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Lage spitzt sich zu

Nachdem einige Schiffe die Durchfahrt wagten: Straße von Hormus wieder dicht – Verhandlungen verzögern sich

Wenige Tage vor Ablauf des Waffenstillstands sind die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA massiv ins Stocken geraten. Die iranische Führung sieht große Differenzen – jetzt wurde die Straße von Hormus kurz nach der Öffnung wieder geschlossen.

US-Marineeinheiten im Juli 2019 bei einem Einsatz in der Straße von Hormus (imago images/ZUMA Press)

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Im Ringen um ein mögliches Friedensabkommen im Krieg zwischen dem Iran und den USA deutet sich eine erneute Verhärtung der Fronten an. Wichtige Streitpunkte bleiben ungelöst, konkrete Termine für weitere Gespräche sind unklar – gleichzeitig spitzt sich die militärische Lage im Persischen Golf erneut zu.

Zwar hatte sich US-Präsident Donald Trump zuletzt optimistisch gezeigt und erklärt, eine Einigung könne vergleichsweise schnell erreicht werden. Doch aus Teheran kommen deutlich zurückhaltendere Signale. Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf betonte im iranischen Fernsehen, man habe zwar Fortschritte erzielt, doch es gebe weiterhin erhebliche Differenzen. Von einer „letzten Gesprächsrunde“ oder einem baldigen Abschluss sei man noch weit entfernt. Es gebe noch „viele Diskrepanzen, und einige grundlegende Punkte“ seien „nach wie vor offen“.

Auch aus dem Außenministerium heißt es, eine neue Verhandlungsrunde sei derzeit nicht absehbar. Der Iran sei „noch nicht zu einer neuen Runde direkter Verhandlungen bereit“, da die USA an zentralen Forderungen festhielten, die in Teheran als inakzeptabel gelten.

Zu den Streitpunkten zählen unter anderem Sanktionen sowie der Umgang mit dem iranischen Atomprogramm. Der Iran lehnt es weiterhin ab, angereichertes Uran an die USA zu übergeben oder sich zu einem Verzicht auf weitere Urananreicherung zu verpflichten, und spricht von „illegalen einseitigen Sanktionen“ sowie „wirtschaftlichem Terrorismus“.

Parallel zu den stockenden Verhandlungen hat sich die Lage in der strategisch wichtigen Straße von Hormus weiter verschärft. Die Meerenge, über die etwa ein Fünftel des globalen Ölhandels abgewickelt wird, wurde am Samstag erneut gesperrt – und ist inzwischen sogar von zwei Blockaden betroffen: durch den Iran selbst sowie durch Maßnahmen der USA.

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Nachdem Teheran zunächst angekündigt hatte, die Passage wieder für den Schiffsverkehr zu öffnen, wurde diese Entscheidung kurzfristig wieder zurückgenommen. Hintergrund ist nach iranischen Angaben die US-Blockade, die als Verstoß gegen die Waffenruhe gewertet wird. Ghalibaf bezeichnete das Vorgehen Washingtons als „töricht und ignorant“.

Die militärische Eskalation zeigt sich auch in konkreten Zwischenfällen. In den vergangenen Tagen wurden mehrere Angriffe auf Schiffe in der Meerenge gemeldet. So sollen zwei unter indischer Flagge fahrende Öltanker beschossen worden sein. Indien bestellte daraufhin den iranischen Botschafter ein.

Zudem wurde ein Einschlag in der Nähe eines TUI-Kreuzfahrtschiffs gemeldet. Wie die Hamburger Reederei am Samstagabend mitteilte, konnten zwei Kreuzfahrtschiffe die Straße von Hormus aber erfolgreich durchqueren. Auch ein Kreuzfahrtschiff der Reederei MSC konnte die Meerenge ohne Zwischenfall passieren. Die Lage gilt dennoch als äußerst angespannt. Die iranischen Revolutionsgarden verschärften die Drohkulisse zusätzlich: Jeder Versuch, die Straße von Hormus zu durchqueren, werde als „Kooperation mit dem Feind“ gewertet. Entsprechend drohten sie mit Angriffen auf „alle Schiffe“, die sich der Meerenge nähern.

Auch politisch schlägt Teheran zunehmend scharfe Töne an. Der Oberste Nationale Sicherheitsrat erklärte, man werde „nicht den geringsten Kompromiss“ eingehen und „mit all seiner Kraft die Interessen der iranischen Nation verteidigen“. Ghalibaf betonte zudem, der Iran habe den Konflikt „auf dem Schlachtfeld“ gewonnen und den Waffenstillstand nur unter Bedingungen akzeptiert, die den eigenen Forderungen entsprochen hätten.

