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Ausschussvorsitze

„Verstehe nicht, welches Problem er hat“: SPD geht wegen AfD-Kurswechsel auf CDU-Ministerpräsident Rhein los

Hessens CDU-Ministerpräsident Boris Rhein fordert, der AfD im Bundestag künftig auch Ausschussvorsitze zu ermöglichen. Der Vorstoß stieß bei Teilen der Union sowie bei SPD und Grünen auf scharfen Widerspruch.

Sebastian Fiedler, innenpolitischer Sprecher der SPD (IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

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Hessens Ministerpräsident Boris Rhein hat mit einem Vorstoß für mehr parlamentarische Beteiligung der AfD im Bundestag eine scharfe Debatte ausgelöst. Er sprach sich dafür aus, der Partei künftig auch den Vorsitz in Fachausschüssen des Bundestags zu ermöglichen. Damit stellte Rhein die bisherige Praxis auch seiner CDU infrage, AfD-Kandidaten für diese Ämter konsequent zu blockieren.

Gegenüber dem Stern sagte Rhein: „Die Partei ist gewählt, und so sollte man mit ihr auch umgehen“. Die AfD solle im Bundestag ebenso wie in Hessen und anderen Landesparlamenten Ausschussvorsitze übernehmen können. Seine Begründung: „Wir grenzen uns klar von der AfD ab, aber wir grenzen die Partei nicht aus. Das muss auch in der Parlamentsarbeit gelten.“

Der Vorstoß stieß noch am Sonntag auf entschiedenen Widerspruch. Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Unionsfraktion, Catarina dos Santos-Wintz, führte aus, dass es keinen automatischen Anspruch auf einen Ausschussvorsitz gebe. Die Ausschussmitglieder wählten ihre Vorsitzenden selbst; die bisherigen AfD-Vorschläge hätten sich im Bundestag nicht durchsetzen können.

Auch die SPD wies Rheins Linie zurück. So warf der innenpolitische Sprecher der SPD, Sebastian Fiedler, Rhein vor, das Opfernarrativ der AfD zu bedienen. „Ich verstehe nicht, welches Problem Boris Rhein hat“, so Fiedler zum AFP. Die Partei um Alice Weidel habe die entsprechenden Mehrheiten bislang eben verfehlt: „Der Grund dafür liegt bei den Kandidierenden und nicht etwa bei den Mitgliedern der Ausschüsse“, so Fiedler. Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion, Irene Mihalic, blies in dasselbe Horn und erklärte gegenüber der Welt: „Über seine Ausschussvorsitze entscheidet der Bundestag selbst, dafür braucht es keine Zurufe aus der hessischen Staatskanzlei.“

Die Debatte fällt in eine politisch angespannte Phase. Am Dienstag konstituiert sich der neue Landtag in Sachsen-Anhalt. Dort könnte mit dem AfD-Abgeordneten Tobias Rausch erstmals ein Politiker der Partei zum Landtagspräsidenten gewählt werden. Das BSW hat angekündigt, Rausch mit seinen fünf Stimmen zu unterstützen. Damit hätte er voraussichtlich die erforderliche Mehrheit.

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Rechtlich ist die Blockade im Bundestag durch Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts abgesichert: Dieses erklärte etwa im September 2024, dass die AfD zwar einen Anspruch auf Ausschussmitgliedschaften habe, nicht jedoch auf den Vorsitz eines Fachausschusses. Die Fraktion besitze lediglich ein Vorschlagsrecht. Über die Wahl müssten gemäß dem Demokratieprinzip letztlich jedoch die Ausschussmitglieder entscheiden.

In der Union gibt es offenbar keine geschlossene Haltung zu der Frage. Während die Fraktionsspitze im Bundestag an der bisherigen Praxis festhält, deuten Äußerungen aus dem Unionslager darauf hin, dass ein Kurswechsel zumindest diskutiert wird. Ein ranghoher Christdemokrat bezeichnete gegenüber dem Stern Rheins Position sogar als Mehrheitsmeinung in der Fraktion. Öffentlich schloss sich ihm am Wochenende jedoch niemand Prominentes an.

Eine schnelle Änderung der Verhältnisse gilt dennoch als unwahrscheinlich, insbesondere da die SPD, aber auch die Grünen offensichtlich empfindlich auf jede Andeutung eines normalisierten Umgangs mit der AfD reagieren. Theoretisch kann die AfD in jeder Ausschusssitzung erneut Kandidaten vorschlagen. Dass eine der übrigen Fraktionen ihre Haltung ändert, bleibt unwahrscheinlich.

