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Brutale Niederlagen, keine Antworten: Die SPD steht kopflos mit dem Rücken zur Wand

Nach Baden-Württemberg fährt die SPD in Rheinland-Pfalz eine noch härtere Niederlage ein. Die leeren Sprüche der Parteiführung entlarven die Hilflosigkeit. Die Antwort der Genossen wird lauten: Destruktion statt Reflexion.

Bärbel Bas und Lars Klingbeil: Für die SPD eher Sterbebegleiter als Aufbruch-Köpfe. (IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

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Im Angesicht jeder neuen Wahlniederlage demonstriert die SPD eine geradezu bodenlose Hilflosigkeit. Niemand verkörpert das am Sonntagabend so wie Parteichefin Bärbel Bas. Der Bund war „nicht dazu da, ihm Rückenwind zu geben“, stellt sie lapidar im Interview bei Phoenix fest – und flieht unmittelbar in die vielleicht leersten Allgemeinplätze des Abends.

„Wir haben uns, Lars Klingbeil und ich, auf den Weg gemacht. Wir wollten und wir wollen die Partei neu ausrichten. (…) damit haben wir begonnen, und damit wollen wir auch weitermachen. Ich will die SPD einfach nicht aufgeben, sie ist wichtig in diesem Land“, meint Bas. Man will dem Wahlergebnis im wahrsten Sinne trotzen – aber Trotz ist kein Allheilmittel. Genauso wenig wie der unerträgliche Politikersprech, man habe sich ja irgendwohin „auf den Weg gemacht“.

Die einfache und gleichzeitig so brutale Nachfrage schlägt dann unmittelbar ein: Warum sehen das die Wählerinnen und Wähler nicht? Bärbel Bas wiederholt stumpf, man habe sich „auf den Weg gemacht“. „Das wird ja wahrgenommen“, meint sie. Die Wahlergebnisse sprechen eine andere Sprache.

Die SPD müsse jetzt auch mit „klarer Sprache“ punkten, sagt Bärbel Bas in einem Interview, das einer einzigen kopflosen Polit-Schwurbelei gleichkommt – viel geredet, nichts gesagt. Ein Tonband mit den immergleichen Wahlniederlagen-Floskeln hätte es anstelle der Parteichefin hier auch getan.

Auch Parteichef Lars Klingbeil klingt genauso leer wie seine Mit-Chefin. Personaldebatten habe die SPD jetzt zu führen, räumt er im Gespräch bei der ARD scheinbar ein. Aber eben nicht jetzt – denn „es geht auch um Verantwortung. In einer Phase, wo wir zwei Kriege haben, wo wir eine Wirtschafts-Flaute haben, wo wir jetzt in der Bundesregierung ein Riesen-Reformpaket auf den Weg bringen wollen – da ducke ich mich nicht weg.“

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Ich ducke mich nicht weg. So kann man das auch beschreiben – andere dürften schon in dieser Beschreibung ein Wegducken erkennen. Lars Klingbeil ist ohnehin Meister darin, sich vor schlechten Wahlergebnissen wegzuducken. Schon die historisch schlechte Wahlniederlage bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr, die unbestreitbar in seiner Verantwortung als Stratege und Parteichef lag, blieb an ihm nicht so wirklich haften – er zog den Kopf ein, während der seiner damaligen Co-Chefin Esken rollte.

Lars Klingbeil ist ein gewiefter Machtpolitiker – doch auch die beste Machtpolitik der Welt kann den Niedergang der SPD nicht kaschieren. Nach der empfindlichen 5,5-Prozent-Niederlage in Baden-Württemberg vor zwei Wochen verliert die Sozialdemokratie eine ihrer letzten Hochburgen in einem deutschen Flächenland. Fast genau 35 Jahre war die Staatskanzlei in Mainz rot. Diese Ära ist jetzt vorbei. Und mit ihr ist auch der letzte Rest Geduldsfaden in der SPD aufgelöst.

Wieder verliert die SPD in ihren Arbeiter-Milieus, wieder findet die Parteiführung keine Antworten auf diesen nun schon ein Jahrzehnt anhaltenden Trend. Man flüchtet sich in die gleichen Erklärungsansätze wie immer – irgendwas mit öffentlicher Wahrnehmung. Und man wird dem immergleichen Impuls erliegen, für mehr öffentliche Wahrnehmung einfach mehr Krawall von links machen zu müssen.

