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Koalitionskrach

Auskunftsanspruch gegenüber Behörden soll eingeschränkt werden – Widerstand aus der SPD

Die geplante Einschränkung des Informationsfreiheitsgesetzes wäre ein herber Schlag für die Pressefreiheit in Deutschland. Weil in der SPD die Kritik an dem Vorhaben wächst, könnte es sich zu einem weiteren Fiasko der Koalition ausweiten.

IMAGO/Mike Schmidt

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34 Punkte umfasst das geplante Reformpaket „Programm für Aufschwung und Beschäftigung“ der Bundesregierung. Neben zahlreichen Reformansätzen, etwa zu Steuern oder dem Rentensystem, wird in dem Papier auch eine Einschränkung des Informationsfreiheitsgesetzes angekündigt, das Bürgern bis jetzt ein weitreichendes Auskunftsrecht gegenüber staatlichen Behörden zusicherte. Aus der SPD keimt nun Widerstand gegen das Vorhaben auf.

In einem internen Positionspapier der SPD-Bundestagsfraktion, das der Zeit vorliegt, heißt es, dass die „bestehenden Auskunftsansprüche für Bürgerinnen und Bürger, für Presse und Zivilgesellschaft“ nicht reduziert werden dürften. „Für eine Abschaffung des bisherigen Transparenzniveaus des Informationsfreiheitsgesetzes wird es keine Zustimmung der SPD-Bundestagsfraktion geben“, heißt es darin weiter.

Das Gesetz war ursprünglich im Jahr 2005 gegen Ende der rot-grünen Regierungskoalition unter Gerhard Schröder verabschiedet worden und sollte die Rechte der Öffentlichkeit gegenüber staatlichen Stellen stärken. Zahlreiche namhafte journalistische Recherchen sind seitdem durch den rechtlichen Auskunftsanspruch ermöglicht worden.

Auch Juso-Chef Philipp Türmer sieht die Aufweichung des Auskunftsanspruchs kritisch. „Als SPD haben wir das IFG 2005 auf Bundesebene eingeführt und dürfen uns jetzt nicht an diesem Raubbau beteiligen“, sagte er gegenüber ZDF Heute. Er erwarte, „dass die vereinbarten Verschlechterungen nicht nur benannt, sondern von der Fraktion gestoppt werden“. Da auch die Maskenaffäre um Jens Spahn durch den Auskunftsanspruch aufgedeckt wurde, sieht Türmer einen Zusammenhang mit dem CDU-Politiker.

Demnach habe die Union bereits während der Koalitionsverhandlungen auf eine Aushöhlung des Auskunftsrechts gepocht. „Jetzt versucht sie es erneut. Dieses Mal allen voran: Jens Spahn, dessen Versagen in der Maskenaffäre ebenfalls durch IFG-Anfragen dokumentiert wurde“, mutmaßt Türmer.

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Sollte sich der Widerstand aus SPD-Kreisen zuspitzen, könnte das bereits als fertig ausgehandelt kommunizierte Reformpapier teilweise wieder ins Wanken geraten. Sofern das von Kritikern ohnehin als unzureichend eingeordnete Paket nun wieder zur Diskussion gestellt wird, droht eine erneute Blamage für Bundeskanzler Friedrich Merz, der die wenig überzeugenden Einigungen bereits als großen Wurf zu verkaufen versuchte.

Die geplante Einschränkung des Auskunftsanspruchs wird unter anderem unter Verweis auf den vermeintlich hohen Arbeitsaufwand gerechtfertigt. Demnach binde die Beantwortung der Anfragen mitunter hochrangige Referenten für mehrere Wochen und halte die Beteiligten von ihren eigentlichen Kernaufgaben ab.

Mit der geplanten Reform soll ein mögliches Auskunftsersuchen nur noch bewilligt werden, wenn ein „berechtigtes Interesse“ vorliegt. Außerdem soll es auf in Deutschland lebende natürliche Personen mit deutscher oder EU-Staatsbürgerschaft beschränkt bleiben. Worin genau ein solches „berechtigtes Interesse“ bestehen soll, bleibt bisher unklar. Durch die Formulierung dürfte jedoch klar sein, dass das bestehende Auskunftsrecht erheblich eingeschränkt wird.

Bereits jetzt können sich Behörden unter Verweis auf zahlreiche Begründungen von ihrer Auskunftspflicht wegducken. Ausnahmen gelten unter anderem für diplomatische Beziehungen, Sicherheitsbelange oder sobald personenbezogene Daten im Spiel sind. Hinzu kommt ein allgemeines Informationsungleichgewicht: Behörden wissen eher als Außenstehende oder Gerichte, welche Informationen tatsächlich vorliegen, und sind hierdurch im Umgang damit privilegiert. Anfragen können leicht unter Verweis auf angeblich fehlende Verfügbarkeit abgewiesen werden.

