Werbung:

Werbung:

Wie soll Trumps Präsidentschaft in die Geschichte eingehen? Auch um diese Frage drehte sich seine Entscheidung zum Schlag gegen das iranische Mullah-Regime. Wie der US-Präsident an diesen Punkt gelangte.

Eine Analyse •

Delivered by AMA

Mit Rauchwolken über Teheran sind es die Erinnerungen an den im Debakel geendeten Irakkrieg, die die Kritiker von US-Präsident Trump ihm nun vorhalten: „Es wird ein neuer Irak“, ist die Parole, die seine Gegner ihm ins Gesicht werfen. Überraschen dürfte es den Präsidenten nicht.

Trump selbst war es, der 2016 mit dem republikanischen Establishment brach und den von Bush gestarteten Krieg als am Ende gescheitertes „Chaos“ brandmarkte. Er positionierte die Außenpolitik seiner Regierung von Anfang an anders – anders als das „Nation Building“ von Bush, aber auch anders als die zwar vereinzelt militärisch aktive, aber oft eher zögernde und abwartende Politik von Obama.

Jetzt, zehn Jahre nach dem historischen Wahljahr, in dem die Wähler Trump das erste Mal an die Spitze der amerikanischen Republik katapultierten, stand er vor der womöglich folgenschwersten Entscheidung seiner zweiten Präsidentschaft – wenn nicht sogar seines gesamten politischen Lebens: Wagt er den Schlag auf Irans Mullahs? Nicht nur gegen eine Atomanlage, sondern einen Krieg, der das Regime ausschaltet.

In jenen Wintertagen und -stunden in Mar-a-Lago und Washington, als Trump die Entscheidung zum Angriff fällte, stand viel auf dem Spiel: eine historische Chance, den Nahen und Mittleren Osten für immer zu verändern – ebenso wie die Gefahr eines maßlosen Debakels.

Aber um die Tragweite zu verstehen, muss man zunächst einen Schritt zurücktreten und darauf blicken, wie Trump, seine Regierung und die Welt an diesen Punkt gekommen sind: Trump – so kritisch er auch gegenüber dem Bush-Vorgehen war – war nie ein Anhänger davon, das iranische Regime mit Samthandschuhen anzufassen.

Lesen Sie auch:

Im Gegenteil, man darf nicht vergessen: Eines seiner zentralen Wahlversprechen 2016 war es, den kurz zuvor unter Obama ausgehandelten Atom-Deal mit dem Iran aufzukündigen. Ein Versprechen, das er prompt umsetzte. Der Deal hatte dem Iran ein Ende der Sanktionen geboten, aber seine nuklearen Ambitionen kaum eingeschränkt. Es gab ein formelles Verbot der Anreicherung, das der Iran nicht nur heimlich brach, sondern das ebenfalls nur auf zehn Jahre begrenzt war und keinerlei Einschränkungen seiner Raketenentwicklung und parallel stattfindenden Terrorfinanzierung quer durch die Region beinhaltete.

Es war ein Willkommenheißen des Iran zurück in die „internationale Gemeinschaft“, ohne dass dieser dauerhaft auf sein Atomprogramm verzichten musste. Einer der zentralen Bausteine der Obama-Außenpolitik, die einen zunehmend iranfreundlichen und israelkritischen Kurs fuhr – der Architekt des Deals, Obama-Berater Ben Rhodes, hatte von seinen eigenen Kollegen daher gar den Spitznamen „Hamas“ bekommen.

Trump beendete all das, fuhr die Sanktionen wieder hoch und schaltete 2020 mit einem Drohnenschlag im Irak Irans Nummer 2 und Chef-Terroristen Qassem Soleimani aus, der in dem Nachbarland unterwegs war, um sich mit iranisch kontrollierten, schiitischen Milizen zu treffen, die kurz zuvor den Sturm auf die US-Botschaft in Bagdad versucht hatten. Trump wollte um jeden Preis eine Wiederholung des tödlichen Bengasi-Debakels unter Obama verhindern und zudem ein Signal der Stärke an die Mullahs senden.

