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Kaufzurückhaltung

Deutschland spart sich durch die Krise: Wie Gastgewerbe und Reisebranche sterben

Lohnt es sich in der aktuellen Lage eigentlich noch, Geld auszugeben? Deutsche Verbraucher entscheiden sich immer häufiger dagegen. Das setzt ganze Branchen unter Druck – Gastronomie und Reisebranche werden mit voller Wucht getroffen.

Seit Jahren herrscht in Deutschland ein ausgesprochen niedriges Konsumklima (imago images/Sabine Gudath)

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Eine Konsumflaute von bemerkenswerter Hartnäckigkeit überschattet die Bundesrepublik. Verbraucher halten ihr Geld zurück und sparen. Die Folge: Besonders Branchen wie die Gastronomie sowie die Reise- und Freizeitbranche, die vom frei verfügbaren Einkommen der Haushalte leben, geraten unter massiven finanziellen Druck.

Wie tief die Kaufzurückhaltung sitzt, zeigen aktuelle Stimmungsdaten. Das Konsumklima, ein monatlich erfasster Stimmungs- und Frühindikator von GfK und dem Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) – erhoben unter 2.000 Verbrauchern zwischen dem 2. und 13. Juli 2026 –, liegt für August 2026 bei einem Wert von minus 29,6 Punkten und verharrt damit seit Anfang 2022 im negativen Bereich. Ein Wert unter 0 signalisiert eine erwartete Abnahme des privaten Konsums gegenüber dem Vorjahreszeitraum (mehr dazu hier).

Die Folgen des enttäuschenden Konsumklimas und der damit einhergehenden hohen Sparneigung zeigen sich zuerst bei den großen, aufschiebbaren Ausgaben, die zunehmend wegfallen – etwa beim Hauskauf beziehungsweise -bau oder bei Anschaffungen wie Fahrzeugen, darunter Autos, aber auch Wohn- oder Reisemobile.

Nach Zahlen des Caravaning Industrie Verbands (CIVD) sank die Zahl der neu zugelassenen Reisemobile und Wohnwagen in den ersten sieben Monaten 2026 um drei Prozent auf 63.329 Fahrzeuge. Schon das Gesamtjahr 2025 hatte mit einem Minus von 2,3 Prozent geschlossen. Bei den Finanzzahlen sah es im vergangenen Jahr noch schlechter aus: Der Branchenumsatz schrumpfte im Vergleich zum Vorjahr um 6,5 Prozent auf rund 14,1 Milliarden Euro.

CIVD-Geschäftsführer Daniel Onggowinarso formuliert es in einer Stellungnahme wie folgt: „Wir machen eine kurze Zwischenpause und atmen durch – und wenn es der Wirtschaft wieder besser geht und der Energieschock vorbei ist, dann wird es wieder besser.“ Doch nicht nur bei Wohnwagen und Reisemobilen wird gespart.

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Generell betrachtet haben immer weniger Deutsche verfügbare Mittel für Freizeit- und Urlaubsausgaben. Nach einer Erhebung des Statistischen Bundesamts, die Ende Juni veröffentlicht wurde, lebten 2025 rund 17,3 Millionen Menschen und damit 21 Prozent der Bevölkerung in Haushalten, die sich nach eigener Einschätzung nicht einmal eine einwöchige Urlaubsreise leisten konnten. Besonders erschreckend: Das ist keineswegs eine neue Entwicklung. Der Anteil blieb im Vergleich zum Jahr 2024 unverändert. 2023 hatte der Wert sogar bei 23 Prozent gelegen.

Im einkommensschwächsten Fünftel mit höchstens rund 1.600 Euro netto im Monat waren es 2025 sogar 48 Prozent, die der Ansicht waren, sich keine einwöchige Urlaubsreise leisten zu können. Im nächsthöheren Fünftel mit bis zu etwa 2.100 Euro waren es 28 Prozent. Besonders betroffen waren Alleinerziehende, von denen 39 Prozent auf die Urlaubswoche verzichten mussten, sowie Alleinlebende mit 29 Prozent.

