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Letzte Ausfahrt Parteiverbot: Wie die CDU sich jetzt noch vor der AfD retten will

Dass bereits unmittelbar nach dem ersten von weiteren zu erwartenden Wahldebakeln der CDU die AfD-Verbotsdebatte parteiintern wieder an Fahrt aufnimmt, zeigt, dass ein AfD-Verbot in der Parteispitze als letzte Option betrachtet wird, um den eigenen Niedergang aufzuhalten.

Politisch in Bedrängnis: NRW-Ministerpräsident Wüst und Bundeskanzler Merz (IMAGO/Panama Pictures)

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Es sind dramatische Tage für die einst stolze Christlich-Demokratische Union. Nach dem desaströsen Abschneiden bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt dürfte auch dem letzten Christdemokraten klar geworden sein, dass der Partei das Wasser bis zum Hals steht. Für viele alteingesessene Parteigrößen dürfte das zugleich eine kaum zu unterschätzende narzisstische Kränkung bedeuten, aus der sich wiederum die Bereitschaft zu drastischen Maßnahmen begründen ließe.

Wer nach dem Wahldebakel vom Sonntag jedoch glaubt, die Parteiführung würde in absehbarer Zeit ihre abgrenzende Haltung zur AfD zugunsten einer nüchternen und pragmatischen Realpolitik aufgeben, dürfte danebenliegen. Wie die irrlichternde Bundestagsrede von Bundeskanzler Merz, in der er der AfD unterstellte, „ethnische Säuberungen“ zu planen, zeigt, hat die Brandmauer für die CDU noch lange nicht ausgedient.

Stattdessen lassen die ersten Wortmeldungen aus den Reihen der früheren und heutigen Parteielite wenig Gutes erwarten. So zeigt sich etwa der frühere hessische Ministerpräsident Roland Koch im Interview mit dem Focus inzwischen offen für die Idee eines AfD-Parteiverbots. Er sei früher stets dagegen gewesen, nun aber „hin- und hergerissen“. Zugleich äußerte Koch „großes Verständnis für diese Diskussion“ und erwartet, dass sie „auch so schnell nicht enden“ werde.

Zwar glaube Koch nach wie vor, dass die AfD politisch zu schlagen sei. Einen pragmatischen parlamentarischen Umgang mit ihr könne er sich dennoch kaum vorstellen. „Das christliche Menschenbild und der autochthone Deutsche von Herrn Höcke sind unvereinbar“, behauptet Koch. Als bestünde parlamentarische Zusammenarbeit nicht gerade darin, Kompromisse zu finden, behandelt Koch schon die Suche nach pragmatischen Lösungen mit der AfD als Verrat am eigenen Profil, das in Wirklichkeit längst nicht mehr existiert.

Dass Koch im Umgang mit der AfD derartige Maßstäbe anlegt, während die Union zugleich bereit ist, jeden noch so selbstverleugnenden Kompromiss mit SPD und Grünen mitzutragen, verleiht seinen Aussagen einen nahezu satirischen Charakter. Es ist daher nur konsequent, dass einem solchen Denken, das dem politischen Willen von fast 30 Prozent der Wähler keinerlei Legitimität zugesteht, am Ende nur noch ein mögliches AfD-Verbot als letzte Option bleibt.

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Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst sieht dies ähnlich und forderte bereits einen Tag nach der vernichtenden Wahlniederlage in Sachsen-Anhalt bei der Berliner Veranstaltung „Missverstehen Sie mich richtig“ die Einrichtung einer entsprechenden Bund-Länder-Arbeitsgruppe. „Es geht insgesamt um die Frage, wie der Staat verfassungsrechtlich mit einer Partei umgeht, die mindestens in einzelnen Bundesländern verfassungsfeindliche Ziele verfolgt“, erklärte Wüst.

Die Arbeitsgruppe soll aus Vertretern von Bund und Ländern, Mitarbeitern der Verfassungsschutzbehörden, Verfassungsrechtlern und weiteren Experten bestehen, die „ergebnisoffen“ über ein mögliches Parteiverbot sinnieren sollen. Es sei die Pflicht heutiger Politiker, „ein AfD-Verbotsverfahren anzustrengen, wenn die Voraussetzungen dafür da sind“, sagte Wüst bereits bei einem Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz im Mai, bei dem er sich für bedeutungsschwangere Fotos in nachdenklicher Pose ablichten ließ und damit Hohn und Spott erntete.

