugunsten von Ideologien außer Kraft setzt, hat noch niemals wirtschaftlichen Erfolg gehabt.
Wer weiß, was man den Wirtschaftsbossen alles versprochen hat, wenn sie schön mitspielen.
Ich finde die Verwendung des Begriffes „klimaneutralen Stahl“ in diesem Zusammenhang unzutreffend.
Stahlerzeugung ist in der Regel ein zweistufiger Prozess, bestehend aus der Roheisenerzeugung im Hochofen und darauf folgend die Stahl Erzeugung durch verbrennen des Überschüssigen Kohlenstoffs im Stahlkonverter (LD-Konverter, Thomas-, Bessemerbirne auch Siemens-Martin- oder Puddelofen),
was die GMH allerdings macht ist lediglich Stahl umschmelzen,
für etwas anderes sind Elektroöfen nämlich gar nicht gedacht.
Woher die Elektrizität für dieses Umschmelzen kommt ist dabei egal, aber den umgeschmolzen Stahl danach als „klimaneutral“ zu bezeichnen hat für mich etwas von Etikettenschwindel.
mein Mitleid hält sich in Grenzen.
Gut, dass wir das Klima retten. War dieses Jahr bestimmt wieder der heißeste Mai seit 150.000 Jahren.
Das, was die Vorstands-Dame da in moderater Beschreibung zum Besten gibt, ist eine so niederschmetternde Aussicht für ihr Unternehmen, dass sie es eigentlich hinausschreien müsste. Sie dürfte, da die jetzige Energiepolitik ihrer ganzen Wirtschaftsbranche (und nicht nur dieser!) den Todesstoß versetzen wird, nicht nur mal nebenher ein Podcast-Interview geben, sondern müsste sich mit möglichst vielen Vorstandskollegen anderer betroffener Betriebe zusammenschließen und den dringend notwendigen Kampf gegen diese selbstmörderische Politik organisieren. Wenn nicht jetzt, wann denn? Und wo bleiben in diesem Land eigentlich die massiven Gewerkschaftsproteste gegen die anhaltende und weiter fortschreitende Arbeitsplatzvernichtung?
Aufgewacht? Es wird geliefert, was gewünscht / gewählt wurde. Habeck hat es doch so auch öffentlich verkündet.
Revolutionen fressen eben zu gerne ihre Kinder!
„Grüner Strom“ … Schon blöd, wenn „grün“ kein politisches Reinheitsgebot mehr ist, und zum Marketing missbraucht wird ….
Wie bestellt und gewählt so erhalten.
Da kann man doch bestimmt einen Rettungsschirm durch ein Sondervermögen auflegen.
Realsatire in Vollendung. Dafür sollte es Satire-Auszeichnungen hageln und zeigt, welch´ begnadete Manager in Führungsetagen sitzen, vergütet mit Millionengehälter und Boni.
Vorreiterin des klimaneutralen Stahls klagt über schwankende Strompreise !
Es war nie besonders Geschäftsförderlich außerordentlich Naiv und Leichtgläubig zu sein !
Die Subventionen von Bund-, Länder und Kommunen sowie die gute Moral waren sehr verlockend. Nach dem die alten Produktionsanlagen komplett ausgetauscht wurden fängt das große Gejammer an.
Konnte sie ja nicht wissen, dass im Winter die Sonne nicht scheint. Das muss ein völlig neuartiges Phänomen sein. Das hat sicher mit der jetzt abgesagten Klimaapokalypse zu tun. 🤣
Ursache und Wirkung. Dann muß sie eben produzieren wenn die Sonne scheint und der Wind weht.
Ich frage mich warum Firmenbosse der Politik hörig sind. Mit gesunden Menschenverstand und ein wenig Ahnung war der Niedergang der deutschen Industrie u.a mit dieser Energiepolitik vorauszusehen. Wahrscheinlich der Gedankengang nach mir die Sintflut und vorher die Kuh noch ordentlich melken und rausholen was geht auf Kosten der Steuerzahler….Denn Subventionen sind ja ordentlich gesprudelt.
Das war vorher schon klar. FAFO.