Die erste Gesprächsrunde zwischen beiden Staaten, an der auch US-Vizepräsident JD Vance teilnahm, endete bereits ohne konkretes Ergebnis. Sie war das ranghöchste direkte Treffen zwischen beiden Ländern seit der Islamischen Revolution von 1979. Seither sind zwar neue Vorschläge aus Washington eingegangen, doch eine Annäherung ist bislang nicht in Sicht. Die Kluft zwischen beiden Seiten ist nach wie vor erheblich – eine schnelle Friedenslösung ist aktuell nicht in Sicht.

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29 Kommentare

  • Zur Erinnerung: die iranischen Raketen können weite Teile Europas erreichen, dazu hat sich das Regime in Teheran die Vernichtung Israels zum Ziel gesetzt.
    Es ist im europäischen und deutschen Interesse, daß der Iran keinen Zugriff auf Atomwaffen erhält, die USA und Israel sind hier zu unterstützen.

    • „die USA und Israel sind hier zu unterstützen.“
      Nö, bloß nicht.
      RTDE, 18.4.2026: „Russland hat sich bereit erklärt, das angereicherte Uran aus Iran zu verwahren.
      Präsident Wladimir Putin hat das Angebot sowohl gegenüber den Vereinigten Staaten als auch gegenüber den Staaten der Region gemacht.
      Am Freitag erklärte der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, dass die USA zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Interesse an dem Angebot zeigen.[…]“
      … sagt doch alles. Russland wenigstens ist sicher nicht auf das Material fuer eigene Waffen angewiesen und haette diesbezueglich als eine gute Option fuer die Lagerung gesehen werden koennen.

    • ABSOLUT RICHTIG!

      Leider wird diese Kommentarspalte aber von einigen wenigen rückgratslosen, linksfaschistischen, feigen, opportunistischen Ex-Blockwarten vollgemüllt.

      • Kommentare und Abstimmen nur noch für registrierte Nutzer, außerdem Trennen von Daumen hoch/Daumen runter.
        Wenn niemand auf einen Kommentar reagiert steht da null, aber wenn 50 Leute zustimmen und 50 dagegen sind, steht da auch null, obwohl es was völlig anderes ist.

    • Märchenstunde. die IRGC haben die Reichweite ihrer Raketen auf 2000 Km beschrönkt. Iran verteidigt sich lediglich, und hat auch das Recht dazu.
      Die Angriffe auf Diego Garcua waren eine false flag Aktion der Israelis.

  • Das ist alles Show. Der Iran versucht einen besseren Deal zu machen, schickt ein paar Fischerboote, die ein wenig in die Luft ballern. Die Strasse an sich ist frei, keine Minen, ansonsten wär kein Schiff durchgekommen. Aber die Versicherungen sind halt vorsichtig.
    Die Situation kann sich gar nicht viel verschärfen, den China braucht genauso eine frei Strasse. Sprich, der Iran ist unter Zeitdruck. Mir immer mehr Minenräumern und Kriegsschiffen, wird es immer schwerer an der Macht zu bleiben.
    Jetzt haben die Hardliner ein Zeichen gesetzt, wollen ihren Teil. Kann sein, dass wieder Raketen fliegen, oder das es morgen schon wieder vorbei ist. Abwarten.

  • Diese Verhandlungen sind eine Farce und sie waren es von Anfang an. Die US-Israel Koalition will einen Regime Change um jeden Preis. Das Atom-Gedöns ist nur vorgeschoben. An den muslimischen Atomwaffen in Pakistan, einem instabilen Staat, der im Dauerkonflikt mit seinem Nachbarn Indien liegt, stört sich auch niemand.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Pakistanisches_Atomprogramm

    Man will die Kontrolle über das iranische Öl, um den Dollar als Welt-Leitwährung zu erhalten und den Weltmacht-Konkurrenten China und Russland ein faules Ei ins Nest zu legen. Mit dem iranischen Öl, hat man ein Messer am Hals Chinas. Israel Ambitionen sind weniger global ausgerichtet. Sie wollen „nur“ ihr Territorium vergrößern. Dabei stört der Iran.

    Im Schatten dieser Fake-Verhandlungen, gehen die Kriegsvorbeitungen weiter.

    • In wiefern soll man dadurch den China kontrollieren? Sobald die Strasse offen ist, ist doch alles wie bisher. Und scheinbar will der Iran das ja nicht.

      • Wie erklärt man einem Blinden, was Farben sind?

        • ACHTUNG ACHTUNG!

          FREILAUFENDE ANTIFANTEN IN DER KOMMENTARSPALTE!