Dass ein Ausweichen der Behörden in Zukunft noch mehr zur Norm werden könnte, wäre für die kritische Öffentlichkeit des Landes ein schlechtes Zeichen. Insbesondere die schwammige Definition eines „berechtigten Interesses“ könnte einer willkürlichen und auf politischen Präferenzen fußenden Informationsgewährung Tür und Tor öffnen. Ein sich zuspitzender Konflikt mit der SPD wäre zudem ein weiteres Fiasko in der ohnehin stark beschädigten Krisenkommunikation der Bundesregierung.

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31 Kommentare

  • „Die geplante Einschränkung des Auskunftsanspruchs wird unter anderem unter Verweis auf den vermeintlich hohen Arbeitsaufwand gerechtfertigt. Demnach binde die Beantwortung der Anfragen mitunter hochrangige Referenten für mehrere Wochen und halte die Beteiligten von ihren eigentlichen Kernaufgaben ab.“ Wie bitte? Ich dachte immer, die Kernaufgabe der Referenten sei es gerade, für Transparenz zu sorgen, indem man kleine und große parlamentarische Anfragen beantworte??? Geht es da nicht irgendwie auch um Rechtsstaatlichkeit?

    • Du denkst ja auch einfach falsch.

      Könnte der „hochrangige Referent“ einfach nur kurz mit der Wahrheit antworten, wäre die Anfrage nach 2 Minuten beantwortet und fertig.

      Da wir aber in „Unserer Demokratie“ leben, lässt der „hochrangige Referent“ erst einmal ein paar Wochen ins Land ziehen, in der Hoffnung, dass die Sache im Sande verläuft und falls sie das nicht tut, sitzt er tagelang dran, um ein tolles Märchen zu erfinden, weshalb doch alles ganz toll und in Ordnung ist.
      Die Zeit, die die Sache dann bei ihm unbeantwortet am Tischrand liegt, gilt eben als „Zeit, die der Referent gebunden“ ist.

    • Du denkst ja auch einfach falsch.

      Könnte der „hochrangige Referent“ einfach nur kurz mit der Wahrheit antworten, wäre die Anfrage nach 2 Minuten beantwortet und fertig.

      Da wir aber in „Unserer Demokratie“ leben, lässt der „hochrangige Referent“ erst einmal ein paar Wochen ins Land ziehen, in der Hoffnung, dass die Sache im Sande verläuft und falls sie das nicht tut, sitzt er tagelang dran, um ein tolles Märchen zu erfinden, weshalb doch alles ganz toll und in Ordnung ist.
      Die Zeit, die die Sache dann bei ihm unbeantwortet am Tischrand liegt, gilt eben als „Zeit, die der Referent gebunden“ ist, während unterm Tisch jemand nuckelt.

  • Ist schon klar, warum!
    Dann müsste man in Zukunft z.B. die rausgeklagten RKI Protokolle nicht mehr rausrücken!

  • Ich glaube Amthor war der Initiator, zumindest machte er wohl schon in 2025 Werbung für diesen Feudalerlass. Freibrief für Willkür und Vertuschung. Unglaublich.

  • Die Bürger dürfen im Gegenzug Informationen zu steuerpflichtigen Umsätzen und Einkommen ebenfalls verweigern, richtig?

  • „Selbst Trump hat es nicht gewagt, in der Form Hand an die Informationsfreiheit anzulegen in den USA“, so Katharina Nocun,
    Vorstand LobbyContol, zur Begrenzung des Informationsfreiheitsgesetzes.
    Informationsfreiheitsgesetz „quasi tot“
    https://www.zdfheute.de/video/zdf-morgenmagazin/informationsfreiheitsgesetz-102.html 6 Min.
    Für uns, das Recherche-Team von „abgeordnetenwatch“
    hat dieser Beschluss schwerwiegende Auswirkungen.
    Es ist die Aufgabe von Journalismus, Verborgenes ans Tageslicht zu bringen. Journalist:innen üben eine Kontrollfunktion aus,
    indem sie über die Verschwendung von Steuergeldern berichten,
    über Interessenkonflikte oder unlautere Machtkonzentrationen.
    Bei all dem hilft das Informationsfreiheitsgesetz.
    Wird dieses Gesetz abgeschafft, können wir unsere Aufgabe in dieser Form nicht mehr erfüllen.

