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Der Fall Ulmen: Unschuldsvermutung und Differenzierungsallergie

Nach den Vorwürfen, die Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann erhoben hat, reagiert die Öffentlichkeit wie immer in solchen Fällen: Kastrationsforderungen von der einen Seite und Bikini-Vorwürfe von der anderen. Kann man mit solchen Fällen auch sachlich umgehen?

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Während sich alles immer weiter ins Internet verlagert, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Vergewaltiger ins Homeoffice gehen. Wer am öffentlichen Leben teilnehmen will, kommt am Diskurs zur „Du hast mich virtuell vergewaltigt“-Titelstory des Spiegel nicht vorbei. Die Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes wirft ihrem Ex-Mann Christian Ulmen vor, über Jahrzehnte Fake-Accounts in ihrem Namen angelegt und mithilfe von KI sexuellen Kontakt mit Männern aufgenommen zu haben. In Spanien hat sie ihn deshalb angezeigt. Die Technik mag neu sein, die Gesichter sind dieses Mal andere, doch wir kennen das Spiel schon: egal ob Till Lindemann, Johnny Depp oder Jörg Kachelmann. Furchtbare Vorwürfe werden öffentlich, und die Gesellschaft reagiert immer gleich: Die Unschuldsvermutung fliegt über Bord, vom Konjunktiv hat nie jemand etwas gehört, es bilden sich zwei Lager, und beide sind offenbar gegen Differenzierung tödlich allergisch.

Ich bin nicht hier, um irgendwen in Schutz zu nehmen. Ich möchte nur ein Experiment wagen: Sind wir bei so emotional aufgeladenen Themen überhaupt noch zu Sachlichkeit fähig? Es können nämlich zwei Dinge gleichzeitig wahr sein. Man kann das, was Collien Fernandes schildert, für abscheulich und furchtbar halten – und trotzdem (oder gerade deshalb) an der Unschuldsvermutung festhalten. Man kann auch die politische Instrumentalisierung kritisch sehen und muss Fernandes trotzdem nicht jedes Recht auf Empathie absprechen. Und das alles geht auch, während man alle Beteiligten unsympathisch findet.

Man hat das Gefühl, dass gerade alle am Durchdrehen sind. Die Berliner Zeitung ging gestern ganz groß mit dem Kommentar „Fall Ulmen: In jedem Mann schlummert ein Monster“ raus. „Einer Frau ist es erst einmal egal, ob der mutmaßliche Täter ein woker Vorzeigepapa, ein schmieriger Snob, ein Feminist oder ein Islamist war. Das, was so hart trifft, ist die Tatsache, dass es passiert und dass es sich um den Ehemann handelt, also die Person, die einer Frau am nächsten steht“, schreibt die Autorin in ihrem offenbar hastig geschriebenen und nicht sonderlich durchdachten Artikel. 

Die Bild-Zeitung legt direkt noch einen drauf mit dem Kommentar: „Collien Fernandes: Der virtuelle Fall Pelicot“. Die Autorin vergleicht Collien Fernandes nicht nur mit Giséle Pelicot, sie setzt sie förmlich gleich. Lediglich ein „Die Taten sind nicht genau identisch“ drückt sie sich ab. Das ist das Einzige, was sie zu dem nahezu völlig nebensächlichen Fakt, dass Pelicot von über fünfzig Männern systematisch betäubt und – nicht virtuell – vergewaltigt wurde, zu sagen hat. „Beide Fälle legen strukturelle Probleme unserer Gesellschaft frei: Nicht jeder Mann ist ein Täter. Aber jeder Täter ist ein Mann.“

Die sozialen Medien sind sogar noch schlimmer. Auf Instagram habe ich gelernt, dass die ehemaligen Kollegen von Ulmen, die sich auf den Fall angesprochen mit Verweis auf die Unschuldsvermutung nicht weiter äußern wollen, Teil eines patriarchalen Systems sind: Männer schützen Männer. Die Spiegel-Bestseller-Autorin Leonie Löwenherz fordert die öffentliche Kastration von Christian Ulmen und bezeichnet alle Männer, die „nun irgendwas von ‚Unschuldsvermutung‘ in Kommentarspalten rotzen“, als „Täterschützer“.

