Neue Anführer, abtrünnige Einheiten, Revolution: Wie geht es jetzt im Iran weiter?
Irans langjähriger Diktator Ajatollah Chamenei ist tot – und hinterlässt ein Machtvakuum. Derweil berichten iranische Minister von Einheiten, die eigenständig gegen ihre Befehle agieren. Und US-Präsident Trump hofft auf eine Revolution. Ein Überblick.
Nachdem die Militärschläge Israels und der USA fast die gesamte Führung der islamischen Diktatur im Iran ausgeschaltet haben, herrscht im Mullah-Regime Chaos. Insbesondere der Tod des Obersten Führers Ajatollah Chamenei hat das Regime im Kern getroffen. Zugleich hofft der Westen auf eine säkulare Revolution in dem islamischen Gottesstaat.
Wie geht es jetzt also weiter? Die Rolle des ausgeschalteten Chamenei im Regime hat nun ein dreiköpfiges Gremium aus Präsident Masoud Peseschkian, dem Chef der Justiz, Gholamhossein Mohseni Edschehi, sowie Alireza Arafi aus dem Wächterrat übernommen. Herr der Lage im Land scheinen die drei jedoch nicht zu sein.
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So kommt es zu ersten Zerfallserscheinungen innerhalb des Regimeapparats. Zeitweise hat man die Kontrolle über Teile des Militärs verloren, wie Regierungsvertreter offen zugeben. Als Irans Außenminister Abbas Araghchi auf die iranischen Attacken gegen das eigentlich neutrale Emirat Oman angesprochen wurde, gestand er genau das ein.
Einige iranische Einheiten würden „unabhängig und etwas isoliert“ agieren: „Was im Oman geschah, war nicht unsere Entscheidung. Wir haben unsere Streitkräfte bereits angewiesen, bei der Wahl ihrer Ziele vorsichtig zu sein.“
Das hieße mit anderen Worten: Fanatische Akteure innerhalb der iranischen Streitkräfte schießen tatsächlich gegen Befehle von oben wild mit Raketen um sich. Ob er die Wahrheit sagt, ist dabei eine andere Sache. Aber allein ein solches verheerendes Eingeständnis des Kontrollverlusts über das eigene Militär zeigt, wie instabil das Regime ist.
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Währenddessen löste der Tod des Diktators Chamenei in Teilen des Irans spontanen Jubel aus. Das zeigen unzählige Amateuraufnahmen. Echte, großflächige Proteste oder Aufstände, die das Ende des Regimes markieren würden, blieben jedoch bislang aus.
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In seiner Rede zum Beginn des US-Einsatzes hatte US-Präsident Trump die Iraner zunächst darauf eingeschworen, während der Operation in ihren Häusern zu bleiben. Er sagte weiter: „Wenn wir fertig sind, übernehmen Sie Ihre Regierung. Sie wird Ihnen gehören. Dies wird wahrscheinlich Ihre einzige Chance für Generationen sein.“
Ob aber ein Umsturz oder Putsch gelingen könnte, ist völlig offen – insbesondere solange weiterhin massive Luftschläge auf Einrichtungen in iranischen Städten erfolgen. Klar ist: Das Mullah-Regime ist geschwächt wie nie zuvor und befindet sich in einer existenziellen Krise.
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Ein Volk lebt letztlich das, was es kollektiv hervorbringt. Eine Gesellschaft ist kein abstraktes Wesen, sie ist die Summe ihrer Entscheidungen, ihres Schweigens, ihres Mutes, ihrer Kompromisse. Geschichte entsteht nicht nur durch „Führer“, sondern durch Millionen alltäglicher Haltungen. Niemand von außen kann das wirklich korrigieren oder dauerhaft in eine gewisse Richtung lenken. Jede Einmischung verschiebt Kräfte, aber sie ersetzt nicht das Fundament.
Wenn im Zusammenhang mit dem Iran von „Befreiung“ gesprochen wird, frage ich mich, wer hier eigentlich wessen Geschichte schreiben will. Auch wenn manche Menschen ehrlich glauben mögen, man könne Freiheit exportieren, wissen strategische Planer sehr genau, dass es in geopolitischen Konflikten um Einfluss und Ressourcen geht. Ideale werden schnell zur Rhetorik.
