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Matthias Jendricke

SPD-Landrat rechnet mit Bürgergeld ab: Es wurde „zu viel Drückebergertum herangezüchtet“

Der SPD-Landrat Matthias Jendricke sieht das Bürgergeld kritisch. Es habe „zu viel Drückebergertum herangezüchtet“, sagte er. Bürgergeldbezieher wurden deshalb von Mitarbeitern des Landratsamtes besucht.

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Nordhausens Landrat Matthias Jendricke (SPD) verteidigt sein Modellprojekt für junge Bürgergeld-Empfänger. (Marco Kneise)

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Der Nordhäuser Landrat Matthias Jendricke hat das Bürgergeld scharf kritisiert. „Mit dem Bürgergeld wurde zu viel Drückebergertum herangezüchtet“, sagte der SPD-Politiker dem Tagesspiegel. Viele Leistungsempfänger hätten nach seiner Einschätzung darauf vertraut, dass ihnen bei fehlender Mitwirkung höchstens ein geringer Teil ihrer Leistungen gekürzt werde. Jendricke sagte: „Die Leute hatten oft das Gefühl: Mehr als zehn Prozent kürzen die mir eh nicht, und diese zehn Prozent gibt mir Oma wieder obendrauf.“

Jendricke ist seit 2015 Landrat des thüringischen Kreises Nordhausen. Im November vergangenen Jahres hatte er gemeinsam mit dem örtlichen Jobcenter und dem Verein Horizont ein Modellprojekt für junge Arbeitslose gestartet. Zielgruppe sind Bürgergeldempfänger unter 25 Jahren, die keine abgeschlossene Ausbildung haben und bislang nicht in Arbeit vermittelt werden konnten. Formal handelt es sich nicht um eine neu geschaffene kommunale Arbeitspflicht, sondern um Arbeitsgelegenheiten nach Paragraf 16d des Zweiten Sozialgesetzbuchs – sogenannte Ein-Euro-Jobs.

Die Teilnehmer arbeiten in Werkstätten des Vereins Horizont. Sie reparieren unter anderem Bänke auf Spielplätzen oder Hütten für Weihnachtsmärkte. Das Jobcenter soll sie parallel dabei unterstützen, einen Ausbildungsplatz, ein Praktikum oder eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu finden.

Vor dem Start des Projekts hatte das Jobcenter nach Angaben Jendrickes 60 junge Menschen zu Beratungsgesprächen eingeladen. Nur 27 erschienen. Für die erste Runde wurden anschließend 30 Teilnehmer ausgewählt. Am ersten Arbeitstag kamen lediglich acht von ihnen in die Werkstatt.

Der Landkreis setzte daraufhin seinen Vollzugsdienst ein. Mitarbeiter des Landratsamtes besuchen gemeinsam mit Sozialarbeitern die Wohnungen von Teilnehmern, die unentschuldigt fehlen. Wer sich überzeugen lässt, wird direkt zur Werkstatt gebracht. Körperlich zur Arbeit gezwungen wird niemand. Wer nicht mitkommen will, wird dem Jobcenter gemeldet. Dort wird geprüft, ob eine Sanktion zulässig ist.

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Ursprünglich sollten Sozialarbeiter allein bei den Teilnehmern klingeln, so Jendricke. Viele hätten ihnen jedoch nicht geöffnet. „Da habe ich kurzentschlossen gesagt, dass ab dem nächsten Tag unser Vollzugsdienst mitgeht“, sagte Jendricke. Die Besuche seien auch notwendig, um Sanktionen rechtssicher vorzubereiten.

Der MDR begleitete einen solchen Einsatz im März. Zwei Mitarbeiter des Vollzugsdienstes und ein Sozialarbeiter besuchten einen 23-Jährigen, der nicht in der Werkstatt erschienen war. Bei einem anderen Teilnehmer klingelte das Team nach eigenen Angaben zeitweise täglich. Ein junger Mann, der angegeben hatte, verschlafen zu haben, ließ sich nach dem Besuch direkt zu seiner Arbeitsstelle fahren.

