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Gesundheitsministerium

Krankenkassenreform: So spaltet die Bundesregierung die Versicherten in Zahler und Empfänger

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken präsentiert erste Reformschritte, um das Defizit der gesetzlichen Krankenversicherung zu reduzieren. Der deutsche Steuer- und Beitragszahler soll für die Krise in Haftung genommen werden.

Gesundheitsministerin Nina Warken (IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

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Der deutsche Wohlfahrtsstaat erlebt einen simultanen Dammbruch an allen Fronten. Sowohl in der Pflege als auch in der Rentenversicherung sind die Kassen klamm. Doch den größten Wassereinbruch erlebt der deutsche Sozialstaat in der gesetzlichen Krankenversicherung. Hier betrug das Defizit im vergangenen Jahr 6,2 Milliarden Euro. Und wie stets war es der deutsche Steuerzahler, der als „Lender of Last Resort“ über den Bundeshaushalt einsprang, um die Zeche zu zahlen.

Es besteht also tatsächlich enormer Reformbedarf. Die Bundesregierung von Kanzler Friedrich Merz nahm sich etwa ein Jahr Zeit, um in der vergangenen Woche schließlich in Person von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken von der Union ein erstes Reformpaket zu präsentieren.

Das, was Warkens Ministerium als großen Reformschritt preist, folgt der politischen Strategie der Bundesregierung: Die Kosten der Reformverweigerung und des wachsenden Staatsapparats werden auf Steuerzahler und die Mittelschicht abgewälzt. Dazu passt die Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze auf 69.750 Euro. Gutverdienern in der Wirtschaft wird noch tiefer in die Tasche gegriffen. Leistung lohnt sich in Deutschland immer weniger. Zudem sollen die Arbeitgeber zu einer höheren Abgabe an die Krankenversicherung im Bereich der Minijobs verpflichtet werden. 

Warken selbst bezeichnet den Reformentwurf als ausgewogen und sozialverträglich, räumte allerdings erheblichen Gesprächsbedarf ein, vor allem im Bereich der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern. An eine grundsätzliche Reform des Verwaltungsapparats der über 93 gesetzlichen Krankenkassen wagt sich niemand heran, was bedeutet, dass die Beitragssätze weiter anziehen und die Leistungskataloge für die Versicherten schrittweise eingedampft werden. Allerdings befindet sich der sozialpolitische Sprengstoff ganz woanders.

Da wäre zum einen der Wegfall der Mitversicherung von nicht erwerbstätigen Ehepartnern. Genau an dieser Schnittstelle zwischen Familienpolitik und Sozialpolitik entfaltet Warkens Reformwerk sein maximales spalterisches Potenzial.

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Grundsätzlich soll die Möglichkeit, nicht erwerbstätige Familienmitglieder gesetzlich mitzuversichern, entfallen. Eine Ausnahme bilden jedoch die von türkischen Gastarbeitern abgeschlossenen Versicherungsverträge der gesetzlichen Krankenversicherung. Ihnen gewährte der Staat im Sozialversicherungsabkommen von 1964 einen besonderen Schutz für die daheimgebliebenen Angehörigen. Diese Regelung wurde 2019 durch die Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel noch einmal bestätigt und soll trotz der geplanten Reformen fortbestehen (mehr dazu hier).

Der Gesetzgeber unterscheidet künftig nach Herkunft – deutsche Ehegemeinschaften sollen das Privileg der Mitversicherung in der GKV verlieren, türkische Gastarbeiterfamilien dürfen weiter auf diesen Vorteil vertrauen. Was zählt schon das Vertrauen der deutschen Steuerzahler und der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in ihr Staatswesen? Sie vertrauen einem Staat, der in ihnen nichts anderes mehr sieht als einen Steinbruch, dem man beliebiges Material entnehmen kann.

Der Versicherungsgedanke und das Leistungsprinzip wurden durch staatliche Willkür und Ideologie ersetzt. So treibt man einen Keil in die Gesellschaft und macht noch einmal deutlich, wo die Präferenzen der gegenwärtigen Politik liegen: Es sind nicht die Interessen der Deutschen, so viel sei schon einmal angedeutet.