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Bundeskanzler Friedrich Merz hatte sich zu einem möglichen AfD-Verbotsverfahren bislang eher skeptisch geäußert. Doch auch er erklärte am Mittwochabend, bei aller Zurückhaltung könne man die Voraussetzungen für ein Verbot „gerne immer wieder auch prüfen“, auch wenn die verfassungsrechtlichen Hürden für ein solches Verbot hoch seien.

Dass diese Debatte bereits nach der ersten von zahlreichen weiteren zu erwartenden Wahlniederlagen der Union wieder aufflammt, obwohl die Erfolgsaussichten eines Verbotsverfahrens extrem gering sind, zeigt, dass die politische und strategische Ideenlosigkeit in der Partei eine der wenigen Konstanten zu sein scheint, die Merz’ Kanzlerschaft mit sich bringt.

Da Merz bereits in der Vergangenheit gezeigt hat, dass er zu sprunghaften Kurswechseln neigt und vermeintliche Überzeugungen bei Gelegenheit schnell über Bord wirft, ist zu erwarten, dass auch die absehbaren Wahlerfolge der AfD seine Haltung in dieser Frage noch einmal zuspitzen dürften. Da die Partei gerade erst anfängt, die Dimension ihres eigenen Niedergangs in vollem Umfang zu begreifen, ist anzunehmen, dass die unionsinterne Verbotsdebatte gerade erst an Fahrt aufnimmt.

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91 Kommentare

  • Mit einem Verbot würde die CDU einen Aufstand der Bürger riskieren. Die Demokratie wär dann definitiv vorbei!

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    • Sehe ich auch so ….

    • Es wird kein Verbot geben. Die Politik weiß es auch. Aber man hält das Thema am köcheln, weil es viele Bürger verunsichert oder Angst einjagt.

    • Ich halte ein Verbot der AfD nicht für unwahrscheinlich, denn das Verfassungsgericht wird seit Jahrzehnten nach Parteienproporz besetzt. Die Richter werden gemeinsam mit den Regierenden auf unsere Kosten üppig speisen und die Vorgehensweise besprechen. Das ist dann allerdings das Ende der Bundesrepublik Deutschland und ich werde alles tun, um dieses totalitäre Regime gewaltfrei zu torpedieren.

      • So isses. Merz und seine Kumpane wissen genau, dass das Verfahren scheitern würde. Gäbe es Anhaltspunkte für ein Verbot durch das BuVerfGericht, wäre das Verfahren schon längst eingeleitet.

    • Welcher Aufstand?
      Den bringen doch die anderen auf die Straße die sich längst formiert haben.

      Man hat den Aufstand während Corona gesehen. Am Anfang waren es vereinzelt 20, dann kurz mal tausend und dann ist die welle verebbt.
      So würde es wieder kommen. Dann setzt man das Verbot im ungemütlichen Winter durch und die Leute sagen sich: hauptsache wir haben eine warme Stube.

    • Deshalb die Aufrüstung der Bundeswehr. Vorbereitung zum Bürgerkrieg.
      Sie werden auf uns schießen.
      Wie es die Sozialisten immer tun.
      Stalinallee, Prag, Tiananmen…

      • Deshalb soll jetzt ein VW Werk Rüstungsgüter produzieren .
        Hatten wir Alles schon einmal.

      • Deshalb heute bundesweit Alarmübungen und gleichzeitig Warnungen vor Russland durch den Kriegsminister.

    • Welche Demokratie?

    • Ich frage mich, wann der Punkt wohl erreicht ist, an dem man mit Fug und Recht „Na endlich!“ sagen kann..

      • Welcher Punkt muss denn erreicht werden, wenn eine geklaute Wahl nicht genügt?

    • Der Nachbar: Ich habe da nicht so viel Hoffnung wie Sie: Nach aller Erfahrung kommt der lethargische Deutsche erst aus dem Sessel, wenn er ihm unter dem Po weg gezogen wird.

  • Wir verbieten die AfD. Dann werden die schon CDU wählen. Guter Plan.

    • Ja, hat der Fritz ausgearbeitet.

      • Antifa Lars und der wüste Genosse Wüst haben geholfen…

    • Die wollen doch wohl diese ganzen
      “ Deportationswähler “ nicht wieder zurück ?