Als Obama sein Amt verlassen hatte, war der Iran wohl auf dem Zenit seiner Macht und seines regionalen Einflusses. Das änderte sich unter Trumps erster Präsidentschaft – und beschleunigte sich nach dem wohl auch iranisch unterstützten Hamas-Angriff am 7. Oktober 2023. Nach und nach schaltete Israel zentrale Akteure der vom Iran gesteuerten „Achse des Widerstands“ – jener Ansammlung islamischer Terrormilizen in der Region – aus. Die Hamas liegt heute am Boden, die Hisbollah ist durch die Pager-Attacken und israelischen Gegenoffensiven längst nicht mehr die gefährliche Bedrohung, die sie einst war.

Und der Iran selbst? Ist historisch geschwächt. Seine Drohnenangriffe auf Israel scheiterten größtenteils. Mehr noch: Sie zeigten einen israelisch-arabischen Zusammenhalt gegen das Mullah-Regime, als viele arabische Staaten die auf Israel gerichteten Flugkörper abfingen. Im letzten Jahr dann gab Trump das grüne Licht für einen einmaligen Militärschlag, der lange diskutiert und geplant wurde, den zuvor aber kein Präsident wagte: die Zerstörung der iranischen Atomanlagen.

Und das gelang: Das iranische Atomprogramm, wenn auch nicht für immer erledigt, wurde um Jahre zurückgeschlagen. Ein befürchteter Flächenbrand blieb aus. Als nach Trumps blitzartigem Schlag gegen Maduro in Venezuela dann im Iran Anfang des Jahres neue Demonstrationen gegen das Mullah-Regime anschwollen, stellte er sich hinter den Protest und erklärte den Tod von Demonstranten zur roten Linie.

Das iranische Regime aber nahm das nicht ernst, massakrierte seine Gegner zu Tausenden. Jetzt gab es nur drei Wege, wie dies ausgehen konnte: Erstens, Trump unternimmt nichts. Seine rote Linie bedeutet nichts. So wie Obamas rote Linien in Syrien, die am Ende nicht er, sondern Trump mit Luftschlägen durchsetzte.

Jeder Präsident hat einen Satz, für den er in Erinnerung bleibt. Trump-Vertrauter und US-Senator Lindsey Graham warnte: Seiner wird lauten „Hilfe ist auf dem Weg, protestiert weiter!“, während das iranische Regime ungestraft Demonstranten massakriert – wenn er jetzt nicht handelt.

Die Geschichte ist voll mit Protestbewegungen, die aus dem Westen angefeuert wurden, aber nie kam die erhoffte Unterstützung. Trump drohte, diesen Schritt zu wiederholen, wenn er nichts tut. Mehr noch: Er drohte zu zeigen, dass sein Wort, seine rote Linie nichts zählen. Auch daher schlug er zu. Ganz explizit mit dem Ziel, auch das Mullah-Regime selbst zu zerstören.

Und hier kommen wir auch schon zu einem befürchteten Szenario, das Trumps Kritiker aktuell an die Wand malen: ein weiterer gescheiterter „Regime Change“-Krieg, bei dem selbst ein militärischer Erfolg nur ein Pyrrhussieg ist. Das Irak-Szenario, wo das Land am Ende auseinanderzufallen droht, zur Brutstätte für neuen islamistischen Terror wird und die USA in einen jahrzehntelangen Konflikt zieht.

Ein Dauerkrieg, der die USA bindet und den längst überfälligen „Pivot to Asia“ weiter verschleppt. Munition und Raketen, die schneller gegen die Mullahs aufgebraucht werden, als sie nachbeschafft werden können – und dann in einem potenziellen Konflikt mit China fehlen. Das ist kein Hirngespinst, es ist eine realistische Gefahr für die USA. Auch wenn man im Iran gewinnt.

Andererseits ist der Iran nicht gleich der Irak. Und kein Krieg wiederholt sich genau so, auch wenn man im Westen die Tendenz hat, alle möglichen Konflikte immer nur als Neuauflage von Krieg X zu sehen.

Während der Irak ein arabischer Staat ist, mit Grenzen, die unter britischer Herrschaft auf dem Reißbrett gezogen wurden und bis heute für Konflikte sorgen, ist der Iran mit Tausenden Jahren persischer Geschichte als Nation ganz anders etabliert, auch in expliziter Abgrenzung zum arabischen Raum – und teils auch zur islamischen Identität.