  • wieder eine Salamischeibchen in die totalitäre Diktatur.

  • „Auskunftsanspruch gegenüber Behörden soll eingeschränkt werden“

    Und wird dann irgendwann sowieso abgeschafft! Wo kommen wir denn dahin, das sich „der Staat“ gegenüber den Bürgern noch äußern und rechtfertigen muss? Die nervige Unruhe mit den Wahlen alle vier Jahre (bald fünf) ist schon eine Unverschämtheit welche die behagliche Ruhe in den Amtsstuben, Behörden und Parteibüros auf äußerste stört! ^^

  • Das steht für mich auf einer Ebene mit Öffentlichen- und Nichtöffentlichen Sitzungen, beginnend bereits auf Gemeindeebene!
    Es muss die absolute Ausnahme sein, Nichtöffentliche-Sitzungen abhalten zu können!

  • Die CDU will eben im Geheimen wurschteln. Das ist und bleibt eben eine Hinterzimmerpartei, die hintenrum entscheidet, möglichst ohne viel öffentlichen Aufhebens, um dann die hinter verschlossenen Türen getroffenen Entscheidungen nur noch diskussionslos abnicken zu lassen.

  • Merz will doch Klarnamen sehen. Und dann Schwärzungen von Namen?

  • BlackRock will es so !! Also kommt es auch wie die EU Chatkontrolle

  • Eine wunderbare Dilemmasituation, die die fehlende Stringenz beider Parteien in Ihren Ansagen und Handlungen freilegt. Die einen wollen mauern , um Ihre Macht zu zementieren. Die anderen wollen es nicht, weil Sie schon auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit ein paar Meter Vorsprung haben. Fehlt nur der Wahlslogan: “ Zu spät ist es eh, darum SPD! “ Einfach geil. Wie wäre es einfach mal mit vernünftiger Politik? Die ist selbst bei einem Feudalherrscher oder gar Diktator transparent, schwarze Zahlen in der Staatskasse, wohlhabendes Volk. So bleibt dem Betrachter nur eines, weiter ungerührt zuschauen und auf die Explosion warten. Teuer, aber im Endeffekt das billigste! In beiden Parteibunkern spielen Sie mit Dynamit und Feuerzeugen und sind überzeugt: Draußen knallts! Einzige Streitfrage, ob es besser ist, die Türen aufzulassen oder zu schließen. Beide Parteien erheitern mich gleichermaßen.

  • „ Auskunftsanspruch gegenüber Behörden soll eingeschränkt werden.“

    Nennen wir doch das Kind beim Namen: Die Abgestellten auf Zeit putschen gegen den Souverän. Die amtierende Regierung sind keine Majestäten, das Volk ist hier der Souverän. Und diesem ist zu jeder Zeut Rechenschaft abzulegen.

    Es kann nicht sein, das wir zulassen, das diese ausufernde Korruption der Regierung nicht mehr hinterfragt werden darf. NOCH!!!! sind wir zumindest auf dem Papier eine Demokratie. Merz und seine traurigen, unfähigen Getreuen sind Lichtjahre davon entfernt, sich zu unantastbaren, unkontrollierten Majestäten zu erklären.

    Selbst in einer Monarchie, wären dann zumindest intellektuelle, charakterstarke Leute gefragt. Wir haben aber nur Merz und seine traurige Entourage + kommunistische Mehrheitsbeschaffer aus der sogenannten „SPD.“ also niemandem von Format und Ehre!

    Wir sind das Volk, wir sind der Souverän, diese Versager sind nur unsere überbezahlten Angestellten.

    • Und wie setzen Sie Ihren Anspruch jetzt durch, wenn er einfach ignoriert wird ?

  • Menschenjagd auf Eingeborene im Distrikt Absurdsitan.

  • Wir sehen wo die größten Demokratiefeinde sitzen: Im Konrad Adenauer Haus.

  • Richtig, Amthor hatte in 2025 den sogen. Feudal- oder auch Majestät-Erlass im Bundestag angeregt. Amthor, abstammend aus dem berüchtigten Distrikt Uckermark, zum Ende der Ära Merkel noch Jungpionier, ist passionierter Hühnerzüchter. Erinnert an auch einen kleinen Schmächtigen…..gefährlich.