Nach den Angaben Jendrickes nahmen zwischen November und April 68 junge Menschen an dem Projekt teil. Bei 26 Teilnehmern wurden Sanktionen zwischen zehn und 30 Prozent verhängt. In acht Fällen wurden die Leistungen vorläufig vollständig eingestellt, weil die Betroffenen wiederholt nicht an ihrer gemeldeten Adresse angetroffen worden seien.

Jendricke sieht darin einen Beleg dafür, dass Jobcenter konsequenter kontrollieren müssten. „Es sind eben doch so einige Menschen im System, die den Sozialstaat mit falschen Angaben über den Tisch ziehen“, sagte er. Nach seinen Angaben haben inzwischen sechs Teilnehmer eine Arbeitsstelle gefunden. Das Projekt soll auf ältere Arbeitslose ausgeweitet werden.

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35 Kommentare

  • Eine SPD Einzelmeinung, vertreten von einem SPD Landrat welcher seit 2015 in Amt und Würden ist. Was genau hat denn dieser Landrat seit 2015 so vertreten ? Kam die Einsicht vielleicht erst gezwungener Maßen mit erstarken der AfD…. ?

  • Niemand wandert in die Sozialsysteme ein.

    • Im Artikel steht nicht welches Klientel betroffen war.
      Asylanten ohne Arbeitserlaubnis sicher nicht.

      • Im Kreis und in der Stadt Mühlhausen gibt es relativ viele Beratungsstellen für Flüchtlinge. Viele von ihnen und dazu gehören auch die Ukrainer haben eine Arbeitserlaubnis und arbeiten trotzdem nicht. Sicherlich sind auch Einheimische bei den Empfängern dabei. Darunter sicherlich auch Menschen, welche Drogenprobleme haben und deswegen keiner Arbeit nachgehen. Ich denke da findet man die komplette Bandbreite.

        • Ich habe auch Problemen mit Drogerien…

          1
      • Na gut, der scheint doch nicht so verkehrt zu sein.
        Er bekam vom Flüchtlingsrat Thüringen „Die Spitze des Eisbergs“ verliehen.

        https://www.fluechtlingsrat-thr.de/aktuelles/news/spitze-des-eisbergs-geht-2022-nordhausens-landrat-jendricke

        • Über diesen Link kommt man nicht direkt zu dem Artikel.
          Hier kommt man direkt auf einen Artikel zu diesem Thema.
          https://nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=320113
          Ich würde mal sagen, er hat etwas gegen die Pullfaktoren getan.

          0
  • Es stehen Wahlen an, daher die Botschaft, seht her wir tun was. 🥳

  • bitte eine Parteiausschlussverfahren gegen diesen Herrn einleiten. Zu viel Realitätssinn

  • Solche Checker gibt’s in der SPD ????

    • Ich bin auch bas erstaunt!

      • Solche Leute gibt es in allen Parteien. Sie haben nur nichts zu sagen und sie haben meistens Ärger mit ihrem Wasserkopf.

        • Ich habe auch immer Ärger mir meinem Wasserkopf

          9
  • Sollen sich doch alle mit normaler Meinung aller Parteien zusammentun.

  • Immer diese Politiker mit ihrer privaten Meinung

  • Nebelkerze

  • Wer glaubt einem Linken noch wenn er rechts blinkt …. In der Regel wird angetäuscht und dann doch links abgebogen …. Ist ne altbekannte Strategie kurz vor anstehenden Wahlen.

  • Wenn der Bürgermeister etwas erreichen möchte, dann tritt es aus der SPD aus und tritt in eine Partei ein, welche etwas gesetzlich verändern möchte.
    Solange die SPD, die Grünen oder auch Linken regieren wird sich nichts verändern. Die kaufen sich ihre Stimmen mit allem was möglich ist. Im Zweifel auch mit dem sanktionsfreien Bürgergeld.

    • Wenn ich etwas erreichen möchte, dann ändere ich meinen Name für jeden Kommentar!

      • Gerdolfo möchte etwas erreichen 🤣

  • Ich hoffe der Herr Landrat von der SPD lässt dann auch an allen Türen klingeln wenn dort Bürgergeld-Bezieher im erwerbsfähigen Alter leben und nicht nur bei den „Kartoffel-Essern“! Aber ich denke das wird man nicht tun. Bestimmte Gruppen sind davon sicherlich befreit, sonst droht Ärger.

