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Deutsche Gaskrise

Trotz „Freigabe von technisch erforderlichem Gas“: Speicher fassen nur noch ein Zehntel des Jahresbedarfs

Das bundesweit in Speichern vorgehaltene Gas reicht derzeit nur noch, um etwa zehn Prozent des deutschen Jahresbedarfs zu decken. Daran ändert auch nichts, dass in einem Uniper-Speicher nun „technisch erforderliches Gas“ vorübergehend freigesetzt wurde.

Über LNG aus Tankern wie diesem werden aktuell nur wenige Prozent des Bedarfs gedeckt. Das meiste Gas kommt aus den sich leerenden Speichern. (IMAGO/Werner Lerooy)

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Die Gasspeicher in Deutschland entleeren sich weiterhin in hohem Tempo. Am Mittwochmorgen sind sie nur noch mit weniger als 90 Terawattstunden (TWh) Gas gefüllt. Das entspricht etwa 35 Prozent ihrer Gesamtkapazität und rund einem Zehntel des Jahresbedarfs von Haushalten, Gewerbe und Industrie, der seit der Energiekrise 2022 nur noch bei etwa 900 TWh liegt.

Am Montag wurden laut Gas Infrastruktur Europa zwar rechnerisch 0,27 TWh Gas eingespeichert. Diese Veränderung ist aber hauptsächlich auf einen bestimmten Speicher, den ESE-Erdgasspeicher Etzel, zurückzuführen, dessen Füllstand um 0,24 TWh gestiegen ist. Grund ist laut Unipers Speichertochter „Energy Storage“ allerdings nicht die tatsächliche Zuleitung von neuem Gas.

Der Zuwachs im Füllstand ist ausschließlich auf die „vorübergehende Freigabe von technisch erforderlichem Gas“ zurückzuführen. Dieses Gas wird nun in der aktuellen Wintersaison nicht mehr benötigt und kann somit in die Netze geleitet und verbraucht werden. Erst im neuen „Speicherjahr“ 2026/27 müsse die entsprechende Menge wieder aus technischen Gründen vorgehalten werden, heißt es seitens des Betreibers.

Am selben Tag wurden brutto 2,38 TWh entnommen beziehungsweise „ausgespeichert“ – so viel wie seit zwei Wochen nicht mehr. Damit wurde knapp die Hälfte des bundesweiten Tagesbedarfs aus den Speichern gedeckt. Der Rest wurde zum Großteil über Leitungen importiert und unmittelbar verbraucht. In Deutschland gefördert wurden nur 0,09 TWh.

Das mit Abstand wichtigste Importland ist weiterhin das Königreich Norwegen mit am Montag 1,33 TWh. Dahinter folgen die Niederlande (0,71 TWh) und Belgien (0,68 TWh). An den LNG-Terminals kamen 0,33 TWh an. Fast das gesamte nach Deutschland importierte Flüssiggas hat dabei seinen Ursprung in den USA; Importverträge mit Katar stehen trotz Habecks „Energiepartnerschaft“ weiter aus (mehr dazu hier).

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Ein Teil des Gases wird nur durch Deutschland hindurchgeleitet. Österreich, Polen und die Schweiz werden aktuell maßgeblich über die Bundesrepublik versorgt. Es gibt aber auch kleinere Rückflüsse in die Niederlande und nach Dänemark. Österreich ist auch in anderer Hinsicht relevant für den deutschen Markt: Dort liegt der große Speicher Haidach, der für die Versorgung Süddeutschlands genutzt werden kann. Dieser ist noch zu 37 Prozent gefüllt – also ähnlich schlecht wie die Speicher in Deutschland.

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26 Kommentare

  • Ein Zehntel Gas, neun Zehntel Hoffnung – Deutschlands Energiestrategie in einer Gleichung. Wir speichern Narrative statt Energie und vertrauen darauf, dass der Winter Rücksicht nimmt und die Nachbarn ewig liefern. „Energiesouveränität“ heißt offenbar: Pressekonferenz statt Puffer, Zielpfad statt Vorrat. Wer Speicher durch Moral ersetzt, heizt am Ende mit Durchhalteparolen.

    • Absolut zutreffend analysiert: Die Skrupellosigkeit und Verantwortungslosigkeit, kombiniert mit jeder Menge krimineller Energie, kennzeichnen den „Qualitätsstandard“ der dauerregierenden Politgangster-Kaste seit 1998, und es wird noch viel, viel schlimmer werden.

      • Sehr treffend formuliert.
        Das schlimme daran ist das ein großer Teil der Bevölkerung ihren Untergang regelrecht herbei gewählt hat.
        Der ÖRR hat dabei eine große Mitschuld an dem kollegtiven Niedergang.

  • Die größte Mangellage sehe ich in Berlin…

    • Den Mangel, den du jetzt meinst, können sich die Meisterstrategen und Spezialspezialisten in Berlin auch nicht hinzukaufen.

  • Der Februar wird knackig kalt starten, der Gaszähler treibt ein jetzt schon Tränen in die Augen. Da wird die Entnahme insgesamt deutlich steigen.

  • So ist Deutschland. Den Mangel verwalten ist einfacher als ihn zu beseitigen.

  • Nebenbei
    „Da kann einem angst und bange um Deutschland werden“
    In Deutschland muss aus Sicht des Unternehmers Reinhold Würth wieder mehr gearbeitet werden. „Wir müssen wieder mehr schaffen in Deutschland. Wir müssen fleißiger werden“, sagte der 90-Jährige der „Augsburger Allgemeinen“.<(tonline)
    … Flamme Küchen + Möbel, bekannt für exklusive Küchen- und Möbelangebote seit 1929, gibt den Betrieb auf und schließt alle Standorte.
    Rund 300 Mitarbeiter sind betroffen.
    Gründe für die Entscheidung seien eine Vielzahl von wirtschaftlichen, politischen und persönlichen Faktoren gewesen.

