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Großkundgebung zur Rettung der Stahlbranche: IG Metall will günstige Energie – aber kein Ende der Klimapolitik

Für den Freitag hat die IG Metall zu einer Großkundgebung in Berlin aufgerufen. Die Gewerkschaft fordert massive Unterstützung für die leidende Stahlbranche. Die Stoßrichtung ist klar: Staatshilfen ja, echte Reformen und eine Abkehr vom Klimakurs – nein.

Eine Demonstration der IG Metall zur Stahlbranche im Januar 2026. (IMAGO/Revierfoto)

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Am Freitag wird es hitzig in Berlin. Die Gewerkschaft IG Metall hat zu einer Großkundgebung unter dem Motto „Boxenstopp Stahlindustrie“ aufgerufen. Tausende Beschäftigte aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und dem Saarland werden mobilisiert, um auf die dramatische Lage der Stahlindustrie aufmerksam zu machen.

Landauf, landab geraten energieintensive Industriebetriebe unter massiven Druck – die selbstverursachte Energiekrise, die groteske Klimaregulierung und hohe Abgaben drängen deutsche Betriebe aus den zentralen Bereichen hoher Wertschöpfung hinaus. Die IG Metall hat recht: Es ist höchste Zeit zu handeln.

Ins Visier der Gewerkschaft ist dabei Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche geraten. Die IG Metall wirft ihr vor, zwar ambitionierte Transformationsziele zu formulieren, die Betriebe jedoch bei der Umsetzung in der Praxis weitgehend im Regen stehen zu lassen. Wichtige Versprechungen seien bislang nicht eingelöst worden. Zwar habe man einen Industriestrompreis für energieintensive Betriebe beschlossen, doch müsse dieser nun auch zügig umgesetzt werden, um die notleidenden Unternehmen wirksam zu entlasten, so die Gewerkschaft.

Es steht der Vorwurf im Raum, Reiche verschleppe die notwendigen Reformen und betreibe eine Art politische Hängepartie. Unternehmen, die milliardenschwere Investitionen planen, stehen mit Blick auf den Industriestrompreis nach wie vor im Unklaren. Grundsätzlich gilt das Gewerkschaftsmotto: Ohne Subventionen geht es nicht mehr. Und diese müssen zügig, unbürokratisch und ohne große Debatte fließen.

Was die IG Metall hier indirekt sagt, ist: Die Politik habe den Umbau der Industrie versprochen, quasi ein grünes Utopia, liefere aber bei den harten Standortbedingungen nicht nach. Subventionen, Fördermittel und Preisgarantien – letzten Endes lassen sich die Forderungen der Gewerkschaft auf immer neue Staatshilfen reduzieren. Vor allem der Industriestrompreis steht dabei als Symbol für eine Wirtschaftspolitik, die sich vollständig in der Ideologie verrannt hat, immer wieder Entlastung für die besonders betroffenen und gefährdeten Sektoren ankündigt, aber in der Praxis im Modus der Debatten verharrt.

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Gleichzeitig wächst der Druck auf die energieintensiven Branchen von zwei Seiten: von den immer weiter steigenden Energiekosten im Zuge der gescheiterten Energiewende und von einem internationalen Wettbewerb, der den deutschen Herstellern sowohl mit Blick auf die Produktionskosten als auch hinsichtlich der Investitionsbedingungen davongeeilt zu sein scheint.

Greifbar wird das grundsätzliche Problem, wenn man auf die Zahlen der Stahlindustrie selbst schaut. Im vergangenen Jahr fiel die Rohstahlproduktion in Deutschland auf 34,1 Millionen Tonnen, ein Rückgang von 8,6 Prozent gegenüber 2024 und einer der schwächsten Werte seit Jahren. Die Kapazitätsauslastung sank unter die kritische Marke von 70 Prozent, was in einer energieintensiven Branche als klares Warnsignal gilt. Auch für die ersten Monate des laufenden Jahres bleibt der Befund angespannt: Zwar gab es zwischenzeitlich leichte Zuwächse, doch von einer echten Erholung kann keine Rede sein.

