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Britischer Energiekonzern

Warum sich BP vollständig aus der Nordsee-Ölförderung zurückzieht – obwohl Öl und Gas weltweit boomen

Der britische Energiekonzern BP zieht sich vollends aus der Ölförderung in der Nordsee zurück. Hohe Abgaben und überkomplexe Regulierung führten zu dieser Entscheidung. Hand in Hand taumeln Großbritannien und die Europäische Union dem energiepolitischen Regenbogenland entgegen.

Britisches Mineralölunternehmen: die BP p.l.c., ehemals British Petroleum (IMAGO/Christian Offenberg)

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Es gibt vorläufig nichts Neues unter der Sonne. 2025 war ein Rekordjahr für fossile Energieträger – ob einem das gefällt oder nicht. So wie sich die Güterströme dieser Welt entlang der maritimen Seerouten im gemächlichen Tempo des Schiffsverkehrs bewegen, wenig affiziert vom Geschwindigkeitsrausch der sie umgebenden digitalen Welt, so folgt auch die Erzeugung primärer Energie noch immer den Prinzipien des kombustiblen Zeitalters. 86 Prozent des globalen Primärenergieverbrauchs stammen weiterhin aus fossilen Energieträgern: aus Öl, Gas oder Kohle.

Die globale Wirtschaft wälzt sich also weiterhin auf ihren traditionellen Bahnen dahin. In ihrem Maschinenraum verfeuert die Menschheit jene Energieträger, die einen günstigen und jederzeit verlässlichen Energiefluss ermöglichen – ganz gleich, was ökosozialistische Narzissten in ihren urbanen Weltverbesserer-Blasen Europas davon halten. Von Europa, insbesondere von der Öl- und Gasförderung in der Nordsee, nehmen immer mehr Konzerne Abstand, zuletzt das englische Flaggschiff British Petroleum.

Nach dem Rückzug von Konkurrenzunternehmen wie Shell, Equinor und TotalEnergies war nun BP seinerseits an der Reihe, seinen Rückzug aus der Ölförderung in der Nordsee zu erklären. Nur 100 Tage nach ihrem Amtsantritt begründete CEO Meg O’Neill den Schritt nicht mit versiegenden Lagerstätten, sondern – und das verwundert im energiepolitischen Kontext Europas – mit wirtschaftlicher Vernunft. Man wolle das Firmenkapital künftig disziplinierter einsetzen, so O’Neill. Zudem sei man gezwungen, den hohen britischen Sondersteuern auf fossile Energieträger auszuweichen und dem wachsenden regulatorischen Druck aus dem Weg zu gehen.

Man kann es auch so formulieren: Kapital folgt einer simplen Logik. Es folgt dem Ruf der Regionen, die es tendenziell besser behandeln. O’Neill kündigte nach ihren ersten 100 Tagen an der Konzernspitze an, das Unternehmensportfolio zu verschlanken, Kosten zu senken und Investitionen auf rentablere Projekte zu konzentrieren. Offenbar gehört die heimische britische Nordsee künftig nicht mehr zu den präferierten Standorten von British Petroleum, das nach Jahren des Kleinkriegs mit britischen Behörden das Handtuch wirft.

BPs Rückzug aus der Nordsee ist mehr als nur eine Fußnote in der Firmengeschichte. Es geht um Milliardeninvestitionen, die strategische Verlagerung von Wertschöpfung – und um einen Standort, dem man andernorts den roten Teppich ausbreitet. Ein vollständiger Verkauf der britischen Nordsee-Aktivitäten könnte BP Schätzungen zufolge rund zwei Milliarden Pfund einbringen, also etwa 2,3 Milliarden Euro. BP reiht sich ein in die wachsende Zahl der Unternehmen, die Europa den Rücken kehren. Es ist bizarr mit anzusehen, dass die Ideologie des Degrowth, die den Alarmismus der Klimapolitik geschickt auszuspielen weiß, all der Verheerungen zum Trotz noch immer versteht, die wirtschaftliche Ratio aus dem Feld zu schlagen.

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Zwar vergab die konservative britische Regierung vor wenigen Jahren neue Nordsee-Förderlizenzen, etwa um die Energieversorgung des Landes und Arbeitsplätze zu sichern. Doch im gleichen Atemzug wurde eine Sondersteuer von 35 Prozent auf die Erträge eingeführt. Für Upstream-Aktivitäten im Bereich der fossilen Förderung bedeutete dies einen betriebswirtschaftlichen Knock-out. Die Politik drängte die Betriebe regelrecht in eine unhaltbare Wettbewerbsposition auf dem globalen Markt. Zu der politischen Drangsalierung kamen steigende CO₂-Abgaben, unhaltbare Klimaziele und eine regulatorische Gängelei hinzu, wie wir sie von der EU-Kommission kennen. Es kam, wie es kommen musste: Die Summe der Schikanen führte letztlich zum Exodus der Energieriesen aus der Region.