Ähnliche Regelungen wie für die türkischen Gastarbeiter gelten auch für jene aus Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Serbien und Nordmazedonien. Die bestehenden Abkommen sichern Ehepartnern, Kindern und in bestimmten Fällen auch Eltern die beitragsfreie Mitversicherung, sofern der Arbeitnehmer in Deutschland sozialversicherungspflichtig ist. Die Leistungserstattung erfolgt über die deutschen Kassen an die jeweiligen Träger im Ausland.

Als böte dieser Problemkreis nicht bereits ausreichend Problempotenzial, setzt sich das politische Desaster der Gesundheitspolitik im Bereich des Bürgergeldes konsequent fort. Über die Hälfte des Bürgergeldes – im vergangenen Jahr ein Haushaltsposten von 57 Milliarden Euro – wird an ausländische Empfänger ausgezahlt. Die Steuerung des Bürgergeldes erfolgt über den Bundeshaushalt, und dies sollte ebenfalls für die Gesundheitskosten des Personenkreises gelten, der aufgrund seines Aufenthaltsstatus nicht dem Versicherungsprinzip der deutschen Sozialversicherung zuzurechnen ist.

Die Kosten für diesen Personenkreis belaufen sich nach Angaben der GKV auf etwa 12 Milliarden Euro im Jahr, von denen etwa zwei Drittel die Beitragszahler der Krankenkassen zu stemmen haben. Was wir hier erleben, ist eine altbekannte politische Kamouflage: Die Folgen der Ideologie der offenen Grenzen werden im Labyrinth des deutschen Sozialwesens und seiner Haushaltssystematik wissentlich verschleiert.

Es passt ins Bild, dass ausgerechnet die Union diese antibürgerliche und spalterische Reform präsentiert. Der geplante Griff in die Kasse der Mittelschicht ist schamlos. Es ist eine traurige Volte der Geschichte: Die Union, einst als bürgerliche deutsche Partei gestartet, taumelt inzwischen als öko-sozialistische Multikulti-Truppe der Bedeutungslosigkeit entgegen – Hand in Hand mit der bürgerlichen Mitte, die sie einst trug.

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75 Kommentare

  • Hauptsache die Ängehörigen in der Türkei sind weiterhin über die Familienversicherung mitkrankenversichert und die Ehepartner der deutschen Versicherten nicht mehr….

    • Die Diskrepanz zwischen sehr hohen Ausgaben und vergleichsweise niedriger Lebenserwartung in Europa muss ja irgendwo ihre Begründung finden.
      Es wird halt das Geld der Versicherten für etwas ausgegeben, was nicht unserer Gesundheit dient.

    • Sind ja nicht nur „die Türken“…..

      • Was mich mal wirklich interessieren würde, gilt dies nur für Arbeitnehmer (leben von eigener Hände Arbeit), oder sogar für in der Türkei lebende Angehörige, die in D über Bürgergeld krankenversichert sind (D ist so verrückt, ich könnte mir das vorstellen)…

        • @ Mirabelle
          …wow…

          6
    • Den deutschen pass kriegt man ja nachgeschmissen. Kann ich mich so einfach auch in der Türkei einbürgern lassen um die Zeche abzugreifen. Dann bin ich ab heute Türke.

      • Um dann als Gastarbeiter nach Deutschland zu kommen. Perfekt!

  • In Frankreich wäre bei solchen Meldungen der Teufel los.

    • Scheint sich niemand betroffen zu fühlen, auf den Straßen ist es jedenfalls ruhig….

    • Vier Kinder groß gezogen. Alle vier zahlen bereits in die GKV ein. Jetzt zur Strafe däfür soll die Erzieherin nicht mehr Familienversichert sein?????? Berlin muss brennen. Nur noch AFD

    • Ach ja? In Frankreich regiert aber immer noch die WEF-Marionette Macron.

  • Da wollte der Merz doch die AFD halbieren.
    Mit seiner Politik hat er sie nicht nur verdoppelt, sondern bringt sie an die Macht.
    Hatte ich bei Scholz noch gedacht, schlimmer geht nicht, hat mich Herr Merz eines besseren belehrt.