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Scrollt man weiter, bekommt man zahlreiche Video-Statements von irgendwelchen männlichen Y-Promis gezeigt, die als Mann mal sagen wollten, wie schlimm das doch alles ist. Zum Glück kann ich mir als Frau so aus zuverlässiger Quelle meine Gefühle einordnen lassen! Jetzt, wo mir von einem Mann verifiziert wurde, dass ich das wirklich ganz schlimm finden kann, weiß ich endlich, dass ich nicht einfach nur hysterisch bin! 

Es ist wirklich interessant zu beobachten: Ausgerechnet diejenigen, die absolute Treue zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung in jedem Privatchat einfordern – und Abweichungen mit Ausgrenzung und dem finanziellen Ruin bestraft sehen wollen –, werfen ein so unglaublich wichtiges und grundlegendes rechtsstaatliches Prinzip wie die Unschuldsvermutung so bereitwillig über Bord. Der Doppelstandard endet hier nicht. Es sind vielleicht alle Männer, aber wenn die Statistik für Gruppenvergewaltigungen insbesondere auf eine bestimmte Gruppe von Männern hindeutet, sieht man niemanden auf den Straßen demonstrieren oder die gleichen wütenden Videos drehen. 

Und auch bei bestimmten Frauen schaut man weg. Josephine Ballon von HateAid weist in der Tagesschau darauf hin, dass „sehr konservative Kreise“ für Frauenfeindlichkeit im Netz und somit auch für wachsende KI-Pornografie mitverantwortlich seien. In dieser ganzen Debatte habe ich noch nicht einmal von dem ersten und bekanntesten Opfer von KI-Pornografie gehört: Giorgia Meloni. Zwei Männer – Vater und Sohn – hatten KI-Pornos von ihr angefertigt und verbreitet, die Videos wurden millionenfach angesehen. Über den Prozess wurde in Deutschland eher spärlich berichtet. Das Mitleid hält sich bei falscher Gesinnung von Opfer und Täter eben doch in Grenzen. 

Jetzt alte Videos von Collien Fernandes als Moderatorin in sexistisch anmutenden Sendungen oder Fotos, auf denen sie leicht bekleidet posiert, herauszukramen, ist aber auch wenig zielführend. Mit der Entscheidung, sich für ein Zeitungscover auszuziehen, hat man sein Persönlichkeitsrecht nicht in alle Ewigkeit verwirkt und nicht automatisch in Deepfake-Pornografie eingewilligt. Wenn Frauen sich am Strand oberkörperfrei in die Öffentlichkeit setzen und dann nicht wollen, dass man sie in der Umkleidekabine in Unterwäsche sieht, gibt es da einen kleinen, aber feinen Unterschied: Einverständnis. Ob Fernandes traumatisiert wirkt oder nicht, tut auch nichts zur Sache. Selbst bei Natascha Kampusch gab es Stimmen, die sie für das Opfer einer so furchtbaren Straftat für zu selbstbewusst und glücklich empfunden haben.

Die Unschuldsvermutung, die für ihren Ex-Mann gilt, bedeutet nicht im Umkehrschluss, dass man ihr unterstellen muss, sie habe sich alles nur ausgedacht. Das bedeutet natürlich nicht, dass man ihr uneingeschränkt glauben muss. Die Ermittlungen in dem Fall stehen noch ganz am Anfang. Es war Fernandes’ Entscheidung, sich in diesem Stadium schon so breit an die Öffentlichkeit zu wenden, wo die Geschichte nur an ihrem Wort und dem Qualitätsstandard des Spiegel hängt. 

