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Auf der Suche nach der Exit-Strategie für den Iran

Trump will den Iran-Krieg bald zu Ende führen – kündigt aber weitere Schläge an. Warum „Regime Change“ jetzt nicht (mehr) der Maßstab ist. Ein Überblick.

Trump bei seiner Ansprache an die Nation (IMAGO/ZUMA Press Wire)

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Was bedeutet Sieg? Ab wann sieht US-Präsident Trump seine Kriegsziele im Iran als erreicht an? Am Mittwoch erklärte er in einer Fernsehansprache an die Nation, dass ein Ende des Konflikts kurz bevor stehe – es gehe nur noch um Wochen, da man bereits die wichtigsten Ziele erreicht habe.

Aber wie sehen die aus? Das kann sich schnell mehr oder weniger ändern. Es ist geradezu charakteristisch für Kriege, dass sich in ihrem Verlauf die Ziele ändern und womöglich am Ende sehr viel anders aussehen. „Regime Change“ im Iran scheint für Trump jetzt jedenfalls keine notwendige Bedingung für einen Erfolg des Einsatzes zu sein, das machte er in seiner jüngste Rede klar.

Und auch wenn medial oft der Eindruck entstand – streng genommen hatte Trump einen Wechsel des Regimes auch zu Beginn gar nicht zum Ziel gemacht. Ausdrückliches Ziel der Angriffe war damals wie heute das Nuklearprogramm, das Raketenarsenal, die Marine und seine Möglichkeiten ausländischen Terrorgruppen im großen Stil zu unterstützen. Einen Regime-Change framete Trump bereits damals eigentlich eher als eine Hoffnung, als eine Chance zum Aufstand für die Iraner selbst: „Wenn wir mit unserem Einsatz fertig sind, übernehmen Sie Ihre Regierung. Sie wird Ihnen gehören. Dies wird wahrscheinlich Ihre einzige Chance für Generationen sein.“

Trotzdem hofften natürlich viele auf einen schnellen Zerfall des Regimes noch während des laufenden Krieges – eine Art Selbstimplosion statt einer Revolution, von der Trump während der laufenden Militärschläge auch ausdrücklich abriet. Und die gezielte Tötung von Diktator Ayatollah Chamenei zusammen mit hochrangigen Militärs direkt in den ersten Stunden des Krieges gab dazu Hoffnung.

Aber das Regime so chaotisch wie es auch aktuell laufen mag – mitunter sprechen selbst Minister von iranischen Einheiten die ohne oder gegen Befehle operieren, der neue „Oberste Führer“ ist offenbar komatös und nirgends zu sehen – hält es sich aktuell noch weiter. Gut möglich, dass es nach einem Krieg zu Aufständen gegen das geschwächte Regime kommt – das wäre ganz in Trumps Sinne – aber jetzt ist dies noch nicht in Sicht.

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„Gab es einen Regime Change?“, bietet sich aber natürlich als ein einfacherer und greifbarer Erfolgsmaßstab an, als etwa „Ist Irans Raketenarsenal massiv dezimiert?“ – auch wenn Trump Ersteres eben eigentlich gar nicht explizit zum Ziel machte. Er stützt sich spätestens jetzt jedenfalls ganz klar auf die primär militärische Schwächung des Regimes, auf das nukleare und konventionelle Bedrohungspotenzial der Mullah.

Dass man auch aus politischen und wirtschaftlichen Druck durch die Mullah-Angriffe auf zivile Schiffe in der Straße von Hormuz jetzt aber den Krieg bald abschließen will, ist kein Geheimnis. Wie die nachhaltig aber eben jene militärischen Ziele erreicht sind, lässt sich von außen viel schwerer sagen.

Trump gibt die Botschaft aus: Man sei schon weit, aber nicht ganz da. Wenn er jetzt also verspricht, man werde das Regime, „in die Steinzeit zurückbomben“ und Truppen in der Region aufstockt, dann muss das heißen, es gibt für seine Regierung durchaus noch einiges zu tun.