Mit dem Ende des Wahlkampfs in Rheinland-Pfalz öffnet sich ein „Reformfenster“ – das hört man so oder so ähnlich oft in Berlin, in den Medien, von „Politikerklärern“. Zwischen Ende März und der parlamentarischen Sommerpause will die Regierung jetzt endlich große Reformschritte machen. Doch wie gewillt kann diese SPD noch sein? Direkt nach der Wahl bekundet Bas zwar Reformwillen. Aber gerade von ihr ist das mit Vorsicht zu genießen – von ihr, die in der Bundesregierung nicht als Antreiberin, sondern als Hintertreiberin von sich reden macht, wenn es um Reformen geht.

In puncto Wahlrecht hatte Bärbel Bas jüngst demonstriert, wie das aussieht: Für die fest vereinbarte Reform des Ampel-Wahlrechts stellte sie plötzlich die Bedingung auf, diese müsse paritätisch, also hart nach Geschlechtern quotiert, gestaltet sein. Eine Forderung, die bei den allermeisten Unions-Politikern wie Brechmittel wirkt und natürlich dazu gedacht ist, den Koalitionsfrieden zu stören – und den linken SPD-Flügel zu befriedigen.

In Reaktion auf das Wahlergebnis wird dieser linke Flügel widersinnigerweise Oberwasser bekommen – und mehr solche Pflöcke eingeschlagen sehen wollen. Reformen bis zum Sommer, wie sie jetzt (wieder) angekündigt sind, dürfte das erheblich erschweren.

Denn die richtigsten und wichtigsten Reformen sind gleichzeitig die, die bei der SPD und insbesondere ihrem linken Flügel am unpopulärsten sind. Mindestens wird Merz diesem Flügel ein ordentliches Schweigegeld zahlen müssen. Etwa im Stil der neuen Steuererhöhung für „Superreiche“ und Unternehmen, die auch von CDU-Seite schon gesetzt scheint.

Schon vergangene schwarz-rote Regierungen lehrten uns: Eine SPD, die im Angesicht von Wahlniederlagen auf Selbstfindungs- und Therapiekurs geht, ist eine schlechte Nachricht für jede Koalition, die noch konstruktiv zusammenarbeiten möchte. Die innere Leere dieser Partei, die Bärbel Bas und Lars Klingbeil an diesem Abend so wunderbar verkörperten, wird mit Lautstärke kompensiert werden, anstatt echte Antworten auf das tiefe und strukturelle Problem der Partei zu finden.

„Wir haben uns auf den Weg gemacht“, sagt Bärbel Bas gebetsmühlenartig. Ein Weg, der offenbar bis nach unten und die Bundesregierung in eine Sackgasse führen wird.

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80 Kommentare

  • Ich finde, Bas und Klingbeil sollten auf jeden Fall bleiben. Dann geht’s nämlich noch schneller für die SPD mit dem Erreichen der Fünfprozenthürde…

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    • So ist es.
      Aber selbst wenn beide zurücktreten würden, ich sehe in dieser gesamten Gurkentruppe niemanden, der geeignet wäre.
      Ideologen, Ignoranten, Ungebildete, wer soll denn die Wähler zurückholen?

      • Der Klüssendorf – zusammen mit recycelter Esken und Stegner wäre doch die Traum-Troika.

    • Stegner sollte dazustoßen.

    • Oder zwei echte Mädels als Doppel-Spitze, Stegner und Klingbeil👍👍👍

    • Auf jeden Fall und unbedingt.
      Der Anblick beider weckt unmittelbar, aber ungewollt, Erinnerungen an die letzte Mahlzeit, deren erneute Präsenz nur mit Mühe zurückgehalten werden kann.
      Beide sind der Garant für den Niedergang der SPD.
      👍

  • Bei den Parteivorsitzenden der letzten Jahre kein Wunder.

    Die heutige SPD hat mit der guten alten SPD nichts mehr zu tun.

    Oft und öfters ideologisch linksgrün fanatisiert, von realitätsbezogener Vernunft und arbeitender Bevölkerung entkoppelt.

    • Und komplett islamisiert unterwandert!

  • Bas und Klingbeil sind auf einem guten Weg.