An diesem Punkt setzt der folgende Vorwurf der IG Metall an. Es genügt aus ihrer Sicht nicht, der Industrie immer neue Ziele zu definieren; sie brauche vor allem bezahlbare Energie, planbare Investitionen und Schutz vor zusätzlichem Wettbewerb. Aus diesem Grund fordert die Gewerkschaft neben dem subventionierten Strompreis auch einen schnellen Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur, milliardenschwere Förderzusagen und wirksame Schutzmechanismen gegen die Billigkonkurrenz aus China.

Von Wasserstoffinfrastruktur ist die Rede – die IG Metall hält also an der Transformation hin zum Grünen Stahl fest, ein Glaubensbekenntnis. Sie erinnern sich: Das ist die Produktion von grünem Stahl auf der Basis von Wasserstoff. Aufgrund der Kostenstruktur ist diese Art der Produktion auf dem Weltmarkt jedoch nicht wettbewerbsfähig.

Allein die Tatsache, dass hochsubventionierte Großprojekte wie jene von ThyssenKrupp oder ArcelorMittal im vergangenen Jahr wieder von der Agenda genommen oder verschoben werden mussten, zeigt, dass Politik, Gewerkschaften und die Funktionärsebene der Wirtschaft hier einem politischen Gespenst hinterhereilen.

Auffällig ist, was im Forderungskatalog der IG Metall fehlt: die Forderung nach dem Ende des Green Deal und der grünen Katastrophentransformation. Es ist wohlfeil, mit großer Verve für niedrigere Energiepreise einzutreten, ohne zugleich die Ursachen des Problems zu benennen. Ganz nach dem Motto: Zur Not greifen wir einfach Subventionen ab, der Steuerzahler wird es schon richten. Schließlich geht es um das große Ganze, um Zehntausende, wenn nicht Hunderttausende Arbeitsplätze, die bereits kurzfristig unter Druck stehen.

Man kann es auch so zusammenfassen: Sie alle würden gerne den Klimatraum leben – Kosten und Risiken werden dauerhaft auf den Steuerzahler abgewälzt, Arbeitsplätze bleiben auf wundersame Weise erhalten, der Traum eines Utopismus ohne Konsequenzen. Dass jedoch die Umschichtung von Kapital aus den produktiven Bereichen der Ökonomie in immer stärkerem Ausmaß in die Subventionsbranchen und Kapitalfresser eine regelrechte Armutsspirale angeschoben hat, hat sich ganz offensichtlich in den Chefetagen der Gewerkschaften noch nicht herumgesprochen.

Und so verweigert auch die IG Metall – wie weite Teile der Gewerkschaften und der großen Industrieverbände – eine grundsätzliche Kritik am Green Deal, jener politischen Rahmensetzung, die die Industrieproduktion am Standort Deutschland massiv unter Druck gesetzt hat. Stattdessen bewegen sie sich innerhalb des bestehenden politischen Designs und des medial definierten Sprechkorridors. Sie alle vermeiden den Ausbruch aus jener intellektuellen Umklammerung, die letztlich eben die Betriebe vom Standort verdrängt, deren Arbeitsplätze sie zu sichern vorgeben.

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23 Kommentare

  • Wer das vollständige Scheitern der Energiewende und dubiosen „Klimazielen“ nicht erkennen will, wird auch vollständig mit seinen Gewerkschaftsverband scheitern. Der Beitrag für diese Gewerkschaft ist verschwendetes Geld.
    China baut gerade viele Kohlekraftwerke, AKWs, Gaskraftwerke und bekommt eine direkte Gaspipeline zu Russland. Und in Deutschland wird über „Klimaziele“ geredet.

    • der klimawahn wird in der EU nicht enden.
      die hat ihr konzept fuer die naechsten jahre darauf aufgebaut, und rechnet mit entsprechenden gewinnen in den richtigen kreisen.

      und die medien spielen das spiel der regierungen mit .

      gestern war wieder klimagehirnwaesche im ORF angesagt.