Aber anders als bei der „Regime Change“-Frage muss er dabei nicht mit offenen Karten spielen. Die jetzigen Erfolge mitzunehmen und schlicht „Mission Accomplished“ zu erklären, brennt ihm offensichtlich unter den Fingern – wenn da nicht noch etwas wäre: Vielleicht der Chamenei-Nachfolger, vielleicht eine komplexe Bergung der nuklearen Überreste nach den Schlägen aus dem letzten Jahr – oder eben doch ein Einsatz auf der Insel Charg, die so entscheidend für die iranischen Öl-Exporte ist. Klar ist: Vorbei ist es erst wenn er sagt.

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35 Kommentare

  • Ihr müsst nicht ständig versuchen, diesen Krieg schön zu reden oder irgendwie zu rechtfertigen. Es war ein unprovozierter Angriffskrieg. Das Ziel, mit einem Enthauptungsschlag, begleitet von „shock and awe“ einen Regime Change herbeizuführen, ist krachend gescheitert. Der Iran richtet mit fortschreitender Kriegsdauer, immer mehr Schaden an. Das beftrifft nicht nur das sündhaft teure Kriegsmaterial der USA, auch wichtige Infrastruktur in der Golfregion wird zerstört. Das betrifft nicht nicht nur Einrichtungen zur Öl- und Gasförderung. Zudem erleidet die Weltwirtschaft einen ernormen Schaden. Eine Bodenoffensive wird für die USA in einem Desaster enden, was auch das Ende für Trump bedeuten würde.

    • alles soweit richtig, aber es ist USraehell das die Verwüstung anrichtet. Iran wehrt sich und zahlt in gleicher Münze heim was absolut legitim ist. Iran kämpft auch für unsere Freiheit.

      • Iran kämpft auch für unsere Freiheit ?
        Sie haben doch wohl nicht mehr Ihre linksgrünen Tassen im Schrank

  • Der Podcast des Historikers Glenn Diesen ist Mittel der Wahl. Er spricht mit Leuten, die auch etwas wissen – und lässt sie ausreden. Aus den unterschiedlichen Aussagen unterschiedlicher Positionen kann man sich ein Bild machen.
    Im Vergleich dazu sollte man alles, was in deutscher Sprache verbreitet wird, komplett in die Tonne treten.

  • Auf der Suche nach der Exit-Strategie für den Iran,
    fängt Herr Trump von „Vorne an!!!“ 🙁

  • Endlich Merz ist vorbei, jetzt herrscht der April.

  • Es gibt nie Ruhm in der Gefahrenvorsorge! Erst eingetretenes Elend schreckt auf.

  • Hauptsache es müssen keine Deutschen Euros wie auch immer fließen…

    • Indirekt zahlen wir jetzt schon durch die Inflation. Aber egal wie der Krieg ausgeht: Unsere Regierung wird Siegern UND Verlieren großzügig ihre Unterstützung anbieten.

    • Das wird wohl nix werden

  • Was ist die Perspektive „nach dem Krieg“? Militärisch ist der Iran geschwächt, aber die Regierung wird weiter machen können. Die Amerikaner und Israelis müssen immer irgendwo und irgendwann mit Anschlägen rechnen. Der Iran wird die Kontrolle über die Straße von Hormuz weiter ausbauen und nützen. Vorher war es eine freie Schifffahrtsstrasse , jetzt pressen die Iraner Zoll ab. Saudi arabien und die Emirate werden wohl auf Pipelines an das Rote Meer setzen müssen. Dass die Amerikaner den Iran nicht besiegt haben wird als schwäche ausgelegt werden.

  • Ach, vorbei ist es erst dann, wenn ein US-freundliches Regime da ist. Egal ob Diktatur, muslimisch oder demokratisch. Der Punkt ist, dass wenn Trump das nicht schafft, dann ist es mit dem Petrodollar und dem $ als Weltleitwährung vorbei. Mit katastrophalen Folgen für sein Land und auch Europa. Zuerst wollen dann allerdings unnützen Dollars los werden, was zu Inflation im Lande Trumps und einem unterirdischen Aussenwert des $ führen wird. Anschliessend zerfällt alles, zuerst das US-Miltär, das durch den Petrodollar (Leitwährungsfunktion des Dollars) finanziert ist. Wir verlieren unsere Altersvorsorge und den US-Schutz. Zudem können dann die Chinesen alle sanktionieren, wenn nötig. Die Welt ist dann eine ganz andere.