Am Ende des Tages ist es egal, auf „welches Lager“ man sich schlägt oder ob man sich aus solchen Geschichten lieber raushalten will. Was uns allerdings alle betreffen wird, ist die Gesetzesinitiative, die nun genauso gehetzt auf den Weg gebracht wird wie die vielen Kommentare und Kolumnen zu diesem Thema. Mit dem Emotionsdruck, den man nun im öffentlichen Diskurs ausübt, wird davon bestimmt irgendwas kleben bleiben. Vielleicht kriegt Friedrich Merz dann endlich seine Klarnamenspflicht. 

Die bittere Ironie ist doch: Wenn es stimmen sollte, was Collien Fernandes ihrem Ex-Mann vorwirft, wäre ihr Fall der letzte, bei dem eine Klarnamenspflicht irgendwas verhindert hätte. Ihr Ex-Mann hätte während der Ehe jahrelang Zugang zu ihren Ausweispapieren gehabt, hat möglicherweise ihre Passwörter für ihre technischen Geräte gekannt oder leicht herausfinden können. Es ist verständlich, dass die Öffentlichkeit angesichts der Vorstellung, dass die Person, der man auf der ganzen Welt am meisten vertraut, über Jahre zu so etwas fähig sein könnte, erschüttert ist. Doch überstürzt aus Emotionen die Freiheit aller einzuschränken, ist nie eine gute Idee. 

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137 Kommentare

  • Eine Sache die nur zwei Personen etwas angeht, lenkt vom Zusammenbruch der Wirtschaft und den unseligen Machenschaften der Kartellparteien zum Schaden Deutschlands ab.
    Was interessiert mich ein Ehestreit fremder Menschen?

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    • Zumal ich noch keinerlei Beweise für Irgendetwas gesehen oder gehört habe !
      Es mag sein dass es so war ! Aber könnte ja auch genau so gut irgend eine Art von Rachefeldzug Karrierebooster oder von politischen Interessen mal wieder gegen Männer dahinter stecken !
      Wäre ja auch nicht das erste mal wenn es so sein sollte . Wie war das mit Kachelmann ?
      Im besten Deutschland seid 1945 ist mittlerweile wohl alles möglich !

      • Unterstützung bekommt der Aufruf unter anderem von Klimaaktivistin Luisa Neubauer sowie der Autorin und „Spiegel“-Kolumnistin Alexandra Zykunov.
        … Nach den Vorwürfen von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen ist in Hamburg eine Demonstration angekündigt worden.
        Für Donnerstag, 26. März, um 17.30 Uhr ist sie am Rathausmarkt geplant.
        Dazu hat unter anderem die Hamburger SPD-Politikerin Annika Urbanski auf Instagram aufgerufen.
        In dem Beitrag heißt es: „Es reicht! Die Scham muss die Seite wechseln.“
        „Lasst uns gemeinsam zeigen, dass niemand alleine ist.“

    • Folgendes finde ich IRRITIEREND;

      1. Die Wahl des Spiegel als Medium, durch das die ganze Sache bekannt gemacht wurde. Dafür ausgerechnet die Relotius-Presse zu wählen, die schon im Fall Lindemann mit gefälschten Eidesstattlichen Versicherungen auffiel macht die Sache nicht glaubwürdiger.

      2. Der Einsatz von KI bei dem ganzen. War für eine Privatperson wie Christian Ulmen wirklich schon vor acht oder zehn Jahren eine Software verfügbar, die zu solchen Deepfakes und zu Echtzeit-Stimmveränderung bei Telefonaten in der Lage war?

      3. Haben die vielen Männer, die sich in einer Affäre mit Uhr wähnten sie bei persönlichen Treffen nie darauf angesprochen, sie stammten doch aus dem beruflichen Umfeld?

      4. Warum konvertiert Herr Ulmen nicht zum Islam, dann würden sofort alle Vorwürfe gegen ihn fallen gelassen und niemand würde mehr über den Fall sprechen, um Muslime nicht zu stigmatisieren?