      *die erde verglueht*, *die erde verkocht*, * dem klimakollaps entgegenwirken*, *nachhaltig leben fuers klima*….

      es muss nur oft genug wiederholt werden, und der poebel glaubt es.

      und nicht nur europa, die eliten der ganzen welt verdienen daran !
      scrollt mal spasseshalber die titel in diesem artikel herunter:

      https://steigan.no/2026/06/alt-varmes-opp-raskere-enn-alt-annet/

  • Die Stahlmengen, die Dt. heute noch produziert (ca. 1,8 bis 2% der Weltjahresproduktion), können locker durch Kapazitäten anderswo abgedeckt werden. Und für die hochlegierten Stähle, bei denen Dt. heute noch einen gewissen Weltmarktanteil beliefert, wird sich auch eine Lösung finden lassen. Ist die Branche erst einmal perdue, erledigt sich die Sache mit der IG Metall von selbst.

  • Wozu eine Großkundgebung wenn das EEG eh den Verbrauch drastisch reduzieren will?
    https://blackout-news.de/aktuelles/energieeffizienzgesetz-als-wachstumsbremse-dihk
    „Eine DIHK-Berechnung verschärft die Kritik am Energieeffizienzgesetz, das die Ampel-Regierung im November 2023 einführte. Deutschland soll seinen Endenergieverbrauch bis 2030 auf 1867 Terawattstunden senken, weil das Gesetz minus 26,5 Prozent gegenüber 2008 vorgibt. Bis 2045 soll der Verbrauch sogar um 45 Prozent sinken. Offiziell dienen die Ziele Klimaschutz, geringeren Energieimporten, Versorgungssicherheit und sinkenden Kosten. Das Gesetz begrenzt jedoch den gesamten Verbrauch, unabhängig von der Art der Erzeugung. Dadurch wirkt die Vorgabe wie eine willkürliche Verbrauchsgrenze und wie eine politische Sollzahl statt belastbarer Energieplanung. Nach DIHK-Berechnungen müsste die Wirtschaftsleistung bis 2030 um knapp neun Prozent gegenüber 2024 sinken, falls der bisherige Effizienztrend anhält und das Ziel strikt gilt. …“

  • Soll doch mal die SPD Vorsitzende bei IGM
    PRAKTISCH am Hochofen/Fließband etc. beweisen, wie sie mit Windmühlen ihren Stahl herstellt inkl. Import und Versand.

    Danach darf man noch einmal reden…

  • Ach ! Die Gewerkschaften fangen erst nach der Beerdigung der Stahlindustrie an für ein Lebensrecht selbiger zu demonstrieren !
    Das ist das Problem wenn man Arbeitsallergiker zu Gewerkschafsbossen macht !
    Stahl wird nun einmal aus Erz und viel Energie Produziert!
    Bin ja auch mal gespannt wann der IG-Metall auffallen wird das die Automobilindustrie auch nicht mehr da ist ! Wahrscheinlich erst wenn es in einem Werk nicht einmal mehr genug Angestellte gibt um den Betriebsrat zu besetzen und die die gekommen sind eigentlich vom Wachschutz sind ! 🙂

    ich habe glaube ich eine sehr antiquierte Vorstellung aus den 30 bis 80 Jahren des letzten Jahrhunderts was und wofür es mal Gewerkschafften gebraucht hat .
    Und die waren sehr gut und Sinnvoll früher ! Aber was ist der DGB ? Was wollen die ? Wer braucht die ?
    Ist das eine politische Organisation ? Oder eine ABM Maßnahme der SPD und Linken ?

    • Benner ist SPD Mitglied

      war bei BMW, ist bei Continental im Aufsichtsrat

      Der Marsch durch die Institutionen hat eben auch Wirtschaft und Industrie inbegriffen.

      AN, NIUS, cicero etc. sollten mal genau untersuchen welche Parteien welche Branchen in Vorstand, Aufsichtsrat, hohe Posten etc. unterwanderten und inne haben und dann vergleichen mit „Politik“ und man wird wohl ein klares Bild bekommen.

  • Jetzt können die linksrotgrünen SPD-Gewerkschaften endlich ihre Ernte einfahren,
    nämlich die Bude wird dicht gemacht – und die Arbeiter verlieren ihre Jobs.