    • Weiter so ,die müssen das schaffen…

  • Die SPD braucht keine neu Ausrichtung, sondern eine Rückbesinnung auf die Probleme der Menschen die morgens aufstehen und arbeiten gehen.
    Menschen, die nicht gendern, nicht woke sind und die nicht jedes Jahr ihr Geschlecht ändern.
    Menschen die früher SPD und heute afd oder überhaupt nicht mehr wählen gehen.
    Aber was weis schon eine parteiführung die im Elfenbeinturm lebt, mit einem Umweltminister der bei den aktuellen Spritpreisen zum E Auto kauf rät.

    • Glaubst du allen ernstes, die nehmen noch Menschen außerhalb ihrer blase wahr?

      • Nein.

  • 🤞 Noch erschreckend viel zu viele Stimmen! Es scheint in Rheinland-Pfalz ein Bildungsproblem zu geben!

    • Nach 30 Jahre „Schulreform“ ist genau dieses Ergebnis zu erwarten.

  • Die CDU wird aus der SPD einen großen Wahlgewinner machen und ihr jede Menge Ministerposten verschaffen.

  • Frau Bas hat das richtig erklärt:
    Die SPD hat sich auf den Weg gemacht, und es wird wahrgenommen. Endlich.

  • Kopflos ist die SPD nicht erst seit heute

    • Kopflos? Ich weiss nicht…
      Aber ich weiß auch nicht, was denen zu Kopfe gestiegen ist ..

    • Hirnlos

  • Das die SPD geradezu auf dem Weg in die Versenkung ist, geht bei mir runter wie Öl

    • Mir auch, aber noch besser wäre, wenn die Grüninnen endlich unter 5 Prozent wären.

    • Das ist mir ein innerer Reichsparteitag.

  • Wäre Gerhard Schröder zum Ehrenvorsitzenden gewählt worden, wäre die SPD eine bürgerfreundliche Partei und wählbar. Aber wer wählt „wir haben zwei Kriege“?

  • Die SPD verliert Wahlen in Serie – und die Union habe schuld? Verstellter kann der Blick nicht mehr sein!

  • Es gibt sie noch, die guten Nachrichten.
    Deutschland wird sich verändern und ich freue mich darauf 🇩🇪💙

  • Gut, dass ich keine Juso bin und auf eine Karriere in dieser Partei gebaut habe. Diese Leute können einem wirklich leid tun.

  • Mit dem Rücken an der Wand und den Füssen vor dem Abgrund!

  • Die SPD bewegt sich halt langsam dahin wo sie hingehört. Ins Nichts!

  • Meine Meinung und ganz klar gesagt, Saskia Esken muß wieder reaktiviert werden.
    Also liebe Genossen, der Gang nach Canossa steht an.
    Viel Spaß und weiter so!!!!

  • Angeblich hat Merkel über Merz gesagt, der kann es nicht. Nun sage ich, Bas und Klingbeil können es auch nicht, bewieserner Maßen.

  • Kopflos mit dem Rücken zur Wand .. aha.

  • Die Union besitzt eine Alternative, wenn sie die nicht nutzt dann wird der sogenannte „Wahlsieger“ schon bald ebenfalls seinem Abstieg entgegengehen…..

  • -10% in RLP, in BW fast aus dem Landtag geflogen und in Sachsen-Anhalt und Sachsen wird es wohl auch keine Gewinne geben.

    Man könnte meinen, die hochqualifizierten und im Erwerbsleben so erfahrenen Spitzenpolitiker Bas und Klingbeil hätten der SPD den Nero-Befehl gegeben.

  • Die SPD hat sìch auf den Weg gemacht. Wohin? In den Nebel und die Finsternis. Sie wird nie ankommen, denn es gibt kein Ziel.

  • Das nächste SPD-Ziel 4,9%-X!

  • Die ertrinkende SPD klammert sich an die Union. Das kann nicht gutgehen. Dennoch werden Merz und Söder sich diesem Duo Infernale weiterhin gehorsam unterwerfen. So gehen SPD und Union am Ende gemeinsam unter.

  • Der SPD bleibt nicht mehr viel Zeit um paar linientreuen Genossen noch lukrative Posten zu beschaffen. 😂😂😂

  • Diese SPD braucht in Deutschland niemand mehr.

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