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35 Kommentare

  • Die SPD versteht so einiges nicht mehr. Wobei sie hier das sehr gut versteht. Jeder auch noch so kleiner Schritt in Richtung AfD könnte der Anfang vom Ende von Schwarz-Rot sein. Sie hat hier etwas zu verlieren, und zwar gewaltig. Dementsprechend gewaltig sind ja die Äußerungen.

    • Die SPD versteht nicht was eine Demokratie ausmacht, sie versteht ihren politischen Auftrag nicht….,aber sie versteht es den Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Auch die Versorgung der ihrigen gelingt ihr ausgezeichnet. In all ihrem Egoismus hat sie keine Hemmungen dieses Land in Grund und Boden zu wirtschaften.

  • Die Sozis wissen halt, dass sie nicht mehr gebraucht werden, wenn stattdessen die blaue Partei die Sozi-Politik macht.

  • Die Angst sitzt ihnen im Nacken, AfD wirkt 👍

  • Was ist denn eigentlich an einem Vorsitz in einem Fachausschuß so gefährlich?

    • Im Grunde gar nichts. Aber es besteht die „Gefahr“, dass die AfD das gar nicht schlecht machen würde und die Leute das erkennen und ihre Konsequenzen daraus ziehen. Davor haben die Spezialdemokraten fürchterliche Angst.

    • Moral, Fegefeuer, Volksvergiftung! 🤣

    • Er könnte demokratisch legitimiert sein, davor haben diese Faschos Angst.

  • Auch die SPD wird bald ihren unter-5%-Moment erleben. Es ist überfällig.

  • Hessens Ministerpräsident Boris Rhein ist einer der wenigen der begriffen hat, was jetzt die Turmuhr geschlagen hat.

    • Nein! Er will nur seine Macht sichern!

  • Das passiert, wenn man mit dem Koalitions-40-Tonner, trotz mehrere Schilder, in eine enge Sackgasse fährt und sich dann wundert, warum es hinten nicht mehr weiter geht,
    Und dann bekommen sich Fahrer und Beifahrer fürchterlich in die Wolle und keiner will es gewesen sein. Und die Passanten müssen natürlich auch noch ihren Senf dazu geben.

    • Diese Leute fahren den 40Tonner halt solange gegen die Wand, bis sie bricht, in der Hoffnung dass dahinter eine Straße ist, auf der sie weiter fahren können. Dummerweise ist dahinter aber ein großer, tiefer Abgrund…

  • Für die SPD wäre die Zuwendung der CDU zur AFD ein absolutes Desaster und in der Konsequenz unweigerlich noch mehr Bedeutungslosigkeit. Deshalb die schnappatmende Panik.

  • Die SPD hat Probleme……..Probleme mit sich selbst……Probleme mit ihren ehemaligen Wählern…….und und und

  • Der Herr Rhein! Warum aber wird auch in Hessen der AfD ein Vizepräsident im Parlament verwehrt? Da fragt man sich, warum Herr Rhein so heuchelt?

    • Weil er von der CDU ist.

  • „Verstehe nicht, welches Problem er hat“
    Das Problem heißt: 4,9%
    Aber das kann man natülich nicht verstehen…

  • Das war ja von den Parteien, die in Berlin mit Islamisten, Antisemiten und Clankriminiellen koalieren wollen, zu erwarten.

  • Das Problem von SPD und CDU ist ganz einfach: Wenn in Sachsen-Anhalt eine AfD-Landesregierung einfach nur gute Politik macht und die Nazi-Vorwürfe als billige Lügen entlarvt, sind die Chancen eines AfD-Verbotsverfahrens gleich Null. Und die Chancen des SPD- und CDU-Niedergangs verdammt hoch.

  • Samt all ihren Hass und Hetze
    den Ausschuss von ihren parlamentarischen Rechten
    und des ständigen verteufeln
    und warnen vom vierten Reich.
    Niemand wir diese AFD mehr aufhalten können
    Weil sie auch die einzige Partei dir für eine Zukunft als Deutschland das auch morgen wiedererkennbares ist steht.

  • Panik bei SPD und Grünen: Ihre geniale Idee zur Machterhaltung (Brandmauer) beginnt zu bröckeln. Während sich die CDU sich noch dahinter duckt, ist die Realität beim Wähler angekommen. Was tun? Schockstarre hilft nicht, Diffamierung hilft auch nicht mehr, das „Vierte Reich“ ist unglaubwürdig. Hilfe, man müsste ja mal denken!