    • Richtig! Es gibt Leute, die werden nicht angetastet und gerade die sind es, die abzocken wie verrückt.

  • Freibier macht durstig.

    Jeder, wirklich jeder halbwegs lebenserfahrene Bürger hat Euch das vorher sagen können oder hat es Euch sogar gesagt.

  • Hat er 10 Jahre gebraucht für diese Erkenntnis? Wenn es dann nochmal 10 Jahre dauert, bis gehandelt wird, ist der Sozialismus in seinem Lauf schon im Abgrund, weil ihn Ochs und Esel nicht aufgehalten haben. Honni hat sich geirrt.

  • Wow, dass ist das pure Konzentrat an Wissenschaft…

    • Demonstrativpronomen = das

  • Ich kenne zwei 35 jährige🇩🇪 mit Ausbildung , die schon 10 Jahre nicht arbeiten und sie pochen darauf das sie nur in ihrem Beruf arbeiten.
    Sozialer Doppel- Fall**, bitte keine Vorverurteilung..
    **Plus die 45 jährige🇩🇪 die schon 20 Jahre nicht arbeitet etc.

    • Mag ja durchaus sein, Faulenzer und Sozialschmarotzer hat es immer gegeben und wird es immer geben, in jedem Land. Ein Sozialstaat zieht sie in der Regel mit, weil die Abgrenzung zu wirklich Bedürftigen oft nicht so leicht ist.

      ABER – das kann sich ein Staat leisten, der sich auf die eigenen Staatsbürger beschränkt. Wenn man die Leistung auf die halbe Welt ausdehnt und jedem zahlt, der es über die Grenze schafft, dann bricht das System zwangsläufig zusammen.

      Oder, ganz gutmenschlich erklärt: Sie können locker zwei Katzen versorgen. Es reicht auch noch für ein paar Streuner, denen Sie am Waldrand ein paar Schälchen und warme Häuschen aufstellen. Aber was, wenn Sie plötzlich die Futter- und Tierarztkosten für sämtliche Tierheime Europas und Nordafrikas bezahlen sollen? Natürlich würden Sie gerne allen helfen – aber können Sie das?

  • Was will mir die trapsende Nachtigal sagen ?
    Ach ja, ich habe ein merkwürdiges Vorurteil bezüglich der Vornamen der Besuchten, beziehungsweise derjenigen, die nicht besucht wurden.
    Ich bin halt ein schlechter Mensch.
    Aber dass ein Moslem dazu angehalten würde, Weihnachtsmarkthütten zu renovieren, erscheint mir ein rassistisches Wagnis.
    Ich gebe zu, mein Glaube ist schwach, und mein Gefühl irgendwie schlecht.
    Ich glaube diesen beflissenen SPDlern einfach nichts.
    Gaar nichts!
    Wer es unter Lauterbach, Esken, Bas und Klingbeil in der SPD noch aushält, der geht auch morgen auf dem Brocken angeln und fährt übermorgen mit Freuden Fahrrad in der Nordsee.
    Dem SPD-Finanzminister das Handwerk gelegt, hätte das Land soviel Geld, dass den
    Bürgergeldlern ein Dreizehntes und ein Vierzehntes gezahlt werden könnte.
    Und ein ganzes Jahr extra obendrauf.
    Und der traditionellen Empfängerfamilie der Schwangerschaftsganzkörperbadeanzug für die fünfte Ehegattin des unermüdlichen Muselmannes.

  • Seine Genossin Bas sieht das anders…..Ich glaube, er weiß wovon er spricht.

  • Auf Gutmensch-Leistungslos-Landräte Bürgermeister Sekretäre Minister usw. könnte Deutschland locker zu 2/3 verzichten.

  • Falsch formuliert! Erst importiert, das Nachzüchten erfolgt später! 😝

  • Wenn das die Bullshit Bärbel hört, gibt es einen Einlauf!

  • Hetzen hetzen

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