  • Die Hoffnung ist blau. Wer jetzt noch Altparteien wählt, dem ist nicht zu helfen.

    • Aber die AfD ist doch an all dieser Misere Schuld?
      Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

    • ………der Erfinder des Schnellkochtopfs wendet sich mit Grausen von diesem Kommentar ab.

      -13
  • Das gilt alles nicht für Beamte

    • Beamte zahlen schon immer Beiträge für den mitversicherten Ehegatten und auch für jedes Kind.
      Sie waren schlau, kein Beamter werden zu wollen.

      • Stimmt schon, das die Beamten für Mitversicherung von Partnern und Kindern extra zahlen.
        Allerdings habe ich den Eindruck, dass trotzdem ziemlich viele, wenn nicht sogar alle Beamten, bei einem solch horrenden Nachteil quasi sehenden Auges in ihr „finanzielles Unglück“ rennen 🙂 🙂 🙂

        • Beamte werden von den Steuerzahlern bezahlt, die müssen nichts selbst bezahlen ☝️

          0
    • Wow, welch ein Blitzmerker !

      Es geht im Artikel um eine Krankenkassenreform………….

      -15
  • Vor allem sollen jetzt die Krankenkassen für Bürgergeld Empfänger vom Staat bezahlt werden.. also doch weiterhin vom Steuerzahler. 😉

    • Ich glaube nicht dass das so kommt. Denn dann müssten auf diesem Umweg ja auch die Privatversicherten bezahlen.

  • Meines Wissens gilt die „Familienversicherung“ auch für die Personen, die aus Nordafrika stammen, also aus Marokko, Algerien, Tunesien usw.

    • Selbstverständlich! Das sind Gast – Facharbeiter.

  • Besserverdienende sind gleich von 2 Seiten das Ziel- einmal über die sog. Reichensteuer, und jetzt über die KV. Reallohnverlust 10% (mindestens). Spd Politik pur. Ob Merz davon irgendwas registriert, oder ist das alles der AfD geschuldet?

    • Wenn Klingonenbeil sagt, dass die AFD Schuld hat schluckt er es ungefragt.

  • Wenn das so kommt gehe ich auf die Straße , jetzt ist Schluss.

    • Wenn die Bürger auf die Straße gehen um ihr verlorenes Leben einzufordern, wird die Armee ausrücken. Siehe Corona

      • Dann haben die plötzlich auch wieder Wasserwerfer und nehmen ihren Job ernst: Tausende Verhaftungen.

  • Hauptsache die, die hier nichts einzahlen, sind vollumfänglich berechtig, alle Leistungen zu bekommen und sogar Zahnersatz kostenlos. Dazu die Leistungen fürs Ausland, für Angehörige und Kinder, die es oft gar nicht gibt. Wo soll da eine Gerechtigkeit sein? Wir zahlen für alles und jeden der nichts zahlt.

  • Das bringt erstens Klarheit über die Prioritäten dieser Regierung und zweitens den verdienten Absturz der Union auf unter 20 Prozent.

  • Es werden also bestimmte Ehtnien ausgeklammert, womit ja der Tatbestand des Rassismus erfüllt ist. Dazu kommt die Ausklammerung der Beamten, wodurch der Tatbestand der Diskriminierung erfüllt ist. Dann schauen wir noch in Richtung GG für die BRD Artikel 3. Die gewählte Regierung begeht also Straftaten zur Finanzierung von ihr begangener Fehler und ideologischer Wünsche.

    • Wenn man die Regierung mal gründlich auseinanderfleddern würde, würden da einige Strafbestände zusammen kommen. Zum Beispiel Zweckentfremdung des Sondervermögens.

  • Ein weiterer Grund so schnell wie möglich in Frührente zu gehen und die Koffer zu packen. Landhaus in Andalusien ist schon gekauft

  • Ideologie in Reinform, fernab jeglicher Realität!
    Müssen wir jetzt damit rechnen, dass die Familienangehörigen in der Türkei auch demnächst hier in der BRD Wahlrecht bekommen, oder berücksichtigt die Bundesregierung deren Interessen ohnehin von selbst?