  • Weiß die IGM überhaupt was sie will? Beides geht nicht und die Rettung von ganz Deutschland ist nur mit einer AfD Regierung möglich. Doch die IGM betreibt übelste Hetze gegen die AfD ! Die IGM diskriminiert, erpresst und bedoht AfD-Wähler und Sympathisanten mit Arbeitsplatzverlust. Und jetzt beschweren sie sich über genau die Politik, die sie selbst verursachen, wählen und schützen!

  • So so IG Metall will günstige Energie – aber kein Ende der Klimapolitik

    Schizophrenie hoch 2

  • Nur dumme Schwei… wählen ihren Metzger selber. Man demonstriert gegen das was man selbst mit für gut befunden hat. Kognitive Dissonanz nennt man das.

  • Wer bis heute Ursache und Wirkung in seinem Kopf nicht zusammenführen
    hat ein großes Problem !
    Die Evolution beseitigt die Schwachen , Naiven und genau auf dem Weg sind wir !

  • +++ Achtung! Meine Meinung und ein bisschen gehässig +++ IGM, bitte, bitte scheitert. Ihr habt es euch mehr als verdient! Jahrelang haben euch die Belange der Werkstätigen nicht die Bohne interessiert. Hass&Hetze gegen die politische Opposition AfD, war und ist bis heute eure Agenda! „Ja, unser Land wird sich verändern. Wie toll ist das denn? Haben wir uns das nicht immer gewünscht? Und ja, ich freue mich darauf!“ Dann rettet mal weiter das Klima. Wenn das die Deindustrilasierung und den Untergang Deutschland nicht rechtfertigt, ja was dann? Tragt es mit Fassung. Herzlichen Glückwunsch! Mein Mitleid hält sich in sehr engen Grenzen!

  • „Gewerkschaft“…
    Pro Forma Wirbel machen und dem Regime folgen, so sind die Bonzen auch bei denen. Wer heute noch den Verein unterstützt, der hat seinen Verstand versoffen.

  • Schon verrückt, die sind bereits so dumm, das sie überhaupt nicht merken, das sie genau gegen das protestieren, für das sie selbst stehen!

  • Billige Energie und Klimapolitik schließen sich nicht gegenseitig aus. Wer bei Solaranlagen bereits einen Anfall kriegt, dem hört man sowieso nicht zu.

    -10
    • Solaranlagen in Germoney? 🤣🤣
      Solaranlagen machen Sinn, soweit gehe ich mit. Aber nicht hier, einfach mal mitdenken und dann mal bissl rechnen.

    • Betreiben Sie doch mal eine Aluminiumverhüttung mit Solarstrom…

    • Total ideologisch verstrahlt! Unfassbare Dummheit im Endstadium. Sog. erneuerbare Energien werden nach jetzigen Stand aus Wissenschaft und Technik nur ergänzend zum Energiebedarf beitragen, was vollkomnen okay ist. Eine stabile Grundlast wird weder von Wind noch Solar leisten können!

    • man muss eben mehrgleisig fahren, wenn man den klimawahn nicht aufgeben will.

      in ungarn boomt die industrie, und sie sind weltmeister im solarstromanteil im netz.
      https://ungarnheute.hu/news/warum-deutschland-beim-solarstrom-jetzt-nach-ungarn-blicken-muss-75382/

      oesterreich hat ein gesetz zum forcierten ausbau der *erneuerbaren* erlassen, das sogar strafen vorsieht, wenn ein bundesland saeumig wird.

      solar und windkraft ueberall.
      motto: *wir machen uns frei von erpressern wie putin und arabern.*
      mal schauen, was es neben grossflaechig zerstoerter natur wirklich bringt….

    • Klimapolitik, WAS für ein schwachsinniger Begriff!
      Wußten Sie, dass das Klima keine Politik braucht? Es ist von ganz anderen physikalischen (!) Faktoren abhängig, von der Sonne zum Beispiel! Der Winzling Mensch bildet sich ein sowas großes wie das Klima zu steuern!?
      DA krieg ich regelmäßig einen Anfall!

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