  • Wie es NIUS schon sehr treffend geschrieben hat. Die SPD hofft darauf, dass die CDU noch schwächer wird, weil sie an der Brandmauer festhält. Dann gibt es Neuwahlen und als Gewinner gehen ROT – GRÜN – DUNKELROT hervor und haben über 40 Prozent. Dann haben sie alles richtig gemacht… Aber die CDU ist zu blöd, dies zu erkennen…

  • Die SPD sieht ihre Felle davon schwimmen. In Berlin paktieren sie sogar mit Linken, Antisemiten und Kriminellen. Nie wieder SPD .

  • die Brandmauer ist WICHTIG!
    Die SFD darf nicht mit linksextremen verfassungsfeindlichen Parteien wie CDU SPD GRÜNE LINKE zusammenarbeiten.

  • Heuchler sind die Mächtigen doch fast alle. Zufällig kam die Meldung von der AfD, dass der € doch nicht so ganz zur Disposition steht. Zufall? Oder hat der Brandmauerspecht schon ein Loch gehackt?

  • Die AfD muss eben konsequent von allen Hebeln der Macht ferngehalten werden.

    „Die AfD muss konsequent von allen Hebeln der Macht ferngehalten werden.“ – Irene Mihalic (GRÜNE) am 04.10.2026

    Schließlich will die AfD die Demokratie beseitigen und Menschenrechte aushebeln.

    „Die AfD ist eine Partei, die die Demokratie beseitigen und Menschenrechte aushebeln will, und deren Mitglieder immer wieder im Zusammenhang mit rechtsterroristischen Strukturen auftauchen.“ – Janine Wissler (LINKE) am 04.10.2026

    Gott sei Dank haben Demokratie und Menschenrechte starke Beschützer.

    „Wo wir Grünen an die Schalthebel der Macht kommen, werden wir nicht mehr verhandeln.“ – Sandra Detzer (GRÜNE) am 19.11.2021

    „Fickt die Mainstream-Medien und jeden, der nicht unserer Meinung ist.“ – Cansın Köktürk (LINKE) am 03.10.2026

  • Das Problem der CDU ist, das Boris Rhein einen guten und richtigen Vorstoß Richtung Zusammenarbeit mit AfD macht, und er dann keinerlei Unterstützung bekommt.

    Die CDU ist ein feiger Haufen, die begehen Selbstmord aus Angst vor dem Tod.

    Satt, fett & träge.

    • Das Problem ist, dass auch dieser Herr nur ein Heuchler ist!
      Wie sieht das denn in Hessen aus? Hat er da umgesetzt?

  • Eine Partei, die an die Ergebnisse der AfD bei weitem nicht mehr heran kommt wie die SPD, sollte ganz einfach mal die Fresse halten.

  • „Der Grund dafür liegt bei den Kandidierenden …“. Also erstens heißt es immer noch im Deutschen „Kandidaten“ und zweitens kann die AfD aufstellen wen sie will, es wird grundsätzlich keiner gewählt. Also lügt der – ganz einfach. Na ja, 30% der Wähler haben es nun begriffen. Mir geht aber nicht ein, dass die SPD immer noch bei 14% liegt.

  • Führer gab es mal eine Sendung die hieß “ Neues aus Uhlenbusch“ Lustig tolle Sendung!
    —
    Bei unseren angeblichen demokratischen Alt-Karell-Parteien wird immer das Gleiche gekocht und aufgebauscht! Das ist so mühsam!
    — Diese Regierungen bringen nichts zustande! —
    —
    Zusätzlich werden sie immer wieder gewählt in der Hoffnung, dass sich irgendwas ändern würde! Das ist genauso dumm!

  • Boris Rheins Vorstoß der gewählten AfD im Bundestag endlich die ihr zustehenden Ausschussvorsitze zu überlassen, ist pure Vernunft und überfälliger Realismus. Rhein hat längst kapiert, wenn die CDU langfristig politisch überleben will, führt an einer zukünftigen Koalition kein Weg vorbei. Die eigentliche Absurdität dieser Debatte: Das lautfeste hysterische Gebrüll kommt ausgerechnet von den Zwergparteien unter der 15-Prozent-Marke.

    Dass sich politische Schrumpffraktionen, die der Wähler längst abgestraft hat, moralisch künstlich aufblasen und den Wählerwillen Millionen Bürger ignorieren, entbehrt nicht einer peinlichen Komik. SPD-Ex-Kriminalkommissar Sebastian Fiedler versucht das mit bürokratischen Tricks wegzudiskutieren. Zwecklos!
    Der Wählerwille bricht jede künstliche Brandmauer!

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