    • Nun, vielleicht eine kleine historische Betrachtung:

      #1: Nachdem König Heinrich VIII. mit seiner Ehescheidung endgültig an Rom gescheitert war, kam sein „Kettenhund“ Thomas Cromwell auf die Idee der „Großen Transformation“: Man gründet einfach eine eigene Kirche und erklärt alle, die dem nicht sofort, spontan und frenetisch zustimmen zu „Verfassungsfeinden“.
      #2: Weil die Verfolgung der „Verfassungsfeinde“ teuer war, enteignete man zuerst die Klöster, verstaatlichte dann den Besitz der Opponenten (vor deren Hinrichtung), schließlich griff man in die Börsen der Bürger bis diese leer waren, um einen Geheimdienst ungekannten Ausmaßes zu schaffen, der sogar die Gedanken, Bemerkungen und Witze der Bevölkerung überwachte.
      #3: Abschließend zwang man durch Eidesleistung alle Bürger zu dem Bekenntnis, daß die „Große Transformation“ völlig „alternativlos“ war und man nun bedingungslos daran glauben müsse.

      Wie der alte Kohelet schon sagte: Nil novi sub sole!

    • CDU ist vorbei, die sollten sich damit abfinden. Merkel hat es eingeleitet, sollen die sich statt ein weiter so, bei ihr beschweren.

  • Jetzt wird auch noch der Roland Koch wieder ausgegraben. Bei der CDU sehe ich keine Möglichkeit der Erneuerung.

  • Die AfD hat zu viele Wähler, also verbieten wir sie einfach. Es darf doch nicht sein, das wir untergehen, so nach dem Motto.
    Es ist unglaublich was hier passiert!

    • Sonnenstrahl. Das sind die wahren Demokraten „Wenn Ihr uns nicht wählt, werden eben alle verboten, die Ihr wählen könntet“. Vorbilder hat man schließlich: Ab 1933 verboten die Nazis nach und nach alle anderen Parteien. Ab 14. Juli 1933 war dann die NSDAP die einzig noch erlaubte.

  • Ach, wie süß. Wenn die „staatstragende“ CDU inhaltlich komplett blankzieht und der Wähler wegläuft, hilft eben nur noch der Griff in die juristische Trickkiste. Ein Verbotsverfahren ist natürlich die absolute Krönung gelebter Demokratie. Wer braucht schon überzeugende Argumente oder politische Lösungen, wenn man den lästigen Konkurrenten einfach verbieten lassen kann? Schafft am besten gleich alle Wahlen ab, das schont Merz‘ Nerven ungemein.

    • Nicht zu vergessen die vom Sensibelchen der SPD.

    • Andreas Popp hat Recht. Er sprach bei gewissen Politikern von einer Negativ-Auslese.
      Je ausgeprägter die narzisstischen Charakterzüge, desto höher der Posten.
      Sieht man ja beim „Frühling“.

  • Der Ankläger hat Beweise zu erbringen, nicht der Beschuldigte!

  • Die angeblichen Demokraten demaskieren sich alle. Da der Verfassungsschutz, auch in den Ländern, dem Innenministerium unterstellt ist, dürften dessen Einstufungen mehr als fragwürdig sein. Eine Regierung, die auf diese Art und Weise versucht Opposition auszuschalten, delegitimiert sich selber.

    • Und DIE zeigen vorwurfsvoll mit Fingern auf Putin und Russland..
      Sollten vor der eigenen Tür kehren

  • Diese Regierung ZWINGT die Bürger zu einem Bürgerkrieg!

    • Ich vermute, die warten nur darauf.

    • Den hätten sie gern, wäre der einzige Weg ihrem Untergang zu entkommen. Zum Glück ist die Bevölkerung so sehr gehirngewaschen worden/verblödet das sie dazu gar nicht mehr in der Lage wäre.

      • … vielleicht mit: „Call of Duty – Modern Civil War“

  • Du kannst schlicht keine 40% Partei verbieten

  • Unfassbar was da geschieht. Wir leben in „Unsere Demokratie“. George Orwell.

  • Im Kontext, eine Kriegserklärung an den Bürger.
    Nun müsste es auch den ganz „Harten“ langsam dämmern.

  • Soso, die extremistischen Splitterparteien planen also eine demokratisch legitimierte Volkspartei zu verbieten. Interessant. Ist das schon agressiv und kämpferisch? Dann stünden wohl einige Parteienverbote im Raum. Am Ende entscheidet der Souverän und nicht Politiker oder Richter.

  • Wer sind denn nun die wirklichen Nazis?
    Doch diejenigen, die eine Opposition verboten haben. Oder wie?? Ich bin verwirrt!

    • Nazis sind sie nicht.
      Aber es sind Methoden von Faschisten.