      • Und am Ende doch sehr praktisch die Anzeige in Spanien zu stellen weil man sie hier in Deutschland nicht bearbeiten wollte ! Und aber gleich mal schnell ein neues Gesetz hervorbringt!?
        Gibt es wenigstens dafür belastbare beweise?
        Und der Spiegel veröffentlicht eh alles ohne ernsthafte Prüfung.
        Da werden wohl die ulmentagebücher demnächst als Serie kommen !

    • Die nächste Staffel „Jerks“ auf ganz großer Bühne. Die Rolle ihres Lebens. Spiegel, Talkshow, Demo… Diese aufdringliche Selbstvermarktung mittels Selbstviktimisierung ist besser vorbereitet als manch eine militärische Operation. Und natürlich ist das nicht das Problem der beiden Protagonisten, sondern gleich ein „strukturelles Problem“, durch das man seine Ideologie bestätigt sieht. Und die Anzeigeerstatterin schwingt sich ungefragt auf zur Jeanne d’Arc aller Opfer „virtueller Gewalt“. Gewalt ist köperlich wirkender Zwang, es ist keinem Opfer geholfen, wenn man Begriffe inhaltlich entkernt u. ideologisch verfremdet. Wer Sprache beherrscht, findet sicher geeignetere Begriffe für derartige Übergriffe.

      Natürlich handelt es sich bei all dem um Opium fürs voyeuristische Volk. Medien generieren Quote u. Leser. Und Politiker in ihrer grindig-opportunistischen Art lassen sich nicht zweimal bitten, auf den Zug aufzuspringen mit Forderung v. Strafrechtsverschärfung bis zur Klarnamenpflicht.

    • fernandez arbeitet fuer die organisation *hate aid*.
      diese fordert identifikationspflicht und klarnamenpflicht im netz.

      fernandez wird als figur aufgebaut, um diese forderungen im volk populaerer zu machen, als sie eh schon sind.

      es ist eine einfache geschaeftsbeziehung, die zwecks sueffiglkeit ein wenig mit details ausgeschmueckt wird.

    • Gewalt in der /Ehe Lebensgemeinschaften, ist KEINE Privatangelegenheit, wie in den für Männchen goldenen Zeiten, bis zur Stafrechtsreform im Jahr 1997.

      Die Strafrechtsreform, die Vergewaltigung in der Ehe in Deutschland strafbar machte, wurde im Jahr 1997 beschlossen. Am 15. Mai 1997 stimmte der Bundestag darüber ab, dass Vergewaltigung in der Ehe künftig strafbar sein soll.

      Der Hinweis der Autorin, das die physische Vergewaltigung doch wohl etwas völlig anderes sei , als die virtuelle Grupprnvergeealtigung ist etwa so schlau, wie der gesamte Lückentext, oder der Hinweis darauf, dass doch wohl schwerer Raub mit Gewalteinwirkung etwas anderes sei als der Diebstahl eines Lippenstift es.

      Ach was?

      Schlimmer Text der neben den aufgezeigten asozialen Überzeichnung einer Spiegel “ Löwenherz“, und Allgemein Plätzchen zur Vorverurteilung NICHTS substanziellen zur Thematik beiträgt!

      ausreichend bis mangelhaft.

      -46
      • Wer Tatbestände des StGB lesen und verstehen kann, ist klar im Vorteil. Der kennt am Ende sogar das Analogieverbot im Strafrecht.

        „Virtuelle Vergewaltigung“? Na gut, dann veranstalten wir für für den differenzierungsunfähigen Plebs, der sein Urteil ohnehin längst gefällt hat, einen „virtuellen Strafprozess“ und verhängen eine „virtuell Strafe“ und gut ist’s… für den Blöden macht das ohnehin keinen Unterschied.

        Alle anderen werden die Aufklärung des Sachverhalts abwarten, Und wenn dieser feststeht, subsumiert man ihn unter die geltenden Gesetze (und nicht unter die irrelevanten Moralvorstellungen von Ideologen) und findet heraus, ob und welche Norm erfüllt ist.