Man kann es auch so sehen: Der formal vollzogene Brexit, der Rückzug Großbritanniens aus der Europäischen Union, fand gerade im Bereich der Energiepolitik niemals statt. Großbritannien hat sich nie aus der Umklammerung Brüssels gelöst.London stimmte sich vom ersten Moment an, strategisch vorgegeben vom seinerzeit in Downing Street 10 residierenden Boris Johnson, eng mit der EU-Kommission ab. Gemeinsam implementierte man die Klima- und Energiepolitik, die Europa gegenwärtig ökonomisch den Garaus macht.

Doch es regt sich leiser Widerstand. Mithin könnte man der Ansicht sein, dieser Widerstand gegen die Brüsseler Klimadoktrin materialisiere sich auf dem Feld der nationalen Energiepolitik. Die Koordination von Klima- und Energiepolitik zwischen London und Brüssel sowie den wichtigen EU-Hauptstädten sticht geradezu ins Auge, was den Druck auf die nationale Politik, eigene energiepolitische Lösungen zu finden, massiv erhöht. In Rumänien entsteht vor der Schwarzmeerküste mit dem Neptun-Projekt eines der größten Gasförderprojekte Europas. In Polen oder auch in der Slowakei sind neue Kernkraftprojekte geplant oder bereits im Bau. Ein erschreckendes, ganz praktisches Verdikt über den Ausstieg Deutschlands aus dieser Zukunftstechnologie.

Ursula von der Leyen reagierte schnell und nahm die Kernkraft in die Energiestrategie der EU-Kommission auf. Assimilation durch Integration – bevor die inneren Widersprüche zwischen Brüssel und einzelnen Nationen zum offenen Konflikt führen. Und wer weiß: Sollte sich Deutschland eines Tages zur Förderung der eigenen Gasvorkommen bekennen, könnte in einem deregulierten und steuerpolitisch wettbewerbsfördernden Umfeld möglicherweise sogar BP einer der Förderkandidaten sein.

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15 Kommentare

  • VdL jubelt.
    Wie lange will sich Europa die EU noch antun?

    • Aus meiner Sicht wird sich erst was ändern, wenn die Spitze der EU und des WEF verhaftet wird.

      • An die Wand stellen, für ein Foto.

  • „Hand in Hand taumeln Großbritannien und die Europäische Union dem energiepolitischen Regenbogenland entgegen.“ Falls es noch keiner bemerkt hat, wir sind schon mittendrin.

  • BP steht unter Druck der NGO „Follow This“

    • TIPP
      TAZ
      Aktionäre setzen BP unter Druck
      Stimmrechtsberater, einflussreich, sucht etwas Langfristiges

      Der fossile Konzern BP hat sich von seinem zögerlichen Klimakurs abgewendet und setzt wieder voll auf Öl und Gas. Wie Aktionäre das verhindern wollen.

      7.4.2026

  • Steuern rauf, bis alle abwandern oder aufgeben.
    Degrowth über Killersteuern.
    Das Geld fließt dann als Subventionen in Wind und Solar.
    Bis zum Untergang, weil nichts mehr auf wirtschaftlich soliden Füßen steht.

  • Das Problem ist die EUdssr.
    Entweder wird der Laden refirmiert oder wir gehen unter.

  • Wenn ich das Wort Klimapolitik höre/lese wird mir unendlich übel.
    Das Klima braucht keine Politik, weil es Gott sei Dank NICHT vom Menschen abhängig ist, auch wenn er der völlig irren Annahme ist!

  • NGOs bestimmen durch ihre Klageandrohungen den wirtschaftlichen Untergang
    Politik knickt ein, ohne die Folgen im Blick zu behalten.

    Zum einen rechnet man mit Kriegen–auf der anderen Seite ruiniert man die Wirtschaft, schafft sichere Energiequellen ab.
    Womit will man Panzer, Kriegsschiffe und Jagdbomber betreiben–mit welchem Stahl und welcher Energie will man all das Kriegsmaterial herstellen?

    Es passt nichts zusammen–was nützen 500 Milliarden um kriegstüchtig zu werden, wenn kein Sprit für Kampfjets oder Mannschaftswagen für den Transport von Soldaten da ist?

    Links wirkt . Kapitalismus wird abgeschafft –und Frau von der Leyen und Kanzler Merz sind die größten linken Aktivisten in diesem Vernichtungs-Szenario.

  • Wenn Europa erst mal entvölkert ist, können die neuen Herren endlich das Land für ihre Zwecke in Beschlag nehmen. Die gegenwärtig dort lebenden Völker stören da nur.

  • Die antidemokratische, totalitäre EU hat keine Zukunft! Zeit für was Neues!

  • Komm mit mir ins Abenteuerland,
    Wir fahren es grad an die Wand.

  • In meinem TV Heft ist eine grosse Werbung von Philip Morris fürs NICHTRAUCHEN.

    Nach Mussolinis Definitions ist Faschismus der perfekte KORPORATISMUS.

    Anders lässt sich nicht erklären dass alle Konzerne beim Great Reset mitmachen.
    Die globalistische Kabale zieht ihr Ding durch, da können wir uns auch nicht rauswählen.

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