    Und nun stehen wir vor dem Ende der Zivilisation, die kränkelnde CDU/CSU greift nach dem Stemmeisen, will Macht von Sozialisten u. Kommunisten mit dem Eisen erhalten. De facto geht man unter Anführer Merz über Leichen. Wahlen sind doch für die nur Pillepalle: „Schau Sklave, Untertan und Pack, die Umfragen haben das vorhergesagt…..die CDU in S.-Anhalt plötzlich bei 36 %, die AfD rutscht ab auf 33 %….was soll´s, es muss immer demokratisch aussehen, das machen ARD & ZDF“.

    • Nun, es ist ja beinahe schon Majestätsbeleidigung, den einen mit dem anderen Schmächtigen zu vergleichen – Das hätte ER nicht gewollt!

      Zumal man die beiden auch kaum vergleichen kann: Der eine (also eher der andere) ist ja weder aus Österreich, trägt keinen Bart, besitzt keinerlei rhetorisches Talent, ist Trinker und Fleischesser, hat wahrscheinlich keine Pläne für eine neue Bundeskanzlei ausgearbeitet und hatte mit 28 erst einen Bestechungsskandal am Hals, während ER mit 34 schon einen Staatsstreich hinter sich hatte.

      • Interessant. Dennoch gibt es Parallelen.
        Beide Hühnerzüchter, beide schmächtig, beide fühl(t)en sich zu Höherem berufen. Ob nun Bayer oder Nordlicht, wer denen zuviel Macht gibt, der erwacht in einer Diktatur. Da sind wir bei den Parallelen – Thema Sozialisten (d. CDU mittendrin). Beide Gewaltherrschaften endeten 1945 u. 1989.
        Gruß an UnsereVolkspartei AfD.

  • Nun, da liest man: „Auskunftsanspruch gegenüber Behörden soll eingeschränkt werden – Widerstand aus der SPD“ …

    Also ist die SPD angeblich dafür, den Auskunftsanspruch gegenüber Behörden beizubehalten – es sei denn, es handle sich um SPD-geführte-Behörden …

    • Na super ! Noch ein Grund mehr die AfD zu wählen, – und zwar ausschließlich !

  • Der mutmaßliche „Arbeitsaufwand“ der staatsalimentierten Postenhocker ist ebenso wie die mutmaßlich irgendwo vor sich hinvegetierende „Arbeitsleistung“ der „Regierung“ zu bewerten – also als Potemkinsche Sonderleistungsverzeichnisse der politischen Laienspielscharen.
    Investigativen Journalisten wäre mit einer stetig fortzuschreibenden Liste (aka Jahrbücher) der Nepper, Schlepper und Bauernfänger wohl mehr geholfen …

  • „Die geplante Einschränkung des Auskunftsanspruchs wird unter anderem unter Verweis auf den vermeintlich hohen Arbeitsaufwand gerechtfertigt. Demnach binde die Beantwortung der Anfragen mitunter hochrangige Referenten für mehrere Wochen und halte die Beteiligten von ihren eigentlichen Kernaufgaben ab.“

    Wollen uns diese Lügner veralbern???

    Zuerst viele X-Tausend Parteifreunde und Genossen zu Beamten machen, statt endlich nur noch Polizisten zu verbeamten, und immer neue Bürokratie schaffen, um die Bürger zu schikanieren und das überfüssige Heer an Schreibtischfahrern und Drehstuhlpiloten zu beschäftigen – und jetzt diese Beamten vor der Arbeit beschützen???

    Hintergrund sind doch nur die Anfragen der AfD auf verschiedenen Ebenen, die in den letzten beiden Jahren eine riesige Zahl an Sauereien aufdeckten, die die Systemparteien und der Beamten-Moloch unter den Teppich geschoben haben.

  • Deutsche Alt-Parteien = Diktatoren unter sich! Wähler und Sklaven Deutschlands dürfen nicht mehr alles erfahren!

  • Also, ich denke, dass die Hoffnung auf ein „Fiasko“, oder gar einen „Koalitionsbruch“ unbegründet ist. Die Linken aller Couleur, von knallrot bis schwarz, klumpen zusammen und sind sich einig gegen das, was vom Volk noch übrig ist.
    Alle vordergründige Zankerei dient lediglich der Simulation von Unterschieden für den verdummten Wahlpöbel.

  • Ich würde die Anführunszeichen so setzen:
    34 Punkte umfasst das geplante Reformpaket „Programm für Aufschwung und Beschäftigung der Bundesregierung.“

  • Da kann man tatsächlich mal der SPD den Rücken stärken!
    Vielleicht mal an den örtlichen SPDler schreiben, daß sie in der Richtung Unterstützung haben?

    • Die SPD macht doch mit … allein wegen der NGO Finanzierungen ..

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