        Bis dahin wird der Ruf des Beschuldigten nachhaltig ruiniert sein, der Spiegel wird daran gut verdient haben und die Anzeigeerstatterin wird von ihrer Selbstvermarktung profitieren. Wird sie dabei auch nur einmal an die gemeinsame Tochter gedacht haben?

      • Lustig – gewiss die armen,von Frauen verfolgten Männchen, disliken meinen Beitrag.😁😁

        -36
        • Ja, zum Beispiel ich. Frau. Mit einer Menge Lebenserfahrung – und vor allem – klarem Blick. Und nu?

          18
        • Wie wäre es erstmal mit stichhaltigen beweisen vor der Steinigung ?
          Ich kann mich noch gut an Frauen ihres Schlages bei der kachelmann Affäre erinnern .
          Und was war am Ende des Geschreibes und der Vorverurteilungen ?
          Gelinde gesagt ist vieles was die gute Frau von sich gibt aber auch nicht schlüssig!

          12
  • Bild am 22.03.2026 zu diesem Thema – Claudia Roth: „Ich habe geweint, weil da so viel Schmerz war“
    Äußerungen zu einer 16-jährigen, die in einem Jugendclub in Berlin vergewaltigt und mit Videoaufnahmen erpresst wurde, suche ich da vergeblich.

    Und wenn Kinderpornographie das Thema ist, bleiben die selben Personen ebenfalls seltsam leise, oder ich finde entsprechende öffentliche Empörungen nur nicht in den Medien.

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    • Gerade bei dem Thema Kinderpornographie schweigen die Linken seit Jahrzehnten…Teile von ihnen fordern sogar eine Entschärfung des Strafrechts, Cohn-Bendit usw..

      • Nicht zu vergessen die Grünen!

    • Völlig richtig, dass SIE die klassische links grüne Verlogenheit von Claudia Roth in diesem besonderen Fall, am Beispiel aufzeigen.

      Hier setzt man sich bei der bekannten Grünen auf die PROMINENZ des Falls Ulmen, und versucht damit auch diesen widerlichen Fall aus Berlin zuzuschütten.

      Ergänzend ist doch ebenfalls erstaunlich , das im Promi Fall ruckzuck das Recht geschärft werden soll – so die Bundes Justizministerin- im Fall des Jugendzentrums absolut NICHTS nachfolgt, selbst die Senatorin der SED aka Die Linke weiter fest im roten Filz Berlin einbetoniert ist.

  • Habe diesen Fall nur beobachtet. Ohne Meinung. Bin Ihnen deshalb für diesen emotionslosen und sachlichen Beitrag sehr dankbar.

    • Danke Ihnen Frau Müller!
      Insbesonder an die konstant auf dem weitsichtigsten Grat wandernden Autorin.

  • Während nun seit Jahren nahezu täglich Meldungen der Bereicherung vom Mainstream bestenfalls heruntergespielt werden, bläst genau dieser Mainstream die Causa Fernandes-Ulmen auf wie einen Heißluftballon. Bereit zum Abheben mit der Forderung nach Klarnamenpflicht im Netz. Ein Schelm wer dabei an einer Verschwörungstheorie strickt. Ich schäme mich in Grund und Boden für meine Geschlechtsgenossinen von „me too“ bis “ Omas gegen rechts“, die gegen von unseren „Gästen“ begangene übelste Straftaten niemals auf die Straße gehen würden. Des weiteren plädiere ich für Klarnamennennung bei solchen Straftätern sowie für das Verbot der Schwärzung von Namen in freigeklagten Dokumenten der Regierung.

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  • Welche KI gibt es schon seit Jahrzehnten, die das kann?

    • Absolut unzulässige Frage😉

    • In anderen Berichten ist von Videos von Pornoseiten die Rede, deren Darstellerinnen Frau Fernandes ähnlich sehen. Also mit Einverständnis der originalen Frauen veröffentlichte Videos, die einfach nur unter falschem Namen an ahnungslose Typen verschickt wurden.

