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Krisenmodus droht: Gaspreis auf Dreijahreshoch – Speicher nur halb voll

Erdgas ist an den Märkten so teuer wie seit dem Ende der Energiekrise nicht mehr. Zugleich sind die deutschen Gasspeicher so schwach gefüllt wie in keinem Sommer der vergangenen Jahre. Die Lage ist prekär – im kommenden Winter droht der Krisenmodus.

Die Versorgungsunsicherheit in Deutschland bleibt hoch (Symbolbild) (IMAGO/diebildwerft)

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Die Preisanstiege beim Gas eskalieren, und parallel dazu ist der Füllstand der heimischen Speicheranlagen erschreckend niedrig – die Bundesrepublik steuert damit nicht nur auf einen teuren Winter zu, sondern auch auf einen Winter voller Ungewissheit. Steht eine Gasmangellage unmittelbar bevor?

Die Situation ist mehr als nur bedrückend. Am niederländischen Handelspunkt TTF, dem Referenzmarkt für europäisches Erdgas, kosten die Terminkontrakte derzeit rund 68 Euro je Megawattstunde (Stand: 27. August) und damit so viel wie zu keinem Zeitpunkt seit dem Ende der Energiekrise, genauer gesagt seit Januar 2023. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres (August 2025) waren es noch 31,56 Euro je Megawattstunde. Auch zum Jahreswechsel – am 31. Januar 2025 – war eine Megawattstunde noch für rund 28 Euro und damit für weniger als die Hälfte des aktuellen Preises zu haben.

Hintergrund hierfür ist nicht zuletzt die Eskalation des Iran-Konflikts, mit der die Schließung der Straße von Hormus einherging. Über die wichtige Meerenge im Persischen Golf laufen rund 20 Prozent der weltweiten Transporte von Flüssigerdgas (LNG) sowie Erdöl. Die Folgen sind Engpässe auf den globalen Märkten, die wiederum die Preise treiben.

Hinzu kommt ein weiterer Faktor, der die Preise befeuert: Europa muss seine Speicher für den Winter noch füllen – und das ausgiebig. Die EU-Gasspeicher waren am 24. August nur zu 62,99 Prozent gefüllt – ein im Vergleich zu vergangenen Jahren für Ende August sehr niedriger Wert. Gravierend ist die Lage vor allem in Deutschland.

Der Füllstand der heimischen Gasspeicher liegt aktuell bei rund 51,45 Prozent (Stand: 27. August 2026) und ist somit deutlich niedriger als in den Vorjahren zu diesem Zeitpunkt. Berichten der Allgäuer Zeitung zufolge waren die Speicher zum 1. September 2025 noch zu 70,65 Prozent gefüllt. Dass Deutschland in diesem Jahr so schlecht aufgestellt ist, liegt Kritikern zufolge neben der Hormus-Krise auch daran, dass Deutschland bei seinen Lieferpartnern unzureichend aufgestellt ist.

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Die Beendigung der Handelsbeziehungen zu Russland infolge des Überfalls auf die Ukraine hat sich schwer in der Bilanz niedergeschlagen. Das Putin-Regime deckte zeitweise mehr als 50 Prozent des deutschen Gasbedarfs – die Regierung hat es dabei nicht geschafft, einen wirtschaftlich adäquaten Ersatz für Russland zu finden.

Doch wie hängt das mit den steigenden Gaspreisen zusammen? Konkret: Der Markt bewertet die niedrigen Füllstände als geringeren Sicherheitspuffer vor dem Winter. Bei Kälte, Lieferausfällen oder hoher Nachfrage müsste Europa kurzfristig mehr LNG kaufen. Niedrige Füllstände treiben den TTF-Preis nicht automatisch nach oben, machen das europäische Gassystem jedoch verletzlicher. Der Markt preist deshalb bereits im Sommer eine höhere Wahrscheinlichkeit ein, dass im Winter sehr teures kurzfristiges Gas beschafft werden muss (mehr dazu hier).

Negativ wirken sich die gestiegenen Preise am TTF-Referenzmarkt zeitversetzt auch auf die privaten Verbraucher in Deutschland aus. Diese zeitliche Verzögerung ist durch die Einkaufsstrategie des jeweiligen Energieversorgers bedingt. Viele Anbieter sichern die benötigten Gasmengen bereits im Voraus am Terminmarkt ab. Insbesondere Grundversorger beschaffen einen Teil ihrer benötigten Mengen langfristig.