          -2
      • Das sehe ich auch so. Außerdem wurden chinesische Schiffe ja angeblich von USA durchgelassen und Russland hat selbst Öl.
        Pakistan droht Indien nicht mit Vernichtung und umgekehrt auch nicht. Der Konflikt dreht sich um die Region Kashmir. Kein Grund für den Einsatz von Atomwaffen. Auf 60% angereichertes Uran ist tatsächlich kurz vor der Bombe und ein Problem. Für zivile Zwecke braucht man unter 5%. Der Ausgang des Krieges und das iranische Öl ändern am Status des Dollar als Leitwährung gar nichts. Und Israel hat mit Iran keine gemeinsame Grenze und könnte somit sein Territorium auch durch die Annexion des Iran nicht vergrößern.
        Die Straße von Hormus öffnen, das Uran abgeben und der Krieg ist zu Ende.

    • „Das Atom-Gedöns ist nur vorgeschoben.“
      Ich will keine atomar bewaffneten Fanatiker, deren Raketen ja schon bis Europa reichen.
      Und der „große & der kleine Satan“ sehen sich sicher auch als Ziel solcher Waffen.
      Und wenn man sie nur an die Terror Proxies weiter gibt.

      • ROTFL!!! 😀

        So wie bei den Massenvernichtungswaffen des Irak, die uns, laut Tony Blair, in 45 Min erreichen können.

        • Nur weil damals gelogen wurde ist das noch lange kein Argument in Zukunft jedem zu vertrauen der Uran anreichert und mit Drohungen um sich schmeißt.

          1
        • @Direktive
          Irans Atomprogramm und die Anreicherung sind unbestritten.
          Selbst von den Iranern.
          Sie behaupten sie reichern nur für die Energiegewinnung an.
          Das können sie nur Leuten erzählen, die die Hose mit der Kneifzange zu machen. Sie scheinen offensichtlich dazu zu gehören.

          1
    • WENN DAS WAS DU DA SAGST STIMMEN WÜRDE WÄRE DAS RESTLOS SUPER!

  • Noch herrscht zwischen den BRD-Kadern noch zu viel Uneinigkeit, ob sie ihre Merzflugkörper gestartet oder ungestartet nach Teheran schicken sollen.

    • ACHTUNG ACHTUNG!

      FREILAUFENDE ANTIFANTEN IN DER KOMMENTARSPALTE!

  • Der Iran gräbt sich damit sein eigenes Grab. Die übrigen Golfstaaten, welche auf den Ölexport durch die Straße von Hormus angewiesen sind, werden sich für die Zukunft Alternativen überlegen und beim nächsten Konflikt wird das Schwert nicht mehr scharf sein! Bereits jetzt fließen gut 50% des saudischen Öls durch eine Pipeline zum roten Meer.

    • Die Golf-Fürsten haben ein schlimmeres Problem als den Westen mit Öl zu versorgen: ihre Untertanen mit Wasser und Brot.

  • Sollen sich die betroffenen Staaten gegen den Iran zur Wehr setzen.
    Also Asien, Europa, die Amerikaner sind schon vor Ort.

  • was gibts da zu verhandeln?
    USrahell soll endlich kapitulieren.

    • ACHTUNG ACHTUNG!

      FREILAUFENDE ANTIFANTEN IN DER KOMMENTARSPALTE!

  • Frech, zu was sich der Iraner erdreistet. Da wird die Meerenge aus purer persischer Unmenschlichkeit geschlossen, nur weil die USA und Israel vom Territorium ihrer monarchistischen Golf-Vasallen auf kosten der Weltbevölkerung einen Angriffskrieg gegen den Iran führen und iranische Häfen blockieren!

    • Der Iran hat mit seinen Proxies am 7 Oktober 2023 angegriffen.
      Die Huthis beschiessen zivile Schiffe seitdem im roten Meer.
      Die Straße von Hormus ist eine internationale Wasserstraße.
      Dadurch werden alle Länder der Welt angegriffen, die dort durch müssen.
      Zusätzlich zu den Angriffen auf die Nachbarn.
      Für den Iran wird es Zeit zu kapitulieren.

      • Hamas wurde von Israel finanziert und unterstützt. Dummkopf!

    • ACHTUNG ACHTUNG!

      FREILAUFENDE ANTIFANTEN IN DER KOMMENTARSPALTE!

  • Das Land wurde völkerrechtswidrig angegriffen und muss sich mit unserer Hilfe gegen den brutalen Agressor verteidigen können!

    • Warum müssen sich alle immer mit UNSERER Hilfe, UNSEREM Geld verteidigen können? Warum? WER sind wir?

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