Aber wirkliche Veränderung kann nicht oktroyiert werden. Sie wächst aus dem Inneren einer Gesellschaft. Und ob im Iran in naher Zukunft etwas gedeihen kann, bleibt fraglich.
Eine stringente und plausible Analyse. Was aber ist – um in Ihren Worten zu sprechen – das Fundament des iranischen Volkes? Viele hierzulande bewundern den Mut der vielen, die in der Vergangenheit unter Lebensgefahr demonstrierten. Dennoch gebe ich zu bedenken, dass ohne einen gewaltigen Rückhalt im Volk das Regime dort sich nicht hätte so lange halten können.
Hoffentlich klappt es… 🙏 Mit dem Regime Wechsel. Sonst bleiben die Mullahs eine Bedrohung für andere Länder.
Hoffentlich klappt es… 🙏 Mit dem Regime Wechsel
Ja genau, in den USA.
Wird höchste Zeit. Die MAGAs haben es nämlich satt, ständig belogen zu werden vom GröPaZ.
Was IDF und US Air Force vorführen, ist die Macht des totgesagten Westens. Diese dient dazu, den Iranern den Sturz des kopflosen Regimes zu ermöglichen. Moskau und Peking werden das nicht gerne sehen, denn auch sie werden vorgeführt.
Voller „Sorge“ erwarte ich nun die Verlautbarungen unseres Außenpolitik-Schaffenden Wadephul bezüglich der Lage im Iran und ob er jetzt endlich eine Dringlichkeit sieht, alle deutschen Staatsbürger Heim zu holen.
Es soll ja Straßen geben nach Saudi Arabien, über die man die in Dubai gestrandeten Deutschen heraus bringen kann.
Oder sorgt man sich im Berliner Außenministerium über den CO²-Ausstoß bei so einer Aktion?
Moin, seit Monaten wird über die Gefahr eines Krieges in der Region gesprochen. Ergebnis dessen es wird trotzdem in solche Krisengebiete gefahren. Aussiedler konnten Deutschland nicht schnell genug verlassen. Und jetzt soll der Steuerzahler die Rückreise bezahlen. Ich sage dumm gelaufen…….Man hätte mehr überlegen sollen was man tut.
Der Iran ist jetzt nicht nur geschwächt wie nie, er hat den Krieg längst verloren. Natürlich kann er noch weiter Schaden anrichten mit seinen Raketen. Da scheint er in etwa auf dem Level der Hisbollah. Und die verhält sich momentan nicht ohne Grund still, denn sie kennt die Konsequenzen.
Die Revolutionsgarden und Mullahs werden sich schon bald entscheiden müssen, ob sie weiterkämpfen oder flüchten wollen. Allerdings möchte man keinen einzigen von denen als „Flüchtling“ in Europa sehen.
Die USA und Israel können aus dem Vollen schöpfen, der Iran nicht. Ist das Pulver verschossen, ist das Ende des Iran eingeläutet. Die einzige Gefahr für die USA lauert im Innern. Früher galt: Befanden sich die USA im Krieg, standen alle hinter dem Präsidenten, auch der politische Gegner. Zumindest bis Kriegsende herrschte sozusagen Waffenstillstand an der politischen Heimatfront. Gegen Trump ist es anders. Da wetzen schon einige Senatoren der Demokraten die Messer gegen Trump und die Kritik aus den Reihen der Demokraten steigt. Das ist schon keine Nestbeschmutzung mehr, das ist vorbereitender Dolchstoß und gefährlich für die Einheit des Staates. Aber so sind nun mal Linke. Immer auf Vernichtungskurs.
„Nachdem die Militärschläge Israels und der USA fast die gesamte Führung der islamischen Diktatur im Iran ausgeschaltet haben, herrscht im Mullah-Regime Chaos“
Woran machen sie das fest?
Können wir noch irgendetwas glauben?
Irak 2003( und v.m …), False Flag Aktionen von allen Seiten, wirtschaftliche Interessen, gesteuerte Politiker, nicht zu vergessen unsere gestörten Kriegshetzer. Was sollten wir glauben und was können wir glauben? Mir schwirrt der Kopf.
Das schlimmste für mich ist, einer Sache anzuhängen, von der sich im nachhinein herausstellt, das wir von Anfang an nur verarscht wurden.