„Diese Preissteigerungen kommen zeitverzögert auch bei den Haushalten an“, erklärte der Energieexperte des Vergleichsportals Verivox, Thorsten Storck, in einer Stellungnahme – am schnellsten bei Neukunden, mit Verzögerung aber auch bei Bestandskunden.

Der durchschnittliche Haushaltspreis inklusive Steuern und Abgaben liegt laut dem Vergleichsportal Verivox im August 2026 bei rund 11,2 Cent pro Kilowattstunde. Das ist zwar weniger als infolge der Eskalation im Nahen Osten – im März 2026 lag der durchschnittliche Gaspreis für Haushaltskunden bei 13,4 Cent/kWh –, im Vergleich zum Jahresanfang jedoch deutlich höher. Laut Verivox lag der durchschnittliche Gaspreis bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh im Januar 2026 noch bei 9,93 Cent/kWh.

Um einzuordnen, wie stark die Gaspreise für deutsche Haushalte in den vergangenen Jahren tatsächlich gestiegen sind, lohnt sich ein Blick auf die Zeit vor der Eskalation der Energiekrise, genauer gesagt vor 2022. Im August 2021 etwa lag der durchschnittliche Gaspreis laut Verivox noch bei 6,29 Cent/kWh (Jahresverbrauch von 20.000 kWh).

Wie stark sich die höheren Großhandelspreise tatsächlich auf das Budget der Verbraucher auswirken könnten, hat der Energieversorger 1KOMMA5° anhand eines Beispielhaushalts untersucht. Daraus geht hervor, dass ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 18.000 kWh bei einem angenommenen Gaspreis von 9,62 Cent/kWh bislang rund 1.732 Euro pro Jahr zahlte.

Nach Angaben des Unternehmens entfallen etwa 40 bis 50 Prozent des Endkundenpreises auf die Beschaffungskosten für Gas. Unter der Annahme, dass alle übrigen Kosten, Abgaben sowie die Marge des Versorgers unverändert bleiben, könnte der gestiegene Großhandelspreis zu einem Neukundentarif von rund 14,02 Cent/kWh führen. Für den betrachteten Beispielhaushalt würden die jährlichen Gaskosten dadurch auf rund 2.524 Euro steigen. Das entspräche Mehrkosten von 792 Euro pro Jahr. Zu beachten ist jedoch, dass es sich dabei ausdrücklich um eine Modellrechnung und nicht um eine Prognose der tatsächlichen Gaspreise handelt.

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21 Kommentare

  • Krisen sind gut für alle Regierungen, weil sie sich dann noch mehr Kompetenzen aneignen können. Laut W. Schäuble sind Krisen „notwendige Katalysatoren“, um dringend gewünschte aber von der Bevölkerung abgelehnte „Reformen“ durchzudrücken.

    • Früher hatte man dafür einen Krieg angezettelt.

    • deshalb freut man sich auch ueber die irankrise.
      die verhilft dem e-auto zu ungeahnter popularitaet.

      nicht nur die gasversorgung ist im krisenmodus.

      auch der dieselmarkt kollabiert, und ueberlappt die gaskrise.

      **Unsere 12-Monats-Einschätzung ist, daß die Welt in einen synchronisierten Lebensmittel- und Energieknappheitszyklus eintritt. Die erste Übertragung ist Diesel in Fracht-, Landwirtschafts- und Industriekosten. Die zweite ist Erdgas in Ammoniak und Stickstoffdünger. Die dritte sind höhere Düngemittelpreise, reduzierte Ausbringung, höhere Betriebskosten in der Landwirtschaft und knappere Lebensmittelversorgung durch den Produktionszyklus 2026/27. Importabhängige Regionen und Volkswirtschaften mit begrenzter fiskalischer Kapazität werden zuerst und am härtesten getroffen.**

      https://uncutnews.ch/globaler-zusammenbruch-des-dieselmarktes/

  • Ich dachte mit der Erderhitzung (sic!) gibt es keine Winter mehr bei uns. So eine linke Internetseite hat mir mal versprochen, dass es hier in Süddeutschland bald Klima gibt, wie in Norditalien.
    Aber Spaß beiseite, es gibt ja Gas, das will unsere Demokratie aber nicht.
    Und: mit steigenden Gaspreisen steigen auch die Einnahmen der Regierung. Denn gar nicht heizen geht nun mal nicht.