      Ich hab aber auch irgendwo die Theorie gelesen, dass womöglich jetzt ein echtes Video von ihr in Umlauf ist und sie mit der Aktion dieses auch als “Fake” brandmarken will.

      Alles jedenfalls sehr kurios.

  • Erstaunlich, welche Aufmerksamkeit ein Sternlein wie Frau Fernandes erhält. Sie hat genug Geld, um sich zu wehren. Ich kenne sie nicht und sie ist mir egal.. Keine Ahnung, was da zwischen den beiden passiert ist, Gerichte werden das klären.
    Erstaunlich, wie die Frauen und Mädchen, die seit Jahren in diesem Land vergewaltigt und getötet werden, völlig ignoriert werden. Sie bekommen keine Geschichte, kein Gesicht, keinen Namen, keine Hilfe und keinen Schutz. Und die, die einschreiten könnten, drehen sich weg und waschen ihre Hände in vermeintlicher Unschuld. Das macht mich wütend.

  • Ich kenne weder Frau Fernandes noch Herrn Ulmen. Sollen die Gerichte klären, was zu klären ist – der Rest ist mir egal.

    • Ich kenne die Dame aus der Werbung für Slipeinlagen und für shopapotheke, wo sie Durchfall plagt. Ein Qualitätskriterium?

      • … und von ihrem ehemaligen Mann betreut wird!?

      • DIE sind das… 😂😂😂.
        Der Spruch „Mach’s Dir doch selbst“ ist dann wohl Programm gewesen.
        Sorry, dann kann ich die ganze Geschichte insgesamt nicht ernst nehmen, ich bin nur alle paar Jubeljahre Apothekenkunde, aber bei der Shopapotheke würde ich nie und nimmer ein Rezept einlösen. Wer den Ulmen auf die armen Zuschauer loslässt, hat keinen Umsatz verdient, den habe ich vom ersten Spot an für einen kompletten Vollpfosten gehalten.

        • Für mich sind das beide.
          Bei keiner Werbung schalte ich schneller den Ton aus und schaue egal wohin, Hauptsache weg.

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  • Und wieder hat man ein Thema um von den Werksschließungen und der Verarmung der Bevölkerung abzulenken. Während man über die Massenvergewaltigungen junger Mädchen in Jugendfreizeiteinrichtungen am liebsten nicht berichtet, füllen die Vorverurteilungen eines Prominenten alle Gazetten. Ich will niemanden in Schutz nehmen, aber trotz Kachelmann und anderer Fälle hat man nichts gelernt. Warten wir mal ab, wie das hier endet.

    • Ich denke, dass es hier um linke Deutungshoheit in den Medien geht, damit also um Macht, und natürlich um unglaublich viel Geld, das hier eingefahren werden kann, durch „Journalisten“ bzw. deren Arbeitgeber, sowie möglicherweise auch durch „Frau Betroffene“. Es geht um ein „neofeministisches“ Niedermachen der Hälfte der deutschen Bevölkerung („alter weißer Mann“). Ein Vergleich mit dem wirklich extrem krassen Verbrechen an Frau Pelicot – also wirklich (!) – das kann ja wohl nicht sein!!! Ich habe den Eindruck, dass hier so manche/r auf einer öffentlichen Schleimspur zum medialen Goldtopf (am Ende des Regenbogens – hahaha…) kriecht.

  • Gegenüber den ganzen realen Vergewaltigungen und Morden in Deutschland ist dieser Fall Kleinvieh, wird aber dick aufgeblasen.
    Mir drängt sich auf, dass eine Agenda dahinter steht.

    • die Gelegenheit „Klarnamen“ durch zu setzen

  • Eines zumindest ist offensichtlich: Seit den dunklen Zeiten der Scheiterhaufen hat der Mensch sich nicht wesentlich weiter entwickelt.

    • Der Michel mag es leute fallen und auferstehen zu sehen.
      Herr Ulmen ist ein heißer Kandidat für den nächsten Dschungelkönig.

  • Herzlichen Dank für Ihren klugen Kommentar, Frau David.