Er ist vielmehr auf nationaler Identität statt auf religiösen Konfliktlinien aufgebaut – und die jahrzehntelange Diktatur der „Islamischen Republik“ der Mullahs stellt vielmehr einen Bruch mit dieser persischen Geschichte dar. Es gibt damit einen sich bewährten, säkularen Nationalstaat, zu dem man zurückkehren könnte. All das macht es einfacher, sich einen Iran ohne Mullahs vorzustellen. Auch wenn es natürlich im Iran ebenso ethnische Minderheiten gibt. Aber die Rahmenbedingungen für einen Systemwechsel sehen anders aus.

Auch militärisch unterscheidet sich Trumps Einsatz im Iran von Bushs Irakkrieg: Während man Saddam Hussein monatelang verfolgte, war Irans Machthaber Ayatollah Chamenei bereits Stunden nach Beginn des Konflikts tot – ebenso wie der Großteil der iranischen Führungsriege. All das bisher ohne Einsatz echter Bodentruppen. Ein weiterer Unterschied zum Irak, wo am Ende die meisten US-Soldaten in sich immer länger ziehenden Haus-zu-Haus-Kämpfen gegen Aufständische oder durch Sprengfallen ums Leben kamen.

All dieses Chaos vermeidet Trump mit seinem blitzartigen Vorgehen aus der Luft, das inzwischen zu seinem militärischen Markenzeichen geworden ist. Keine „ewigen Kriege“, ein schneller Schlag aus der Luft, maximal tödlich, maximal effektiv – das war zuletzt oft sein Rezept. Und in Anlehnung daran scheint man auch im Iran zu operieren, auch wenn Trump diesmal klargemacht hat, dass es durchaus länger dauern und womöglich vereinzelt „Boots on the Ground“ erfordern wird.

Der Irankrieg jedenfalls ist, das ist auch Trump bewusst, mehr als nur ein zweistündiger Einstieg wie im Falle Maduros in Venezuela. Aber dafür steht auch viel mehr auf dem Spiel. Gelingt wirklich ein Sturz der Mullahs, der einen neuen säkular-demokratischen Iran einläutet, dann gewinnen die USA nicht nur einen mächtigen Verbündeten in der Region – sie würden das gesamte Mächteverhältnis im Nahen Osten verschieben.

Und die Chance dafür ist jetzt da: Das Regime ist geschwächt; und die Gefahr, Wort zu brechen, wenn man das Massaker der Mullahs nur schulterzuckend hinnimmt, stand im Raum – daher schlug Trump zu. In der Hoffnung, so einen historischen Wandel herbeizuführen. Ob ihm das gelingt oder der Krieg doch erst noch zum befürchteten Debakel ausartet – das wird erst die Geschichte zeigen.

Werbung

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Strafbare Inhalte, Beleidigungen oder ähnliches sind verboten (hier unsere Kommentar-Richtlinien). Kommentare sind auf maximal 1.000 Zeichen limitiert.

21 Kommentare

  • „Wie soll Trumps Präsidentschaft in die Geschichte eingehen?“ – Das ist doch klar: Als die beste US-Präsidentschaft aller Zeiten. Was Donald TRUMP für sein Volk geleistet hat, ist unglaublich gut. Seinen Untertanen geht es besser als jemals zuvor. Und weltpolitisch sorgt Donald TRUMP mit größter Tatkraft für Frieden und er bekämpft die größte Geißel der Menschheit nämlich den Islam mit aller Härte. M.E. wurde Donald TRUMP uns Menschen direkt von Gott geschickt, er ist ein Messias.

  • Die Bundesregierung scheint eher auf Seiten der Mullahs zu stehen…

    • Der Bundesregierung hat man scheinbar vergessen zu sagen, wie sie sich zu positionieren hat. Oder sie hat das nicht verstanden.

      • Schlimm genug, dass man es ihr sagen muss.

  • Wie auch immer.
    Wir können alle nur hoffen, dass das Mullah-Regime sein verdientes Ende findet.

  • Der Irak-Krieg bis zum Fall Bagdads hat etwa sechs Wochen gedauert und war ein Musterbeispiel an schneller und effizienter Kriegsführung.

