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In der Uniklinik Bonn können Patienten Apollo News nicht lesen

Am Universitätsklinikum Bonn haben Patienten keinen Zugang zu bestimmten Medien. Die Webseiten von Apollo News, Nius und Junge Freiheit sind auf den klinikeigenen Tablets nicht aufrufbar. Andere Nachrichtenportale hingegen sind problemlos zugänglich.

Verbindung abgelehnt: Auf Apollo News kann in der Klinik nicht zugegriffen werden (IMAGO/wolterfoto)

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Das Universitätsklinikum Bonn (UKB) verwehrt Patienten offenbar den Zugriff auf bestimmte Nachrichtenportale, darunter Apollo News. Deren Webseiten sind über die hauseigenen Tablets, die Patienten auf ihren Zimmern benutzen können, nicht abrufbar. Andere Portale wie taz oder Stern können hingegen problemlos geladen werden. Apollo News liegen Bildschirmaufnahmen einer Patientin vor, die dies bestätigen. Das UKB äußerte sich bisher nicht dazu.

Patienten, die sich über einen QR-Code Zugang zum Internet verschaffen, erhalten beim Aufruf bestimmter Nachrichtenseiten auf den klinikeigenen Tablets die Fehlermeldung ERR_CONNECTION_REFUSED. Eine solche Meldung erscheint, wenn ein Browser eine Internetseite aufrufen will, die Verbindung jedoch aktiv zurückgewiesen wird. Zwar kann das auch auf Netzwerkprobleme oder Systemeinstellungen zurückzuführen sein. Im UKB lässt sich jedoch ein Muster erkennen, das es wahrscheinlich macht, dass bestimmte konservativ ausgerichtete Nachrichtenportale blockiert werden.

Connection Refused: Der Zugang zur Seite von Apollo News wird blockiert (Quelle: Aufnahme einer UKB-Patientin)

Denn nicht nur Apollo News ist betroffen: Auch bei Nius und Junge Freiheit zeigt der Browser dieselbe Fehlermeldung. Andere Medienangebote lassen sich hingegen normal aufrufen: Die Seiten von taz, Stern und Spiegel laden problemlos, Artikel sind abrufbar.

Darauf wurde eine Patientin aufmerksam, die am 30. März in der Klinik operiert wurde und anschließend ein Bett mit entsprechendem Tablet erhielt. Sie versuchte, über die Internet-App Apollo News aufzurufen – ohne Erfolg. Stattdessen erschien die Fehlermeldung. Anschließend testete sie auch Nius und Junge Freiheit – auch dort wurde der Zugriff verweigert. Misstrauisch geworden, rief sie zum Vergleich die Webseiten anderer, eher links ausgerichteter Medien auf. Diese wurden nach ihrer Schilderung normal geladen.

Die Seite des Stern konnte die Patientin problemlos laden (Quelle: Aufnahme einer UKB-Patientin)

Dass Unternehmen oder auch Kliniken bestimmte Internetseiten blockieren, ist grundsätzlich normal und Teil allgemeiner Sicherheitsvorkehrungen. Domänen werden dabei etwa mithilfe einer Firewall gesperrt, und der Betreiber kann selbst festlegen, welche Seiten blockiert werden. In der Regel handelt es sich dabei um illegale Phishing- oder Malware-Seiten, nicht um Nachrichtenportale. Vor allem die Tatsache, dass nur bestimmte Medien wie Apollo News oder Nius nicht zugänglich sind, wirft die Frage auf, ob die Klinik unliebsame Portale zensiert.

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Auf Anfrage von Apollo News erklärte das Universitätsklinikum Bonn (UKB) am Dienstag, der Sachverhalt werde derzeit in Abstimmung mit den zuständigen Fachbereichen geprüft. Weitere Stellungnahmen gab es bisher nicht. Das UKB ist eine Einrichtung des Landes Nordrhein-Westfalen.

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197 Kommentare

  • Der Westdeutsche lebt in einer Illusion. Diese darf nicht gefährdet werden.

    440
    • Und genau deswegen schmunzle ich immer, wenn Kliniken beklagen das die Gewalt zugenommen hat. Sind wahrscheinlich alles die bekannten aggressiven ApolloNews-Leser oder die militanten Nius- und JF-Leser….

      324
    • Naja, immerhin hat die Patientin Apollo News auf diesen Zustand aufmerksam gemacht. Das ist doch schonmal gut.

      Und, dass sich nach dieser Aufmerksamkeit das Klinikum verhalten muss, ist noch besser.

      Wenn das dann letztendlich dazu führt, dass Patienten dieses Krankenhauses die Nachrichtenportale abrufen können, die sie bevorzugen, dass ist das am allerbesten.

      • Seit gestern gibt es die „Berliner Erklärung“:

        https://www.buendnisredefreiheit.ch/berliner-erklaerung-dokument/

        Das Manifest lässt sich kostenfrei unterstützen.
        Viele renomierte Bürger haben bereits unterschrieben.