  • Das Trump den Krieg lieber heute als morgen beenden würde
    ist klar, es als seinen großen Erfolg zu verkaufen wird den nicht
    Mundfaulen Präsidenten nicht schwer fallen.
    Doch leider kann er ihn nicht beenden da Netanjahu und seine Rechten
    Religiösen und rassische Konsorten nicht gewillt sind
    ihn zu beenden und die USA scheinbar keinerlei Einfluss aus diese hat.

  • Es war eine große Dummheit, sich von Israel in diesen Krieg hineinziehen zu lassen. Aber hätte er anders handeln können? So ist es eben, wenn man einen Pakt mit dem Teufel eingeht. Die Vorgehensweise Israels in Gasa und dem Westjordanland und auch die erneuten Angriffe auf den Libanon kann nur als satanisch bezeichnet werden. Die gezielte Ermordung iranischer Politiker und Wissenschaftler hat nichts mehr zu tun mit Völker- oder Kriegsrecht. Die Westpresse macht insofern mit, als dass sie die Ermordung dieser Personen als „Tötung“ bezeichnet. Es wäre interessant zu sehen, ob ebendiese Medien auch von einer Tötung sprechen, wenn Netanjahu durch eine iranische Rakete sein Ende finden sollte. Ich denke, in diesem Fall wird korrekt von einem Mord berichtet werden.

  • US-Präsident Donald Trump, der einst behauptete, den Iranern helfen zu wollen, rühmt sich nun öffentlich dafür, zivile Infrastruktur wie Schulen, Krankenhäuser, Universitäten , Wohnviertel im Iran zerstört zu haben.

    Was kann er noch so, aus vollen Flaschen leere und Luft zu stinken bringen😎
    Das war’s dann auch schon.🌈

  • Trump ist mit der Unterstützung jüdisch-khasarischer Kreise ins Präsidentenamt gekommen, die seit neuestem auch „Epstein-Connection“ genannt werden. Er hat in seiner Umgebung viele Berater, die aus denselben Kreisen kommen. Er weiß, in welche Schwierigkeiten er kommen wird, wenn er diese Allianz aufkündigt und steckt so in einer Zwickmühle. Wie der Angriff auf den Iran gezeigt hat, hat ihn Netanjahu in diesen Krieg gezwungen, indem Israel den Angriff gestartet hat. Ob er wollte oder nicht. Allerdings hat Netanjahu da ein leichtes Spiel gehabt, denn sein Hass auf den Iran ist schon seit seiner letzten Amtszeit bekannt. Hass ist immer ein schlechter Berater und so hat er Warnungen seines eigenen Militärs in den Wind geschossen. Seine Abhängigkeit von israelischen Kreisen hat ihn in eine schwierige Situation gebracht, denn der Iran zeigt sich gut vorbereitet. Er ist in der Lage zu diktieren, wann dieser Krieg enden wird. Und auch wie.

  • Ich bin mir sicher, dass unser großartiger Außenminister Wadephul schon bald seine transatlantischen Beziehungen nutzen wird, um den deutschen Beitrag zu versichern. Bei solchen globalen Krisen darf Deutschland nicht am Spielfeldrand stehen, sondern muss seinen Beitrag zur Sicherung der globalen Ordnung einbringen. Whatever it takes!

    CDU-Land. Scheißland.

  • Trumps Angriffskrieg gegen den Iran, der vor allem für Israel geführt wird, hat die Welt schon dramatisch verändert. Zusammen mit dem Ukraine-Krieg muss die Schlagkraft des US-Militärs und seiner Waffen neu bewertet werden. Wenn schon der seit 47 Jahren sanktionierte Iran in der Lage ist, ernsthaft Paroli zu bieten, müssen alle Psychopathenträume bezüglich China und vor allem Russland ad acta gelegt werden. Da kann man als amerikanischer Präsident schon in den Wahnsinn fallen, wenn man zu seinem 80sten Geburtstag konfrontiert wird mit dem Ende aller Weltbeherrschungsphantasien und dem Scheitern seiner gesamten Weltpolitik. Da kann ich nur sagen: danke Iran, danke Russland und danke China. Diese Umbrüche könnten auch Deutschland helfen, wieder ein souveränes Land zu werden. Die Forderungen werden schon ausgesprochen, die Präsenz des US-Militärs in Deutschland zu beenden.