  • Seit Jahrtausenden übertragen Gesellschaften ihre Eigenverantwortung an vermeintlich wohlwollende Eliten, z.B. Gurus, Kirchen, Staat, … und beklagen anschließend wie Kleinkinder, wenn der Weihnachtsmann (wohlwollende Elite) eigennützig handelt, z.B. Macht ungerecht ausübt.

    Die Sehnsucht nach einer wohlwollenden Elite ist die Ursache und nicht die Folge, wenn beklagt wird, warum die Elite die Sehnsucht nicht erfüllt, z.B. Macht ungerecht ausübt.

    Die aktuelle Epoche Aufklärung kann die Sehnsucht nach einem Weihnachtsmann nicht abbauen, denn der Verstand führt nicht zur Vernunft – Myside Bias.

  • Tja, ich sage nur: Mit dem Unionswähler kann man es halt machen. Das hat schon was von politischem Koma, dabei zuzusehen, wie deutsche Ehepartner aus der Versicherung fliegen und Türken weiter drin bleiben. Da munter weiter Migranten in den Sozialstaat strömen, sind diese Einschnitte nur der Anfang.

  • Viel Spaß bei der „Halbierung“ der AfD Wahlergebnisse. Mit einer solchen Politik wird das gaaanz sicher ein Erfolg……… Die Hoffung stirbt zuletzt oder ?

  • Es ist inzwischen eine bodenlose Frech- und Verkommenheit, was sich diese Bundesregierung alles erlaubt. DENEN, die für ALLES aufkommen und bezahlen sollen (Steuerzahler), sollen Leistungen gestrichen werden, während denen, die NIE auch nur irgendetwas geleistet oder eingezahlt haben, ALLES weiterhin vergütet bekommen, selbst dann, wenn sie straffällig oder noch nicht einmal aufenthaltsberechtigt sind !!!!!

    • Und wieviele von denen sind nicht eingebürgert oder besitzen die deutsche Staatsbürgerschaft? Die haben KEIN RECHT AUF BÜRGERGELD UND KRANKENKASSE! Nur auf Flüchtlingsgeld und Notversorgung. Wenn es hier denn mal rechtmäßig nach Asylgesetz gehen würde!
      Aber das würde den Bürger entlasten und kommt für eine Regierung, die ihre eigenen Leute so abgrundtief hassen muss, dass sie auf: zum Wohle des deutschen Volkes 💩, nicht in Frage. Und, oh mein Gott, dann würden die Linken und Grünen auf der Straße durchdrehen, und Bas ausrasten weswegen der sensible Lars dann wieder Migräne oder so was bekommt. Lieber weiter: zu Lasten des deutschen Volkes!

  • Diese Auslandsregierung scheint inzwischen selbst Versicherungsbeitrãge mit „Steuergeld“ zu verwechseln!

  • Diese Entwicklung war vorhersehbar. Gut, für die treuen Konsumenten des ÖR nicht, für den Rest schon.

  • „Als böte dieser Problemkreis nicht bereits ausreichend Problempotenzial, setzt sich das politische Desaster der Gesundheitspolitik im Bereich des Bürgergeldes konsequent fort.“

    Das hier könnte man durchaus mal einer strafrechtlichen Prüfung im Hinblick auf § 130 StGB unterziehen.

    Das hier ist starker Tobak.

    • 👍👌

  • Also irgendwie klingt das danach das der zumeist Bio Deutsche nur arbeiten, keine Familie Gründen und dann beim Renteneintritt Verhungern soll.

    Während andere Rundum versorgt werden, die nie eingezahlt haben ist schon merkwürdige Einstellung.

    Kann man das als weiteren Beweis für die Verschwörung vom Bevölkerungsaustasuch gelten? Der immer belächelt wird

    • So sieht es aus!

  • Deutsche Manager können nur entlassen. Deutsche Regierungen können nur Steuern und Beiträge erhöhen.
    Beide Gruppen sind ihr Geld nicht wert.

  • Die Abgabenzahler sind nur noch Leibeigene von Verwaltungsapparat und Bürgergeldempfängern, rette sich wer kann 🌎

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