  • Mir fällt bei dem Thema der Kachelmann und Horst Arnold ein. Beides Justizopfer, aufgrund von falschen Beschuldigungen, die von Frauen kamen . ..

    • …und Andreas Türck, dessen vielversprechende Karriere 2004 endete. Es war allerdings die Justiz, die ihn freisprach. Leider erst, nachdem die Medien ihn auseinander genommen hatten.

      • Ramstein ist auch so ein Thema. Egal, wie man diese Truppe findet.

    • Und natürlich Herr Gelbhaar. Auch hier egal, wie man ein Mitglied der Grünen findet.

  • Wie dieses ganze „Drama“ endet, ist mir völlig egal. Mir tut nur das gemeinsame Kind der beiden Kontrahenten leid. Mehr ist m. E. zu dieser Angelegenheit nicht zu sagen, da niemand – außer der zuständigen Justizbehörde – die möglicherweise vorhandenen Aussagen und Beweise kennt und entsprechend sachlich beurteilen und einordnen kann.

  • Es sieht doch sehr nach einer konzertierten und geplanten Aktion aus. Alle, aber auch alle äußern sich, Karin G.-Eckardt, Dröge, Luisa Neubauer, Ricarda Lang, irgendwelche nicht mehr zu zählende E-F-G-X-Y-Z-„Prominente“, Ministerpräsidenten, Justizsenatoren…..Dann das Thema prominent in die Tagesthemen gehievt. „Riesen-Story“ in Spiegel und Bild…Die Frau F. spricht da von einem „Täter“, der immerhin ihr bestens Vertrauter Ex-Mann und Vater ihrer minderjährigen Tochter ist. Sie hat seit Weihnachten 2024 angeblich erst von der Sache gewusst…Heute ganz flott eine „Solidaritäts-Demo“ in Berlin…man darf gespannt sein..
    und kann durchaus misstrauisch werden…

  • Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung um was es da eigentlich geht. Aber es zeigt die Dekadenz einer Gesellschaft, die sich an Unwichtigkeiten abarbeitet, um die großen Probleme zu verdrängen. Es ist genau die Dekadenz, durch die ehemals starke Nationen untergegangen sind.

  • Danke für diesen differenzierten Beitrag!

    Ich finde den Satz: „Nicht alle Männer sind Täter, aber alle Täter Männer.“, der hier zitiert wird, bezeichnend. Denn er stimmt halt einfach nicht. Es gibt halt auch Frauen die missbrauchen. Oft sind dann Kinder die Opfer, aber es gibt auch Männer, die Opfer sexueller Gewalt werden. Das ist ein besonders schambesetztes, tabuisiertes Thema.

    Mich erschüttert an dieser ganzen Thematik auch diese Gleichsetzung von virtueller sexueller Gewalt mit köprerlicher Vergewaltigung, aber ebenso die unangemessene Differenzierung der Opfergruppen. Es sollte keinerlei Rolle spielen, ob das Opfer männlich, weiblich oder ein Kind ist. Sexuelle Gewalt ist immer abzulehnen, egal, welchen Menschen es betrifft.

    • Wir haben gerade gesehen, was 4.000 potentiell zerstörte Kinderseelen der Justiz wert sind: 25 Cent pro Kind und 9 Monate auf Bewährung. Die mögliche Strafe für Herrn Ulmen sollte dann allenfalls 1,00 € betragen, mit 2 Wochen auf Bewährung.

  • „Sind wir bei so emotional aufgeladenen Themen überhaupt noch zu Sachlichkeit fähig? “

    Das Ziel dieser infantilisierten Gesellschaft war doch die Emotionalisierung von allem und jedem, um dadurch die Manipulationen zu ermöglichen.
    Mittel (Emotio) zum Zweck (Umsetzung meiner Ziele).
    „Bergamo“, „AfD“, „Hayali“, „Trump“, „Rente“, „KI“, „russisches Gas“, „E-Auto“, …..
    Jeder hat Blutdruck, aber immer weniger Ratio.
    Deutschland kann nicht „cool“.