        • @Lindblom: AN scheint auch das Prinzip dieser Klinik zu nutzen. Mein Dank für Ihren Link mit Hinweis auf Weiterverbreitung ist verschwunden. Weitere Kommentare auch, kommentarlos.

          4
    • Unterlassen Sie Ihre dämlichen Anspielungen…

      -17
    • ja dann machen wir halt wieder ein Trennung.
      Putin freut sich.
      Mit einer AFD kann man gut zusammenarbeiten. Gas und Drohnenüberflug bis Helmstedt.
      wir Wessis halten uns lieber in der EU auf. 80 Jahre Wohlstand.

      -20
  • In Russland, in China, im Iran … können auch dem Regime missliebige Seiten nicht aufgerufen werden.

    225
    • In unserem modernen Land muss man ja schon froh sein, wenn man in einem Krankenhaus überhaupt WLAN zur Verfügung hat.
      5G funktioniert nicht und das WLAN ist auf 1GB pro Tag beschränkt. Es lebe die Informationsgesellschaft und das freie Internet.

      • Beim katholischen KH in unserer Nachbarstadt gibt’s WLAN für 2 oder 3 €/Tag. Und das ist so langsam, wie eine 2 MBit/s Leitung.

        • 3€ pro Tag ist schon reichlich unverschämt.

          38
        • Wussten Sie, dass die Kath. Kirche schon im 13. JH über WiFi verfügte? Bei Ausgrabungen unter dem Kölner Dom wurden **keine** Kabel gefunden. Q.e.d.

          10
      • Neuere Krankenhausbauten sind meist Stahlbetonkonstruktionen, teilweise für sehr hohe Deckenlasten, in denen zusätzlich noch eine Menge Strahlenschutz eingebaut ist. Daß Sie dort an vielen Stellen kein 5G haben, ist einfache Physik. Außerdem regen sich auf der anderen Seite viele Leute über hohe Kassenbeiträge auf.
        Daß das WLAN an Stellen langsam ist, wo einerseits viele Nutzer sich die beiden Bänder teilen müssen und andererseits über dieselben Bänder datenintensive radiologische Bildserien transferiert werden, ist vor allem Leuten ein Rätsel, die so wenig krank sind, daß sie sich nicht über die Hauptfunktion eines KRANKENhauses im klaren sind und zudem noch nie von den IT-Anforderungen an kritische Infrastruktur wie z.B. in Krankenhäusern gehört haben. Aber was weiß ich schon.

    • Nur in Nordkorea trägt man dem Problem wirklich Rechnung. Die Menschen, die diese Seiten sehen wollen, gehen auf dem direkten Weg zur Entsorgung in die Konzentrationslager – es gibt sicher auch einen euphemistische Bezeichnung, die auch gerne von der Fraktion Hassmann in Deutschland verwendet wird.

      • Wenn man hier nur dürfte, wie man wollte…

    • Sputnik News und Russia Today hat unser Regime ebenfalls gesperrt.

  • Beim Lesen dieses Artikels fiel mir sofort der gestrige AN-Beitrag zur explodierenden Gewalt in den Notaufnahmen ein. Vor diesem Hintergrund würde man den Klinikleitungen am liebsten zurufen, dass sie bei diesen Problemen (Notaufnahme) die Öffentlichkeit raushalten und selbst zusehen sollen, wie sie damit fertig werden.

    154
    • das sind eben die leute, die apollo sowieso nicht lesen koennen, die meist die zimmer fuellen.

  • Wer vermeintlich „falsche“ Ansichten vertritt, könnte in Zukunft von der Kommune daran gehindert werden, Immobilien zu erwerben. Dies geht aus einem Gesetzentwurf aus dem Bauministerium von Verena Hubertz (SPD) hervor. Demnach sollen Kommunen ein Vorkaufsrecht bekommen, wenn der potenzielle Käufer einer Immobilie „verfassungsfeindliche Bestrebungen“ verfolgt. Um diese Bestrebungen zu überprüfen, will die Regierung sogar das Verfassungsschutzgesetz ändern, damit der Verfassungsschutz Daten über den potenziellen Käufer weitergeben darf.

    • Ja, eine absolute Ungeheuerlichkeit. Da muss entschieden geklagt werden bis in die letzte Instanz.

  • So wie in anderen Diktaturen auch!

    119
  • Doch einfach mal den CDU-Abgeordneten Prof. Dr. Hendrik Streeck fragen, der meines Erachtens immer noch am Uniklinikum angestellt ist.

  • Hoffentlich kein 1. April Scherz.

  • Erinnerungen werden wach – in der gesamten DDR durfte man den Sputnik nicht lesen…
    Nach körperlicher Genesung kann der Geist dann wieder den freiheitlich demokratischen Rechtsstaat mit allen seinen Medienportalen genießen…

  • Die Sperren sind nur zum Schutz der Patienten gedacht. Man hat einfach die Angst, daß der Patient sich zu sehr erregt und einen Infarkt bekommt, wenn man regelmäßig die Horrormeldungen aus Deutschland konsumiert.