  • Und dabei sollen Gaskraftwerke die Lösung für die Dunkelflaute sein😂. Wenn man als Minister russische Gaslieferungen cancelt und gleichzeitig unbedingt die letzten Atomkraftwerke abschalten will obwohl in Kürze auch die verbliebenen Kohlekraftwerke abgeschaltet werden sollen, dann sollte man als Verantwortlicher dafür zur Rechenschaft gezogen werden.

    • 1% Energie gleich 0,98% Wirtschaftsleistung wie sich das auf den Anstieg der Arbeitslosenquote auswirkt habe ich nicht errechnet aber die ist ja eh „Fake“. Ab 2030/32 dann Zuteilungswirtschaft also DDR natürlich digital gemanagt. Das nennt man dann wohl digitaler Neofeudalismus. So wird das Ende der Geschichte erstmal sein… Gewollt natürlich

  • Die Unternehmen schalten ab, kriegen Subventionen, treiben die Abwanderung weiter vor, und niemand wird frieren, erst die Kinder, denn das wird mit Schulden finanziert.

  • Was interessieren den Bürgergeldlern die Gaspreise? Zahlt doch das Amt…

  • Soviel zum Thema „Flachzangen“.
    Ist den Politikern der Bürger doch scheiß egal. Hauptsache man zahlt.
    Mir reichts mit den Idioten die mich ausbeuten.

  • Das ist egal. Hauptsache wir retten das Klima.
    Merz : das schaffen wir

  • Jede Preiserhöhung von Gas/Strom/Benzin/Diesel bringt dem Staat mehr Steuereinnahmen, durch die Mwst… Warum sollte man da eingreifen?

  • Es ist auch einfach nur strunzdumm, sich selbst die Versorgung mit günstigen Energieträgern zu verbieten. Einfach nur strunzdumm!!!

  • … wer ist der größte „Profiteur“, durch Pinocchio´s „Hilfe“? Etwas die Transatlantiker?

  • Dank Klimaerwärmung benötigen wir weniger Gas zum heizen! Wer Ironie findet, darf sie mir gerne erwidern.

  • Wir schaffen das und übrigens, links ist vorbei.

  • Gottseidank sind die Speicher nicht halbleer 🤡 Nun ist es an der Zeit, für die Zukunft eine frische Partei mit der Verwaltung unseres schönen Landes zu beauftragen. Die kommenden Wahlen bieten ausreichen Gelegenheit, die bisherigen Kartellparteien abzuwählen um in Zukunft wieder warme Füße zu bekommen.

  • Habe bereits im letzten Jahr eine Propangasstandheizung sowie Propangasheizstrahler angeschafft.

  • Oh mein Gott, bin ich froh, dass endlich Wochenende ist.

    „Oh nein, die nächste Krise droht, oh mein Gott, wir werden alle sterben, und wenn nicht, dann haben wir uns zumindest empört und sind dann gestorben. Oh nein!“

  • Ob sie sich wohl auch auf den Straßen festkleben, wenn ihnen zu kalt ist?

    • Weil, nicht wenn. Sorry, zu spät gesehen.

  • Falsch! Ich habe GESTERN für den 1.1.27 über Verivox einen Gasversorgerwechsel verglichen. Für 25.000kwh liegen die Preise in den günstigsten Fällen zwischen 13 und 14ct/kWh. Gleichwohl ist auffällig, daß die meisten Anbieter in dieser Preisspanne die monatlichen Grundpreise schlichtweg verdoppelt haben! Ohne Begründung. Zudem: In meiner letzten Jahresabrechnung waren die Netzkosten mit über deutlich über 50% der Gesamtsumme ausgewiesen! Eine Frechheit. Meine Überzeugung: Die Leute sollen in die Wärmepumpen getrieben werden. Sind zwar wegen der explodierenden Strompreise im Verbrauch noch teurer, aber ….die korrupten rotplusgrüngleichbraunen Parteibuchpolitverbrecher haben den Konzernen ja Versprechungen ohne Ende gemacht in Sachen „Energiewende“! Wieviel Steuergelder an Subventionen da wohl von Viessmann, Vaillant und Co. an Parteibuchpolitdarsteller zurück geflossen sind? Der ganze Laden „BRiDimVierten🇪🇺Reich“ ist in ALLEN Bereichen korrupt versifft bis in den letzten Winkel…

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