Unmittelbar trifft die Konsumflaute auch das Gastgewerbe. Der Hotelbesuch, vor allem jedoch der Restaurantbesuch, ist für viele deutsche Verbraucher mitunter die erste Ausgabe, die gestrichen wird. Im ersten Halbjahr 2026 verlor das Gastgewerbe nach Destatis-Daten preisbereinigt 5,2 Prozent seines Umsatzes gegenüber dem Vorjahreszeitraum; nur weil die Betriebe kräftige Preiserhöhungen durchsetzten, stand nominal ein Plus von 2,1 Prozent. 

Die Betriebe sehen sich in die Ecke gedrängt: Denn neben der Konsumflaute haben sie auf der anderen Seite mit gestiegenen Kosten zu kämpfen. Besonders stark drücken gestiegene Energie- und Lebensmittelpreise auf die Margen. Letztere sind seit 2021 deutlich stärker gestiegen als das allgemeine Preisniveau. Der Verbraucherpreisindex für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke stieg von 103,1 Punkten im Juli 2021 auf 136,8 Punkte im Juli 2026 (Basis 2020 = 100). Das entspricht einem Anstieg von rund 32 Prozent innerhalb von fünf Jahren.

Hinzu kommen die in den letzten Jahren kräftig gestiegenen Personalkosten, vor allem bedingt durch den stark gestiegenen Mindestlohn. Seit der Einführung im Jahr 2015, als der Mindestlohn noch 8,50 Euro brutto pro Stunde betrug, ist dieser inzwischen – Stand 2026 – auf 13,90 Euro pro Stunde gestiegen. Zum Jahreswechsel steht die nächste Anhebung um 60 Cent auf dann 14,50 Euro pro Stunde an.

Da in der Gastronomie sehr viele Arbeitskräfte auf Mindestlohnniveau oder knapp darüber arbeiten und der Sektor generell stark personalintensiv ist – Service, Küche, Reinigung, Theke, Auslieferung und Aushilfstätigkeiten –, schlägt sich das für die Unternehmen stark in den Gesamtkosten nieder. Wareneinsatz und Personal zusammen machten laut einer Erhebung des Branchenverbands Dehoga im Jahr 2025 60 bis über 70 Prozent des Umsatzes eines gastronomischen Betriebes aus. Besonders schädlich für die Branche ist, dass die Betriebe die Kosten kaum weitergeben können, da die Gäste ausbleiben, sobald die Preise erhöht werden. Aus Sicht des Verbrauchers erscheint das allerdings mehr als nur verständlich.

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14 Kommentare

  • Man kann sich jede weitere Analyse sparen.
    Die Ursache ist immer dieselbe: der Staat saugt seine Bürger aus bis auf das letzte Hemd. Für Luxus und ein wenig Wohlstand bleibt für immer mehr Menschen kein Geld mehr übrig.

    So lange politisch da nicht angesetzt wird, ändert sich nichts.
    Und mit den verrotteten Altparteien wird sich nichts ändern – im Gegenteil.

  • Wenn ich im Biergarten für die Halbe acht Euro hinlegen soll, dann ist das Abzocke. Diese Mondpreise habe ich letztens in Oberbayern gesehen. So etwas boykottieren ich.

    • Siehe letzte Sätze im Artikel:
      Das ist das Ergebnis vom Mindestlohn. Gab’s früher im Gaststättengewerbe nicht. Heute von der dreist abzockenden Regierung aufgezwungen. Kein Trinkgeld mehr, dann passt es wieder.
      Gestiegene Energiekosten mit extremen Steuern kommen da noch oben drauf. Und mitunter auch noch absurde Mietkosten.