  • Auch die Nazis kämpften gegen schon gegen „Hass und Hetze“ – von rechts!
    Die Rhetorik und Strategie der gefühlten Linken von heute ist praktisch deckungsgleich mit der der Nationalsozialisten. Auch die Nationalsozialisten verkauften Zensur und neue Gesetze als notwendig, um den Kampf gegen Hass und Hetze und Lügen führen zu können.

  • Vermutlich will die Klinikleitung den Genesungsprozess der Patienten fördern. Gerade Patienten mit Bluthochdruck, Schlafstörungen oder ähnlichen Erkrankungen werden durch den Konsum von Spiegel, taz und Co. regelrecht sediert. Das böse Erwachen folgt allerdings mit der Entlassung aus dem Krankenhaus und der Rückkehr in die Wirklichkeit. Also spätestens auf der Heimfahrt, sofern diese mit dem ÖPNV angetreten wird.

  • Apropos Zensur: https://keepandroidopen.org/de/
    „Im August 2025 hat Google angekündigt ↗, dass es ab September 2026 nicht mehr möglich sein wird, Anwendungen für die Android-Plattform zu entwickeln, ohne sich zuvor bei Google registriert zu haben.“
    Was das für Ihre Rechte bedeutet
    ➤ Sie, der Verbraucher, haben Ihr Android-Gerät im Vertrauen auf Googles Versprechen gekauft: eine offene Computerplattform, auf der Sie jede beliebige Software ausführen können. Doch ab September 2026 wird Google ohne Ihre Zustimmung ein Betriebssystem-Update einspielen, das dieses Recht dauerhaft blockiert und Sie vollständig von Googles Urteil abhängig macht, welchen Anwendungen Sie künftig „vertrauen dürfen“.

  • Art 5 GG: (….) Eine Zensur findet nicht statt.(…)

  • DDR 2.0

  • Hey Leute, daß ist nur die Spitze des Eisbergs. Ich war eine Zeit im Ausland und über deren Provider im Netz unterwegs. Interessant war, wie viele Seiten in Deutschland alleine schon durch Telekom und Vodafone vorab nicht zu erreichen sind. Dabei meine ich nicht irgendwelche Pornokanäle, sondern Nachrichtenseiten, Musikkanäle und Blogs.

    • Porno wird immer frei verfügbar bleiben. Das ist schließlich Opium fürs Volk. Unabhängige Information ist dagegen wirklich gefährlich und muss unterdrückt werden.

  • Nordkorea ist das Musterbeispiel für derartige Mediensperren. Die Angst gewisser Kreise vor umfassender Information ist riesig. Hier hilft nur eines: Solche Vorgehensweisen publik machen!

  • Freie Geister will man hier in Deutschland nicht mehr haben. Alles muss gleichgeschaltet werden. Was stimmt mit uns Deutschen nicht?

  • DDR2 ist schon lange in Betrieb

    • Da sind wir schon darüber hinaus. In der DDR hatten wir zum Glück keine Grünen Spinner!

  • Ist wie im Knast. Dort gibt es auch nur „unbedenkliche“ Programme.

    • Allerdings ist dort das Essen besser und die sanitären Einrichtungen i.d.R.
      ebenfalls.

  • Das ist ein hochinteressanter Bericht. Bitte dranbleiben.

  • Wahrscheinlich ein übereifriger Admin. Dass sein Tun öffentlich gemacht wird, war sicher nicht Teil seines Plans.

  • Jetzt kann man die Uniklinik Bonn einschätzen.

  • ……eine Zensur findet nicht statt, GG
    Aber……wen interessiert das schon?!

  • Bin auf die Antwort der Klinik gespannt. Erstaunlich das der Vorgang geprüft werden muss. Weiß die Klinikleitung nicht was in ihrem Haus vor sich geht oder ist man überrascht das es an die Öffentlichkeit kommt ? Da muss wohl ein teurer Medienanwalt eingeschaltet werden. Wer bezahlt diese Rechnung ?

  • Vielleicht liegt die Erklärung hierin: Bonn hat eine Chinesische Partnerstadt, nämlich Chengdu. Dabei handelt es sich nicht nur um eine klassische Städtepartnerschaft, sondern auch um eine Projekt- bzw. Nachhaltigkeitspartnerschaft, mit Schwerpunkten u. a. in Umwelt- und Klimaschutz sowie kommunalem Austausch. Der „kommunale Austausch“ zwischen Bonn und China findet offenbar gerade an der Uniklinik Bonn statt.
    https://kommunalwiki.boell.de/index.php/Stdtepartnerschaft_Bonn__Chengdu?utm_source=chatgpt.com

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