  • „Ein Teil des Gases wird nur durch Deutschland hindurchgeleitet. Österreich, Polen und die Schweiz werden aktuell maßgeblich über die Bundesrepublik versorgt. Es gibt aber auch kleinere Rückflüsse in die Niederlande und nach Dänemark. “

    Der „Reverse Flow“ aus der EU in die Ukraine wird nicht erwähnt.
    Einfach mal Google fragen, „woher bekommt die Ukraine Gas“.

    • Die Frage muss also lauten, ob dieser Reverse Flow aktuell immer noch gegeben ist.

  • Es gab immer genug billiges Gas. Dann kam die Regierung auf die Idee den billigsten Lieferanten ab zu schalten und gleichzeitig als Ausgleich für die Windenergie und den Atomausstieg Gaskraftwerke hoch zu fahren. Jetzt soll auch Kohle durch Gas ersetzt werden, der nächste Winter wird sehr spannend.

  • Erst wenn sie frieren, kann ein Umdenken einsetzen. Auf einen langen kalten Winter.

  • Gaskrise?Ist das in der Politik überhaupt schon angekommen?Hat sich dazu überhaupt schon jemand geäußert?
    Alles so schön ruhig hier.

  • Bald wird das Beten zum Wettergott eine Renaissance erleben… Bitte Herr (Frau… Divers…) gib uns Klimawandel!

  • Aufgrund jahrelanger Erfahrung beim betreiben der Gasversorgung in Deutschland kann niemand behaupten, er hätte die Mangellage nicht einkalkulieren können.
    Der Bedarf ist genau berechenbar !

    Daher kann nur von Absicht gesprochen werden. Volle Absicht.
    Eigentlich wäre es für alle Wähler gut, wenn deutschlandweit das Gas für 2 Wochen fehlen würde.
    So hart das auch klingen mag, uns Deutschen fehlt zum Umdenken eine Mangel-Situation.
    Sonst bleiben wir in der „ach, lass nur -Apathie“ hängen.

  • Hoffentlich nimmt die Eskalation noch massiv zu. Bis sie für alle Beteiligten unvorstellbar wird. Denn Verhalten wird überwiegend von Gefühlen gesteuert und nicht vom Verstand.

    Deshalb kann eine Sucht nicht abgebaut werden, auch wenn es Hinweise auf die Folgen gibt. So, wie der Verstand eine Sucht rationalisiert, werden auch Eskalationen sich schön geredet.

    Die aktuelle Epoche Aufklärung kann einen Trugschluss nicht abbauen, denn der Verstand führt nicht zur Vernunft – Myside Bias.

  • „Manchen Völkern genügt eine Katastrophe, sie zur Besinnung zu bringen. Den deutschen, so scheint es, bedarf es des Untergangs“

  • Eckelhaft kalt hier,Wirtschaft erfolgreich ruiniert…..😧

    Hatten die Klimakleber doch Erfolg….😵‍💫

    • Bitte was ist „Eckelhaft“? Klebt sich da jemand an eine Ecke? Oder befindet sich das Gefängnis an einer kleinen Ecke?

  • „Ein Teil des Gases wird nur durch Deutschland hindurchgeleitet. Österreich, Polen und die Schweiz werden aktuell maßgeblich über die Bundesrepublik versorgt“

    Letztlich werden wir die Gas“durchleitung“ ukrainisieren müssen, d.h., wir nehmen uns davon vorab den Teil, den wir selber brauchen.

  • Die Deutschen werden ohne einen Knall nicht wach, deshalb muss es scheppern. Je lauter desto besser. Traurig aber wahr. Deshalb ist kaltes Wetter m.M. nach das Beste was passieren kann!

  • Klaus Müller (Bündnis 90/Die Grünen) ist seit dem 1. März 2022 Präsident der Bundesnetzagentur. Er wurde auf Vorschlag von Wirtschaftsminister Robert Habeck ernannt, um die Behörde mit Fokus auf Klimaneutralität, Energiewende und Digitalisierung zu leiten. Müller ist ehemaliger Landesminister und Verbraucherschützer. (Quelle Internet)

    Daran sieht man wie Bürgerfeindlich, Industriefeindlich diese Grüne Ideologie und Partei ist.
    Die ganzen grün-linken Strukturen und NGO´s müssen dringend zerschlagen werden.

    Aber bei einer Politik „Links ist doch nicht vorbei“ (Danke an Merz) geht Deutschland unter!

  • In Nordeutschland lagert Erdgas. Das reicht mindestens 30 Jahre für Deutschland, Fachleute, keine Experten, sprechen auch von bis zu 50 Jahren.
    In der 60er Jahren wurde dort nach damaligen Methoden Gas-Fracking betrieben. Es gab keine Erdbeben und Trinkwasser wurde auch nirgends verunreinigt. Aber heute ist Gas-Fracking mit weiter entwickelten Verfahren ja „tatal gefährlich“.
    Warum?
    Weil man die Bürger mit Lügen-Filmen und Falschaussagen zugemüllt hat.
    Also friert man doch lieber, oder?

  • Nehmt den Altparteien und vor allem den Grünen ihre Planwirtschaft weg und stellt die Verantwortlichen vor ein Schnellgericht (Prozesse über Jahre hinweg sind Verarsche)

  • Clever. Deindustrialisierung durch die Hintertür „Energiemangel“.

    Der Zorn der Untertanen kann jederzeit auf schurkische Putin-Russen gelenkt werden, wenn die Bude kalt, der Supermarkt leer, die Arbeit weg und das Elend da ist.

  • Ohne Worte!

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