    • Dann kauf dir einfach einen Döner für 10€ um es zu kompensieren *Zynismus Ende*

  • Tja, das ist alles so gewollt! Die Regierung bekommt ihren Rachen nicht voll! Und dann schmeißen die es mit vollen Händen ins Ausland! Eine tolle Regierung aus Einheitsparteien haben wir da!

  • Deutschland zum dritten Mal auf dem Weg in den Sozialismus. Das sind die ersten Auswirkungen.

  • Wir sind viele Jahre zur Spargelsaison immer nach Beelitz gefahren. In diesem Jahr sind wir auf der Hacke umgedreht. Ein paar Stangen Spargel, Kartoffeln, Schinken und die passende Soße macht 2 x 34€ zuzüglich einer 1l Flasche Gerolsteiner zu 7,50€. Da müsste ich ja vom Schwein gebissen sein….

  • Also die Gastronomen haben aufgrund ihrer exorbitanten Preiserhöhungen ein Plus und fühlen sich deshalb in die Enge gedrängt? Echt jetzt?

  • Kein Wunder alles wird teuerer und unserer Super Regierung, wir können nur die Steuern erhöhen, planen die nächsten Verteuerungen damit Klingbeil und Co noch mehr Gelder in die Rachen ihrer Begünstigten werfen können.

    Wird sich was ändern nein, die werden trotzdem weiter gewählt.
    Nächste Regierung ist Bund wie der Regenbogen nur fehlt Blau!
    ——————–
    Unterm Strich kann man dieser Regierung nur noch Verachtung entgegen bringen!

  • Für Normalos ist das oben beschriebene nicht mehr preislich tragbar.
    Nicht jeder hat EFT´s und Erbschaften erhalten. Die Zuckersteuer
    versäueret das Ganze. Schland ist zu teuer. fertig.

  • „Wir machen eine kurze Zwischenpause und atmen durch – und wenn es der Wirtschaft wieder besser geht und der Energieschock vorbei ist, dann wird es wieder besser.“
    Daniel Onggowinarso

    Ein vorbildlicher Berufsoptimist. Würde jedoch sagen, dass das Spiel nicht mehr nach periodischen ökonomischen Regeln abläuft. Die Hoch- und Depressionsphasen werden von einer hinterhältigen, globalistischen Elite gewaltsam umgestaltet. Merz verkauft das Land nach allen Regeln der Kunst. Wann darf man von Landesverräter sprechen.

  • Ich kann einfach nicht verstehen warum es immer noch so viele gibt die diese Altparteien wählen. Die Menschen werden gnadenlos ausgepresst und wehren sich nicht.

    Wir sind bis Corona jedes Wochenende Essen gegangen. Dann kam Corona und man durfte nicht oder nur mit irgendwelchen schwachsinnigen Schikanen weggehen und wir haben angefangen, wieder selber am Wochenende zu kochen. Nun kommen die exorbitanten Preise in den Restaurants dazu. Also kochen wir weiter und gehen nur noch sporadisch essen.

    Mit den Autos ist es identisch. Bis 2021 kam spätestens nach 3 Jahren ein neues Auto in die Garage. Seitdem haben wir nicht mehr gewechselt, denn wenn ich die Preise der Autos ansehe vergeht mir die Lust auf was Neues.
    Dazu wurde die Baureihe des Zweitwagens, ein 2-sitziges Cabrio von Mercedes eingestellt. Somit fahren wir auch dieses Auto weiter obwohl der Wechsel eigentlich 2020 dran war.

    Diese Politiker sind m.E. kriminell machen dieses Land absichtlich kaputt.

  • DEHOGA, waren doch immer brav dabei, als es gegen die ungeimpften Mörder ging. Wir machen keinen Urlaub mehr in Deutschland und im Ausland haben wir einen Reiskocher und kaufen unser Essen im Supermarkt. Sonst wäre Reisen sowieso nicht finanzierbar. Weiter so DEHOGA. Habt ihr gut hingekriegt.

  • Das ist alles dieses verdammte linksgrüne Regime schuld !!!!!!!!!!!!!!

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