  • Die alternative zu warten bis Iran als Terror statt eine Atombombe hat wäre einfach zu riskant..

    • Ach, das geht gar nicht ums Öl?
      Na dann, das ist was anderes.

  • Bundesregierung scheint auf Seiten der Mullahs – hahahahahahahhahahah.
    Die wissen doch nicht einmal wo es warmes Wasser gibt und dann Geopolitik.
    Leut – Aufwachen.
    Sach- und Realpolitik statt Emotion und Wünsch Dir was!

  • Ich denke Trump ist in die Falle des Blenders Hegseth gelaufen.

    Ich hatte hier am Anfang des Konfliktes geschrieben, das Hegseth sicher nicht einmal weiß/wusste, das der Iran etwa 4x so gross ist wie Kalifornien; das man das Regime eines solch riesigen Landes nicht in 4 Wochen aus der Luft in die Knie zwingen kann. Völlig ausgeschlossen.

    Siehe analog WK 2 , die Vernichtung der Nazi Diktatur, der Sieg über das 3..Reich durch RIESIGE Alliierten Verbände.

    Die lautmalerische Eitelkeit Trump’s stand/steht einer im Grunde – richtigen- diskreten Aktion gegen das Mullah Regime im Wege, die es gebraucht hätte. Siehe der Luftschlag gegen die Atomanlagen des Iran im Vorjahr. kurz und knapp.

    Nun handelt man sich auch noch einen strategischen Vorteil Russlands in Sachen Öl ein, der auch nicht von Anfang an mitgedacht wurde.

    Ich lag bei Noem richtig (muss weg), gilt nach meiner Meinung auch für Hegseth- sollte weg- kann nix.

  • Ihr verteidigt den Irren immer noch?

  • wer Lindsay Graham,einen wahnsinnigen Kriegstreiber(einfach mal seine Kommentare zu ukrainischen Soldaten) hier anführt,hat sich wirklich nicht informiert,der ist kein „Trump-Vertrauter“,das ist ein eiskalter Neocon

  • Mit Vance wäre das nicht passiert. Der ist abgetaucht. Trump hat sich auch von Bibi verarschen lassen und jetzt brennt der gesamte Nahe Osten. Eine Lösung gibt es nicht. Israel wird auch nur Verlierer sein, so wie alle.

    Hätten wir noch Nordstream und die Drushba Pipline. Aber unsere Freunde sind ja keine und wir sagenhaft blöde.

    • „Mit Vance wäre das nicht passiert. “

      Sicher? Kommt drauf an, ob sein Name in diesen gewissen Akten auftaucht.

  • es war Epsteins Honeypot Kompromat für den Mossad, lebt ihr unter einem Stein?

  • >>Wie soll Trumps Präsidentschaft in die Geschichte eingehen? <<

    Als die eines Massenmörders. Wie so viele, die das weiß angestrichene Haus vor ihm abgewohnt haben.

    -11
    • Auf Apollo News, NIUS und Kontrafunk bekommen Sie für solch eine Aussage immer Dislikes. Wahrscheinlich nicht nur von den Mit-Kommentatoren. Die Drei erhalten möglicherweise Geld vom zionistischen Netzwerk.

      • Sind Sie auch ein Zionistenhasser?
        Ein Zionist ist nichts anderes als ein israelischer Nationalist.
        Was daran falsch sein soll, müsste man mir genauer erklären.

        • Nein, Hass ist das falsche Wort. Und Geld fließt sicher von vielen Seiten für viele Interessen.
          Aber es stört mich, wenn Israel sich immer einseitig als das unschuldige Opfer darstellt, was es nicht ist.
          Ich positioniere mich nicht auf eine Seite zwischen Israel und seinen Nachbarn, denn ich gebe zu, die Hintergründe nicht vollständig zu kennen.
          Aber die Brutalität die Israel und die USA an den Tag legen, verurteile ich sehr wohl. Ich glaube, es gibt keinen Zweifel, wer diesen Krieg, oder sagen wir lieber diese Schlacht, begonnen hat.

          0
    • Das ist die traurige Tradition dieses Amtes. Ohne Ausnahme.

Werbung