  • Eine Frage wurde bislang nicht aufgeworfen: Warum sollte ein Mann unter dem Namen seiner Frau mit anderen Männern flirten oder gar sexuelle Phantasien ausleben? – In seinem Freundes- und Bekanntenkreis würde er gewiss als „gehörnter Ehemann“ bemitleidet werden. Und ein mitfühlender Freund dürfte ihn früher oder später auf das Verhalten seiner Frau ansprechen und von ihm Konsequenzen erwarten. Fazit: Die ganze Geschichte wirft Fragen auf.

    • Ja, das ist eigenartig. Sie sagte ja, meine ich, es wären Männer in ihrem „Umfeld“ von dieser Fake-Identität kontaktiert worden. Und das kommt nie zur Sprache, bzw. wie lange nicht? Über Jahre? Niemand hat sie oder den Herrn U. darauf angesprochen, mal nachgefragt…?

  • Seit es Fotos gibt, gibt es Fotomontagen. Seit es das Internet gibt, gibt es gefälschte Pornobilder und Opfer dieser Fälschungen. Warum hat es bis März 2026 gedauert, bis festgestellt wurde: ‚Die Würde des Menschen ist unantastbar‘? Hier wird eine Kampagne gegen KI und die Freiheit und mehr Kontrolle im Netz geführt, und mal wieder gegen Männer, ganz so, als würden Frauen so etwas nicht tun, um anderen zu schaden.
    Und, Gesetze dagegen gibt es schon lange, wie es uns Politiker ja oft gezeigt haben.

    • Oft filtern Suchmaschinen heute Ergebnisse dieser Kategorie aus.
      Aber Fotomontagen und Deepfakes von sogenannten Prominenten (Englisch: Celebrities) sind wirklich ein alter Hut. Es gibt keinen Grund, die Sache dermaßen aufzublasen.
      Aber der Schritt in die mediale Aufmerksamkeit wird schon den ein- oder anderen Vorteil im Verfahren bringen.

  • Der beste Kommentar, den ich zu diesem Fall gelesen habe.

  • Zunächst einmal gilt ja die Unschuldsvermutung.
    Sollten die öffentlich breitgetrenen Vorwürfe stimmen, dann soll die Justiz auch eine Strafe festlegen.

    Unabhängig davon ist der Mensch Christian Ulmen in Deutschland jetzt bereits zerstört. Soll jeder für sich entscheiden ob dies gerechtfertigt ist.
    Unsere Qualitätsmedien sollten aber hinterher nicht jammern, wenn Herr Ulmen hier irgendwas unbedachtes aus Verzweiflung tut.

  • Abwarten was die Gerichte entscheiden. Nur die Richtungsmedien, die bei Gruppenvergewaltigungen und anderen Gewaltdelikten bestimmter Gruppen sonst recht still sind , ordnen schon mal das angeblich geschriebene, gesagte usw. für den Bürger ins richtige ÖRR-Licht ein.
    Und manche Darstellung wirft aber ganz schön viele Fragen auf. Die müssen jetzt gerichtlich geklärt werden.

    Ich erinnere nur jetzt fern an Ramstein.

  • Vielleicht der beste Beitrag zu dem Thema, den ich bisher finden konnte.
    Auf X äußert sich Aya Velazquez noch sinnvoll, falls es jemanden interessiert.

    • Vielen Dank für den Hinweis. Sehr sehenswert und ganz gut zu erkennen, zu welchem Zweck diese (sollte die Geschichte so abgelaufen sein, durchaus krasse und befremdliche) Story gerade jetzt und auf diese Art eventuell und möglicherweise platziert wurde…

  • „wo die Geschichte nur an ihrem Wort und dem Qualitätsstandard des Spiegel hängt.“
    Wenn die Geschichte an deren „Qualitätsstandard“ hängt, wird man irgendwann eine verschämte Richtigstellung auf Seite 72 zwischen ganz vielen Anzeigen lesen.

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