  • Wenn die AFD verboten wird , wählen wir die Mafia😃

  • Merz und seine ererbte Kumpel-Elite aus der Merkel-Ära stehen mit dem Rücken zur Wand; selbst seinen bravsten Followern dürfte klar sein, Frau Weidel hatte recht mit ihrer Weissagung, mit dem linken Sammelsurium würde das nichts! Man sollte sich, genau wie es die Bürger getan haben, eine Alternative suchen; eine Alternative für die Merz und Co. nicht mehr infrage kommen!
    Wer die Linkswendung der Bundesrepublik Anfang der 70ger miterlebt hat weiß, dass sich gegen den Zeitgeist nichts bis überhaupt nichts ausrichten lässt ist; was ja auch von Merz richtig prognostiziert wurde – „Links ist vorbei.“ !

  • .. und wenn das am rechtsstaatlichen Residuum im BVerfG scheitert, hat „Unsere Regierung“ ja noch die Variante Weltkrieg in der Hinterhand.

  • Was sich die CDU alles geleistet hat, hätte längst für ein abgeschlossenes Verbotsverfahren DIESER Partei gereicht! Und genau diese Leute fordern ein Verfahren gegen die einzige Partei im Bundestag, die Deutschland nicht zerstören will!

    • Aber diese Partei hat mit ihren linken freunde die Gerichte dafür geschaffen.

  • Auch die Altdemokraten entblättern sich, zeigen ihre echten Motive. Bürger als Abnicker, Demokratie als Alibi. Wahlen als Show, bei dem das Ergebnis nur dann zählt, wenn es einem gefällt.

  • Evtl sollte die AfD dieses Idee sogar unterstützen. Die Klatsche und der Gesichtsverlust für die Alt-Parteien wäre unfassbar, wenn das BuVerfGericht ein Verbot ablehnt. Denn das Verfahren ginge mit Sicherheit zugunsten der AfD aus.

    • Bei der aktuellen Zusammensetzung des BVerfGerichtes, habe ich große Befürchtungen, dass ein Verbot durchkommen würde.

    • Was macht dich da so sicher?
      Die Gerichte die das entscheiden wurden von „Unsere Demokratie ™️“ zusammengesetzt.
      Es ist völlig abstrus, dass Kandidaten in Niedersachsen das passive Wahlrecht genommen wurde. Auch das wurde gerichtlich bestätigt.

      Also was macht dich so sicher?

  • Es gibt nur diesen einen Weg, damit die bisherigen AfD-Wähler reumütig wieder in den Schoß der sozialistischen Einheitspartei zurückkehren. Nach dem Verbot sagen die aktuellen Umfragewerte 98,8 % für die Partei Unseredemokratie (früher CDUSPDLINKEGRÜNE) voraus, bei einer Wahlbeteiligung von 99,8 %.

  • Was würden die anderen Parteien ohne ihren Boogeyman AfD denn machen, so blank wie sie inhaltlich inzwischen sind?

  • So wie unsere Politiker an ihren Stühlen kleben,sind sie keine masochisten.
    Das bedeutet: wenn ein Verbotsverfahren Aussicht auf Erfolg hätte, hätten sie es schon längst eingeleitet.

  • Das Vorgehen erinnert irgendwie an die Hexenprozesse: Haben Sie sich mit Herrn Höcke getroffen? Sind Sie mit ihm nachts bei Vollmond um den Blocksberg geritten? Haben Sie einen blauen Simson Besen? Gestehen Sie! Vielleicht können wir dann Ihre Seele retten für UNSERE Demokratie. Verbrannt wurde Leute, die den Mächtigen dieser Zeit im Wege waren ….handfeste Beweise waren nicht nötig. Die belastenden Aussagen wurden den Deliquenten von Inquisitoren in den Mund gelegt und die Deliquenten wurden eben solange gefoltert, bis sie gestanden. Eine Tradition der Kirchen, nebenbei gesagt, die teifelsaustreibung. Wie sagte neulich der Bischof?

  • Bisher hatte ich immer „Angst“ davor, dass die AfD umgehend und schnell in ReGIERungsämter kommt, weil mir völlig klar ist, dass einfach das Personal fehlt und zudem auch die Strukturen im Hintergrund der Behörden und Ministerien einfach zu durchsetzt sind von den bisherigen Parteien.

    Wenn ich mir allerdings diese unfähigen Personen und Personengruppen in SPD und Union ansehe, dann verfliegt diese Angst einfach! Denn dann sehe ich, dass diese beiden Parteien um keinen Deut besser sind und besser handeln können.
    Diese beiden Parteien sind am Ende. Sie können nichts mehr! Die pfeiffen aus dem letzten Loch und sind auch nicht mehr reformierbar.

    Es wird in Zukunft zwei neue „Machtblöcke“ im deutschen Parteiensystem geben. Die grünen Khmer und die AfD

  • Wenn man die beiden Typen sieht möchte man verzweifeln. Keiner von beiden sollten noch ein Staatsamt behalten.

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