    Sanktioniert endlich die USA und der Spuk ist vorbei

  • Trump musste jetzt erleben, wie die Allmachtsphantasien der US-Psychopathen an der Realität zerbrechen. Und ja, auch Trump ist in gewisser Weise ein Psychopath. Wie die meisten unserer westlichen (Macht-)Politiker. Kann man es anders sehen, Angesichts der Energiepolitik und der Verweigerung, preiswerte Energie aus Russland zu beziehen? So komme ich zu dem Schluss: Trump ist auch nur ein Ami, gefangen in der imperialistischen Tradition der USA. Die fliegt ihm aber gerade um die Ohren und er hat keine vernünftige Lösung für sein Problem. Da kann man schon verrückt werden und die dümmsten Dinge machen. Das Ganze unter der Überschrift seines Hasses auf den Iran, der sich partout nicht unterordnen will. Seine Abhängigkeit von seinen israelisch/khasarischen Vorbetern ist da nicht förderlich. Der Krieg gegen den Iran, der den USA nichts angetan hat, kann nicht rational erklärt werden.

  • So, Freunde. Hier mal eine realistische Lageeinschätzung statt billiger US-Propaganda. Alle 13 US-Basen wurden schwer beschädigt. Teuerste US-Abwehrsysteme sind nicht in der Lage, iranische Billigdrohnen abzuwehren.

    https://www.fr.de/politik/verluste-im-iran-krieg-trump-redet-von-erfolg-doch-us-stuetzpunkte-geraten-in-die-drohnenfalle-zr-94247844.html

    -11
    • Mit einem Beitrag ausgerechnet aus der Frankfurter Rundschau???

      • Auch die blinde Frankfurter Rundschau findet mal ein Korn😎

  • Die Gewinner sind klar die Israelis, die grade ihre Staatsgrenze im Libanon verschieben, immer offener das Westjordanland durch jüdische Siedler okkupieren und mit Hochgenuss Bomben überall im Iran und in Teheran abwerfen. Und ebenfalls in Gaza.

    Die Amerikaner sind nur die armen Deppen, die letztlich abziehen werden, nachdem sie ebenfalls tausende von Tonnen Bomben abgeworfen und für Milliarden an Euro „smarte Bomben“ und teure Raketen buchstäblich in die Wüste verballert haben. Und letztlich … nichts erreicht haben.

    Heute wurde die größte Autobahnbrücke im Iran von den Amerikanern bombardiert und zerstört. Die anfängliche Sympathie, welche grade die jungen Iranerinnen und Iraner dem Westen (und der USA) entgegengebracht wurden, dürfte mit solchen Aktionen in Kürze aufgebracht sein, da auch die Bombardierung von Kraftwerken (!) schon angekündigt wurde. Nein, die Amis haben es voll verk**** und dürften arge Probleme haben, mit halbwegs erhobenem Kopf aus der Sache rauszukommen.

    • Wie kann man dafür Daumen-runter geben ?????

  • Ich halte ein Vorgehen gegen den Iran für richtig, aber die Ernüchterung über die fehlende Strategie ist groß.
    Was hier als „Analyse“ verkauft wird, ist eine Apologie der Planlosigkeit, aber kein Journalismus.

  • Normalerweise überlegt man sich die Exit-Strategie VORAB und nicht hinterher…;-)

    Aber so ist das halt, wenn man sich selbst als Juniorpartner der Zionisten verzwergt…und jeden besonnenen Rat altgedienter Militärs vor Kriegsbeginn in den Wind schlägt.

    • Sie scheinen Lösungen für eine Exit-Strategie zu haben. Bitte Allen Beteiligten zur Verfügung stellen! Es scheint ja alles so einfach zu sein.

  • Ist doch ganz einfach:
    Kapitulieren, Reparationen zahlen, Golfregion aufgeben und alle ausländischen Militärstützpunkte aufgeben. Netanjahu ausliefern. Trump und Hegseth vor den Internationalen Strafgerichtshof stellen und wegen Kriegsverbrechen aburteilen.
    Wo ist das Problem?

    -11
    • Sind Sie in der Linkspartei aktiv?

      • Was ist das für eine Frage Roderich😎

      • Nein, treuer Afd Wähler, warum fragen sie?

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